Rise of Industry
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Rise of Industry

Vom Nobody zum Monopol

 

Ein Brummen, welches aus der Ferne kommt ist zu hören… es wird immer lauter. Plötzlich rast eine Kolonne von LKWs vorbei. Offenbar haben sie es sehr eilig. Auf den zweiten Blick ist auch klar warum, diese Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark von Minetropolis Industries. Es wurde schon viel berichtet, sie sind das neue Logistik- und Industrie-Tycoon Unternehmen in dieser Region.

Ob zu Straße, Schiene, Wasser oder Luft, laut des CEOs wollen Sie die Vorherrschaft auf all diesen Gebieten. Ob das gelingt? Man darf gespannt sein, sie sind nicht die Ersten, die eine solch große Aufgabe angehen.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Bereits beim ersten Starten von Rise of Industry erhält man einen guten Eindruck vom Spiel. Die Entwickler haben sich nicht lumpen lassen und einen ausgezeichneten Cinematic Trailer mit Ingame Grafik erstellt. Auch wenn er zur aktuellen Version des Spiels nicht ganz die Wahrheit widerspiegelt, aber dazu später mehr. Zur Einstimmung auf die kommenden Spielstunden ist der Trailer dennoch eine Hilfe.

Auch dieser Titel setzt auf eine vergleichsweise simple Grafik. Eine schlichte Polygongrafik erwartet den Spieler hier. Da im Allgemeinen kein Grafikfeuerwerk bei einer Logistik und Industrie Simulation erwartet wird, reiht sich Rise of Industry gut in diese Tradition ein und trotzdem weiß die Präsentation zu gefallen.

Lediglich beim Sound müssen noch diverse Abstriche gemacht werden, insgesamt ist dieser dann doch recht eindimensional. Das fällt insbesondere bei den Effekten von Fahrzeugen auf, da sollte man doch hinüber weg hören können. Das technische Grundgerüst überzeugt, zu keiner Zeit gab es FPS Einbrüche oder gar Abstürze. Leider bleibt jedoch auch Rise of Industry nicht von Bugs verschont.

Während der ganzen Zeit trat zwar nur einer auf, dieser ist zwar nun behoben, senkte den Spielwert aber dramatisch. Kurz zur Erläuterung: Industrien holen die benötigte Ware selbständig im nächsten Warenhaus ab insofern diese vorhanden ist, durch den Bug wurde nur ein Typ der Waren abgeholt. Wenn es also eine mehrstufige Produktion ist kommt die gar nicht in gang da keine Ware vorhanden ist.

 

– Gameplay –

Zu Anfang empfiehlt es sich sehr das Tutorial zu spielen, denn nicht alle Dinge sind sofort ersichtlich oder lassen darauf schließen. Auch nicht, wenn man bereits einige Spiele dieser Art gespielt hat. Dazu sind einige Mechaniken einfach zu neu, bzw. anders wie z.B. das Forschungssystem.

Sobald das Tutorial hinter einem liegt, kann es ans eigentliche Spielen gehen. Dazu besteht die Wahl zwischen Sandbox Mode, wo alle Technologien bereits erforscht sind, und dem Karriere Modus, in dem hingegen alles entdeckt werden muss.

In jedem Spiel gleich gibt es eine Handvoll Dinge zu beachten, denn zu Anfang hat man die Wahl auf der zufällig generierten Karte diverse Voreinstellungen zu treffen, wie zB. Größe, verschieden viele Staaten und wo das Unternehmen gegründet werden soll.

Dazu sollte klar sein, worauf in der Anfangszeit der Fokus liegen soll. Auf Landwirtschaft, verarbeitende Industrie oder Baustoffe? Jeder Staat hat nämlich unterschiedliche Rohstoff vorkommen. Sind benötigte Rohstoffe nicht im Einzugsgebiet, müssen diese teuer beim Großhändler erworben werden. Um den Profit zu maximieren, muss hier also klug gewählt werden.

Ist die Entscheidung getroffen wird es nicht viel leichter, um überhaupt etwas bauen zu können, benötig man mein ein Hauptquartier, welches kostenlos platziert werden kann. Für den Standort bieten sich Städte an, die in naher Zukunft versorgt werden sollen. So bildet die Stadt und das Unternehmen ein harmonisches Bild. Natürlich kann das Hauptquartier auch mitten in der Wildnis stehen, sieht aber nicht so toll aus.

Nach diesen kleinen Hürden geht es nun endlich an den Aufbau des Imperiums. Fast immer wird Wasser benötigt, zum Glück befinden sich immer diverse Seen und Flüsse auf der Karte, sodass man ohne Probleme an dieses herankommt. Hierzu werden lediglich die Collectoren aufgestellt, welche man mit Modulen erweitern kann.

Zu Anfang sind es drei, nach erforschen der dazugehörigen Technologie sogar fünf. Dieses System ist eine Grundmechanik im Spiel, fast jedes Gebäude lässt sich nach erforschen der dazugehörigen Technologie weiter ausbauen. Somit lässt sich die Kapazität immer weiter erhöhen. Es ist natürlich günstiger bestehende Gebäude zu verbessern, als jedes Mal einen neuen Komplex zu errichten.

Nun stellt sich die Frage, wie man das Wasser auf die Weizenfelder bekommt. Tja, das ist ganz einfach, denn am Anfang des Spiels stehen nur Warenhäuser zur Verfügung. Diese sammeln das Wasser ein, sobald die Collectoren dieses abgebaut haben. Vom Warenhaus aus können entweder Routen direkt zur Industrie bzw.

Landwirtschaft gelegt werden, oder was viel sinnvoller ist, zu einem anderen Warenhaus, welches sich im Zentrum eines landwirtschaftlichen Komplexes befindet. Von diesem aus kann dann eine Vielzahl an Betrieben versorgt werden. Wie viele hängt dann vom Forschungsstand des Unternehmens ab.

Im späteren Spielverlauf werden die LKW Depots erforscht, durch diese Depots kann deutlich effizienter zwischen den Industrien transportiert werden. Dazu wird einfach eine Route zum Ziel Depot gelegt und die Kolonne fährt los. Anders als bei den Warenhäusern fahren nämlich bis zu vier LKW auf einmal los. Das spart Geld und Zeit, durch ein gutes Mikromanagment kann im Zieldepot ein Maximum eingestellt werden. So setzt sich die Kolonne nur in Bewegung solange dieses noch nicht erreicht ist.

Die grundlegenden Mechaniken des Transports, der zentrale Dreh- und Angelpunkt in diesem Spiel, lassen sich so auf jeden anderen Bereich übertragen. Sei es nun der Zug, das Schiff oder der Zeppelin. Am grundsätzlichen Spielablauf ändert sich nichts. Lediglich die Geschwindigkeiten und Ladungsmengen sind andere.

Mit voranschreitender Forschung werden auch immer komplexere Produktionsketten freigeschaltet. Die Spitze dazu bildet die Autofabrik. Hier wird eine enorme Menge an Ressourcen benötigt, um diese in Gang zu bringen. Leider stellt die Produktion des Autos aktuell die größte Herausforderung im Spiel dar.

Denn es ist nicht so wie der am Anfang erwähnte Trailer vielleicht glauben lässt, in der aktuellen Spielversion gibt es keine Staus, Umweltverschmutzung oder ähnliches. Es gibt also im Moment nicht einen Grund seine Wege zu optimieren, die Fahrzeuge fahren einfach durch einander durch. Wirklich schade, soll aber laut dem aktuellen Entwicklungsplan bald geändert werden.

Finanzielle Probleme sind auch eher die Seltenheit, sollte es dennoch zu einem Engpass kommen kann ein Darlehen aufgenommen werden. Dessen Wert und Verzinsung richtet sich maßgeblich nach dem Einfluss auf die Stadt, wo dieser aufgenommen werden soll. Durch eine stetige Belieferung mit Ressourcen, wird der positive Einfluss auf die Stadt erhöht und somit die Konditionen verbessert.

Um das Unternehmen optimal zu führen, muss bei Belieferungen an Städte immer das Nachfrage und Angebot Verhältnis im Auge behalten werden. Eine massive Überproduktion kann den finanziellen Ruin bedeuten, durch eine zu hohe Belieferung sinkt der Preis, welcher pro Einheit erzielt wird.

Wenn es dann doch zu einer Überproduktion kommt, ist die Hoffnung noch nicht ganz verloren, die Ware kann einfach in den nächsten Staat exportiert werden, oder sogar an die nächste Region, was in diesem Fall dem Kartenrand entspricht. Um in anderen Staaten auch bauen zu können, bedarf es einer Lizenz, welche ganz einfach in einer Stadt, welche sich auf besagten Grund und Boden befindet, erworben werden kann, nicht ganz günstig versteht sich.

 


 

– Besonderheiten –

An dieser Stelle sei ganz klar das Forschungssystem hervorgehoben. In diesem Genre ist es eher unüblich überhaupt eines zu haben. Rise of Industry setzt jedoch vollständig darauf. Sicherlich stellt sich jetzt die Frage wie das gemeint ist, ganz einfach, ohne Forschung nichts los hier! Alles, wirklich alles Bedarf einer Erforschung, seien es die Industrien oder landwirtschaftlichen Gebäude, die Ware produzieren oder aber auch effizientere LKWs.

Zu Anfang stehen dem Unternehmen nur fünf frei vergebbare Technologien zur Verfügung, das bedeutet hier sollte klar sein was produziert werden soll. Fällt die Entscheidung zum Beispiel auf Saft, so muss die Orangenplantage, Wasser und Saftfabrik erforscht werden.

Hinzu kommt die Vergänglichkeit der Rohstoffe. Es muss genau darauf geachtet werden wie sich das Umfeld entwickelt, wenn plötzlich keine Erze mehr zur Verfügung stehen, kann die eigene Produktion schnell ins stolpern kommen und euer wachsendes Imperium zum Einsturz bringen.

Mit dem ausgewählten monatlichen Budget schreitet die Forschung in unterschiedlicher Geschwindigkeit voran. Wobei hier die Grundlagenforschung natürlich schneller ist, als später die Forschung um Autos zu produzieren. Zusätzlich werden in der Forschung die verschiedenen Alternativen zu LKWs erforscht. Züge, Schiffe und Zeppeline stehen also nicht von Anfang an zur Verfügung.

 


 

– Support –

Hier kann man nicht meckern, wie mittlerweile üblich, kann mit dem Entwickler über Discord in Kontakt getreten werden. Zudem ist der Informationsfluss wirklich vorbildlich. In regelmäßigen Abständen erscheinen mal kleinere und mal größere Updates, welche immer über besagten Discrod Server angekündigt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit Updates als Beta Version zu testen.

Auf der Homepage von Dapper Pinguins Studio, respektive den Entwicklern vom Spiel, findet man eine Roadmap zu Rise of Industry. Dort ist recht anschaulich aufgezeigt wohin die Reise geht und welche Inhalte noch folgen werden. Nach bisherigen Erfahrungen wurden alle Elemente implementiert, die auch auf dieser Roadmap zu finden sind.

 

– Fazit –

Rise of Industry macht in der aktuellen Version, vor allem in den ersten Stunden des Spielens, verdammt viel Spaß. Das komplexe Forschungssystem bietet viele Möglichkeiten den eigenen Spielstil am Anfang einer Partie zu gestalten. Außerdem sind unter anderem, durch den globalen Markt, interessante Mechaniken im Spiel, die völlig Einzigartig sind und einer guten Planung bedürfen. Hinzukommt noch die witzige Idee einen Zepelin als Transportmittel einzusetzen, wo hat man denn sowas?

Bei der Langzeitmotivation müssen noch ein paar Abstriche gemacht werden. Zur Zeit müssen Wege und Logistische Entscheidungen noch nicht gut durchdacht werden, da es wie bereits erwähnt zB. keinen Stau gibt. Solange die einzelnen Fahrzeuge keinen Einfluss aufeinander haben, kann im Prinzip nach Lust und Laune gebaut werden.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Sofern die Entwicklung im gleichen Tempo wie in den letzten Monaten voranschreitet, sollte in einem halben Jahr das Problem der Langzeitmotivation behoben sein. Ab dem Zeitpunkt sind Fahrzeuge, die durch einander durch fahren passé. Wenig später folgt dann sogar die Umweltverschmutzung, womit die Herausforderung dann deutlich höher ist als jetzt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, Rise of Industry mach jetzt schon Spaß, insbesondere in den ersten Stunden. Die Roadmap sieht vielversprechend aus und es ist davon auszugehen, dass diese auch so umgesetzt wird. Bereits jetzt könnt ihr viel Spaß mit Rise of Industry haben, wer jedoch eine hohe Herausforderung im späteren Spielverlauf sucht, sollte vielleicht noch etwas warten, gerade bei dem doch recht hohen Preis.

 


 

 


Druidnix

Über Druidnix

Noch heute denke ich an die vergnüglichen Stunden mit meinem Bruder vor unserem doch erst recht spät erhaltenen SNES zurück. Besonders die RPGs haben uns damals gefesselt, aber auch Mario und Luigi waren oft zu Gast. Mit dem Computer kam ich deutlich später in Kontakt, anfangs sogar ohne Internet, vermag sich heute kaum einer Vorzustellen. Heutzutage ist der Computer mein Medium Nummer Eins, vor allem Aufbauspiele, wie meine geliebte Anno Serie, oder zahlreiche tolle Indie Spiele begeistern mich. Meine Begeisterung hat mich letztliche dazu gebracht Spiele auf Herz und Nieren zu prüfen.

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