Utopia 9
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

Utopia 9

Anstrengender Urlaub

 

Utopia 9 schickt den Spieler in einen Urlaub, der am Ende doch gar keiner ist. Mit einem Waffenarsenal und mehreren Skills bewaffnet geht es gegen Alien-Feinde, die den potentiellen Urlaubsort eingenommen haben und aus der erhofften Erholung eher ein aufreibendes Abenteuer machen. Stets mit einem Augenzwinkern ausgerüstet versucht Utopia 9 so zu punkten und ob mehr in dem Spiel steckt, als nur ein ’netter‘ Zeitvertreib, klären wir jetzt.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine finale Version handelt, da dieses Spiel den Early Access verlassen hat. Unsere Wertung ist ebenfalls endgültig und wird sich nicht mehr ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Wichtige Informationen zu unserem Bewertungssystem gibt es hier.

 


 

– Präsentation –

Utopia 9 besticht zuerst durch seine auffälligen Farben. Mit starken Pink-Tönen die gelegentlich durch Neon-Grün erweitert werden, entsteht ein knalliger look. Dabei fällt allerdings schnell auf, dass es im wesentlichen bei dieser Farbauswahl bleibt. Die Karte, das HUD und sogar sehr viele Waffen behalten den pinken Farbton bei, was doch eher eintönig wirkt.

Dazu ist die eigentliche Spielwelt recht leer: man hetzt durch ähnlich aussehende Levelabschnitte, die liebevolle Details vermissen lassen. Platzierte Gegenstände wirken eher lieblos und erfüllen dazu auch keinen Zweck. Insgesamt hat man so nach wenigen Stunden eigentlich das Gefühl, sich bereits satt gesehen zu haben.

Klanglich setzt Utopia 9 auf eine zunächst verrückte Melodie im Hauptmenü, die zu Spielbeginn jedoch vollkommen verstummt. Zurück bleibt eine seltsame Stille, die nur von den immer gleichen Kampfgeräuschen unterbrochen wird. Zu diesen zählen Laserwaffen und Hiebe mit der Nahkampfwaffe.

Die sich schnell wiederholenden Schreie der Gegner sowie aufploppende Sounds beim aufheben von Munition sorgen da auch nicht für sonderlich mehr Vielfalt. Technisch scheint das Spiel bislang nur etwas schlecht optimiert, da gelegentliche, kurzweilige Framerate-Einbrüche vorkommen können – trotz übertreffen der Anforderungen.

 

– Gameplay – 

Utopia 9 setzt auf Genretypisches Gameplay: ein Fadenkreuz gibt die Richtung an, in welche wir zielen und das Laufen sowie Schießen geht simultan ganz gut von der Hand. Obwohl sich das Spiel bislang nur mit Maus und Tastatur steuern lässt, ist die Steuerung aber soweit zufriedenstellend – auch wenn der Spielfluss insgesamt etwas träge wirkt.

Die Gegner, die uns entgegen kommen, sind dabei Aliens, deren Bewaffnung und Größe sich zwar ändert, die aber dennoch immer nach dem exakt selben Schema vorgehen. Sie sehen uns und stürmen im Kollektiv auf uns zu bis nur noch einer von ihnen übrig ist. Dieser dreht dann nämlich unverzüglich um, um weitere seiner Kameraden zu finden und sie zu Hilfe zu rufen.

Zwar unterscheidet sich hierbei, ob die feindlichen Aliens eher Nah – oder Fernkämpfer sind, das Angriffsschema bleibt aber das selbe, auch was die größeren Artgenossen angeht. Diese sind etwas bulliger, tragen schwere Rüstung und halten mehr aus – laufen aber letztlich auch nur stupide auf uns zu.

Das führt letztlich dazu, dass sich das Gameplay, trotz verschiedener Waffen, absolut nicht ändert. Gegner stürmen auf uns zu, wir laufen so lange rückwärts vor ihnen davon, bis schließlich der letzte von ihnen tot ist. Zwar haben wir auch Nahkampfwaffen zu unserer Verfügung, da diese allerdings nur einzelne Ziele treffen können, eignen sie sich absolut nicht dazu, größere Gegnergruppen zu bekämpfen.

Das fällt besonders dann ins Gewicht, wenn einem die Munition ausgeht. Zwar lassen getötete Gegner gerne mal Munition zurück, das scheint aber vollkommen zufallsbedingt abzulaufen. Wenn wir also mal einen schlechteren Lauf spielen, finden wir uns schnell in der Position wieder, unsere Nahkampfwaffe benutzen zu müssen – was sich allerdings absolut nicht rentiert, da der HP-Verlust auf Dauer zu hoch damit ist.

Schade ist hierbei auch, dass die teilweise unterschiedlichen Waffen keine große Variation ins Gameplay bringen. So wäre es ein leichtes, die Umgebung etwas interaktiver zu gestalten, damit bestimmte Arten von Waffen (Elektroschocker und dergleichen) mit bestimmten Gegebenheiten harmonieren. Stattdessen entpuppen die Waffen sich als nette Spielereien, die das Gameplay nicht so bereichern, wie sie es eigentlich sollten. Daran ändern auch Rüstungen nichts, die lediglich als Puffer für die eigenen HP dienen und auch das integrierte Skill-System erfüllt seine Aufgabe nur bedingt.

Getötete Gegner lassen nämlich immer Erfahrungspunkte liegen, die wir aufsammeln können um bei einem Level-Up schließlich zu mutieren. Dort dürfen wir einen aus drei Boni auswählen, der uns fortan automatisch zur Verfügung steht. Die Boni bleiben dabei aber sehr Bodenständig: mehr zu findende Munition, leichte Heilungsboni oder einfache Aufwertungen für bestimmte Waffentypen sind hier die Regel. Gelegentliche Besonderheiten, wie ein paar Effekte die auslösen, wenn man getroffen wird, sind da die Ausnahme.

Dabei macht einem der Zufall allerdings auch gerne einen Strich durch die Rechnung: mehr als einmal bekommt man Boni angeboten, für welche man nicht einmal die richtigen Waffen bei sich trägt oder auch nicht mehr die Möglichkeit hat, schnell an entsprechende Waffen zu kommen. So fühlt sich das System eher an, als wählte man stets das kleinste Übel, anstatt wirklich so zu wählen, wie man es eigentlich mag.

 


 

– Besonderheiten –

Utopia 9 teilt sich in mehrere Gebiete auf, die wir über eine Karte bereisen können. Ähnlich einem Starfox 64 haben wir nach jedem Spielabschnitt die Wahl, wohin wir als nächstes gehen. Dabei wird uns angezeigt, welche Waffe in welchem Gebiet zu finden ist. Großen Einfluss hat dieses Element eigentlich nicht, da wir nur auswählen, welche Waffen wir als nächstes bekommen. Von finden kann da nämlich auch nicht die Rede sein, da Waffenkisten immer in offensichtlich markierten Gebäuden drin sind und das somit immer nach dem selben Schema abläuft.

Der Tod ist auch in Utopia 9 allgegenwärtig und hat zur Folge, dass der Gegner, der uns erlegt hat, unsere Waffe aufnimmt und fortan auf dem entsprechenden Fleck auf der Karte verweilt. Wollen wir also bei einem erneuten Spieldurchgang unsere Ausrüstung zurück, können wir das Feld jederzeit besuchen. Zwar bekommt der entsprechende Alien einen Namen, trägt unsere Waffe und hält viel mehr aus, im Endeffekt laufen wir auch hier einfach nur so lange rückwärts im Kreis, bis wir ihn nieder gerungen haben – so wie jeden anderen Gegner auch.

Utopia 9 fühlt sich stellenweise unausgereift an und es mangelt an der richtigen Balance. Auf der einen Seite ist das Spiel fordernd, da man in kritische Situationen gerät, was die eigenen HP sowie die Munition angeht. Andererseits fühlt sich die Schwierigkeit teilweise erzwungen an, weil viele Zufallsmechanismen einem einen Strich durch die Rechnung machen und das Spiel somit künstlich erschweren. Ebenso kann Utopia 9 aber auch sehr leicht sein, wenn nur die Munition regelmäßig aufgefrischt werden kann, da die KI nicht viel macht, außer dem Spieler nachzurennen, was letztlich ziemlich repetitives Gameplay bedeutet.

So sieht es auch mit dem Wiederspielwert aus: einerseits sind da viele Waffen, die gerne zu einem neuen Durchlauf locken können. Andererseits gibt es aber keine permanenten Boni, die mehrere Durchgänge lohnend machen würden. Auch das Arsenal ist auf den zweiten Blick etwas mau, da viele Waffen nur beschränkten Nutzen haben.

Trägt man zwei Waffen in beiden Händen, funktioniert das Feuern sehr leicht über beide Maustasten. Hier zeigt sich dann allerdings eine kleine Ungenauigkeit: beide Waffen zielen nicht zu 100% dorthin, wo das eigene Zielkreuz ist. Wer genau hinsieht erkennt einen kleinen Verzug nach links bzw rechts (je nachdem, welche Waffe man feuert). Das klingt erstmal nach nicht sehr viel, fällt einem im Spielverlauf dennoch auf, weil man manchmal richtig zielt, allerdings die benutzte Waffe entscheidet, ob man trifft oder nicht.

Je nachdem aus welchem Winkel man also feuert, trifft die eine Waffe und die andere nicht – obwohl beide auf die selbe Stelle zielen. Ebenfalls ärgerlich ist dann auch noch die etwas verhunzte Kollisionsabfrage mit dem Terrain: manchmal hat man den Eindruck, auf einer Erhöhung zu stehen, doch die Schüsse bleiben am Terrain hängen. Das passiert auch gerne in umgekehrter Form, indem bestimmte Erhöhungen nämlich nicht eindeutig erkennbar sind.

 


 

– Fazit –

Utopia 9 verbindet eigentlich einige Dinge, die ich sehr mag – knallige Farben, viele Waffen und einen leichten RPG-Einschlag in Form von levelbaren Boni. Doch bei der Mischung sind einige Dinge schief gegangen: das Glück allein entscheidet, in Form von Medipacks und Munition, wie weit man im Spielverlauf kommt – auch weil der Nahkampf absolut keine Option ist. Passive Boni bleiben weitestgehend blass und führen mehr zu ‚Not gegen Elend Entscheidungen‘, anstatt eine wirkliche Auswahl zu bieten und der Spielfluss ist insgesamt etwas langsam und träge.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Dazu kommt die bislang sehr eingeschränkte KI der Gegner, die alternative Spielstile oder gar Taktiken hinfällig macht. Meine Empfehlung: wer einfach nur ein wenig um sich schießen mag, dabei die Farben genießt und auf die Fehler nicht viel gibt, der kann durchaus seinen Spaß haben. Wer dagegen auf eine Harmonie zwischen den Spielelementen wert legt, wartet zumindest noch ab, wie sich Utopia 9 entwickelt.

 


 

 


 

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