World of Warships
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

World of Warships

Alte Liebe rostet nicht

 

Ein feindliches Schiff auf 9 Uhr. Entfernung: 15 Kilometer. Geschwindigkeit?  Etwa 24 Knoten. Unser Kapitän blickt angestrengt ins Fernglas. „12 Strich Faden vorhalten, alle Geschütze bereitmachen zum Feuern!“, brüllt er über die Brücke. Die Mannschaft arbeitet auf Hochtouren, Wind und Wetter zerren an der Kleidung, doch im Eifer des Gefechts kümmern diese Nichtigkeiten wenig. „Geschütze bereit zum Feuern, Kapitän!“, schallt es zurück.

Er zögert kurz, wirft einen erneuten Blick auf den Feind und brüllt: „Feuer!“ Dutzende Münder wiederholen den Befehl, bevor der Abschuss der Breitseite das Schiff zum Beben bringt. Endlose Sekunden vergehen, bevor die Granaten auf dem Ziel einschlagen, doch die Wirkung ist verheerend. Es explodiert ohrenbetäubend, bricht entzwei und sinkt. Das Schiff jubelt, der Kapitän ballt siegessicher die Faust. wenn er doch nur von dem Torpedo auf 4 Uhr wüsste…

Na? Lust auf ein paar hitzige Gefechte? Ein Spiel im Early Access zu veröffentlichen das bereits 2013 in der Alpha war und dieses Jahr sein offizielles 2. Jahr feiert, wirkt auf mich zunächst ein wenig befremdlich. Wargaming, vor allem bekannt für den Megahit World of Tanks, hat sich dennoch zu diesem Schritt entschieden, denn mehr Aufmerksamkeit bedeutet auch mehr Spieler. Worüber sollte sich das Herz eines Kapitäns freuen, wenn nicht kürzere Zeiten in der Warteschlange und eine größere Auswahl an Zielen? Doch ob World of Warships dem Wellengang gewachsen ist oder wir unser Schiff besser im Hafen lassen, lest ihr am besten selbst.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine finale Version handelt, da dieses Spiel den Early Access verlassen hat. Unsere Wertung ist ebenfalls endgültig und wird sich nicht mehr ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Wichtige Informationen zu unserem Bewertungssystem gibt es hier.

 


 

– Präsentation –

Die Erklärung einer Hintergrundgeschichte kann ich mir an dieser Stelle natürlich sparen. Das Thema ist der Krieg auf See, mit Schiffen deren Entstehung vom Beginn des 20. Jahrhunderts, also noch vor Ausbruch des 1. Weltkireges bis einige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges reichen. So könnt ihr Kapitän der russischen Bogatyr werden, die bereits 1902 vom Stapel lief, fahrt mit den ersten Schlachtschiffen der Dreadnought-Ära über See, spürt die technischen Veränderungen vom ersten zum zweiten Weltkrieg und ergreift das Ruder von so geschichtsträchtigen Schiffen wie der Bismarck oder der berühmten Yamato.

Nach und nach finden immer mehr Nationen den Weg ins Spiel, wobei den Spielern die Auswahl derer nicht immer ganz klar scheint. So war die berühmte britische Kriegsmarine nicht Teil des Spieles und wurde erst im letzten Jahr hinzugefügt. Natürlich findet ihr die USA, Japan, Deutschland oder Frankreich, aber auch eher unbekannte Seemächte wie z.B. Polen. Zu jedem Schiff gibt es eine kurze Beschreibung, das Datum der Fertigstellung oder, wie in vielen Fällen, das Datum des Entwurfes.

Viele der im Spiel befindlichen Ozeanschönheiten waren nie mehr als Striche auf einer Blaupause und dienen hier vor allem dazu, dem Forschungsbaum einige weitere Schiffe hinzuzufügen. Dies ist keine versteckte Kritik, denn ansonsten wären die Häfen mancher Nationen ausgesprochen leer.

World of Warships hat seinen Tagen der Alpha in den Jahren 2012/ 2013 große Änderungen erfahren, was nicht nur Grafik sondern auch Sound beinhaltet. Neulinge werden den qualitativen Unterschied dementsprechend kaum würdigen können. Wer dennoch einen Eindruck davon erhalten möchte, sollte sich einmal Grafiken und Texturen von World of Tanks ansehen und diese auf die Riesen der Meere übertragen.

Was WoWS aktuell bietet kann sich wirklich sehen lassen. Hochauflösende Texturen im Wasser, Sonnenuntergänge, denen man auch in der Realität beiwohnen möchte und selbst an vereinzelte Ortschaften auf den umfahrenen Inseln wurde gedacht. Mangelnde Liebe für Details kann man Wargaming wahrlich nicht vorwerfen.Und worum geht es in diesem Spiel am meisten? Schiffe natürlich. Diese sind eine Augenweide. Kleinste Details wie Beiboote, Schwimmringe, Reling, Flaggen, Fahnen, Ankerketten und natürlich die teilweise riesigen Geschütze werden mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Wer in den Genuss der vollen Grafikpracht kommen will, sollte allerdings mehr als die empfohlenen 4 GB an Arbeitsspeicher in seinem Rechner haben, da die Fahrt aufs Meer sonst schnell zur Ruckelpartie wird.

Belohnt wird man dann mit tollen Licht- und Schatteneffekten, Gischt und Spiegelungen. Kleinere Boote lassen sich schwer ausmachen, wenn Projektile neben ihnen ins Wasser schlagen, ein brennendes Schiff trägt eine tiefschwarze Rauchwolke und rieisge Flammen mit sich und wer versenkt wurde, kann dabei immerhin noch bewundern, wie sein schwimmender Untersatz langsam zerbricht und sinkt.

Mankos sehe ich bei der Benutzeroberfläche, wie etwa im Hafen. Es ist weniger die Übersichtlichkeit als eher die Performance, die den ungeduldigen Spieler manches Mal aufregen kann. Sicher, wir befinden uns hier im Early Access, aber die Entwicklungszeit von World of Warhsips beläuft sich bereits auf Jahre und viele Kleinigkeiten, an denen sich ein neuer Spieler noch nicht stört, fallen erfahrenen Kapitänen nach tausend Gefechten negativ ins Auge. Im Gefecht selbst ist die UI, also das User Interface, sehr übersichtlich gehalten, vorausgesetzt man spielt keinen Flugzeugträger. Dieser besondere Typ Schiff spielt sich ein wenig anders, doch dazu mehr im Gameplay.

Die Soundeffekte sind sehr gut, ich kann es nicht anders beschreiben. Einschlagende Kugeln, Explosionen, dazu ein treibendes Musikstück und man ist schnell in der Hitze des Gefechts gefangen und vergisst, dass es dann eben doch nur ein Spiel ist. Besonders gelungen finde ich die implementierte Idee, dass Musik hektischer und lauter wird, je näher man einem Gegner oder einer Gefahrensituation ist. So wird der Nervenkitzel zusätzlich erhöht und sorgt für ein wenig konzentrierte Anspannung.

Wargaming beweist hier Fingerspitzengefühl und versucht den Spieler so immersiv wie möglich in das Gefecht einzubinden. Alles über Grafik, Sound, sogar die Landessprache in der unser Kapitän seine Befehle ruft, kann in den Optionen verändert werden. Alternative HUDs, Gefechtsinformationen, Anzeigen im Spiel – viele Wünsche des Spielers können direkt erfüllt werden, wenn man sich nur die Zeit dafür nimmt.

 

– Gameplay –

World of Warships ist grob gesagt ein Navales MMO, bei dem Spieler in einem Team zusammen gegen andere Spieler oder Bots eines Teams in meist 20minütigen Gefechten solange gegeneinander kämpfen, bis entweder alle Schiffe des Gegners am Meeresgrund liegen, seine Basis erobert wurde oder das eigene team eine bestimmte Anzahl an Punkten gesammelt hat. Der Modus gegen KI-Gegner wird auch als Co-Op-Gefecht bezeichnet. Dort bestehen die Teams meist aus 7 Schiffen und alle Gegner werden vom Computer gesteuert.

Die KI ist in der Early Access-Phase deutlich besser als sie es noch vor einigen Monaten bzw. Jahren war. Bots verhalten sich nun meist logischer und aggressiver, zielen genauer und stellen tatsächlich eine Herausforderung dar.Das Herz des Spiels ist allerdings der Kampf Spieler gegen Spieler. In Zufallsgefechten treten zwei Teams zu je 12 Spielern auf unterschiedlichen Karten gegeneinander an und versuchen den Sieg an sich zu reissen, vorzugsweise indem man klug zusammenspielt. Letzteres ist für den Sieg häufig viel entscheidender als das Können des Einzelnen, wird leider dennoch von vielen Kapitänen missachtet.

Da wir uns in Schiffen befinden, darf man keine rasanten Runden wie in anderen Death- und Zielorientierten Spielen wie Counterstrike oder Modern Warfare erwarten. Schiffe sind nunmal noch Schiffe, sie brauchen ein wenig um in Fahrt zu kommen, drehen sich je nach Größe langsam und auch ihre Geschütze benötigen Zeit um sich auf das jeweilige Ziel auszurichten. Dies hängt natürlich maßgeblich von der gewählten Schiffsklasse ab.

Im Spiel gibt es die bekannten Schiffstypen Zerstörer, Kreuzer, Schlachtschiffe und Flugzeugträger. Im Kern ist es ein großes Schere, Stein, Papier und Brunnen-Prinzip, bei dem jede Klasse einen Todfeind und ein Opfer hat. So sind Zerstörer klein und wendig, meist mit Torpedos ausgerüstet und geradezu ideal um schwerfällig Schlachtschiffe zu versenken. Gegen die ausgewogene Manövrierbarkeit und hohe Kadenz eines Kreuzers hingegen sind sie häufig chancenlos.

Schlachtschiffe hingegen können manchmal mit einer gezielten Breitseite ihrer riesigen Kaliber einen Kreuzer mit nur einer Salve auf den Meeresgrund befördern, sehr zur Unfreude des betroffenen Kapitäns. Der Flugzeugträger soll eigentlich ein direkter Konter für den Zerstörer sein, doch die aktuelle Population dieses Schiffstyps ist eher klein.

Gesteuert wird das Schiff mit WASD, gezielt mit der Maus und per Klick feuern wir aus den Hauptgeschützen oder lassen Torpedos ins Wasser. Das Gameplay selbst ist sehr intuitiv und schon nach wenigen Gefechten fühlt man sich deutlich sicherer hinterm Ruder – und am Abzug. Gezielt wird über zwei unterschiedliche Arten von Fadenkreuzen, von denen es wiederrum eine Vielzahl an unterschiedlichen Variationen gibt.

Übung macht den Meister und so muss man erstmal verstehen, wohin man seinen Schuss vorhält, denn die Anzeige gibt nur wieder wie lanage die Kugel wohl in der Luft ist, nicht aber wie schnell das andere Schiff fährt. Wird am Anfang viel nach Gefühl geschossen, kennt man irgendwann die Schiffstypen und deren Verhalten.

Kapitäne des Flugzeugträgers müssen allerdings umdenken. Wie bei einem Command&Conquer spielt man hier aus der Vogelperspektive, steuert seine FLugzeugstaffeln über das Feld und versucht mit Bomben und Torpedos Schiffe aus dem Spiel zu nehmen, während Jäger die eigene Flotte vor Fliegern des Gegners schützen.Die Mechanik der Flugabwehr empfinde ich bisher als sehr unausgewogen. Flugzeuge sind entweder im Nu abgeschossen oder übermächtig, weil die Luftabwehr DPS-Werte nutzt, die in ein Verhältnis zu den Lebenspunkten der angreifenden Staffeln gesetzt wird.

Ich erspare euch weitere Details, doch folgendes bleibt für mich im Raum. Gerade als Flugzeugträger kann das Spielerlebnis sehr variabel ausfallen. Durch das Matchmaking, welches ab mittlerer Stufe erlaubt, dass auch Schiffe, die 2 Stufen höher sind, im Gefecht auftauchen, ist der Frust für die benachteiligten Schiffe hoch, für den Träger allerdings am höchsten.

Daraus wird ersichtlich, dass Realismus im Gameplay nur zum Teil enthalten ist, denn ohne den Arcade-Faktor wäre es unmöglich denkbar, dass z.B. ein Zerstörer der Kugel eines Schlachtschiffes standhalten würde. So hat jedes Schiff einen Pool an Lebenspunkten, der von Schlachtschiffen und einigen anderen Ausnahmen zum Teil wieder repariert werden kann. Die Rolle der Tanks, Schadensausteiler und Supporter, wie man sie auch aus anderen MMOs kennt, findet sich hier in anderer Form wieder.

Leider kommt es vor, dass Spieler entgegen ihrer Rolle nunmal einen ganz eigenen Stil bevorzugen und so z.B. mit ihrem mächtigen Schlachtschiff in letzter Reihe fahren, statt Schaden für das Team abzuhalten. Den Grund hierfür sehe ich in mangelnden Erklärungen und Belohnungen für teamorientiertes Spiel.

Wer ganz neu anfängt, hat als erstes Schiff kaum mehr als eine Nussschale zur Verfügung. Wie in anderen MMOs auch üblich, muss man sich alles ergrinden. Nach einem Gefecht erhalten Spieler Gold und Erfahrungspunkte für ihre Aktionen in der letzten Schlacht. Gerade am Anfang kann dies frustrierend sein, weil noch nicht genau klar ist, wofür es die sinnvollsten Belohnungen gibt. Wargaming hat in der letzten Zeit viel dafür getan, Newbies mit besseren Tutorials unter die Arme zu greifen, doch in meinen Augen ist dies noch immer zu wenig, vor allem da der Titel nun auf Steam neue Aufmerksamkeit und viel Zulauf erhalten hat.

Wofür jede Klasse wirklich genutzt werden sollte, ist manchem Spieler auch nach 500 Gefechten noch nicht klar.Die Belohnungen nutzen wir, um unser Schiff aufzuwerten, neue Schiffe freizuschalten, zu kaufen und auszurüsten, solange bis man sich irgendwann am Ende eines Forschungsbaumes befindet. Die Erfahrung die benötigt wird, um Schiffe höherer Stufen freizuschalten nimmt vehement zu. Wer also nur am Abend ein wenig Zeit zum Spielen hat, könnte womöglich ein wenig gefrustet werden, denn schnell wird eines deutlich:

World of Warships ist ein Free2Play und als solches bringt es auch die gewohnten Mechaniken mit sich. Wer viel Zeit und Geduld hat, kann sich (fast) alles im Spiel erkämpfen, ausgenommen sind Premium-Schiffe aus dem Spieleigenen Itemshop, Premiumzeit und besondere Tarnungen. Premiumzeit bedeutet im Endeffekt mehr Geld und Erfahrung nach einem Gefecht. Es spart also Zeit und Geduld, in manchen Fällen sogar sehr erheblich.

Nicht nur unser Schiff erlangt Erfahrung, sondern auch der auf ihm befindliche Kapitän. Dieser besitzt einen eigenen Fähigkeitenbaum, auf dem Spieler nach und nach hilfreiche Skills freischalten. So können wir die Brandwahrscheinlichkeit senken, werden später entdeckt oder können sogar dann noch fahren, wenn unser Ruder zerschossen wurde. Kapitäne können von einem Schiff auf andere übertragen werden, aber die Kosten dafür sind hoch.

Entweder zahlt man Itemshop-Dublonen oder erträgt einen endlos langen Grind, da seine Fähigkeiten um bis zu 50% gesenkt oder gar nicht aktiv sind. Auch umskillen kostet Dublonen oder eine sehr große Menge an Erfahrungspunkten.

So wird nun also in Modi die an Deathmatch, Capture the Flag oder Domination angelehnt sind in den unterschiedlichen Schiffstypen gekämpft, gegrindet, gesammelt und investiert, solange die Motivation anhält. Jeder Forschungszweig enthält Schiffe bis zur Stufe 10. Neuen Spielern wird es besonders viel Spaß machen, da die ersten Schiffe schnell freigeschaltet sind und die Abwechslung groß bleibt. Wer in den mittleren Stufen angelangt ist, spürt plötzlich, wie viel Zeit investiert werden muss, damit man mit seinem Wunschschiff in See stechen kann.

Der bereits angesprochene Premiumship kann diese Zeit stark verkürzen. Die dort enthalten Premiumschiffe bringen einen ganz ähnlichen Effekt mit sich. Inwieweit manche von ihnen stärker oder schwächer sind als ihre Gegenstücke im normalen Forschungsbaum, liegt sicher im Auge des Betrachters. Gerade für Sammler gibt es manchmal gar keine andere Möglichkeit an so prestigeträchtige Schiffe wie z.B. die Scharnhorst zu kommen.

Das reine Gameplay macht wirklich viel Spaß. Salve um Salve auf andere Schiffe abzufeuern, mit Zerstörern in strategische Punkte fahren um sie einzunehmen, dem Team Deckung geben indem man den eigenen Pool an Lebenspunkten nutzt, um Schaden zu absorbieren und gleichzeitig die Hauptbatterie zu entladen, ist motivierend und wird sicher jeden begeistern können, der auch nur ansatzweise ein Interesse für Schiffe bzw. Kriegsschiffe besitzt.

Aktuell bereitet mir die Balance der einzelnen Schiffstypen allerdings Sorgen. Schlachtschiffe dominieren, sind sie doch auch die am leichtesten zu spielende Schiffsklasse. Es gibt Gefechte in denen kaum noch Kreuzer fahren, da die Antwort auf viele Schlachtschiffe nunmal viele Zerstörer sind. Flugzeugträger sind Mangelware und der Anreiz für Spieler sie zu nutzen wird kaum erhöht. Immer mehr Schiffe werden mit einem hohen Wert an Flugabwehr ausgestattet und große Teile der Spielerschaft betrachten die Flugzeuge eher als lästig, obwohl Flugzeugträger den Verlauf des Seekrieges am Ende des 2. Weltkrieges ganz klar dominiert haben.

 


 

– Besonderheiten –

World of Warships bietet unter anderem die Möglichkeit, einen Clan zu gründen bzw. ihm beizutreten. So kann man sich nicht nur besser mit anderen Spielern austauschen, sondern seit kurzem eine Basis aufbauen und in Clangefechten um Plätze in unterschiedlichen Ligen kämpfen. Die Belohnungen dafür sind unter anderem Credits, Dublonen oder sogar Schiffe. Jeder Clan kann nur eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern aufnehmen und seine Gründung ist mit Kosten verbunden.

Dennoch finde ich den sowohl den sozialen als auch den spielerischen Aspekt sehr gut, da so nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern der für manche Spieler so interessante Wettkampfgedanke deutlich an Wert zunimmt.Neben den klassischen Co-Op- und Zufallsgefechten und der oben genannten Möglichkeit, mit dem Clan gegen andere anzutreten, dürft ihr euch noch in anderen Herausforderungen messen.

In Gewerteten Gefechten könnt ihr euch allein in einer Art „Leiter“ bis zu Rang 1 hochkämpfen, dabei viele nützliche Belohnungen abstauben und am Ende sogar ein seltenes Schiff dafür erhalten. Allerdings solltet ihr dafür viel Ausdauer mitbringen, da ihr nicht allein kämpft und auch wiederRänge fallt, solltet ihr zu oft am Stück verlieren. Für die unter euch, die zwar gern ihre Schiffe aufs Meer führen aber keine Lust darauf haben, ständig gegen andere Spieler zu kämpfen, hat Wargaming die Unternehmen der Woche eingeführt.

In diesen müsst ihr mit einem Schiff einer bestimmten Stufe starten und dort zusammen mit anderen Spielern Aufgaben erledigen. Die Gegner sind Bots oder Festungen, aber es geht auch um die Eskorte alliierter Schiffe oder die Zerstörung bestimmter Depots für Treibstoff und Waffen. Auch hier geht alles auf Zeit, aber der das Erledigen von Aufgaben hat im Vergleich zum sonst eher simplen „Geballere“ zumindest ein wenig taktischen Tiefgang.

Absprache mit anderen ist hier genauso essentiell, vielleicht sogar noch wichtiger als in normalen Gefechten, denn die Belohnung am Ende basiert darauf, welche Ziele abgeschlossen wurden. Hinzu kommen Events und Aufträge, die sich häufig an historischen Seeschlachten oder Ereignissen orientieren, etwa der Überfall auf Midway, aber auch saisonale Ereignisse wie etwa ein Halloween-Event.

Bei einigen Ereignissen gibt es sogenannte Sammlungen, bei denen kleine Figuren freigespielt werden, die dann als Belohnung Schiffe oder Tarnungen freischalten. Ich empfinde dies als sehr motivierend für die Spielerschaft, da hier auch an die Leute gedacht wird, deren Budget vielleicht zu knapp ist, um es in den Premium-Shop zu investieren.

Nicht zuletzt motiviert es, nach einem erfolgreichen Gefecht Errungenschaften freizuschalten, weil man besonders viel Schaden gemacht, eine bestimmte Anzahl an Schiffen versenkt oder besonders viel Feuer auf sich gezogen hat, ohne dabei zu sinken.

Jeden tag kann man Belohnungen für diese besonderen Gefechtsleistungen erspielen und sie sich jederzeit auf dem Profil anzeigen lassen. Manch einem ist es egal, manch einer möchte aber auch sehen, was er wohl alles geschafft hat. Zu speziellen Ereignissen wie etwa Jahrestagen oder anderen Events lassen sich besondere Auszeichnungen freischalten, die einmalig sind und danach nicht erneut erhältlich werden.

 


 

– Fazit –

Es fällt nicht leicht, eine eindeutige Aussage zu World of Warships zu treffen. Mir ist das Spiel bereits seit einiger Zeit bekannt und nach vielen Gefechten hat sich eine Meinung gefestigt, die wenig mit dem Neueindruck eines Spielers hat, der zum ersten Mal von Steam in See sticht. Wie fast jedes Spiel hat WoWs seine Höhen und (Un)tiefen, die es zu umschiffen gilt. Das reine Gameplay ist spaßig, intuitiv und schnell zu erlernen. Gerade Neueinsteiger werden kaum Probleme haben, sich an die Steuerung zu gewöhnen und früh ihre ersten Abschüsse feiern.

Die Auswahl an Schiffen ist groß, die Events, wie etwa das oben angesprochene Halloween-Ereignis sind sehr gut, detailliert gestaltet und bieten tolle Belohnungen. Dem gegenüber stehen ein unsäglicher Grind, der die Motivation mancher Feierabendspieler mit Sicherheit übersteigen wird. Viele Dinge gehen mit Echtgeld deutlich schneller von der Hand und es ist nichts besonderes daran, dass ein Free2Play genau so funktioniert. Auch die Entwickler von Wargaming wollen Gehälter beziehen, während sie sich durchweg dem Spiel, dessen Fortschritt und Instandhaltung widmen.

Dennoch ist es als Normalspieler kaum zu verkraften, nicht die Premiumzeit in Anspruch zu nehmen, denn der Unterschied an Geld und Erfahrung ist groß und lässt sich irgendwann leicht in Stunden aufrechnen. Störend empfinde ich auch, dass Spieler sich höherstufige Schiffe im Shop kaufen können, ohne dort vorher Erfahrungen sammeln zu müssen. Ein Spieler mit wenig Gefechten, hat im hochstufigen Bereich nicht viel zu lachen und sowohl sein Spielerlebnis als auch der seines Teams wird dadurch stark getrübt.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

Hinzu kommt eine Community, die teilweise sehr resistent ist gegen Hilfestellungen und Tipps. Das Durchschnittsalter der Spieler soll sich auf Mitte 30 belaufen, was dennoch nicht unbedingt erklärt, warum viele stur ihr eigenes Ding durchziehen wollen. Wargaming bestraft dies aber kaum. Belohnt wird, wer am meisten Schaden macht und bei Problemen wird das Spiel immer mehr vereinfacht, anstatt es besser zu erklären.

Gerade neuen Spielern rate ich daher dazu, sich einen Platz in einer Community zu suchen, in der sie auch Hilfe erwarten können. World of Warships hat eine tolle Grafik, klasse Sound und kann über viele Gefechte großen Spaß machen. Ich kann es dennoch nicht uneingeschränkt empfehlen, da es sehr zeitintensiv und monoton werden kann.

Auch Balanceprobleme, die nur oberflächlich angegangen werden anstatt auf viele der Meinungen im Forum einzugehen, bringen dem Spiel auf lange Sicht wenig. Unterm Strich bleibt hier ein hübscher Mix aus Arcade und Simulation mit tollen Schiffsmodellen, taktischer Action und kurzweiligen Scharmützeln, bei dem am Ende sehr viel Geduld gefragt ist.

 


 

 


 

Faust

Über Faust

Angefangen mit Master System, SNES und Playstation, fand irgendwann auch der PC Einzug in mein Wohnzimmer und ist seitdem mein Favorit wenn es um Videospiele geht. Ich liebe Klassiker wie Suikoden, Vandal Hearts und Final Fantasy, bin aber auch immer an neuen Titeln interessiert. Multiplayer sind nicht meine Stärke, daher spiele ich lieber RPGs, Aufbaustrategie und generell alles mit einer guten Story. Indie Games und Pixel Art haben einen besonderen Platz in meinem Herzen und Kickstarter kann man getrost als mein zweites Zuhause bezeichnen.

WIR SIND LIVE!
MOMENTAN OFFLINE!