Tannenberg
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Tannenberg

An die Ostfront!

 

Nach der erfolgreichen Veröffentlichung des Shooters Verdun, welcher, wie der Name verrät, an der Westfront des ersten Weltkrieg spielt, legen die Entwickler Blackmill Games und M2H Game Studios jetzt nach und führen uns an die Ostfront des Krieges. Wie bereits im Vorgänger kämpfen wir in Multiplayerschlachten mit bis zu 64 Spielern, dieses Mal allerdings im Gebiet von Russland, Deutschland oder Österreich-Ungarn.

Das Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf einem hohen Wert an Realismus. Doch für wen ist der realistische Hardcore-Shooter geeignet und kann dieser überzeugen? Dem möchte ich jetzt in meinem Review auf den Grund gehen, denn wie heißt es so schön: „Krieg bleibt immer gleich“ oder vielleicht doch nicht?

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Optisch hat Tannenberg bereits jetzt schon einiges zu bieten. Ein Vergleich mit aktuellen AAA-Titeln wäre hier natürlich übertreiben, aber für einen Early-Access Titel sieht das Spiel schon wirklich gut aus. Getreu dem Realismus-Grundsatz soll die Grafik natürlich möglichst realitätsnah gehalten werden. Besonders hervorzuheben sind hier die detailreich und originalgetreu gestalteten Uniformen, Waffen sowie Ausrüstungsgegenstände.

Aber auch die vielen Wetter- und Kampfeffekte wie Nebel, Schnee oder die Explosionen bei Artilleriebeschuss erzeugen eine bedrückende Atmosphäre, wie man sie sich während der Grabenkämpfe und Materialschlachten des ersten Weltkriegs durchaus vorstellen vorstellen könnte.

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Der Sound trägt genauso dazu bei, denn der ist hochwertig und passend gewählt und steigert den gewünschten Realismus noch weiter. Beispielsweise überdeckt der ohrenbetäubende Lärm des Artilleriebeschuss fast sämtliche Geräusche in der Umgebung, sodass wir rein auf unsere optische Wahrnehmung angewiesen sind.

Musikalisch hat Tannenberg auch was drauf – je nachdem, für welches Land wir im Spiel gerade kämpfen, wird im Hintergrund für das jeweilige Land, typische Musik abgespielt. Bei der Performance habe ich bisher keine negativen Erfahrungen gemacht, weder Abstürze noch ernsthafte Frame-Einbrüche traten auf, hier haben die Entwickler wirklich gute Arbeit geleistet. Allerdings muss erwähnt werden, dass ich Tannenberg auf einem Rechner mit hoher Leistung getestet habe. Spieler mit schwächeren Computern sollten wie bei jedem Spiel vorher genau überprüfen ob die eigene Hardware ausreicht, besonders bei Early Access Titeln.

 

– Gameplay –

Derzeit gibt es in Tannenberg drei verschiedene Spielmodi – das klassische Deathmatch sowie Team-Deathmatch und den Manöver-Modus, welcher den Schlachten während des ersten Weltkriegs am nähsten kommen soll. Leider sind die ersten beiden Modi aufgrund der geringen Spielerzahl kaum spielbar – man findet einfach nicht genügend Mitspieler. Im Manöver-Modus dagegen gibt es immer genug Spieler, auf diesem liegt laut Entwickler auch das Hauptaugenmerk des Spiels.

Gespielt wird auf vier großen Karten entlang der Ostfront des ersten Weltkriegs. Hier könnte es meiner Meinung nach noch etwas mehr Auswahl geben, denn lediglich das dynamische Wetter auf den Karten sorgt für Abwechslung. So kämpfen wir mal im Schnee oder im Sommer und müssen dementsprechend unsere Taktik anpassen. Dabei ziehen wir für Deutschland, Österreich-Ungarn oder Russland in den Kampf.

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Zwar haben wir pro Seite 32 Spieler im Team, jedoch sind diese in Trupps mit je vier Spielern unterteilt. Ein Trupp setzt sich wiederum aus je einem Mitglied der vier Klassen im Spiel zusammen – Feldwebel, Schütze, Richtschütze und Grenadier. Jede Klasse besitzt dabei spezielle Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Fähigkeiten, auf die ich bei den Besonderheiten genauer eingehen werde.

Ziel des Manövers ist es, die Ressourcen des gegnerischen Teams auf Null zu senken oder das gegnerische Hauptquartier einzunehmen. Dazu ist die gesamte Karte in Sektoren unterteilt, welche wir an speziellen Kontrollpunkt einnehmen können. Je mehr Sektoren unser Team kontrolliert, umso schneller sinkt die Anzahl der gegnerischen Ressourcen. Das Hauptquartier des gegnerischen Teams kann nur eingenommen werden, wenn keine umliegenden Sektoren mehr vom Feind kontrolliert werden.

Einzelne Sektoren besitzen außerdem spezielle Vorteile, die freigeschaltet werden, sobald diese vom eigenen Team erobert werden. So können wir beispielsweise in einem bestimmten Sektor Artilleriebeschuss anfordern, ein Aufklärungsflugzeug rufen oder haben die Möglichkeit unsere Munition aufzustocken.

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Wer gewinnen will, sollte sich von Spielweisen à la Call of Duty oder Battlefield verabschieden, denn damit kommt man in Tannenberg nicht weit. Haben wir uns nun endlich unsere Waffe geschnappt und sind auf dem Schlachtfeld, zählt vor allem Kommunikation und taktisches Vorgehen, denn Teamplay ist gefragt, alleine erreichen wir nur wenig. Man sollte so gut es geht zusammen mit seinem Trupp kämpfen und versuchen Sektoren einzunehmen oder zu verteidigen, statt sich auf die meisten Kills zu fokussieren. Oft genug passiert es, dass das Siegerteam deutlich weniger Abschüsse zu verzeichnen hat, da stark zielorientiert gespielt wurde.

Gerade im Kampf macht sich in Tannenberg der Realismus bemerkbar. Das fängt bei den Waffen an, welche getreu dem Thema des ersten Weltkriegs durchweg Repetiergewehre sind, bei denen nach jedem Schuss manuell eine Patrone nachgeladen werden muss – bis auf die fest montierten Maschinengewehre sucht man halbautomatische oder gar vollautomatische Waffen hier vergeblich. Doch das ist kein Nachteil, denn oft reicht bereits ein Treffer um den Gegner zu töten, das macht es umso wichtiger ausreichend Deckung zu suchen. Dazu stehen uns auf den Karten verschiedene Schützengräben und Häuser zur Verfügung, ohne Deckung auf die Gegner zu rennen bringt nämlich nur einen einfachen Kill für den Feind.

Doch auch in Deckung sind wir nicht sicher, Granaten und Artillerie machen einem das Leben schwer. Falls diese nicht direkt einen tödlichen Treffer verursachen, sondern in ausreichender Entfernung explodieren, betäuben sie trotzdem immer noch unsere Wahrnehmung. Jetzt ist überlegtes Vorgehen und Ruhe bewahren das Maß aller Dinge, denn hektisch auf ein offenes Feld laufen kann einen schnell das Leben kosten. Der Fokus in Tannenberg liegt somit hauptsächlich auf Infanterie-Kämpfen, Panzer oder andere Vehikel werden uns auf dem Schlachtfeld nicht begegnen.

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Wurde der Feind erfolgreich besiegt, erhalten wir nach jeder Runde eine Zusammenfassung, wer wie viele Kills hatte, welcher Trupp am erfolgreichsten Sektoren eingenommen hat und noch einige andere Statistiken. Zusätzlich bekommen wir Erfahrungspunkte, welche uns sowie den gesamten Trupp im Level aufsteigen lassen. Durch Level-Ups verdienen wir wiederum Karrierepunkte zum freischalten von neuen Waffen als auch Zubehör und Ausrüstung, mehr dazu gleich in den Besonderheiten des Spiels.

Wenn der gesamte Trupp im Level aufsteigt, erhalten wir zusätzliche Kampfboni. Diese machen sich zum einen in anderen Uniformen, aber vor allem an beispielsweise kürzerer Nachladezeit oder höherer Reichweite von Granaten für den gesamten Squad bemerkbar. Je nachdem für welches Land man gerade kämpft, unterschieden sich diese Boni, ist unser Trupp angepasst, können wir uns auch schon wieder in das nächste Gefecht entlang der Ostfront stürzen.

 


 

– Besonderheiten –

Derzeit gibt es vier verschiedene Klassen im Spiel, der Feldwebel ist spezialisiert auf Aufklärung und Unterstützung. Dazu führt er ein Fernglas als Ausrüstung mit sich und kann Mörserbeschuss anfordern. Der Schütze ist, wie er Name bereits vermuten lässt, auf den Umgang mit dem Gewehr trainiert. Dieser kann mit Repetiergewehren schneller nachladen und zielen, hat dafür aber keine besondere Ausrüstung bei sich. Im Gegensatz zum Schützen ist der Richtschütze auf den Umgang mit schweren MG´s spezialisiert und kann diese besser bedienen.

Beim Grenadier liegt das Augenmerk auf dem Umgang mit Granaten, dazu führt dieser zwei Stück mit sich und kann weiter als andere Truppmitglieder werfen. Nach unserem Level richtet sich auch, ob wir eine Spezialisierung auswählen können. So kann zum Beispiel der Schütze als Freiwilliger, Jagdgrenadier oder Grabenkämpfer spezialisiert werden. Neben der Klasse an sich richten sich nämlich die Bewaffnung und unsere Boni nach der Spezialisierung.

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Die Auswahl an Waffen ist bereits sehr groß. Diese reicht von Repetiergewehren wie der klassischen Mosin Nagant M1891 oder Mannlicher M95 über Handfeuerwaffen wie der Nagant M1895 bis hin zu schweren Waffen wie dem MG 08 oder dem 21-cm-Mörser 16. Bei allen Waffen handelt es sich um originalgetreue Nachbildungen der echten Vorbilder aus dem ersten Weltkrieg.

Natürlich können nicht alle Waffen von sämtlichen Klassen oder Ländern benutzt werden, dazu gibt’s es vorgegeben, realistische Waffenkonfigurationen, welche wir im Manöver benutzen. Einzig im Deathmatch und Teamdeathmatch können wir unsere Ausrüstung frei wählen. Dadurch wird auch wiederum der Realismusfaktor des Spiels unterstützt.

 


 

– Support –

Der Support durch die Entwickler ist bisher sehr vorbildlich. Probleme oder Anregungen aus der Community werden schnell wahrgenommen und beantwortet. Updates erschienen dagegen bisher nur sporadisch und brachten kleine Änderungen, Bug-Fixes und Informationen, woran gerade gearbeitet wird. Doch leider sind aktuell wenig große Neuerungen in Planung, derzeit konzentriert sich das Entwicklerteam hauptsächlich auf Verbesserungen was Performance, Sound und Balancing angeht. Hier bleibt nur abzuwarten, ob und wann beispielsweise neue Karten, Waffen oder Spielmodi erscheinen werden.

 

– Fazit –

Realismus pur und nichts für Fans von Arcade-Shootern – das ist mein Fazit nach dem Test von Tannenberg. Dadurch spricht es eine eher kleine Zielgruppe von Spielern an, und das macht sich leider anhand der Spielerzahlen bemerkbar. Einen Server mit einigen Spielern findet man immer, doch oft genug stand ich mit einer Hand voll Spielern und hauptsächlich Bots auf den großen Karten. Und das ist für einen reinen Multiplayer-Shooter leider ein großer Nachteil. Genauso hat mich die aktuell noch geringe Auswahl an Karten gestört, etwas mehr Abwechslung würde dem Spiel definitiv nicht schaden.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Aber Tannenberg ist kein schlechtes Spiel, im Gegenteil, meine Zeit auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs hat mir sehr viel Spaß gemacht, denn es macht vieles Richtig und man merkt, dass der Entwickler schon einiges an Erfahrungen mit dem Vorgänger „Verdun“ gesammelt hat. Zwar kann ich keine generelle Empfehlung für Shooter-Fans aussprechen, aber Spieler, die sich für dieses speziellen Genre begeistern können, kann ich Tannenberg jetzt schon ans Herz legen – die knapp 18 Euro sind gut investiert. Daher denke ich auch, dass 3.5 Sterne für den Moment eine angemessene Bewertung sind, selbstverständlich mit der Möglichkeit einer Aufwertung in Zukunft.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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