Zoo Constructor
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Zoo Constructor

Eine bunte Mischung der Evolution

 

Ein Brüllen ist zu hören, die Augen des kleinen Jungen werden riesig. Schnell eilt er zum Gehege der majestätischen Löwen. In voller Aufregung sucht er das Gehege ab, um das Brüllen zu lokalisieren, dort hinten! Auf einem Felsen steht anmutig der Löwe, der Wind streift durch seine Mähne. Da! Ein erneutes Brüllen, der Junge ist zutiefst beeindruckt.

Sein Vater eilt dem Jungen nach, beide stehen vor dem Gehege und bestaunen den Löwen. Hinten in der Botanik regt sich etwas, langsam tastet sich das Löwenjunge nach vorne. Es schreitet immer weiter voran, bis es seinen Vater, den brüllenden Löwen, erreicht. Solch tolle Geschichten erlebt man nur hautnah im Zoo, was geschieht wohl als nächstes?

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Zoo Constructor ist im Sinne der Aufbau Spiele ein ganz klassisches Spiel, wie im Genre üblich, wird alles Isometrisch dargestellt. Dabei ist die eigentliche Grafik eher blockig und könnte an Minecraft erinnern. Das farbenfrohe Set an Grafiken wirkt verspielt und passt sehr gut zu einem Aufbauspiel, welches sich die Thematik Zoo vornimmt.

Bereits im Startbildschirm wird klar, hier geht es lustig zu. Trommelnde Musik stimmt sofort auf eine Safari ein. Die Lust auf mehr, ist sofort vorhanden. Dabei ist das Hauptmenü übersichtlich und alles Wichtige wird auf einem Blick sichtbar, es kann sofort ins eigentlich Spiel gesprungen werden, im Hintergrund des Menüs sieht man bereits einen potenziellen Zoo.

Überraschenderweise kann an der Grafik sehr viel eingestellt werden. Schatten, Wasser und Texturen sind nur wenige Beispiele. Auch die Sounds können nach belieben angepasst werden. Wer seine eigene Musik während des Spielens hören möchte, kann diese einfach abstellen. Außerdem kann eine Auto Save Funktion aktiviert werden, sehr praktisch!

Die grafische Darstellung ist an sich sehr übersichtlich, leider gibt es jedoch einen Hacken. Viele Bedürfnisse, sei es von Tieren, Pflanzen oder Besuchern, werden schlicht durch ein Symbol dargestellt. Immer wieder ist es so, dass es nicht genau zugeordnet werden kann. So kann es schon schwierig werden herauszufinden welches Bedürfnis genau gerade fehlt.

Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Darstellung im Gesamten sehr hübsch ist. Geholfen wäre schon, wenn ein kleiner Text verrät, was genau gemeint ist, so können die Bedürfnisse auch schnell erfüllt werden. Während des Spielens wiederholt sich leider die vorhandene Musik doch recht schnell, da können die Trommeln auch nerven.

Aus technischer Sicht ist Zoo Constructor und das lässt sich nicht anders formulieren, eine Katastrophe. Trotz Hardware im High End Bereich, war es nicht möglich alle grafischen Einstellungen auf Maximum zu stellen und dabei eine ausreichende FPS Zahl zu erzielen. In dem Fall sind im übrigen stabile 60 FPS gemeint.

Erst nachdem auf der Karte jede Vegetation, welche vom Start an auf der Karte als Deko vorhanden ist, entfernt wurde und die Grafik auf mittlere Details gestellt wurde, wurden 40 FPS erzielt, und das leider nicht einmal stabil. FPS Drops gehören zur Tagesordnung. Da muss dringend nachgebessert werden, sonst gibt es kaum Spielspaß.

Während des gesamten Tests, kam es auch zu Abstürzen. Daher empfiehlt es sich dringend den Auto Save zu aktivieren. Leider muss gesagt werden, dass Zoo Constructor in dieser Hinsicht viel falsch macht. Auch ein Early Access Spiel sollte in einem gewissen Rahmen vernünftig laufen, ansonsten ist der Spielspaß in großer Gefahr.

 

– Gameplay –

Zu Beginn einer Partie von Zoo Constructor besteht die Qual der Wahl, die ausgewählte Karte hat direkten Einfluss auf das Spielverhalten. Zur Zeit befinden sich vier verschiedene Kartentypen im Spiel. Boreal, Gemäßigt, Tropisch und die Savanne, auf den Karten herrschen verschiedene Temperaturen und Wetterbedingungen.

Außerdem sind die Bodenbeschaffenheiten unterschiedlich, dies beeinflusst welche Pflanzen und Tiere gedeihen. Aber keine Sorge, Böden können verändert werden und Temperaturen für die Tiere durch die richtige Ausrüstung innerhalb des Geheges angepasst werden. Zudem passt sich die Optik an den gewählten Kartentyp an, Abwechslung ist also vorhanden.

Nachdem klar ist, auf welchem Kartentyp gespielt wird, können noch diverse anderen Dinge entschieden werden. Wie hoch soll das Startkapital sein? Ist die Bank großzügig und gibt einen nicht erschöpfbaren Kreditrahmen her? Und auf welcher Prestige-Stufe startet der Zoo? Ganz unten, oder doch eher schon weit fortgeschritten?

Wenn die Entscheidungen getroffen sind, startet das eigentliche Spiel. Dabei ist der Ablauf im Prinzip immer der Selbe. Entscheidend ist hier das Prestige Level, dieses gibt es von Stufe eins bis fünf, nach und nach werden neue Objekte und Tierarten freigeschaltet. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad immer weiter an.

Braucht ein Tier der ersten Stufe nur Futter, Wasser und diverse andere Dinge wie eine Gelegenheit zum Springen, so müssen später gewisse Temperaturen sichergestellt werden. Dabei kann unterschieden werden von Grundbedürfnissen, wie eben Futter, Wasser und eine gewisse Herdengröße, welche variiert und Luxusbedürfnisse wie Springen oder das Kratzen an Objekten.

Jedoch gibt es hier kein Vertun, um eine Tierart komplett zufrieden zu stellen, müssen alle Bedürfnisse erfüllt werden. Erst wenn zwei Tierarten der ersten Stufe zufrieden sind, ist der erste Schritt Richtung Prestige Level zwei getan. Um im Level aufzusteigen bedarf es aber mehr als nur die Zufriedenheit der Tiere. Die Besucher haben auch ein Wörtchen mitzureden.

Parallel zu den Tieren, haben die Besucher auch Bedürfnisse. Diese steigen ebenso an wie die der Tiere. Zu Beginn muss der Zoo kaum Deko und Abwechslung für das Auge bieten, nach und nach muss hier aber massiv ausgebaut werden. Dabei spielen zum Einen die Pflanzenwelt eine Rolle und zum Anderen die allgemeine Deko. Zu dieser zählen Laternen, Steine und Statuen. Zum Teil sind die Dekoobjekte sehr kurios, zum Beispiel ist eine Windmühle dabei.

Das Bedürfnissystem ist leider etwas undurchsichtig, denn die Bedürfnisse werden schlicht durch Symbole dargestellt. Es fehlt jede Art von Beschreibung, so kann es manchmal etwas schwierig werden alles richtig zu interpretieren. Außerdem sind die Besucher bereits in der zweiten Prestige Stufe kleine Mimöschen, an jeder Ecke sollen Dekoobjekte stehen.

Im Prinzip wäre dies kein großes Problem, wenn nicht die komische Zusammenstellung an Möglichkeiten wäre. Es gibt viele Steine, Statuen und einfach Objekte, die nicht zusammenpassen wollen. So ist es extrem schwierig einen stimmigen Bereich zu bauen, vor allem da in den einzelnen Stufen nur wenige verschiedene Objekte zur Auswahl stehen.

Schnell wird es zu einem regelrechten Gespamme an einzelnen Objekten, um die Besucher zufrieden zustellen, nur um die nächste Stufe im Prestige Level zu erreichen. Genauso verhält es sich zu der Fauna, wenig Auswahl und alle paar Meter soll etwas zu sehen sein. Die Objekte wiederholen sich dadurch schnell und ein stimmiges Bild kann vergessen werden.

Die Besucher möchten jedoch nicht nur die Dekokünste unter Beweis sehen, sondern auch die Tiere in ihrem Gehege beobachten können. Daher müssen Ferngläser am Zaun eines Geheges errichtet werden, leider spielt auch hier das Problem rein, dass die Bedürfnisse nicht ausgeglichen sind. Besucher beschweren sich sofort, wenn kein Fernglas in unmittelbarer Nähe ist.

Der Eindruck, dass das ganze System der Bedürfnisse noch lange nicht fertig ist, zieht sich durch das ganze Spiel. Dadurch ist es fast unmöglich einen schönen und realistischen Zoo zu bauen. Neben den bereits genannten Anforderungen an den Zoo, wollen Besucher auch mit Speis und Trank versorgt werden. Hier ist die Problematik nicht ganz so stark ausgeprägt.

Neben den Ständen für das leibliche Wohl, müssen die Besucher auch ihre Notdurft verrichten können, auch Souvenirs und Infostände dürfen nicht fehlen. Der Zoo muss natürlich auch mit simplen Dingen, wie Parkbänken und Mülleimern ausgestattet sein. Letztere werden durch Mitarbeiter der Reinigung entleert.

Neben Reinigungskräften müssen auch Gärtner, Tierpfleger und Tierärzte eingestellt werden. Durch ein sehr unübersichtliches Menü in dem der Zuständigkeitsbereich festgelegt wird, können verschiedene Gebiete abgedeckt werden. Auch hier gibt es Probleme, Tierpfleger und Ärzte befinden sich dauerhaft im Tiergehege.

Bei Giraffen mag das noch funktionieren, spätestens bei Löwen wird dieses Verhalten sehr abenteuerlich und hat mehr mit Lebensmüdigkeit zu tun, als mit Realismus. Hinzu kommt, dass die Bewegungsanimationen der Angestellten mehr ruckelt als einem lieb wäre. Da die Mitarbeiter natürlich nicht umsonst arbeiten, muss ein entsprechendes Gehalt gezahlt werden.

Zu erwähnen ist noch, dass es innerhalb des Spiels einen Landschaftseditor gibt. So kann jedes Tiergehege nach Belieben geterraformt werden. Wichtig dabei ist auch, den Boden an die jeweilige Tierart oder Pflanzenart anzupassen. Nicht jede Pflanze mag einen Sandboden, ebenso wie nicht jedes Tier arktische Bodenverhältnisse möchte.

 


 

– Besonderheiten –

Zoo Constructor versucht an einigen Stellen realistisch zu sein, im Bereich der Temperaturen und Böden schafft es das auch. Jede Pflanze und jedes Tier hat unterschiedlich Ansprüche an den Boden oder die Umgebungstemperatur, es sollte stets darauf geachtet werden, ansonsten gehen Tiere und Pflanzen ein.

Auch hier zeigt sich jedoch eine Schwäche des Spiels, es werden nur durch Symbole angezeigt, welcher Boden infrage kommt. Manchmal sind diese aber sehr schwer zu unterscheiden und es kann vorkommen, dass eine Verwechslung stattfindet. Bemerkt wird es, wenn die Pflanze bereits eingegangen ist oder man das Symbol über ihr richtig interpretiert.

An sich ist auch das Prestige System mit dem verknüpften Bedürfnissystem eine Gute Sache, wenn da nicht die fehlende Transparenz und das unlogische Verhalten wäre. Durch das Prestige System, ist ein guter Anreiz da, um immer größer und mehr zu bauen. Nur so erreicht man das nächste Level und neue Tierarten, sowie Objekte werden freigeschaltet.

 


 

– Support –

Während der Testphase gab es regelmäßig Updates, die Entwickler versuchen transparent darzustellen, mit welchen Inhalten während der Early Access Phase noch zu rechnen ist. Zurzeit gibt es keinen Discord Server von offizieller Seite, etwas Schade aber verkraftbar. Im Steam Forum werden Fragen und Anregungen zum Spiel entgegengenommen.

Auch wurden teilweise Dinge aus der Community auch schon ins Spiel aufgenommen oder verbessert. Insgesamt gibt sich der Entwickler und zeitgleich Publisher b-alive gmbh Mühe das Spiel zu optimieren und auf Spieler Feedback einzugehen. Die Zeit wird zeigen inwieweit das ganze schlussendlich funktionieren wird.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass der Entwickler und Publisher b-alive gmbh, kein unbeschriebenes Blatt ist. Bereits mit den Spielen Wildlife Park 1, 2 & 3 wagte sich der Entwickler in die Gefilde von wilden Tieren. Leider zeigen die Reviews auf Steam, dass auch es auch hier zu Problemen der Spiel Stabilität kommt.

 

– Fazit –

Zoo Constructor hinterlässt nach den ersten paar Minuten einen guten Eindruck, dieser bleibt aber nur bestehen, wenn danach nicht weitergespielt wird. Allem voran die extrem schlechte Performance trübt das Spielgefühl erheblich, wenn selbst gute Hardware das Spiel gerade so auf 40 FPS bringt, mag ich mir schlechte Hardware kaum vorstellen.

Hinzu kommt das grauenhafte Bedürfnissystem, nochmal als Beispiel, eine Tierart hat verschiedene Grundbedürfnisse und Luxusbedürfnisse, alle Objekte müssen dazu im Gehege platziert sein. Zudem muss die Herde aus einer bestimmen Anzahl an Tieren bestehen, dementsprechend muss das Gehege eine gewisse Größe haben.

Leider wird nirgends vernünftig erklärt wie groß diese sein soll. Also geht es nach Gefühl, jedoch passiert es schnell, dass aufgrund der Größe gewisse Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden. Wenn ein Futtertrog in jeder Ecke steht, kann es dazu kommen, dass die Tiere sich trotzdem beschweren es sei keiner da.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Es wird der Eindruck erweckt, als müsse alle paar Meter eine Futterstelle sein, dies ist nur ein Beispiel. Die Besucher beschweren sich am laufenden Band über verschieden Dinge, wie der Deko oder die Fauna, nur leider ist es aufgrund der begrenzten Anzahl an Items nicht möglich einen realistischen und schönen Park zu bauen, da dann die Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Ich könnte das nun immer so weiterführen, schlussendlich lässt sich sagen, dass das Bedürfnissystem, welches eine der Grundmechaniken ist, überhaupt nicht durchschaubar, geschweige denn realistisch ist. Zoo Constructor hat aktuell zu viele Schwächen, als das ich dieses Spiel ruhigen Gewissens empfehlen könnte.

Selbst für Genre Fans, welche händeringend auf ein gutes Zoo Aufbauspiel warten, kann dieses Spiel nur bedingt empfohlen werden. Ein Abwarten und Beobachten wäre wohl sinniger als ein Kauf. Zoo Constructor hat einiges an Potenzial, die Zukunft wird zeigen ob der Entwickler b-alive gmbh dieses aus dem Spiel herausholen kann.

 


 

 


 

Druidnix

Über Druidnix

Noch heute denke ich an die vergnüglichen Stunden mit meinem Bruder vor unserem doch erst recht spät erhaltenen SNES zurück. Besonders die RPGs haben uns damals gefesselt, aber auch Mario und Luigi waren oft zu Gast. Mit dem Computer kam ich deutlich später in Kontakt, anfangs sogar ohne Internet, vermag sich heute kaum einer Vorzustellen. Heutzutage ist der Computer mein Medium Nummer Eins, vor allem Aufbauspiele, wie meine geliebte Anno Serie, oder zahlreiche tolle Indie Spiele begeistern mich. Meine Begeisterung hat mich letztliche dazu gebracht Spiele auf Herz und Nieren zu prüfen.

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