Ratropolis
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Rating: 3.0/5 (1 vote cast)

Ratropolis

Jetzt geht’s ran an den Sp… äh Käse!

 

Mit Ratropolis hat sich Cassel Games an einem Echtzeit-Strategietitel versucht welcher Elemente von Roguelike, Deckbau und Städtebau enthält. Dabei erinnert das Deckmanagement stark an Slay The Spire und dem Weltaufbau an Kingdom. Wie gut es Cassel Games gelang diese Dinge zu integrieren und ob Ratropolis überzeugen kann erfährst du in diesem Test.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Eines kann man Ratropolis auf jeden Fall zuschreiben: Das Spiel wird seinem Namen in jeder Form gerecht. Die liebevolle und gleichermaßen putzige Gestaltung der Einheiten ist jederzeit klar zu erkennen. Die detailliert gestaltete Umgebung, die Gestaltung der Karten und die Einheiten sind ein Augensch-maus.

Desweiteren kommt Ratropolis mit einem sehr stimmigen Soundtrack. Jede Gegnerwelle wird mit einem Paukenschlag angekündigt, fertige Aufträge werden durch passende Töne angekündigt und am linken Rand niedergeschrieben. Dadurch hat man selbst in hektischeren Momenten immer einen guten Überblick über das Geschehen. Zur Begleitmusik lässt sich noch erwähnen dass diese jederzeit stimmig ist, aber zu keiner Zeit als nervig oder aufdringlich wahrgenommen wurde.

Gleich beim Starten des Spiels erfährt man in einem schlichten Kurzfilm worum es in der Story geht. Ratropolis war einst eine sichere und von Wohlstand geprägte Stadt deren Bestreben des Aufschwungs galt. Allerdings waren die Bewohner zu gierig. So stürzte ein Experiment die Siedlung in die Apokalypse welche die Siedlung letzten Endes vernichtete.

Nun ist es die Aufgabe des Spielers das gefallene Ratropolis wieder neu aufzubauen. Besser geschützt, weiter entwickelt und größer als alles bisher dagewesene. Sinn des Spiels ist es 30 Wellen lang sein Rathaus bestmöglich gegen die Horden feindlicher Monster zu verteidigen und Ratropolis zu einer nie dagewesenen Größe auszubauen.

 

– Gameplay –

Dem Spieler stehen sechs verschiedene Ratten zur Auswahl welche nach und nach freigeschaltet werden. Jede der sechs Klassen verfügt sowohl über einen passiven als auch über einen aktiven Bonus. Diese Fähigkeiten sind ausschlaggebend dafür wie ihr das Spiel spielen solltet und euer Deck gestaltet.

Zu den momentan spielbaren Anführern gehören: Der Handelsanführer, der Generalanführer, der Architektur Anführer, der Wissenschaftsanführer, und der schamanistische Anführer. Als neueste Klasse steht seit einigen Tagen der Schiffsanführer zur Verfügung. Zusammenfassend bietet Ratropolis also sechs momentan spielbare Anführer.

Ich werde im folgenden Absatz lediglich auf die ersten zwei der sechs Anführerratzien eingehen, um nicht zu weit vorzugreifen. Der Handelsanführer hat als passiven Bonus „Nachlass“, mit diesem erhält der Spieler 25 % auf Karten, die bei einem fahrenden Händler erworben werden können. Die aktive Fähigkeit des Handelsanführer wirft eine zufällige Karte von der gezogenen Hand ab. Hierfür erhält man 10 % seines gesamten Goldes.

Der General verfügt beispielsweise über die passive Fähigkeit „Stehendes Heer“. Hier bekommt der Spieler +2 Ratzien (so werden die Bewohner von Ratropolis genannt). Als aktive Fähigkeit besitzt der zuvor genannte Anführer „Training“. Hiermit erhalten alle Militärkarten, welche der Spieler in der aktuellen Hand hat, einen Angriffsbonus.

Zu den spielbaren Terrains zählen Wald, Küste und Wüste. Hier darf sich der Spieler für eine der drei Karten entscheiden. Eine zufällige Auswahl der Karte ist ebenfalls möglich. Im selben Menü legt man die Schwierigkeit fest. Zur Auswahl stehen leicht, normal und schwierig (Schwierigkeit).

Ebenso ist hier der Tutorial Modus und der Albtraummodus an und abwählbar. Spätestens hier dürfte auffallen, dass die deutsche Übersetzung teilweise ein wenig hakt, hier und da haben sich kleinere grammatikalische Fehler eingeschlichen. Wem als Herausforderung „Leicht“ und „Normal“ nicht anspruchsvoll genug ist, kann sich an „Schwer“ probieren.

Besonders gewitzte Ratten können alternativ auch den „Albtraummodus“ aktivieren. Gerade bei den letzten beiden Schwierigkeitsmodi zieht der Grat der Herausforderung noch mal ziemlich an. Der leichte Modus unterscheidet sich vom normalen, indem die Gegnerwellen verzögert erscheinen und die Gegner weniger Leben haben. Das alles auf Kosten der verdienten Punkte für die Rangliste.

Im Kehrschluss kommen in dem schwierigen Modus die Gegnerwellen häufiger, die Gegner haben mehr Leben und es erscheinen zufällige Hindernisse. Hier erntet man 200 % der Punkte.
Im Albtraummodus geht das Spiel nach der 30 Welle weiter, die Gegner sind nochmal um einiges stärker und die zufälligen Ereignisse wirken sich negativer auf den Spielverlauf aus.

Das Spiel startet mit fünf Handkarten. Das komplette Kartendeck ist über den Kartenstapel einsehbar. Karten die vom Spieler per Drag-and-drop ausgespielt wurden kommen auf den Ablagestapel. Sofern ein Spieler sein komplettes Kartendeck ablegt, wird dieses vom Ablagestapel wieder auf das Deck verlagert.

Falls die Auswahl der zufällig gezogenen Karten mal nicht situationsgemäß sein sollte gilt es einen kleinen Cooldown abzuwarten, um 5 neue Karten vom Deck zu ziehen. Im Eifer des Gefechtes und brenzligen Situationen kann man die Wartezeit mit Gold abbrechen um direkt neue Karten zu erhalten.

Am Anfang des Spiels ist es empfehlenswert direkt in Häuser zu investieren um über genug Ratzien für Arbeiten und zur Verteidigung der Stadt zu verfügen. Verteidigungstruppen müssen an den dafür vorgesehenen Palisaden links und rechts der Karte stationiert werden. Karten um diese auszubauen und um neue aufzubauen erscheinen im späteren Verlauf des Spieles.

Nur durch das nach außen versetzen der Palisaden kann die Stadt vergrößert und somit neue Bauplätze für Gebäude erschlossen werden. Nach jeder erfolgreich überstandenen Angriffswelle steht dem Spieler für kurze Zeit eine Schatztruhe zur Verfügung. In dieser kann zwischen neuen Karten, Verbesserungen oder dem Löschen von Karten entschieden werden.

Um das Spielgeschehen nicht zu statisch zu gestalten erscheint alle paar Minuten ein Händler bei dem man sich zusätzlich, zum Preis von Gold, mit neuen Karten eindecken kann. Neben dem Händler werden dem Spieler immer wieder die Konsequenzen des Krieges vor Augen gehalten.

Dies wird ihm durch eines von 30+ zufälligen Events mit einem dreiteiligen Entscheidungsbaum vorgeführt. Hier kann zwischen drei zufälligen Ereignissen gewählt werden die mehr oder weniger über das Schicksal deiner Stadt entscheiden.

 

– Besonderheiten –

Schon beim starten des Spieles fällt auf, dass Ratropolis seinem Namen in jeder Form gerecht wird, denn die größte Besonderheit an Ratropolis ist dessen Stil. Überall wo man hinsieht, jedes Gebäude, jede Einheit und jeder Gegner (manche nur im entfernten Sinn) ist an die Rattenthematik des Spieles angelehnt. Die liebevolle Gestaltung der Einheiten ist jederzeit klar zu erkennen. Die detailliert gestaltete Umgebung, die Gestaltung der Karten und die Einheiten sind ein Augenschmaus.

Desweiteren kommt Ratropolis mit einem sehr stimmigen Soundtrack. Jede Gegnerwelle wird mit einem Paukenschlag angekündigt, fertige Aufträge werden durch passende Töne angekündigt und am linken Rand niedergeschrieben. Dadurch hat man selbst in hektischeren Momenten immer einen guten Überblick über das Geschehen.

Positiv fällt auch das sehr ausführliche Glossar auf. In diesem können jederzeit alle Karten mit Goldkosten, Arbeiterkosten und Attributen nachgeschlagen werden. Bekämpfte Gegner, genauer deren Angriff, Verteidigung und deren Kopfgeld sowie deren Angriffsart ebenso. Als letzter Reiter im Glossar werden die Berater aufgezählt. Sage und schreibe 59 dieser Berater sind zurzeit im Spiel!

 


 

– Support –

Am 1. Nov. 2019 kam Ratropolis in den Early Access. Seitdem wird fleißig an Bugfixes und den Übersetzungen gearbeitet. Über etwagige Addons und geplanten Inhalt ist zum Zeitpunkt des verfassens dieser Review leider nichts bekannt.

Des Weiteren ist positiv anzumerken, dass die bereits sehr große Kartenauswahl mit 120 Karten stetig erweitert wird. Sehr löblich ist auch, dass es sich Cassel Games zum Ziel gesetzt hat jeden im Spiel gefundenen Bug zu fixen. Was die Kommunikation in den Steam Diskussionen angeht, macht sich Cassel Games allerdings ziemlich rar.

 

– Fazit –

Als „Echtzeit-Strategiespiel welches Elemente von Roguelite, Tower-Defense, Städtebau und Deckbau“ miteinander zu verbinden versucht, macht Ratropolis einiges richtig aber leider auch ebenso viel falsch. Mit momentan mehr als 30 Events, über 120 Deckkarten, sechs unterschiedlichen Enden und fünf Anführern gibt es in Ratropolis eine Menge zu entdecken.

An den Errungenschaften, welche an der Zahl 35 sind, wurde ebenfalls nicht gespart. Die Entscheidung dazu, allen Anführern den gleichen Kartensatz zur Verfügung zu stellen, schränkt die Wiederspielbarkeit meiner Meinung nach allerdings massiv ein.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Des Weiteren ist eine bessere Balance zwischen den Karten angebracht. Mit etwas Glück ist es möglich gleich zu Beginn des Spiels starke Militärkarten zu ziehen, diese gestalten das Spielgeschehen erheblich einfacher und das Spiel stellt dadurch keinerlei Herausforderung dar.

Wen kleinere grammatikalische Fehler nicht stören und für den einige Textpassagen auf Englisch auch verständlich sind, dem ist Ratropolis als kurzweiliges (eine normale Runde dauert ca 30 Minuten) und storytechnisch seichtes Deckbau-Strategiespiel für zwischendurch durchaus zu empfehlen.

 


 

 


 

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Über Crazycowbeef

Wenn ich gefragt werde was meine früheste Erinnerung an PC und Konsolenspiele ist, muss ich ganz klar sagen: Super Smash Bros Melee auf dem GameCube eines Kumpels. Tag ein Tag aus nach der Schule, sehr zum Leidwesen meiner Eltern, aber unheimlich prägend habe ich dieses Spiel mit meinen Freunden gespielt. Kurz darauf stieß ich auf Counter-Strike, welches mich dazu bewegt hat mir meinen ersten Laptop zu kaufen. Dieser ist leider einige Monate später an einem qualvollen Hitzetod zugrunde gegangen.

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