Starpoint Gemini 3
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Starpoint Gemini 3

Starpoint Gemini mal anders?

 

Als quasi Veteran der Starpoint Gemini Reihe habe ich mich auf den dritten Teil der Serie gefreut. Genau genommen ist es der vierte Teil, wenn man Starpoint Gemini Warlords mitzählt. Im dritten Teil will der Entwickler jedoch einen anderen Weg als bisher einschlagen – gleiches Starpoint Gemini Universum aber ein spürbar anderes Gameplay.

Jonathan Bold, Captain eines kleinen Jägers, startet mit dem Spieler in das Universum von Starpoint Gemini, begleitet von der treuen Begleiterin und künstlichen Intelligenz ADAH. Die Besonderheit diesmal: Unser kleines Schiff kann aufgerüstet, aber bisher im Spielverlauf nicht gewechselt werden. Ob sich der Kauf lohnt, gerade für Fans der ersten Teile, möchte ich jetzt in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Optisch ist Starpoint Gemini 3 zugegeben eine Enttäuschung. Klar, das Spiel sieht nicht schlecht aus, aber eben auch nicht wirklich gut. Texturen wirken teils sehr matschig, die Charaktere merkwürdig steif und unnatürlich.

Genau so ist der Weltraum noch sehr leer, bis auf einzelne Raumstationen, schlecht dargestellte Planeten sowie Asteroiden ist wenig zu sehen. Dagegen sind beispielsweise unser Schiff, das Cockpit und gewisse Bereiche von Raumstationen sehr detailreich gestaltet. Das mag möglicherweise dem recht frühen Stand der Entwicklung geschuldet sein.

SG3-4

Der Sound erfüllt seinen Zweck, unser Raumschiff klingt eben so, wie man sich das vorstellt. Lediglich die Stimme unseres Charakters kann auf Dauer ziemlich nervig sein, aber das hat auch andere Gründe, dazu später mehr. Die musikalische Untermalung ist nach wie vor Geschmackssache.

Bei der Performance macht Starpoint Gemini 3 leider starke Probleme. Frame Drops und Ruckler kommen viel zu häufig vor, bei der Grafik sollte das auf aktueller Hardware eigentlich kein Problem darstellen. Hier besteht dringend Nachbesserungsbedarf seitens der Entwickler.

 

– Gameplay –

Wie zu Beginn erwähnt, schlüpft der Spieler in die Rolle des Captain Jonathan Bold. Dieser ist auf der Flucht vor einer berühmt berüchtigten Piratin, die zufällig seine (Ex-)Geliebte ist. Warum? Jonathan Bold ist ein Nachfahre eines sehr berühmten Mannes im Starpoint Gemini Universum, mehr Informationen gibt das Spiel bisher nicht her. Dabei stehlen wir ein neues Raumschiff – ausgerechnet von einem dubiosen Großkonzern. Perfekte Ausgangsvoraussetzungen für ein Abenteuer.

In ein neues Sternensystem geflüchtet, beginnt also unserer Geschichte. Hierbei nimmt das Tutorial den Spieler an die Hand und erklärt wirklich jede Kleinigkeit. Zuerst werden Ressourcen benötigt, dazu findet unsere K.I. zum Glück ein altes Schiffswrack, welches geplündert werden kann. Als Drohne fliegt dabei der Spieler im leeren Wrack von Punkt A nach B, um verschiedene Terminals und Container zu hacken – ein spannender Einstieg in das Spiel geht anders.

SG3-2

Im Gegensatz zu den vorherigen Starpoint Gemini Spielen, steuert der Spieler kein großes Kampfschiff, sondern nur einen kleinen Jäger. Damit hat sich auch das Kampfsystem grundlegend verändert. Dieses ist nun ein simples Dogfight-System, ähnlich wie bei Freelancer oder der Elite-Reihe, jedoch mit fehlendem Feinschliff. Das Raumschiff kommt mit verschiedenen Kanonen und Lasern, Raketen und Verbrauchsgütern, die im Kampf eingesetzt werden – zum Beispiel Reparaturdrohnen oder Minen.

Als nächstes gilt es, die Ressourcen gewinnbringend zu verkaufen – der Kraftstoff ist fast leer. Dazu wird die nächste Piraten-Station angeflogen, wo wir in der Bar zufällig auf einen alten Schiffskapitän treffen, welcher uns eine wahnwitzige Idee in den Kopf setzt: Mit zwei kleinen Jägern einen ganzen Alien-Planeten und dessen Streitkräfte angreifen, um an den angeblichen Schatz an der Oberfläche zu kommen.

Das geht natürlich grandios schief. Doch die Aliens sind gnädig und lassen uns weiter leben, lediglich unsere Schulden für die ganze zerstörte Ausrüstung müssen wir bezahlen, Glück gehabt! Und hier endet dann auch die Story der aktuellen Early-Access Version, nach knapp einer Stunde ist soweit alles durchgespielt, sofern nicht zu viele Nebenquest erledigt wurden.

Folgen wir nicht der Hauptquest, können auf den Planeten oder den Raumstationen an der Bar kleine Nebenquest begonnen werden, welche meist daraus bestehen, zu Punkt A zu fliegen und dort Gegner zu töten. So verdient man Credits und Rohstoffe, welche für Upgrades und Munition für unser Schiff eingesetzt werden können.

SG3-4

Für jede abgeschlossene Mission und jeden getöteten Gegner erhält unser Charakter Erfahrungspunkte, welche dann im Fertigkeiten Menü für verschiedene Verbesserungen eingesetzt werden können. Und damit ist leider schon alles gesagt, was es aktuell im Spiel gibt. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit war ich mit dem jetzigen Stand der Story fertig und hatte auch schon einige Verbesserungen am Schiff, so dass kaum ein Gegner mehr ein Problem war. Und auch erkundet war alles, denn aktuell sind nur zwei kleine Sektoren zugänglich.

Zum Schluss muss ich aber noch etwas zur Story, den Dialogen und Charakteren loswerden. Ich weiß nicht, was sich die Entwickler dabei gedacht haben, aber die Dialoge sind oft absolut schwachsinnig, da fast in jeder Situation versucht wird, gezwungen lustig zu sein. Das beginnt schon bei der überheblichen, naiven Art von Jonathan Bold, da er in jedem Satz erwähnt wie toll er doch ist. Der Gipfel war dann aber, dass die Aliens und Piraten Geld und Schulden nicht als Credits bezeichnen, sondern als Lumpen, T-Shirts, Bananen und Fische?! In welchem Universum ist so etwas denn lustig?

 


 

– Besonderheiten –

Für jeden Levelaufstieg erhält der Spieler Fertigkeitspunkte, die genutzt werden können, um verschiedene Fähigkeiten des Captain Bold auszubauen. Das Skill-System ist dabei recht simpel. Es können Punkte in verschiedene Waffen- oder Schiffsverbesserungen gesteckt werden, d.h. eine bestimmte Waffenart verursacht höheren Schaden oder die Schilde werden stärker.

SG3-1

Haben wir mit Missionen genug Geld verdient, können verschiedene Schiff-Upgrades gekauft werden. Das geht von einem neuen Rumpf über andere Antriebe bis hin zu besseren Waffen und Schilden. Die Auswahl ist derzeit aber noch stark begrenzt, meist sind nur zwei oder drei neue Optionen je Kategorie verfügbar. Schön ist aber, dass sich je nach gekauftem Equipment auch die Optik des Schiffes ändert.

 


 

– Support –

Seit Release Anfang September ist leider noch nicht viel passiert, zwei Updates mit kleinen Änderungen und Bug Fixes gab es lediglich für die Spieler. Die Entwickler versprechen viel, unter anderem große Updates in nächster Zeit, hier bleibt abzuwarten, wie aktiv und häufig neuer Inhalt nachgeliefert wird.

 

– Fazit –

Ein riesiges Universum, actionreiche Kämpfe und vielfältige Charaktere – von der Beschreibung auf der Steam-Shopseite ist Starpoint Gemini 3 leider noch weit entfernt. Potenzial hat das Spiel allemal und auch das neue Dogfight-Kampfsystem konnte mich begeistern, jedoch fehlt einfach der Feinschliff und vor allem jede Menge Inhalt. Und auch graphisch wäre einiges an Nachbesserung nicht nur wünschenswert, sondern zwingend nötig, vor allem bei Charakteren, die optisch dem Jahr 2005 entsprungen sind.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Alles in allem hat mich Starpoint Gemini 3 inhaltlich etwas enttäuscht, aber dennoch hatte ich einiges an Spaß während meiner Zeit im Starpoint Gemini Universum, mal von den nervigen und hohlen Dialogen abgesehen. Jedoch hat man bei einem normalen Spieltempo nach ein bis zwei Stunden alles gesehen – viel zu wenig für den Preis von knapp 17 Euro.

Eingefleischten Fans, die die Entwickler aktiv unterstützen wollen und gerne eine neue Art Starpoint Gemini probieren möchten, kann ich das Spiel empfehlen. Alle anderen dagegen sollten definitiv noch einige Monate mit dem Kauf warten, bis klar ist, wohin die Reise mit Starpoint Gemini 3 geht. Aktuell ist es leider sehr schwer abzusehen, wie es weiter geht, deshalb auch die Bewertung mit nur 2,5 Sternen.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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