Titan Chaser
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 2.0/5 (1 vote cast)

Titan Chaser

Godzilla-Simulator

 

Interessante Spielideen müssen nicht zwingend von einer Hundertschaft an Entwicklern kommen. Oft sind es einzelne Entwickler, welche ihre eigene kleine Nische suchen. Wenn sie das tun, dann kann daraus mit etwas Kreativität ein Spiel wie Titan Chaser hervorgehen. Ein sympathischer Mystery-Abenteuer-Simulations-Mix, der in Teilen schnell an Filme und Serien wie Super 8“, „Godzilla oder auch Stranger Things erinnert.

Auf der anderen Seite bedeutet ein einzelner Entwickler natürlich auch, dass dieser viel Arbeit auf sich nehmen muss, um ein rundes Ergebnis abzuliefern. Ob dies in diesem Fall gelingt und wir uns in der kleinen offenen Spielwelt verlieren können oder die Stimmung am Ende doch schneller verfliegt als es einem lieb ist, werden wir uns in dieser Review genauer anschauen.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Als ich den offiziellen Trailer des Spiels das erste Mal gesehen habe, beschlich mich sofort ein wohlig warmes Gefühl. Die Musik, die vielen recht mysteriös anmutenden Szenerien, die allgemein düstere Stimmung, einfach alles daran verursachte dieses Kribbeln in mir, wie damals, als ich das erste Mal Akte-X oder eben Stranger Things geschaut habe. Unweigerlich war ich gedanklich sofort wieder genau zu diesem Moment zurückversetzt. Bezogen auf den Trailer wurde hier also nahezu alles richtig gemacht. Das Interesse war sofort geweckt.

Starten wir also ein neues Spiel. Direkt zu Beginn gibt es auch schon die erste echte Überraschung und zwar bietet das Spiel eine englische Sprachausgabe für unsere Spielfigur. Die junge Dame erzählt uns in einer ruhigen und angenehmen Stimme allerlei Infos zur Spielwelt und ihrem Leben. Die Vertonung ist dabei wirklich gelungen und wertet schon jetzt den ersten Eindruck maßgeblich auf.

Das Spiel wurde auf der Unity-Engine programmiert und nutzt einen recht stilisierten und eher minimalistischen Grafikstil, welcher jedoch grundlegend einen guten Job leistet, um eine nette Atmosphäre ins Spiel zu zaubern. Leider schwankt der Detailgrad teils ziemlich stark zwischen häufig benutzten Bereichen, wie unserem Motelzimmer oder dem Innenraum unseres Autos und einigen Bereich in der offenen Spielwelt, ganz speziell abseits der Straßen.

Ein richtiger Immersions-Killer war jedoch, als ich auf den ersten Titanen im Spiel traf. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, als hätte jemand Skyrim gestartet, einige Grafikmods aktiviert, und dann das Monster aus Skyrim herausgeschnitten und in die Spielwelt von Titan Chaser hineingesetzt. Er sah durchaus beeindruckend aus, keine Frage, aber der Titan passt vom Grafikstil und der ganzen Präsentation einfach so gar nicht in das Spiel. Das ist kein riesiger Kritikpunkt, aber es wirkt einfach sehr Copy&Paste bzw. fehl am Platz.

Abseits dessen gibt es hier und da ein paar Ungereimtheiten beim Clipping der Objekte innerhalb der Spielwelt. Auch bei den Interaktionen der Titanen mit der Spielwelt, lassen die Animationen derzeit noch etwas zu wünschen übrig. Der Entwickler hat hier bereits mit einer ganzen Reihe an kleineren Patches Verbesserungen durchgeführt, weshalb ich hoffe, dass er dies auch weiter tun wird, um die Präsentation im Ganzen noch runder zu gestalten.

Eine Sache, die das Spiel sehr gut hin bekommt, ist der Sound und die Musik. Umgebungsgeräusche sind zumeist gut gelungen und tragen klar zur guten Atmosphäre bei. Ein kleines Juwel ist jedoch der nette Soundtrack, welchen man sich in seinem Auto über das Kasettendeck jederzeit anhören kann. Die Tracks stammen dabei vom Künstler krapka;KOMA und sind zumeist im elektronischen Genre einzuordnen. Ich empfand es jedenfalls als sehr entspannend, einfach nur durch die Spielwelt zu fahren und dabei der Musik zu lauschen.

 

– Gameplay –

Wenn man an ein Spiel mit riesigen Titanen denkt, würde man zunächst wohl an Action, Waffen und Gewalt denken, aber tatsächlich geht Titan Chaser hier einen anderen, sehr viel ruhigeren Weg. Die Hauptaufgabe im Spiel besteht darin, die Titanen ausfindig zu machen und dann aus der Stadt bzw. der Umgebung zu vertreiben und zwar einzig allein durch die Nutzung von Licht. Für jeden Titan ist dafür aber natürlich eine andere Vorgehensweise notwendig, welche man zunächst erst einmal herausfinden muss.

Das Kernelement, welches dabei alle Gameplay-Aspekte des Spiels miteinander verbindet, stellt unser treues Auto dar. Mit diesem fahren wir durch die Spielwelt, erkunden diese, suchen nach den Titanen und versuchen somit diese nach Hause zu geleiten. Zusätzlich bekommen wir in unserem Fahrzeug Infos zum aktuellen Titanen oder können einfach nur der Musik unserer Autoradios lauschen. Die Darstellung unserer Autos ist dabei sehr detailliert.

Uns stehen etliche Bedienelemente zur Verfügung. Sei es das angesprochene Radio, die Sonnenblende, ein Kompass, ein Funkgerät, unser Sitz, welchen wir sogar in der Höhe verstellen können oder einfach nur die Seitenfenster, welche wir herunter und wieder hochkurbeln können. Ebenfalls haben wir Zugriff auf den Motor- sowie Kofferraum und nicht zuletzt auf einen Suchscheinwerfer (oder Flutlicht) auf dem Dach unserer Flitzers.

Bei der Steuerung des Fahrzeugs merkt man dann leider recht schnell, dass dies hier weder ein Arcade-Racer, noch eine Rennsimulation ist. Für meinen Geschmack ist das Fahrverhalten nämlich recht schwammig geraten, trotz der Änderungen, welche mit den ersten Patches bereits eingeführt wurden. Dies merkt man nicht nur bei scharfen Kurven, sondern auch beim Rückwärts fahren bzw. einparken.

Nachdem wir uns mit unserem Fahrzeug ausreichend vertraut gemacht haben, können wir dann die Spielwelt völlig frei erkunden. Diese bietet bereits jetzt durchaus einige Sehenswürdigkeiten und Orte, welche es zu entdecken gilt. Einige davon erlauben sogar einen ganz kleinen Blick in die allgemeine Geschichte der Region, stets kommentiert von unserer Spielfigur. Leider fühlt sich die Spielwelt aber in vielen Ecken auch recht leer an. Zudem gibt es eine große Stadt namens Bright City, welche mit dem aktuellen Patch 0.2.0 noch nicht zugänglich ist.

Hier kann man nur hoffen, dass der Entwickler im Laufe der Zeit zusätzliche Gebiete einfügt bzw. bestehende ausbaut und die Spielwelt mit weiteren Details ausschmückt. Eine Sache, welche derzeit nämlich noch nahezu komplett fehlt, sind Interaktionen mit und in der eigentlichen Spielwelt. Man hört zwar hier und da Story-Schnipsel, aber es fehlen Interaktionen mit der Umgebung: Objekte zum Einsammeln oder Kombinieren, Personen mit denen man sprechen und Häuser die man betreten kann, etc. …

Einzig, wenn es um die Titanen geht, gibt es ein paar Objekte, welche man aktiv bedienen oder benutzen kann, um eben zu seinem Ziel zu gelangen. Dabei drehen diese sich in aller Regel um Licht oder die Möglichkeit Licht zu erzeugen. Ich möchte an dieser Stelle aber dazu nichts spoilern, weshalb ich auf nähere Details nicht eingehen werde, damit jeder selbst ein wenig grübeln kann. Schließlich ist das derzeit die Hauptaufgabe des Spielers.

 


 

– Besonderheiten –

Derzeit befindet sich Titan Chaser noch in einer recht frühen Phase des Early Access. Viele Elemente sind noch ziemlich rau und benötigen weiteren Feinschliff. Dennoch denke ich, dass hier ein hohes Potenzial vorhanden ist, um daraus ein sehr atmosphärisches, vielleicht sogar unheimliches Abenteuer zu machen. Eines, welches weniger durch Gewalt und Action hervorsticht, sondern viel mehr durch die Geheimnisse der Spielwelt und das Mysterium hinter den Titanen.

 


 

– Support –

Nach dem Release des Spiels wurden vom Entwickler im Abstand von nur wenigen Tagen etliche kleinere Updates veröffentlicht, welche diverse allgemeine Probleme, aber auch einige Inhalte bzw. inhaltliche Anpassungen geliefert haben. Ganz frisch wurde das Update 0.2.0 veröffentlicht, welches neben einigen kleineren Verbesserungen auch endlich einen dritten Titanen ins Spiel eingepflegt hat, um den man sich als Spieler kümmern muss. Ach, und an der Toilette in unserem Motelzimmer können wir jetzt auch die Spülung benutzen kein Witz.

Bei Fragen und Problemen seitens der Community im Steam-Forum des Spiels, ist der Entwickler darüber hinaus sehr aktiv und antwortet selbst oft auf diese. Das dürfte somit auch der Platz sein, um beispielsweise neue Ideen, Anregungen und dergleichen an den Entwickler weiterzuleiten, damit das Spiel zukünftig noch weiter Form annehmen kann. Laut Early-Access-Info-Fenster, soll das Spiel 2-6 Monate im Early Access bleiben. Ob dies auch am Ende der Realität entspricht, muss sich erst noch zeigen.

 

– Fazit –

Aktuell ist Titan Chaser ein roher Edelstein, der erst noch bearbeitet werden muss. Hier und da blitzt das Potenzial des Spiels aber bereits jetzt durch und überrascht sogar. Sei es die gute englische Sprachausgabe oder auch der Detailgrad, welcher beispielsweise beim Fahrzeug zum Tragen kommt. Auf der anderen Seite, gibt es aber eben auch den aktuell relativ geringen Umfang, sowie die vergleichsweise leere offene Spielwelt.

Entwickler Stas Shostak hat einen guten Grundstein gelegt, jetzt gilt es darauf aufzubauen und die Spielwelt weiterzuentwickeln. Wenn das gelingt, dann könnte hier am Ende ein nettes, mysteriöses Spiel herauskommen, welches sich vor allem an diejenigen Spieler richtet, die es gern etwas ruhiger angehen lassen und in einer Spielwelt eintauchen wollen. Dazu muss aber sowohl die Spielwelt noch deutlich ausgebaut, sowie weiterer Inhalt nachgeliefert werden.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Wer kleine, unbekannte Projekte und Entwickler gern unterstützt und etwas zum Zeitvertreib für Zwischendurch sucht, der kann aber problemlos auch jetzt bereits zugreifen und wird sicher die eine oder andere Stunde Spielspaß herausbekommen. Für die nicht einmal 4€ kann man hier jedenfalls nicht wirklich etwas falsch machen. Ich bin sehr gespannt, was uns in den kommenden Monaten noch bevorsteht und wohin die Geschichte des Spiels sich entwickeln wird.

 


 

 


 

Avatar

Über Erdbeermilch

Mit 6 Jahren habe ich begonnen zu „zocken“. Meine erste Konsole war damals das NES und kurz darauf erhielt ich auch meinen ersten „PC“. Anschließend habe ich mich dann durch wirklich jede Nintendo-Konsole durchgearbeitet und bin bis heute großer "Big N"-Fan geblieben. „Super Mario“ und „Link“ haben meine Kindheit stark geprägt. Sorry, Microsoft und Sony. Über die Jahre habe ich mich dennoch immer weiter dem PC zugewandt. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Spiele mit starkem Story-Fokus – von der Großproduktion, bis zum kleinen Indie-Hit. Einen ganz besonderen Platz nimmt dabei „Life is Strange“ ein. Und wenn ich mal genug von guten Storys habe, dann springe ich mit Freunden nur allzu gern in eine amüsante Runde „Dead by Daylight“.