The Last Haven
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The Last Haven

Der übliche Weltuntergang?

 

Eine Welt, verwüstet durch einen Atomkrieg, feindliche Überlebende und Zombies – so wird das Setting in The Last Haven am besten beschrieben. Das Aufbau-Strategie Spiel versucht mit dem fast schon altbekannten Setting im umkämpften Genre Fuß zu fassen. Dabei wird der Spieler in die Rolle des Leiters einer Kolonie von Überlebenden versetzt, mit dem Ziel, das langfristige Überleben aller Kolonisten in der feindlichen Spielwelt zu sichern.

Auf den ersten Blick bringt The Last Haven kaum Neuerungen mit. Doch trotz vertrautem Setting, spielt das Gameplay an sich eine mindestens genauso große Rolle. Ob es dem kleinen Entwicklerteam von Thunder Devs. gelingt, ein gutes Aufbau-Strategie Spiel abzuliefern, möchte ich jetzt in meinem Review zu The Last Haven klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Die Optik von The Last Haven kann durchaus überzeugen. Zwar ist die Grafik auf der einfacheren Seite, jedoch wirken Gebäude und Spielwelt schön gestaltet und stimmig. Zusammen mit den Wettereffekten wie Regen oder Schnee, sowie dem Tag-Nacht-Wechsel, schafft das Spiel eine durchaus gelungene Stimmung. Lediglich die Charaktermodelle der Menschen sind für meine Begriffe zu einfach gehalten. Ein wenig mehr Variation und Liebe zum Detail würde hier nicht schaden.

Die Geräuschkulisse im Spiel erfüllt ihren Zweck, jedoch kann auch hier noch etwas an der Qualität geschraubt werden. Die Waffen klingen alle nahezu gleich, ebenso wie die „Schreie“ der Zombies. Doch sonst habe ich hier nichts groß zu beanstanden. Anders sieht das bei der musikalischen Untermalung aus – diese passt manchmal hervorragend zur Atmosphäre des Spiels, manchmal fragt man sich aber auch, ob einfach eine Zufalls-Playlist von copyright-freier Musik in Spiel geworfen wurde.

Die Performance von The Last Haven ist wiederum größtenteils positiv zu betrachten. Auf maximalen Einstellungen läuft das Spiel auf aktueller Hardware ohne Probleme wie Ruckler oder Frame-Drops, auch die Ladezeiten sind recht kurz gehalten. Jedoch traten während meines Tests einige Abstürze, vor allem beim Starten des Spiels, auf.

 


 

– Gameplay –

Die Welt wurde von einem Atomkrieg verwüstet, sämtliche Industrie und Infrastruktur ist zerstört oder unbrauchbar, die Sonne ist durch die vielen Explosionen kaum noch sichtbar. Doch damit nicht genug – feindliche Gruppen aus Überlebenden sowie Zombies durchstreifen die karge Welt. Lebensmittel, Wasser und Kraftstoff sind bereits Mangelware – in diese postapokalyptische Situation schickt uns The Last Haven zu Beginn des Spiels.

Mit einer Hand voll Überlebenden finden wir ein ruhiges Stück Land mit vorerst ausreichend Vorräten. Das Ziel? Zu versuchen, eine funktionierende Gemeinschaft samt arbeitsfähiger Infrastruktur aufzubauen, um das langfristige Überleben der Menschen in der Gemeinschaft zu sichern. Doch bei knappen Vorräten und stetig sinkenden Temperaturen, ist es alles andere als einfach, für Zusammenhalt und Stabilität innerhalb der Siedlung zu sorgen.

Doch eins nach dem anderen. Das Spiel beginnt nach einer kleinen Einführung in die Ausgangslage mit einem Tutorial, welches Schritt für Schritt die Grundlagen des Spiels sowie die einzelnen Ressourcen und Bedürfnisse des Lagers erklärt. Das Gameplay ist zwar mehr oder weniger schon aus anderen Titeln dieses Genres bekannt, doch ein Überblick über die Spielmechaniken am Anfang schadet nicht. Aber jetzt kann es auch schon so richtig los gehen.

Das wichtigste zu Beginn ist die Sicherstellung der Versorgung mit grundlegenden Gütern. Dazu zählen Ressourcen wie Holz, Stein und Metall für den Bau von Gebäuden aber auch Nahrungsmittel. Diese Vorräte können aus den umliegenden Gebäuden und Fahrzeugen geplündert werden. Diese bieten meist nur eine begrenzte Anzahl an Vorräten, aber sind durch das Errichten von Sammlerhütten in der Nähe sehr schnell beschafft.

Um die langfristige Versorgung aller Menschen zu gewährleisten, müssen die benötigten Ressourcen und Lebensmittel „nachhaltig“ an- bzw. abgebaut werden. Dazu können unter anderem ein Steinbruch und ein Holzfällerlager errichtet werden, wodurch kontinuierlich die wichtigsten Ressourcen für den Bau von Gebäuden im Lager ankommen. Das Lagerhaus ist dabei quasi das Zentrum der Kolonie, hier werden nämlich sämtliche Vorräte eingelagert.

Dazu zählen auch die Nahrungsreserven. Angebaut werden Kartoffeln in Gewächshäusern in der Kolonie. Diese sind jedoch nur bis zu einer minimalen Außentemperatur ausgelegt. Sinken die Temperaturen durch den nuklearen Winter weiter, ist eine Beheizung und Isolierung dieser unabdingbar. Das kostet mehr Ressourcen, aber garantiert selbst bei Temperaturwerten unterhalb des Gefrierpunktes eine Versorgung mit Nahrung.

Doch nicht nur die Kartoffeln müssen bei extremer Kälte gewärmt werden, sondern auch unsere Kolonisten. Dazu werden einzelne Häuser errichtet, in denen immer eine gewisse Menge an Menschen Unterschlupf finden. Auch hier können wieder Upgrades oder verbesserte Häuser errichtet werden, welche zwar deutlich mehr Ressourcen kosten, aber dafür die Bewohner deutlich besser vor den sinkenden Temperaturen schützen können.

Für die ganzen eben genannten Gebäude und Upgrades ist es als erstes wichtig, ein Labor zu errichten. Hier können fortgeschrittene Bauten oder auch Verbesserungen für diese erforscht werden. Das gewünschte Forschungsthema wird dann ausgewählt und automatisch erforscht – das dauert je nach Art der Forschung einen halben bis zu mehreren Ingame-Tagen. Meiner Meinung nach viel zu lange, da man gerade am Anfang viel zu viel auf die Forschung wartet.

Erforscht werden können hier auch verschiedene Produktionsgebäude. Das reicht von einer Küche, welche die angebauten Kartoffeln zu sättigenderen Gerichten verarbeitet, bis hin zu Fabriken, in denen aus unterschiedlichen Ressourcen überlebenswichtige Dinge wie Gasmasken, Waffen oder schusssichere Westen produziert werden. Die einzelnen Produkte müssen aber auch hier erst einmal im Labor erforscht werden, damit sie hergestellt werden können.

Damit auch alle Gebäude funktionieren, müssen jeweils einige Kolonisten dort zur Arbeit eingeteilt werden. Dabei fällt eine Sache auf – die Kolonisten werden als männlich und weiblich gezählt. Weibliche Kolonisten können nur in Gebäuden wie dem Lazarett oder der Küche arbeiten. Als Soldaten oder Holzfäller können Frauen nicht eingesetzt werden, dabei wären sie ja beispielsweise genauso gut als Soldaten geeignet. Dieses „Feature“ könnte vielleicht im Jahr 2020 noch einmal überdacht werden.

Wie bereits zu Beginn erwähnt, durchstreifen sowohl Zombies als auch feindliche Gruppen von Überlebenden die Welt. Um sich gegen diese zu verteidigen, werden Soldaten und Verteidigungsanlagen benötigt. Dazu zählen unter anderem befestigte Stellung, genannt Forts, Wachtürme oder Mauern. Die dort eingeteilten Bewohner werden zu Soldaten, welche im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung direkt steuerbar sind, um zu Fuß oder im Auto schnell zur Stelle zu sein.

Um mit der Siedlung langfristig Erfolg zu haben, ist es wichtig, eine gewisse Stabilität für die Bewohner zu gewährleisten. Dazu zählt ein stetiger Nachschub an Nahrung und Ressourcen, eine medizinische Versorgung oder eben genug warme Betten für alle. Die Aufnahme von fremden Schutzsuchenden oder die Verbannung erkrankter Personen kann die Stabilität ebenso beeinträchtigen wie viele Opfer bei einem feindlichen Angriff. Fällt die Stabilität zu sehr, sind Aufstände die Folge.

Die Stabilität der Siedlung kann aber auch mit Hilfe von verschiedenen Forschungen beeinflusst werden. Im Politik-Zweig des Forschungsbaums stehen beispielsweise verschiedene Methoden zur Verfolgung von Straftaten zur Verfügung. Die Erforschung und der Bau einer Bar oder Kirche tragen ebenso positiv zur Stabilität der ganzen Gemeinschaft bei. Hier ist es wichtig, auf lange Sicht klug und vorausschauend zu handeln, damit die Kolonie nicht zu Grunde geht.

Ein wirkliches Ende oder Ziel bietet The Last Haven aktuell nicht. Nach einiger Zeit ist dann auch alles erforscht und gebaut, was das Spiel zum jetzigen Zeitpunkt bietet. Dann geht es nur noch darum, die Kolonie stetig größer wachsen zu lassen und die Stabilität nicht aus den Augen zu verlieren. Das bietet durch viele kleine oder größere Ereignisse bzw. Überfälle eine gewisse Schwierigkeit, eine wirkliche Langzeitmotivation fehlt aber bisher leider.

 


 

– Besonderheiten –

Für die Soldaten in der Kolonie gibt es eine Kampfsteuerung . Wie bereits erwähnt können die Soldaten im Gegensatz zu allen anderen Bewohnern direkt angesteuert werden. Dadurch können sie schnell am Ort des Angriffs sein. Der Gegenangriff kann dann im Stehen, Knien oder Liegen erfolgen. Außerdem kann ausgewählt werden, ob im Einzelschuss- oder Dauerfeuermodus gekämpft wird. Ebenso ist die Bewaffnung und Ausrüstung der Soldaten anpassbar.

Expeditionen helfen, wenn die Ressourcen in der Nähe des Lagers so gut wie aufgebraucht sind. Dazu wird ein Ort auf der Weltkarte ausgewählt, anschließend noch die Anzahl an Soldaten und Fahrzeugen – dann kann es auch los gehen. Je nach Entfernung und Ort dauern die Expeditionen unterschiedlich lange und bringen verschiedene Ressourcen. Da auch immer Feinde auf den Expeditionstrupp warten, sollte dieser groß genug sein, um mit diesen fertig zu werden.

Im Verlauf des Spiels treten regelmäßig Events auf, bei denen eine Entscheidung gefragt ist. Ein häufig auftretendes Event ist die Ankunft von fremden Überlebenden, die Schutz suchen. Die Aufnahme dieser bringt zwar zusätzliche Arbeitskraft für die Kolonie, senkt aber die Stabilität, da fremde Menschen aufgenommen werden und niemand weiß, ob man ihnen trauen kann. Ähnliche Events treten immer wieder auf und es muss abgewogen werden, was für die Kolonie am besten ist.

 


 

– Support –

Der Support für The Last Haven seitens der Entwickler ist bisher einwandfrei. In den Steam-Diskussionsgruppen wird viel Wert auf Feedback und Verbesserungsvorschläge der Community gelegt. Außerdem erfolgen regelmäßig Updates bezüglich des aktuellen Stands und der weiteren Entwicklung des Spiels. Einige kleine Patches und ein größeres, inhaltliches Update wurden seit Release ebenfalls schon veröffentlicht.

 

– Fazit –

The Last Haven ist fast schon ein „typischer Vertreter“ des Aufbau-Strategie-Genres. Das Setting ist altbekannt, ebenso wenig überrascht das Gameplay. Der Aufbau einer Basis, die Verteidigung dieser, Erkundungsmissionen für mehr Ressourcen, Forschung für fortschrittlichere Gebäude – soweit kennt man das aus anderen Spielen wie Endzone – A World Apart oder Surviving the Aftermath. Doch mindert das am Ende den Spielspaß nachhaltig? Nicht unbedingt.

Voraussetzung dabei ist natürlich, mit den richtigen Erwartungen an das Spiel heran zu gehen. The Last Haven ist keine Revolution des Genres! Neben den bereits erwähnten, klassischen Spielelementen finden sich aber auch einzelne „neue“ Features. Dazu zählt beispielsweise die stetig fallende Temperatur, welche den Spieler vor immer größere Herausforderungen stellt, als auch die Kampfsteuerung der eigenen Soldaten, die man in diesem Stil eher aus RTS-Titeln gewohnt ist.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Fans dieses Genres kann ich The Last Haven schon jetzt empfehlen. Trotz der angesprochenen Probleme und mangelndem Feinschliff, sowie Inhalt bietet das Game bereits zum Testzeitpunkt Spielspaß für einige Stunden. Der Titel ist ein solider Vertreter des Genres, bei dem man sich jedoch hier und da noch ein paar mehr Neuerungen wünscht. Der Preis von aktuell knapp 17€ ist an sich fair, für meinen Geschmack wären ein paar Euro weniger für das Gebotene aber angemessener.

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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