The Isle
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 2.0/5 (1 vote cast)

The Isle

Das Leben findet immer einen Weg…

 

Fressen oder gefressen werden, nach diesem Prinzip funktioniert der Überlebenskampf in der Ur-Zeit. Der Wettkampf der gewaltigen Bestien einer vergangenen Ära kann in The Isle jetzt selbst gefochten werden. Wähle den Pfad eines friedlichen Pflanzenfressers oder kampflustigen Fleischfresser und steige in der Hierarchie der Saurier an die Spitze der Nahrungskette auf, denn nur die Stärksten überleben.

Außerdem wird niemand als Tyrannosaurus Rex geboren…zumindest nicht in dieser Welt. Um selbst ein Saurier dieser Größenklasse zu werden, muss erst einmal als ein Velociraptor die eigene Überlebensfähigkeit bewiesen werden. Überleben. Fressen. Wachsen. Wiederholen. Das ist die Essenz von The Isle.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Die UI von The Isle ist spielübergreifend in einem sehr ästhetisch technischen Look gehalten. Sowohl das Hauptmenü, die Server- und Dinosaurierwahl sowie die Werte-Anzeigen und Menüs innerhalb des Spieles folgen dabei dieser Prämisse. Dieses technische Setting hat durchgängig eine hochwertige Qualität und fügt sich trotz der eigentlich offensichtlichen Unterschieden sehr gut in das restliche Spiel ein. Vermutlich gerade auch weil Assoziationen mit Jurassic Park und Co. augenblicklich gezogen werden.

Außerhalb des Interface präsentiert sich The Isle passend zu seinen Protagonisten sehr roh. Es gibt nahezu keinen großartigen Schnickschnack. Die Wälder, Flüsse und Gebäude auf der Karte sind alle nicht unbedingt bis ins Detail durchdacht oder glänzen durch schöne Assets, ergeben als Gesamtbild jedoch doch genau die Atmosphäre einer eher kargen und verlassenen Landschaft, in der nur der Stärkste überlebt.

Ein Highlight von The Isle ist das Designkonzept der Dinosaurier selbst. Auch wenn ihre Assets an sich nicht zwingend einen Schönheitswettbewerb für Videospiel-Urzeitkreaturen gewinnen würden, wirken ihre Animationen und Aktionen wie essen, trinken, kämpfen oder hinlegen sehr authentisch. Auch die Soundkulisse rund um die Saurier selbst wirkt sehr bekannt und die verschiedene Rufe und Taunts, die man auf Knopfdruck starten kann wirken wie aus den besten Dinosaurier-Filmen ausgeliehen.Jedoch gibt es noch ein großes Problem in der Präsentation des Spieles: Die Kamera. Diese fühlt sich an wie die 0815-Unitiy-Kamera, die sich in wenigen Minuten zusammenbasteln lässt und führt immer wieder zu unschönen Situationen. Gerade wenn man durch das Wasser läuft und die Kamera nach unten dreht oder sich zwischen zwei Bäume stellt, bekommt man schnell verbuggte Perspektiven zu sehen, die das Gesamtspielerlebnis definitiv ein Stück nach unten ziehen.

Ähnlich verhält es sich auch mit den Hitboxen der Dinosaurier und der Umweltobjekte. Gerade die Animationen der Saurier, wenn man Nahrung zu sich nimmt oder sich hinlegt, führen dann oft zu unschönen Überlagerungen und anderen Grafikfehlern. Sowohl bei der Kamera als auch bei den Hitboxen ist es zwar ein enormer Aufwand, der benötigt wird, um die vergleichsweise kleinen Fehler zu korrigieren, aber gerade dieses Polishing ist es, was The Isle davon trennt wirklich hochwertig zu wirken.

 

– Gameplay –

Der Einstieg in The Isle ist absolut einfach, viel anfängerfreundlicher kann ein Spiel gar nicht sein. Man wählt den Server, auf dem man spielen will, sucht sich einen Dinosaurier aus, den man sogar optisch leicht anpassen kann und springt direkt rein ins Geschehen. Bei der Auswahl der Fleisch- oder Pflanzenfresser ploppt beim ersten Mal spielen ein kleines Tutorial auf, dass die sowieso schon sehr einfache Steuerung und die Tastenbelegung schnell erklärt. Die Steuerung sollte aber selbst für Spieler, die keine großartige Videospiel-Erfahrung haben, kein großes Problem darstellen.

Und schon geht der Wettkampf um die Vorherrschaft der Urzeit los. Die Ziele sind dabei klar und einfach gesetzt – fressen, überleben und wachsen. Die Highlights sind definitiv die Aufeinandertreffen mit anderen Spielern. Hierbei ist es erwähnenswert, dass die Spieler selten direkt aggressiv agieren – selbst als Fleischfresser. Nicht nur einmal habe ich mit anderen Spielern über die verschiedenen Taunts kommuniziert oder bin ihnen sogar auf gemeinsame Raubzüge gegangen.

Für die weniger authentische, aber verständlichere Kommunikation liegt auch ein Chat bei, der entweder global oder auf bestimmte Spieler/Entfernungen konfiguriert werden kann. Auf ein Sprachchat wurde verzichtet, womit ich aber absolut kein Problem habe. Es würde der Gesamtpräsentation des Spiels doch sehr schaden, wenn der Tyrannosaurus Rex, der einen verfolgt, dabei mit der Stimme eines Kindes mit Beleidigungen um sich wirft.

Sind einige Raubzüge erfolgreich geschlagen oder hat man als Pflanzenfresser sich lange genug gegen die blutigen Räuber behauptet, besteht die Möglichkeit zu wachsen und so auf die nächste Größenklasse zu wechseln. Die Belohnung funktioniert hier absolut simpel, aber effektiv. Natürlich erfreut es einen einfach, nach langer Spielzeit endlich einen ausgewachsenen T-Rex spielen zu können.

Spielt man The Isle alleine, gibt es immer wieder größere Phasen im Spielverlauf, in denen man relativ unspektakulär durch die Gegend stampft und die Begehren seines Sauriers stabil hält. Wie in anderen authentischeren Survival-Games sind diese Phasen leider nötig, um die Authentizität zu wahren und eine entsprechende Göße der Spielwelt bieten zu können. Um sich auf der großen Map dennoch so gut wie möglich zu orientieren, gibt es einen Schnüffel-Modus, der auf Tastendruck Wasser- und Nahrungsquellen sowie andere Saurier in der Nähe anzeigt.

Ein sehr interessanter, wenn auch aktuell nicht enthaltener Faktor sind die Menschen. Diese waren zu einem früheren Zeitpunkt der Entwicklung, wurden aber anschließend vorübergehend wieder aus dem Spiel entfernt bis das Gameplay der Dinosaurier ausgearbeitet wurde. Die Auswahl für die Charaktere der Menschen besteht immer noch im Menü, wenn auch aktuell nicht auswählbar – sollte sich dies aber eines Tages wieder ändern, könnten die Menschen nochmal ein ganz neues Spielerlebnis auf die Dino-Insel bringen.

 


 

– Besonderheiten –

Der „unique Sellingpoint“ von The Isle liegt definitiv in seinen mächtigen Urzeit-Echsen. Die Dinosaurier sind der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Spieles und die immer mehr ansteigende Anzahl an verschiedenen spielbaren Rassen bringt eine schöne Dynamik sowie ein gutes Urzeit-Flair in die Spielerfahrung. Außerdem sind spielbare Dinosaurier auch immer noch eine Seltenheit im Videospielbereich. Abseits von ARK fallen mir nicht wirklich viele, aktuelle Beispiele ein.

Außerdem birgt das Spiel ein enormes Potential. Wirklich motivierte Entwickler treffen hier auf eine umfangreiche Prämisse, die noch ordentlich Möglichkeiten bietet weiter ausgebaut zu werden. Nicht nur in Form weiterer Dinorassen wie beispielsweise der fliegende Pteranodon, der bald Einzug in das Spiel finden wird. Sondern auch in vielen anderen angestrebten Mechaniken ist der Traum eines musterhaften Dinosaurierspiel zu erkennen.

Auch irgendwann die menschlichen Charaktere wieder Einzug in das Spiel finden, intelligente Tyrannosaurus Rex durch die KI gesteuert neue Gefahren auf die Insel bringen oder eine Nesting-Mechanik größeren Spielergruppen mehr Dynamik bieten, da diese dann als Saurierfamilien auftreten können.

 


 

– Support –

The Isle ist das einzige Spiel des Entwicklers und Publishers Afterthought LCC. Bereits seit Ende 2015 erhältlich gehört das Spiel in die Reihe der „ewigen“ Early Access-Titel. Während es zu Beginn noch häufig Updates erhielt, gab es neben eher kleineren Patches nun schon lange keinen wirklich neuen Content mehr für die Spieler.

Dennoch ist es alles andere als still um die Entwicklung! Afterthough LCC lässt regelmäßig von sich hören und sitzt nun schon seit einer ganzen Weile an einem wirklich großen Update, dass große Teile des Spieles ändern soll. Wann dieses Update das Licht der Welt erblicken wird, ist aber noch unklar. Mehr Informationen dazu sind im Steam News Hub zum Spiel zu finden. Außerdem gibt es eine  Public Road Map in Form eines Trello-Boards  zum begutachten.

Abseits davon erfreut sich The Isle einer sehr aktiven Community. Sowohl auf ihrem hauseigenen Discord-Server als auch im Steam Community Hub dreht sich sehr viel um Ideen und Anregungen für die Entwickler, Tipps und Guides für das Überleben in der Ur-Welt und einfach dem Spaß an der Sache. Das Spiel ist trotz fünf Jahren im Early Access immer noch beliebt und hat damit so viele andere Titel aus dem ewigen unfinalen Zustand überlebt.

 

– Fazit –

The Isle ist ein sehr reduziertes Spiel. Alles dreht sich um den Kampf um das Überleben zwischen den verschiedenen Klassen der Dinosaurier. Dementsprechend fehlt sehr viel, was sich in anderen Survivalspielen wiederfinden lässt, seien es beispielsweise Basenbau oder Ressourcenabbau. Aber gerade seine Reduzierung ist die größte Stärke des Spieles.

Dadurch ist das Ziel offensichtlich und der Einstieg kinderleicht. Gerade auch für schnelle Runden zwischendurch oder ein experimentelleres Gameplay, ohne das man direkt ein großes Risiko eingeht, eignet es sich damit sehr.

Der Multiplayer bzw. das Aufeinandertreffen mit fremden Spielern ist jedes Mal unterhaltsam und wenn man nicht alleine spielt, kommt trotz der kargen Umwelt keine Langeweile auf. Dennoch fehlt aktuell die Langzeit-Motivation, da ich mir gut vorstellen kann, dass das Spiel selbst für Dino-Fans irgendwann repetitiv wird. Eben die Schattenseite der Simplizität.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

The Isle ist definitiv jetzt schon ein sehr unterhaltsames Spiel und sorgt immer wieder für Highlights, birgt aber vor allem noch eine Menge an Potential. Weitere, wirklich unterschiedliche Dinorassen oder die Rückkehr der menschlichen Charaktere könnten nochmal weitere Tiefe in das Spielgeschehen bringen, ohne dass sich die Spielessenz groß verändern würde.

Bisher ist es ein simples, aber definitiv spaßiges Survivalgame und gerade für Dino-Liebhaber aufgrund der authentischen Taunts der Saurier und guter Atmosphäre der Urzeit definitiv ein Muss. Alle anderen müssen für sich selbst entscheiden, ob der aktuelle Content ihnen die zwanzig Euro wert ist oder ob sie nicht doch lieber nach einen Genreableger mit mehr spielerischer Tiefe greifen wollen.

 


 

 


 

Avatar

Über Chesra

Schon in sehr jungen Jahren begann ich mich nicht nur für Videospiele, sondern auch der Kunst und Wissenschaft hinter diesen zu interessieren. An meinem ersten eigenen Spiel begann ich im Alter von 8 Jahren zu arbeiten und richte seitdem meine Hobbys und meine berufliche Zukunft nach dieser Richtung. Auch wenn ich in den Jahren seitdem schon sehr viel dazu gelernt habe, bin ich immer noch wie am ersten Tage an jedem neuen Spielkonzept interessiert und liebe es noch immer in ein völlig neues Spiel einzutauchen!

Was sagst Du dazu?

You must be logged in to post a comment.