Praey for the Gods
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Praey for the Gods

Eine neue Eiszeit steht bevor

 

Irgendwo … im nirgendwo. Es ist eisig und stürmisch. Wo sind wir? Warum sind wir hier? Genau das müssen wir herausfinden. Dafür schicken uns die Entwickler von No Matter Studios in eine desolate, unbarmherzige Schnee- und Eislandschaft, durchzogen von großen Gebirgen, tiefen Schluchten und eisigen Flüssen, in der wir fortan versuchen müssen zu überleben.

Durchgefroren und mit Mühe legen wir unsere ersten Schritte zurück, stampfen durch den tiefen Schnee und stoßen schon bald auf erste Anzeichen einer vergangenen Kultur und merkwürdigen Symbolen. Was ist hier geschehen und wie sind wir hier her gelangt? Kurz darauf merken wir dann auch schneller als es uns lieb ist, dass es in dieser Gegend noch andere Dinge gibt, um die wir uns sorgen müssen, als nur Schnee und Wind.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Schnee, Eis, Bergspitzen und Höhlen. Das sind die Dinge, die wir ständig und an allen Ecken zu sehen bekommen. Auf den ersten Blick mag das sehr eintönig wirken, aber tatsächlich ist die offene Spielwelt trotz ihrer beschränkten Biom-Vielfalt sehr abwechslungsreich gestaltet worden und lädt uns ständig zum Entdecken und Erkunden ein. Sei es eine kleine Ruine am Ufer eines Sees oder doch die Überreste eines Dorfs mit Holzhütten.

Die Spielwelt von Praey of the Gods ist bereits kurz nach Beginn des Spiels frei erkundbar und zwar nahezu ohne Ladezeiten. Lediglich beim Betreten oder Verlassen einer Höhle, gibt es einen ganz kurzen Ladebildschirm. Ansonsten hält einen (fast) nichts davon ab, sich frei zu bewegen und nach Herzenslust umherzustreifen. Entsprechend kann man auch die Boss-Gegner im Spiel in beliebiger Reihenfolge angehen.

Das Spiel wurde auf der Unity-Engine programmiert und macht einen sehr guten Job, wenn es um die allgemeine Qualität der Grafik geht. Die eisige Umgebung wurde mit viel Liebe zum Detail erstellt. Bäume verbiegen sich bei starkem Wind, der eigene Charakter hält sich die Hände vors Gesicht, wenn ihr der Wind ins Gesicht peitscht und auch unterschiedlichste Flammen reagieren realistisch auf diesen. Der Wind hat aber auch weiteren Einfluss auf das Gameplay. Dazu aber mehr im Gameplay-Teil des Reviews.

Die Texturen im Spiel sehen größtenteils sehr gut aus, sind aber mitunter dann doch etwas schwammig, wenn man ganz genau hinschaut. Das fällt vor allem dann auf, wenn man beispielsweise an einer Felswand hochklettert. Abseits dessen, bleibt das Spiel trotzdem ein echter Hingucker. Selten hat mich eine digitale Eis-Einöde derart überzeugt. Mitunter möchte man gar selbst anfangen zu frieren, wenn man der Spielfigur zusieht, wie sie beginnt zu zittern.

Um dem Spieler das Gefühl von Eis, Schnee und Kälte noch weiter zu verdeutlichen, wurde auch beim Sound extrem gute Arbeit geleistet. Der eine liebt es, der andere hasst es das Geräusch, wenn man im Winter durch den Schnee stapft. Je tiefer der Schnee, desto intensiver das Geräusch und desto schwieriger ist es für unsere Spielfigur im Schnee voran zu kommen. Auch das Pfeifen des Windes, das Knistern des Feuers oder das Laufen auf Felsuntergründen ist kernig umgesetzt und überzeugt auf ganzer Linie.

Die musikalische Untermalung ist eher zurückhaltend gestaltet worden, was den Eindruck von Einsamkeit noch weiter verstärkt. Wenn es aber darauf ankommt, dann weiß das Spiel mit entsprechenden Musikstücken jedoch zu überzeugen mal etwas ruhiger und mal etwas intensiver abhängig davon, was die Situation eben erfordert. Generell werden Spieler belohnt, welche die Ohren offen halten, da man dadurch einige Dinge frühzeitig entdecken kann.

Die Tatsache, dass es sich hier um ein Spiel handelt, welches sich noch im Early Access befindet, war während des Spielens übrigens nichts zu bemerken. Während des Tests habe ich keinen einzigen Bug, Absturz oder sonstige Probleme feststellen können. Alles lief stets butterweich. Sieht aus, als würde die Qualitätssicherung der Entwickler hier sehr gut funktionieren. Das ist längst nicht selbstverständlich. Deshalb ist das ein großer Pluspunkt.

 

– Gameplay –

Kommen wir zum Herzstück des Spiels, dem Gameplay. Praey for the Gods ist im Kern ein Adventure-Survival-Mix, welcher mit allerlei Mechaniken den Spieler versucht auf Trab zu halten. Leute, die zuvor schon einmal Shadow of the Colossus gesehen oder gespielt haben, werden hier einige vertraute Spielmechaniken wiederfinden. Trotzdem handelt es sich hier längst nicht nur um einen Klon, sondern eine eigene Umsetzung des Spielprinzips.

Nachdem wir ein kurzes Intro zu sehen bekommen, wachen wir am Ufer einer unbekannten, verschneiten Region auf. Schnell werden uns grundlegende Bewegungsmechaniken beigebracht. Laufen, springen, rennen ja sogar schwimmen können wir. Eine der wichtigsten Fähigkeiten ist außerdem das Klettern. Wir können im Prinzip an (fast) jeder Felswand empor klettern. Das geht auch grundlegend einfach von der Hand. Ich muss aber auch sagen, dass die Steuerung beim Klettern mitunter etwas ungenau und holprig war.

Alle Aktionen, die wir im Spiel durchführen, verbrauchen mehr oder weniger Ausdauer. Daher ist einer der wichtigsten Aspekte des Spiels das Management der eigenen Ausdauer. Zudem gibt es 2 weitere Punkte, auf die wir achten müssen. Einmal natürlich unsere Lebenskraft, welche beispielsweise durch erlittenen Schaden sinkt, und auf der anderen Seite unsere Erschöpfung bzw. Müdigkeit. Wir müssen uns also auch ab und an ausruhen und schlafen.

Bevor wir auf die genannten Punkte noch genauer eingehen, kommen wir aber erst einmal zum wohl wichtigsten Spielelement den Bosskämpfen. Bereits sehr bald nach unserer Ankunft auf der Insel, stehen wir einem haushohen Ungetüm gegenüber, welches uns ganz offensichtlich nicht freundlich gesinnt ist. Alleine aufgrund der Größe sollte klar sein, dass wir im Nahkampf mit einem Knüppel nicht wirklich etwas gegen dieses Monstrum ausrichten können.

Wenn wir den Kampf siegreich verlassen möchten, dann gilt es das Monster zu erklimmen. Das Ziel eines jeden Bosskampfes ist es, mehrere Siegel an dessen Körper ausfindig zu machen und zu zerstören. Dabei bieten die Bosse sehr unterschiedliche Mechaniken, wie man nun schlussendlich auf deren Körper gelangt. Zu Beginn eines jeden Kampfes gilt es also zunächst die Bewegungsmuster, Attacken und die Umgebung genau unter die Lupe zu nehmen.

Sollte man es dann einmal auf besagtes Biest geschafft haben, gilt es, die Siegel ausfindig zu machen. An jedem Boss gibt es mehrere davon. Diese leuchten auf, sobald man sich ihnen nähert. Um diese zu erreichen ist es deshalb notwendig am Boss herumzuklettern. Darauf reagieren diese oft, indem sie versuchen uns abzuschütteln oder sonst wie von deren Körper zu entfernen. Hier spielt das Management der eigenen Ausdauer eine große Rolle. Verschätzt man sich, landet man schneller auf dem Boden der Tatsachen als einem lieb ist.

Sobald wir diesen ersten Boss überwunden haben, landen wir erst einmal in einem großen Tempel, welcher uns fortan als eine Art zentraler Startpunkt dient. Nach jedem erfolgreichem Bosskampf werden wir hier fortfahren. Von diesem Punkt aus, können wir uns in jede Himmelsrichtung bewegen und die Spielwelt frei erkunden. Das einzige, was uns davon abhalten könnte, ist ein Mangel an Materialen, Essen oder Waffen. Und damit kommen wir zum Survival-Aspekt des Spiels.

Abseits der Bosskämpfe sind wir längst nicht in Sicherheit. Die Kälte, der Hunger und nicht zuletzt, auch einige kleine Gegner, machen uns das Leben in der Wildnis schwer. Überall in der Welt finden wir Überbleibsel einer vergangenen Kultur und von anderen Helden, welche hier offenbar ihren Tod gefunden haben. In den Ruinen finden wir oft diverse Materialien, Waffen sowie Nahrung. Notfalls können wir gefundene Waffen auch wiederverwerten, um aus den Rohstoffen dann andere Dinge herzustellen.

Das Crafting-System ist dabei angenehm simpel gehalten, bietet aber dennoch genug Optionen, um es auf Dauer interessant zu machen. Ein Baumstamm liefert Holz, welches dann für unterschiedliche Dinge genutzt werden kann. Entweder stellen wir uns Pfeile her, schnitzen uns eine Nahkampfwaffe, einen Bogen oder auch einen Enterhaken. Mit letzterem können wir uns übrigens über weite Strecken an die meisten Felsoberflächen heranziehen. Außerdem können wir aus dem Holz ein Lagerfeuer craften, damit wir uns in der Wildnis aufwärmen können.

Ebenfalls müssen wir unsere Waffen von Zeit zu Zeit reparieren, da diese nicht ewig halten. Hier muss ich dann auch ein wenig Kritik üben. Für meinen Geschmack ist die Abnutzung der Waffen etwas übertrieben gestaltet. Ich musste sofort an The Legend of Zelda: Breath of the Wild denken, bei dem ein sehr ähnliches System vorhanden war und auch dort war es eher störend und nicht zwingend förderlich für den allgemeinen Spielfluss.

Diese Waffen benötigen wir größtenteils beim Erkunden der Wildnis. Der Bogen wird dabei in erster Linie für die Jagd verwendet, Nahkampfwaffen für die meisten normalen Gegner. Es gibt auch größere Gegner, welche Champions genannt werden. Diese erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit, als das übliche Kanonenfutter. Da es aber derzeit nur eine Variante von Champions gibt, sind auch diese schnell kein wirkliches Problem mehr, wenn man deren Kampfmuster erst einmal verinnerlicht hat.

Wer viel kämpft und wandert, der muss natürlich auch etwas essen und genau dafür gehen wir auf die Jagd. Es gibt unterschiedliche Tiere wie Eber, Hirsche, Vögel oder auch Fische, welche neben Fleisch auch noch andere Materialien wie Felle und Federn geben. Wir können das Fleisch dann auch an einer Feuerstelle braten, um den Sättigungseffekt zu verstärken. Die Felle und Federn benötigen wir dann noch, um unsere Rüstung, Stiefel, Handschuhe und mehr aufzuwerten. Dies schützt uns dann besser gegen die Kälte oder verbessert unseren Rüstungswert.

Neben diesen ganzen grundlegenden Mechaniken bietet Praey for the Gods auch noch weitere Möhren am Stiel, welche uns bei Laune halten sollen. Wir können neue Rüstungsteile finden, welche es meist erfordern zuvor ein Rätsel zu lösen. Ebenfalls gibt es Totems in der Welt, die unsere Ausdauer oder Lebensenergie steigern. Und natürlich darf auch die Story nicht zu kurz kommen, weshalb wir Tagebuch-Notizen finden können. Diese erzählen uns mehr zur Geschichte der Welt oder geben mitunter sogar Tipps für Bosskämpfe.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass das Spiel derzeit 4 unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bietet. Mit diesen kann man ganz einfach das eigene Spielerlebnis für sich persönlich anpassen. Möchte man die Survival-Aspekte stärker hervorheben, dann dreht man den Schwierigkeitsgrad einfach nach oben. Wenn man sich hingegen eher auf die Story und sorgenfreieres Erkunden konzentrieren möchte, dann kann man diesen auch abschwächen. Komplett abschalten, lassen sich Hunger, Kälte und Müdigkeit aber nicht. Diese Spielmechaniken sind also immer zu einem gewissem Grad vorhanden.

 


 

– Besonderheiten –

Eine interessante Geschichte am Rande der eigentlichen Entwicklung des Spiels ist, dass sich die Entwickler von No Matter Studios schon vor dem Start der Kickstarter-Kampagne einem rechtlichen Streit mit Bethesda Softworks (bzw. Zenimax) gegenüber sahen. Grund dafür war damals der Name des Spiels. Dieser sollte ursprünglich Prey for the Gods lauten. Das gefiel Bethesda allerdings gar nicht, da dieser dem damals in der Entwicklung befindlichen Prey wohl zu ähnlich gewesen sei.

Laut einer Stellungnahme von Bethesda hatte man wohl bereits vor dem Start der Kickstarter-Kampagne versucht mit No Matter Studios in Kontakt zu treten, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Da dies aber scheinbar nicht gelang, wurde schließlich mit einer juristischen Forderung dagegen vorgegangen und die Entwickler waren gezwungen ihren Titel in Praey for the Gods umzubenennen. Dem bisherigen Werdegang des Spiels hat dies jedenfalls keinen Abbruch getan.

 


 

– Support –

Laut Steam-Seite war ursprünglich geplant, dass sich Praey for the Gods für 6-12 Monate im Early Access befinden wird. Da das Spiel Ende Januar 2019 auf Steam erschienen ist, sind wir derzeit also bereits über diesen Zeitraum hinaus. Wie lange der Early Access noch anhalten wird, kann derzeit nicht gesagt werden. Laut der offiziellen Roadmap der Entwickler, sind jedenfalls weitere Inhalte und Verbesserungen für das Jahr 2020 geplant. Auch finde ich es lobenswert, dass bereits jetzt eine deutsche Übersetzung im Spiel vorhanden ist. Diese ist auch sehr solide. Bis auf ein paar kleine Fehlerteufel gibt es da nichts zu meckern.

Abseits der Roadmap kommunizieren die Entwickler regelmäßig über Neuigkeiten, Infos zu (bevorstehenden) Patches sowie Hotfixes. Man scheint also sehr aktiv mit der Community in Verbindung zu stehen, um das Spiel weiter Richtung vollem Release voranzubringen. Das ist in meinen Augen, immer einer der wichtigsten Punkte während des Early Access die Kommunikation mit der Community.

 

– Fazit –

Von einigen kleinen Schwachpunkten abgesehen, hat es mir Praey for the Gods wirklich angetan. Bereits von Beginn an, hatte es diesen mysteriösen, unbekannten Touch, sodass man herausfinden möchte, was genau hier passiert ist. Und die Spannung bzw. der Reiz ist auch bisher bei mir nicht verflogen. Immer wieder habe ich das Spiel gestartet und weitergespielt, während ich bereits am Schreiben des Reviews war. Daraus resultiert auch, dass ich nun doch schon gut 10 Stunden Spielzeit in das Spiel investiert habe.

Dabei habe ich 4 der aktuell 6 Bosse besiegt – befinde mich also noch nicht am Ende. Laut offizieller Roadmap sind zudem mindestens 2 weitere Bosse geplant, sodass es am Ende insgesamt 8 sein sollen. Ich denke, dass man somit bereits in der aktuellen Version des Spiels locker 15 Spielstunden investieren kann, gerade wenn man es auch noch auf die Sammelgegenstände abgesehen hat. Mit dem zukünftigen Content könnten es dann sogar mehr als 20 Spielstunden werden. Weiterhin dürften die höheren Schwierigkeitsgrade eine Herausforderung für all diejenigen darstellen, die nach dem ersten Durchspielen noch nicht genug von der Einöde hatten.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Für die derzeit veranschlagten knapp 25€ bietet das Spiel bereits eine gute Menge Inhalt. Die generelle Qualität der Präsentation, also die Grafik, der Sound und die Verknüpfung der Spielmechaniken, ist auf einem hohem Niveau und fast durchweg gelungen. Wenn die Entwickler mit gleicher Sorgfalt weiter am Spiel arbeiten und weiteren Content sowie sonstige Verbesserungen einbringen, dann sehe ich keinen Grund, warum Praey for the Gods nicht eine echte Indie-Perle werden sollte wenn es das nicht schon längst ist.

 


 

 


 

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Über Erdbeermilch

Mit 6 Jahren habe ich begonnen zu „zocken“. Meine erste Konsole war damals das NES und kurz darauf erhielt ich auch meinen ersten „PC“. Anschließend habe ich mich dann durch wirklich jede Nintendo-Konsole durchgearbeitet und bin bis heute großer "Big N"-Fan geblieben. „Super Mario“ und „Link“ haben meine Kindheit stark geprägt. Sorry, Microsoft und Sony. Über die Jahre habe ich mich dennoch immer weiter dem PC zugewandt. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Spiele mit starkem Story-Fokus – von der Großproduktion, bis zum kleinen Indie-Hit. Einen ganz besonderen Platz nimmt dabei „Life is Strange“ ein. Und wenn ich mal genug von guten Storys habe, dann springe ich mit Freunden nur allzu gern in eine amüsante Runde „Dead by Daylight“.

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