Serin Fate
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)

Serin Fate

Stardew Valley meets Harry Potter feat. ARPG

 

Vor vielen Jahren war die Welt düster und von Monstern besiedelt. Doch eines Tages fiel der Fate Stone vom Himmel und verwandelte alles Böse in Gutes. Zusammen mit dem Schicksalsstein fielen weitere Rune Stones herunter und auch sie kehrten das Dunkel um. Monster wurden zu Fabelwesen, einige Menschen wurden zu Hexen oder Hexern und die Magie war im Gleichgewicht.  Seitdem beginnt der Fate Stone alle fünf Jahre zu glühen, um weitere Bewohner in den erlesenen Kreis der Magier*innen aufzunehmen. Diese Zeremonie wird jedes Mal im Schloss von Chimera Kingdom groß gefeiert.

Doch dieses Mal ist es anders als sonst. Der Schicksalsstein ernennt fünf Menschen zu Hexen / Hexern und darunter ist nicht nur zum ersten Mal ein Königsgeschlecht, sondern Du bist es auch. Noch bevor die Feierlichkeiten beginnen, um die neuen Hexen / Hexer zu beglückwünschen, wird das Ritual von dem Necromancer Zixis unterbrochen. Er will die gesamte Energie des Schicksalssteines entfesseln und zerbricht ihn dabei mehrere Splitter. Somit seid ihr nun die letzten fünf Hexen / Hexer, die jemals vom Fate Stone ernannt wurden und die Balance der Magie ist stark ins Wanken geraten. Monster erscheinen auf der ganzen Welt und es sieht so aus, als ob das Böse gesiegt hat.

Die Geschichte von Serin Fate beginnt, wie eine Märchen-Geschichte, eine Fantasy-Story die schöner (und stereotypischer) nicht sein könnte. Magie, Fabelwesen, Gut gegen Böse und wir sind mittendrin, um alles zum Guten zu wenden. Mit einer Mischung aus Crafting und Seeding wie man es aus Stardew Valley kennt, bauen wir Pflanzen an, die uns im weiteren Geschehen helfen. Mit der uns gegebenen Magie, helfen wir der Natur bei ihrer Arbeit oder lassen magische Crafting-Gegenstände wie beim Zauberlehrling für uns arbeiten. Darüber hinaus können wir uns Fabelwesen fangen, die uns im Kampf gegen die bösen Monster beiseite stehen. Zu guter letzt können wir mit unserem Schwert wie bei Secret of Mana Monster bekämpfen.

Welches Genre das Spiel also wirklich im Schwerpunkt bekleidet, lässt sich hier schwer sagen, da alles irgendwie ineinander greift. Begeben wir uns also mit unseren verträumten Augen auf eine zauberhafte Reise durch Serin Fate und schauen, was uns hier im Detail geboten wird.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Serin Fate ist ein Spiel voller Magie. Die Grundstimmung ist trotz der Geschichte sehr positiv. Von daher verwundert es nicht, dass die Umgebung, in der man sich befindet, freundlich und bunt ist. Die Farbgestaltung stellt sich allerdings nicht schrill oder übertrieben dar, sondern bleibt der Natur entsprechend. Grünes Gras, blaues Wasser, graue Steine und so weiter. Trotzdem trifft man hier und da auf farbenfrohe Blumen und interessant gestaltete Häuser.

Generell sollte man vielleicht sagen, dass man sich in der Welt der Hexen / Hexer befindet, so wie man sie aus Geschichten kennt: Spitze Hüte, hier und da ein Kürbis, fliegende Hexenbesen und natürlich große Zauberkochtöpfe, in denen man Tränke braut. Wer wollte nicht schon in dieser Rolle stecken?

Wie schon fast in den Harvesting- oder Sandbox-Games üblich, bedient sich Serin Fate ebenfalls dem Pixel-Look. Dieser fällt etwas gröber aus, bietet aber eine prächtige Grafik. Gerade der Autumn Forest oder generell die Bäume profitieren von dem Stil. Generell lässt sich trotz der Optik alles sehr gut erkennen, was man bei Spielen mit Retro-Look ab und zu wirklich erwähnen muss. Hier allerdings fügt sich alles zusammen. Die Objekte sind nicht so klein, als das man sie nicht erkennen könnte und raten muss, worum es sich handelt. Allerdings gibt es hier und da ein paar Punkte, die das Retro-Feeling, meiner Meinung nach, etwas schmälern.

Große, wirklich große Objekte, wie beispielsweise ein riesiger Stein, sehen aus, als hätte man die Pixel-Grafik simpel hochskaliert. Dadurch ist der Gegenstand zwar größer, allerdings werden dadurch auch die einzelnen Pixel mit denen die Grafik erstellt wurde entsprechend höher und breiter und so erscheint das Objekt gröber. Das ist ein Aspekt, den man als „noch nicht wirklich tragisch“ erachten kann, da es sich immer noch im Rahmen des Retro-Looks bewegt. Allerdings geht das auch anders herum.

Die Animation, die beim zerstören von Gegnern und Objekten dargestellt wird, besteht aus runden, gekringelten Wölkchen. Eigentlich schön anzusehen, wenn ihre Auflösung nicht viel höher wäre als das gesamte restliche Spiel. Die Grafik besteht zwar auch aus Pixeln, jedoch sind diese viel kleiner und die ganze Grafik wirkt rund, hochauflösend und detailliert.

Das wirkt im Vergleich zum Spiel selbst leicht deplatziert. Gleiches gilt für, den uns ständig begleitenden, Mouse-Cursor. Dieser ist nicht nur grafisch präziser, sondern sieht, für meine Betrachtungsweise, aus wie ein güldener Ritterhandschuh. Entsprechend des Settings, eher auch unangebracht, zumal es in den Optionsmenüs des Spieles durchaus Cursor gibt, die grafisch ins Spiel passen.

Generell spielt sich Serin Fate wie ein klassisches Top-Down ARPG, im Stile von Secret of Mana, Terranigma oder Chrono Trigger. Man bewegt seinen Charakter oben, unten, links rechts durch die einzelnen Karten und erkundet die farbenfrohe Welt. Selbst der Tag/Nacht-Wechsel ist im Look des Spieles sehr schön anzusehen. Die Bäume sind zum Teil mit Laternen ausgestattet, die die Dunkelheit erhellen und Lichtkegel mit Farbabstufungen besitzen. Im Großen und Ganzen kann sich der Retro-Look wirklich sehen lassen, sieht man mal von den erwähnten Kleinigkeiten ab.

Die Soundkulisse ist weitgehend ausgebaut. Es gibt fast nichts, was kein Geräusch von sich gibt. Monster haben ihre eigenen Geräusche, Krähen kreischen, wenn sie aufgescheucht werden und die Füße unseres Charakters klackern, wenn sie auf verlegten Steinen spazieren, statt auf loser Erde. Manche Personen haben auch zu Beginn eines Dialoges einen „Hello“-Sound, der sich von Anderen unterscheidet. Natürlich kann man auch hören, ob man Holz fällt oder Steine meißelt. Es ist in jedem Fall nicht so, dass man an einen Punkt kommt und sich wundert, weil man an dieser einen Stelle eigentlich einen Sound erwartet hätte. Vielleicht könnte man hier und da noch ein wenig ergänzen, doch das ist eher meckern auf hohem Niveau.

Musikalisch fühlt man sich als RPG-Spieler fast wie zu Hause, wenn man die Titel von Square-Enix von damals gespielt hat. So kommen in der Melodie- und Instrumentengestaltung ganz klar Erinnerungen an die Rollenspiele der SNES-Ära zurück. Zwar werden hier keine 16-Bit Instrumente benutzt, sondern moderne digitale Instrumente, jedoch findet man sehr klar Ähnlichkeiten wieder und denkt sich: Ja, das klingt wie der Ort aus dem RPG X. Generell sind die einzelnen Titel im Spiel sehr leicht, fröhlich und nicht erschlagend oder überladen. Um den Retro-Charme zu erhalten, mischt sich ab und zu gerne mal ein wenig Chiptune (8-Bit Sound) in den Track, doch das ist eher verklärendes Retro-Beiwerk.

Insgesamt hört man viele Harfen-Klänge, die von Streichern untermalt werden. Als Abwechslung spielt auch mal ein Klavier die Hauptmelodie und so zaubert sich ein angenehmes RPG-Melodie-Bild, dass die einzelnen Szenen passend begleitet. Lewis Harvey, der für die gesamte Musik verantwortlich ist, hat auf seinem Soundcloud-Account die Soundtrack zu Serin Fate veröffentlicht.

Dieser umfasst acht Tracks. Meiner Meinung nach, müssen das aber ein paar mehr sein, da ich in der Liste bereits ein/zwei Stücke vermisse. Die Musik untermalt das Spiel sehr schön und unterstützt die Szenerie recht gut. Die einzelnen Tracks werden bei einem Wechsel meistens mit einer Kreuzblende versehen. So wird das aktuelle Stück leiser, während das Neue zeitgleich lauter wird.

Wie ebenfalls bei Top-Down Rollenspielen üblich, gibt es auch hier keine richtigen Cut-Scenes. Lediglich Story-Elemente werden „automatisiert“ erzählt. Das bedeutet, dass sich In-Game die Charaktere selbstständig bewegen und handeln. Dialoge müssen vom Spieler selbst weitergeklickt werden, um mit der Handlung fortfahren zu können. Vielleicht gibt es noch ein paar Animationen, aber auch diese finden in der Spielgrafik statt und werden über die Engine dargestellt.

 

– Gameplay –

Da Serin Fate eigentlich ein Rollenspiel ist, startet man mit der Charaktergenerierung. Hierbei geht es allerdings nur um das Optische. Selbst die Wahl zwischen Mensch, Serin oder Val macht in den Stats keinen Unterschied. Lediglich das favorisierte Elementes gibt einen kleinen Vorteil, was die Zaubersprüche angeht. Hier wird unterschieden zwischen Natur, Sturm, Sonne, Mond und Leere, wobei Letzteres eher stellvertretend für die dunkle Magie ist. Daraufhin folgt die Wahl der Lieblingsfarbe, dessen Nutzen bis dato ungeklärt ist. Ein weiteres Mal kann man sich nun entscheiden, für was man sich am meisten interessiert.

Dies legt fest, welches Item man am Anfang bekommt. Hierbei handelt es sich allerdings um Items, die man im Laufe auch selbst craften kann. Entscheidet man sich für das Sammeln, bekommt man eine Lupe, für die Hexerei, einen Zauberstab, für das Gärtnern, eine magische Gießkanne, für Fabelwesen, einen Glücksstein, für das Fischen, ein Insekten-Netz und für den Bergbau erhält man einen Magnet. Zum Schluss darf man sich noch ein erstes eigenes Fabelwesen aus drei verschiedenen aussuchen und dann geht die Reise auch fast schon los.

Im Voraus sei erwähnt, dass nach der Charakter-Generierung das Intro beginnt, gefolgt von einem kleinen Tutorial, dass die absoluten Basics des Spiels erklärt. Dann findet man sich im Baumhaus wieder, was den Startpunkt des Spieles darstellt. Dort gibt es einen sprechenden Spiegel, der einem Fragen stellt gefolgt von Coco, die uns bis zu unserem „Haustier“ weiterhilft. Verlässt man nun dieses Baumhaus, ist es nicht mehr möglich, die Optik des Charakters anzupassen.

Generell besteht das Spiel aus mehreren Elementen. Natürlich hat man die Quest um die Fate Crystals, doch um selbst voran zu kommen, braucht man bessere Waffen, eine Rüstung, vielleicht Tränke, Zauber und einen starken Helfer an der Seite. Da die Gegner in der Umgebung entweder nicht sehr zahlreich oder bereits viel zu stark sind, muss man sich anderweitig zu helfen wissen. Ebenfalls benötigt man Geld und die Währung ist nicht einfachste. Sie besteht aus seltenen Perlen, Kupfer und Gold, wobei 1.000 Kupfer einem Gold entsprechen und Kupfer wächst nicht auf Bäumen…noch nicht.

Um an Geld zu kommen, könnte man ja Dinge sammeln und verkaufen oder sie zu höherwertigeren Gegenständen verarbeiten und dann verkaufen, um noch mehr Geld zu verdienen. Glücklicherweise hat der freundliche Schmied des Dorfes aus der Nähe eine Kiste und eine Werkbank vor die Tür gestellt. Außerdem sitzt auf dem Vogelhaus ein großer Sprechender Vogel, der fleißig Aufgaben an den Spieler stellt. So kommt man Schritt für Schritt dem Ziel näher.

Ein Blick auf die Werkbank verrät schon, dass man zwar bestimmte Dinge herstellen kann, aber gewisse Komponenten fehlen eben noch. Bereits im Tutorial wird darauf hingewiesen, dass das Notizbuch, welches man mit sich führt, Rezepte für weitere Gegenstände freischaltet. Soweit, so gut. An dieser Stelle offenbart sich allerdings der erste negative Punkt im Gameplay: Gesammelte Gegenstände, die noch nicht im Notizbuch stehen, verschwinden, sobald man sie darin einträgt. Das ist dann besonders ärgerlich, wenn man stundenlang gesammelt und gecraftet hat, um einen bestimmten Gegenstand herzustellen und dann braucht man ihn mindestens zweimal, weil man ihn einmal im Notizbuch eintragen muss, um weitere Rezepte zu bekommen.

Hier übrigens ein Hinweis: Die Rezepte, die bereits anfangs in der Werkbank vorhanden sind, können ebenfalls im Notizbuch eingetragen werden und einige schalten ihrerseits wieder weitere Rezepte frei. Mit diesem Wissen kann man wertvolle Zeit sparen. Also, möglichst alles eintragen, was noch nicht im Notizbuch steht. Was man noch nicht eingetragen hat, ist im Inventar mit einem Buch-Icon versehen, welches das Eintragen auslöst. Neben den gesammelten Objekten, stehen dort auch sämtliche Fabelwesen und Zaubersprüche, die man bis dorthin aufgelesen hat. Letztlich ist dieses kleine Büchlein eure Gedankenstütze für das fortlaufende Spiel. Für jeden neuen Eintrag gibt es Erfahrungspunkte, allerdings nur für den Bereich Witchery.

Die Erfahrungspunkte teilen sich im Spiel auf drei Kategorien auf: Hexerei, Ernten / Sammeln und Kampf. Je nachdem was man tut, bekommt man unterschiedliche Erfahrungspunkte. Diese werden im Spiel als grüne Kugeln dargestellt und lassen, wie andere Objekte auch einsammeln. Man sammelt im Sinne des Wortes XP. Trägt man einen neuen Gegenstand im Notizbuch ein, erscheinen XP-Kugeln, die zur Hexerei gezählt werden. Fällt man einen Baum oder meißelt man Steine, zählt dies zum Ernten / Sammeln. Dabei gibt es keinen Unterschied, ob man selbst meißelt oder durch einen Zauberspruch meißeln lässt. Die XP zählt zum Ernten / Sammeln. Meines Erachtens müsste man das dann konsequent aufspalten, wenn man zaubert. Kampf erklärt sich von selbst.

Was sich allerdings als echte Schwierigkeit herausstellt, ist der Kampf gegen Monster. Bereits anfangs erwähnt findet man in der Umgebung schnell welche, die mit Level 18 oder Level 22 einfach zu stark sind. Geht man der Taktik nach, kurz anzugreifen und dann wegzulaufen, verliert man meist. Verlässt man den Screen, ist die Energieanzeige des Gegners wieder gefüllt. Das ist nicht die Herausforderung. Schlimmer ist die Tatsache, dass die Hitbox, sofern vorhanden, viel zu groß ist. Monster müssen den Spieler-Charakter noch nicht einmal anschauen, um einen tödlichen Schlag ausführen zu können und das gefühlt mit zwei Meter Abstand. Der Spieler hingegen muss auf Schwertlänge herangehen um eventuell Schaden auszuteilen.

Die gesammelten Erfahrungspunkte werden dann dem einzelnen Level zugeteilt und aufsummiert. Erreicht man genug Punkte, steigt man in der entsprechenden Kategorie einen Level auf und bekommt Category-Points, die man im Skill-Tree einsetzen kann. Dieser legt die aktiven Perks des Charakters fest und stellt einen Baum vom Boden bis in den Himmel dar. Allerdings fehlen dort die Ranken, die die einzelnen Perks verbindet. Verbundene Perks sind aktive Perks und können nicht rückgängig gemacht werden. Somit sollte man sich vorher überlegen, welche Wege man nach oben gehen möchte. Darüber hinaus haben einige Perks mehrere Level und können verbessert werden. Warum man sich den Weg der Ranken gut überlegen sollte, wird kurz erläutert.

Woodcut II ist nicht gleich Woodcut II: Dieses existiert sowohl als Runen-Zauber, zu dem wir gleich kommen, aber auch als Perk im Skill-Tree. Während der Runen-Zauber entweder die Geschwindigkeit erhöht oder für mehr Ausbeute beim Fällen sorgt, gibt der Perk die Fähigkeit, größere, massivere Bäume zu fällen, was zuvor nicht möglich war. Gleiches gilt ebenfalls für das Mining, da man anfangs nicht jeden Stein meißeln kann, sondern einen gewissen Perk dafür benötigt. Somit sollte man sich gut überlegen, ob man vielleicht doch erst den Skill-Tree nach oben klettert, statt die Perks in der Breite voll auszubauen. Doch das liegt ja im Auge des Spielers.

Runen-Zauber sind ebenfalls Bestandteil des Spieles und recht brauchbar. Man wählt eine Kombination aus maximal fünf Runen aus und erhält einen Zauberspruch, den man auf die Umwelt setzen kann. Anfangs bekommt man nur den Capture-Zauber, mit dem man die Fabelwesen und künftige Haustiere fangen kann. Kurze Zeit später kommen noch Woodcut I und Mining I hinzu, mit denen man Bäume fällen oder Steine meißeln kann, um daraus Ressourcen zu gewinnen. Es ist sogar möglich, diese Zauber zu stacken, um das Abbauen zu beschleunigen. Runen-Zauber kann man sich entweder gegen Perlen im Laden kaufen oder man findet in der Umgebung Runen-Steine, die einen kostenlosen Zauber enthalten.

Ein weiteres sehr hilfreiches Mittel, ist der Mana-Link. Dieser lässt sich immer dann zu einem Objekt aufbauen, wenn neben dem Cursor die rosafarbene Raute erscheint, die ebenfalls das übrige Mana im HUD darstellt. Mit dieser Verbindung, lassen sich länger andauernde Prozesse auf Kosten von Mana beschleunigen. Dies gilt auch für die Herstellung von Gegenständen auf der Werkbank oder auch für das Fällen von Bäumen. Ist das Mana aufgebraucht, kann man Blüten essen, um es wieder aufzuladen. Sind gerade keine zur Hand, regeneriert man langsam die Punkte wieder. Eine weitere Möglichkeit sind aber die magischen Sternschnuppen in der Nacht.

Sollte man sich nachts im Baumhaus schlafen legen, verlässt man den eigenen Körper und kann als Geist die Gegend erkunden. Das hat den Vorteil, dass nachts magische Sternschnuppen vom Himmel fallen. Am Boden wird ihr Aufprall durch einen grünen Kreis angekündigt. Stellt man sich mit seinem durchscheinenden Charakter nun auf einen dieser grünen Punkte, fängt man eine dieser magischen Sternschnuppen und kann damit das eigene Mana wieder auffüllen. So praktisch kann es sein, als Geist umher zu wandeln.

Wenn wir schon bei Tag und Nacht sind: Serin Fate besitzt einen Tag/Nacht-Zyklus. Dieser ist auch für das Spiel relevant. Manche Dinge findet man nur tagsüber und manche auch nur nachts. Mond-Runen oder eine Mond-Forelle lassen sich nur ergattern, wenn es draußen dunkel ist. Darüber hinaus gibt es auch unterschiedliche Wetterzustände. So kann es beispielsweise regnen, was gut für die eigenen Pflanzen ist, die allerdings sehr schnell verschwinden, wenn man die Vögel nicht rechtzeitig verjagt, die einem den Anbau wegfuttern (trotz Vogelscheuche!).

Die Flora im Spiel ist gar nicht so unwichtig, wie man es anfangs vielleicht denken würde. Es ist durchaus sinnig, mal ein paar Blumen zu pflücken und deren Samen einzusammeln, um daraus wieder eigene Pflanzen wachsen zu lassen. Es gibt einige Blumen, die beispielsweise beim Pflücken Goldkrumen ins Inventar schaufeln oder noch besser, die maximale Anzahl an Gesundheitspunkten erhöht. Also alleine aus der Gamer-Perspektive, ist es schon lohnenswert, den eigenen Garten zu bestellen, um daraus einen Vorteil zu generieren.

Was wäre eine Hexer / ein Hexer ohne mindestens ein Haustier? Die Stereotypen bestätigen es bereits. Leider gibt es hier keine klassische Katze, dafür aber eine Vielzahl an anderen Fabelwesen. Anmerkung: Im Englischen ist von Chimera die Rede, aber die Wesen im Spiel sind weder Schimären, noch ausschließlich Tiere, allerdings reden sie auch nicht, wie es für ein Fabelwesen üblich ist. Jedoch halte ich an dieser Stelle die Bezeichnung Fabelwesen für die beste eingedeutschte Alternative, obwohl ich mir über die Fehldeutung bewusst bin.

Bereits im Tutorial haben wir unser erstes Fabelwesen gefangen. Auf der gesamten Welt laufen noch viele Weitere herum und jedes Mal bekommt man für jedes Neue eine Belohnung, wenn man es vorzeigt. Spätestens hier sollte auch der Pokémon-Sammler getriggered sein. 😉 Die Fabelwesen lassen sich in einem Stall halten, wo man sie bespaßen, füttern oder auch beschäftigen kann. Die Grundidee ist jedoch, dass sie mit in den Kampf gehen, um zu unterstützen. Jedes Wesen hat eigene Erfahrungspunkte und Fertigkeiten, die man dort einsetzen kann. An alle Sammler: Sterben können die Fabelwesen, soweit mir bekannt, nicht, aber man kann ihnen eigene Namen geben. 😉

Wer sich jetzt fragt: Und was ist mit meinen eigenen Skills und Stats?, den kann ich beruhigen, schließlich handelt es sich um ein RPG. Auch der Charakter selbst hat natürlich zusätzlich zu den aufgeteilten XP für die Perks noch eigene Werte, die je nach Level aufgewertet werden können, da man pro Levelaufstieg, wie in einem Rollenspiel, natürlich Punkte bekommt, die man auf die Stats verteilen kann. Dies passiert gefühlt allerdings viel seltener als der Level-Aufstieg der Perk-Skills. Apropos fühlen:

Kommen wir zu einem weniger erfreulichem Thema, die Nachteile. Spielt man die Tag/Nacht-Zyklen komplett aus, ist gefühlt der Tag kürzer als die Nacht, die ihrerseits kein Ende finden möchte. Dies ist allerdings nur eine subjektive Wahrnehmung. Was allerdings der Tatsache entspricht, sind die Ladezeiten des Spiels. Sobald man ein Haus betritt oder verlässt, erscheint ein Loading-Screen und das roundabout zwei-drei Sekunden lang. Dies gilt auch für Gebietswechsel. Das mag verschmerzbar sein, summiert sich allerdings schon, wenn man länger spielt. Auf älteren Computern mag ich das nachvollziehen, aber auf einem einigermaßen aktuellen PC mit einer schnellen SSD-Festplatte trotzdem die gleiche Ladezeit zu haben, erklärt sich mir nicht.

Gleiches gilt für den Speicherprozess oder das Laden den Speicherstandes. Mir ist nicht bekannt, was dort alles gespeichert wird, aber es muss eine Menge sein. Sowohl das Speichern, als auch das Laden dauert schon eine gewisse Zeit. Leider ist es auch so, dass Serin Fate die Möglichkeit des Cloud-Savings nicht nutzt. Somit kann ich mich nicht mit meinem Steam Account woanders anmelden, das Spiel installieren und dort weitermachen, wo ich mit meinem Charakter, der 14 Spielstunden auf dem Buckel hat, aufgehört habe. Sehr schade, aber kein Beinbruch.

 


 

– Besonderheiten –

Serin Fate bietet klassiche Retro-Pixel Top-Down Optik. Damit fühlt sich fast jeder, der auf den älteren Konsolen die Rollenspiele von Square-Enix und so weiter gespielt hat, wieder wie zu Hause. Trotz des Pixel-Looks, ist die Welt mit viel Liebe gestaltet und lädt zum Erkunden ein. Die einzelnen Spielelemente greifen wie Zahnräder ineinander.

Jedes Element für sich, sei es Harvesting, Crafting oder Combat kann man für sich gesehen lange betreiben, doch letztlich braucht man alle drei Elemente, um in der Story voran zu kommen. So verbindet das Spiel Freedom Sandboxing mit einer herausfordernder Geschichte. Man arbeitet auf ein Ziel hin und kann trotzdem seinen Anbau vorantreiben oder Dekorationen herstellen.

Das Sammeln von Fabelwesen ähnelt ein wenig dem Pokémon-Prinzip. Man fängt ein Wesen, kann es füttern, mit ihm spielen und es mit in den Kampf nehmen. Die Hexen-Gilde gibt die Möglichkeit, pro neues Fabelwesen, eine Belohnung zu bekommen. Also gilt für den geneigten Sammler das Gleiche, wie bei Pokémon: Schnapp‘ sie Dir alle!

Neben der Haupt-Quest mit den Fate-Crystals, findet man auf dem Weg immer wieder Menschen, die ganz kleine Nebenquests für den Spieler bereithalten. So ist man angehalten, für Belohnungen diese kleinen Aufgaben zu bewältigen.

Obwohl sich Serin Fate erst im Alpha-Status befindet, werden dem Spieler bereits jetzt viele Stunden an Spielspaß geboten, mit dem man sich auseinandersetzen kann. Publisher Crytivo hat einen Stream veröffentlich, um neuen Content zu zeigen und nach vier Stunden Spielzeit, war erst recht wenig freigelegt. Es ist relativ einfach, durch das verbinden mehrerer Genres, mehr als zehn Stunden im Spiel zu verbringen.

 


 

– Support –

Der Publisher Crytivo teilt sich den Support mit dem Entwickler Vethergen. Da es sich hierbei um einen Indie-Publisher handelt, hat dieser natürlich auch noch weitere Projekte. Trotzdem gibt es zum Beispiel streams, in denen neuer Content gezeigt wird. Für Fragen, Fehler und so weiter, kann man sich im Steam-Forum schlau fragen, der Fokus liegt allerdings klar beim Discord-Server.

Das Steam-Forum enthält bereits mehrere Seiten, auf denen man Fragen beantwortet bekommt, die man vielleicht selbst gestellt hätte. Hier sind auch ab und zu Mitarbeiter des Publishers vertreten oder auch der Entwickler selbst, doch in den meisten Fällen hilft sich die Community gegenseitig, was ja auch für einen guten Community-Zusammenhalt spricht. Die Sprache ist sowohl im Forum, als auch auf dem Discord-Server ausschließlich im Englischen gehalten.

Wer sich also der englischen Sprache vertraut fühlt, dem sei der Discord-Server empfohlen. Hier gibt es diverse Text-Kanäle, die nach sinnvollen Kategorien aufgeteilt sind. bugs-and-errors, ask-developer, suggestions und noch vieles mehr. Hier bekommt man ziemlich schnell eine Antwort auf die eigenen Fragen oder Vorschläge. Auch das Melden von Fehlern wird relativ schnell bemerkt und der Entwickler selbst fragt nach. Man bekommt also die Möglichkeit, mit ihm direkt in Kontakt zu treten. Zusätzlich dazu sind aber auch immer mal wieder Mitarbeiter des Publishers auf dem Server.

Das Spiel generell erhält jeden Monat regelmäßig ein Update. Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um ein Content Update oder um Bug Fixes handelt. Somit sind regelmäßige, monatliche Informationen zum Status des Spieles sichergestellt. Falls es sich jemand fragen sollte: Lokalisationen und Controller-Support sind bereits in Planung und auch in den FAQs aufgenommen.

 

– Fazit –

Serin Fate verbindet auf gekonnte Weise Sandbox Harvesting a la Stardew Valley mit einem Story-getriebenem ARPG a la Secret of Mana und kleidet es in die magische Welt der Hexen und Fabelwesen. Das Ganze wird in einem hübschen Top-Down Retro-Look präsentiert und schickt alle, die damals auf dem SNES oder ähnlichen Konsolen Rollenspiele gespielt haben, zurück in ihre Kindheit.

Doch auch für den geneigten Sammler ist gesorgt: Die Welt ist gespickt mit sogenannten Chimeras, die alle gesammelt werden dürfen. Doch nicht nur das: Sie sind hilfreiche Begleiter im Kampf gegen Monster und können ebenso geskillt, gefüttert oder bespaßt werden, wie kleine eigene Haustiere. Wie es schon bei Pokémon heißt: Schnapp‘ sie Dir alle. Denn für jedes neue gesammelte Wesen gibt es Belohnungen und es ist möglich, bis zu drei Gefährten mit sich zu führen.

Durch das Tag-/Nacht-System mit verschiedenen Wetterzuständen, ist für den eigenen Garten gesorgt, der ebenfalls für schöne Überraschungen wie Gold oder mehr Health Points sorgen kann, sofern man sich um das Harvesting kümmert und um die Vögel, die die Seeds wegfuttern.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

All dies wird umrahmt mit einer Story und kleinen Nebenquests, die die Geschichte des zerstörten Fate Stones, den versteckten Fate Crystals und einem Nekromanten erzählt. Während man versucht, die Kristalle zu finden, sammelt man Rezepte für die eigene Werkbank, um stärkere Zauberstäbe und Schwerter herzustellen und natürlich darf auch der klassische Hexenkochtopf nicht fehlen, in dem man Heal- und Mana-Potions brauen kann. Wem es nicht schnell genug geht, schwingt sich auf den Hexenbesen und düst durch die Welt.

Obwohl sich Serin Fate noch im Alpha Status befindet, ist es bereits mehr als einfach, 10+ Stunden im Spiel zu verbringen und die Welt zu entdecken. Zwar gibt es hier und da noch ein paar Punkte, die das Gameplay schmälern, doch hat man sich mit diesen Kleinigkeiten vertraut gemacht, ist es möglich seinen eigenen Workaround zu finden. Insgesamt fühlt sich das Spiel stabil an und bietet ein hervorragendes Retro-Pixel-Erlebnis im Reich der Hexen, das mehrere Genres geschickt kombiniert.

Schwingt euch auf euren Hexenbesen und erkundet die Welt. Fangt zauberhafte Wesen und bezwingt mit ihnen die dunklen magischen Kreaturen. Bestellt euren eigenen Garten und fördert eure eigenen Rohstoffe, um die Ausrüstung aufzuwerten. Erlernt Zaubersprüche, die euch die Arbeit abnehmen. Noch nie war es einfacher, der Zauberlehrling zu sein. Serin Fate bietet euch die Erfahrung, eine Hexe oder einen Hexer in einem Retro-Pixel Top-Down ARPG zu spielen und das Schicksal der Serin zu ändern. Ihre Welt zählt auf Dich. Kannst Du alle Schicksalskristalle finden?

 


 

 


 

Avatar

Über LeKris

Anfang der 80er entsprungen, ist meine erste Konsole ein ATARI 2600 gewesen. Erste Gehversuche am PC waren an einem 386 Geh-zu-Fuß mit Dampfantrieb, ohne Soundkarte. Dort spielte ich Diskettenspiele und Point and Click Adventures wie Monkey Island. Seitdem ziehen sich Pixel-look und Storytelling durch meine Gaming-History. Ich bin aber auch in anderen Genres zu Hause und erfreue mich besonders an Indie-Titeln, die alles ein wenig anders machen, als man es vielleicht erwartet.

Was sagst Du dazu?

You must be logged in to post a comment.