My Little Blacksmith Shop
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My Little Blacksmith Shop

Bugs und Bronzebarren?!

 

Waffenschmied war schon immer euer Traumberuf? Doch es mangelt noch am heimischen Schmelzofen und Amboss? Dann seid ihr bei My Little Blacksmith Shop genau richtig! Im Spiel kontrollieren wir einen kleinen Schmiede-Laden welcher Ausrüstung und Waffen an mutige Abenteurer verkauft.

Das Ein-Mann-Projekt ist schon eine ganze Weile im Early-Access. Was sich seit Release getan hat, und ob das Gameplay des kleinen Spiels trotz so einiger Probleme überzeugen kann, möchte ich jetzt in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

My Little Blacksmith Shop hat einen sehr eigenen und simplen Grafikstil in der Unreal Engine verpasst bekommen. Wer detailreiche, knackig scharfe Texturen oder Modelle erwartet, wird hier etwas enttäuscht sein. Doch Grafik ist ja bekanntermaßen nicht alles.

Auch wenn die Waffen und Charaktere des Spiels nicht gerade vor Details strotzen, sieht das Spiel hübsch und fast schon niedlich aus. Der eigene Laden, die weitläufigen Wälder und auch die mächtigen Burgen sind liebevoll gestaltet. Die ganze Szenerie wird dabei mit einer passenden Musik im Hintergrund untermalt.

Trotz der simplen Grafik ist die Performance leider sehr schlecht. Selbst mit aktuellster Hardware kommt es oft zu stellenweise niedrigen Frameraten und Rucklern. Außerdem treten für einen Early-Access-Titel verhältnismäßig viele Bugs auf. Auf der technischen Seite des Spiels muss dringend nachgebessert werden.

 


 

– Gameplay –

Zu Beginn unseres Abenteuers als Schmied, starten wir in einer niedlichen, kleinen Hütte in Mitten eines hübschen Waldes am Rand einer überraschend belebten Straße. Diese Hütte dient sowohl als eigentlicher Laden aber auch als Wohnhaus, für die wohlverdiente Ruhe nach einem langen, harten Arbeitstag.

Die nötigen Werkzeuge und Geräte zur Herstellung von Rüstung und Waffen sind glücklicherweise schon vorhanden. Doch sonst ist das Haus ziemlich leer, einige Kupferbarren, ein zwei Handgriffe für Schwerter sowie etwas Geld und ein Buch mit Erklärungen ist alles, was das Spiel mit auf den Weg gibt.

Der Spielablauf ist dabei ziemlich einfach: Morgens öffnen wir den Laden und warten auf Kundschaft. Von Zeit zu Zeit kommen Abenteurer vorbei, welche beispielsweise eine neue Axt, ein Schwert oder eine Reparatur für die eigene Waffe für das nächste Abenteuer brauchen. Die Wünsche der Abenteurer werden dann versucht, so gut es geht zu erfüllen.

Doch wie genau läuft die Herstellung der Waffen nun ab? Ganz am Anfang steht dabei das rohe Erz. Metall-Erz ist in der Mine am Rand des Waldes zu finden. Ausgerüstet mit Spitzhacke, Laterne und einer Lagerkisten auf der Pferdekutsche geht es  Richtung Mine. Dort findet sich täglich eine sehr begrenzte Anzahl an Kohle oder verschiedener Metallerze.

Die Metallerze werden dann im kleinen Schmelzofen hinter dem Laden aufgeschmolzen und in handliche Barren gegossen. Dort können einzelne Erze ebenfalls zu verschiedenen Legierungen vermischt werden. Ist ein Metallerz mal nicht zur Hand, können bereits fertige Barren bestellt werden – inklusive sofortiger Lieferung.

Die fertigen Metall-Barren werden dann zuerst auf der Feuerstelle soweit erhitzt, dass sich diese umformen lassen. Dann wandern die erhitzen Barren auf den Amboss. Dort kann als erstes ausgewählt werden, was für eine Klinge oder Waffe geschmiedet werden soll. Dabei sind Äxte, Schwerter und Hammerköpfe verschiedenster Größen möglich.

Bearbeitet wird das heiße Metall auf dem Amboss mit dem eignen Schmiedehammer. Nach einigen Schlägen mit dem Hammer ist aus den Barren eine Klinge entstanden. Solange die Kling noch heiß ist, kann mit jedem weiteren Schlag die Form der Klinge verändert werden, bis diese den eigenen Vorstellungen einspricht.

Im Anschluss darf natürlich das Abschrecken der Klinge nicht fehlen, dazu steht ein Fass mit Wasser neben dem Amboss bereit. Mit der fertigen Klinge geht es dann zur Werkbank oder zum Schleifstein. Dort kann in einem Minigame die Qualität der Klinge verbessert werden, was beim Verkauf der Waffe deutlich mehr Gewinn einbringt.

Doch passt man nicht genau auf, ist die hergestellte Klinge kaputt und damit wertlos. Ist die Qualität zufriedenstellend, geht es zur Werkbank im Haus, wo der eigentliche Zusammenbau der Waffe stattfindet. Je nachdem, welche Art von Waffe hergestellt werden soll, werden mehr oder weniger Teile benötigt.

Alle „Rezepte“ für die aktuell 6 verfügbaren Waffen sind aber auch im Handbuch im Schlafzimmer der Hütte zu finden. So braucht eine Axt lediglich den Axtkopf und einen Griff, wobei es dabei Varianten für Einhand- und Zweihand-Waffen gibt. Ein Schwert hingegen braucht neben Klinge und Handgriff noch einen Handschutz dazwischen.

Eine Besonderheit ist dabei die Fertigung des Schildes. Neben geschmiedeten Teilen wie Handgriff und Rahmen wird das eigentliche Schild aus Holz hergestellt. Dazu wird Holz im Wald gesammelt, welches dann an der Säge zu einer bestimmten Schildform gesägt wird. Der Zusammenbau erfolgt dann auch wieder an der Werkbank.

Die verschiedenen Griffe der Waffen können aber nur gekauft und nicht selbst hergestellt werden. Das geht einerseits über dasselbe Bestellsystem wie für die Metallbarren oder während einer Shopping-Tour beim Ausrüstungshändler auf der anderen Straßenseite. Dieser hat den Vorteil, dass es dort oft besonders seltene Griffe und Klingen gibt.

Ist die Waffen nun nach den Anforderungen des Abenteurers fertig gestellt, wird diese am Verkaufstresen an den neuen Besitzer übergeben und wir erhalten die wohl verdiente Bezahlung und ein paar Erfahrungspunkte. Das verdiente Geld kann dann beispielsweise verwendet werden, um neue und bessere Metalle zu kaufen.

Ein anderer Einsatzzweck ist der Kauf eines neuen, und größeren Ladens. Dazu steht ein bereits fertiger Laden ein Stück die Straße herunter bereit. Dieser bietet deutlich mehr Platz und Stauraum für bereits gefertigte Waffen und Rohstoffe sowie Griffe. Alternativ kann aber auch mit Hilfe vom Planungstool ein Haus von Grund auf nach eigener Vorstellung aufgebaut werden.

Das Ziel des Spiels ist es, der beste Schmied der ganzen Region zu werden und die besten Waffen mit den feinsten Materialien für mutige Abenteurer und Ritter herzustellen. Doch das dauert lange, da täglich nur wenig Erz verfügbar ist und nur eine Hand voll Kunden den Laden besuchen. Hier ist einiges an Geduld gefragt, bis die besten Metalle bearbeitet werden können.

Zum Grind gesellen sich, wie bereits erwähnt, unzählige Bugs. Am schlimmsten ist dabei die Pferdekutsche, welche sich konstant an Gegenständen der Spielwelt aufhängt. Aber auch der Zusammenbau der Waffen an der Werkbank ist oft überaus frustrierend durch viele Bugs – Schade, hier verging mir leider ziemlich oft die Lust auf das sonst gute Spiel.

 


 

– Besonderheiten –

Im Spiel werden verschiedenste Metalle und Legierungen verarbeitet. Dabei gibt es eine klare Rangfolge der Metalle was Qualität und Preis angeht. Das reicht von simplem Kupfer über Stahl bis hin zu Titan. Für die Bearbeitung jedes Materials wird auch ein entsprechender Hammer benötigt – eine Stahlwaffe mit einem Kupferhammer zu schmieden ist sehr aufwendig.

Durch die Herstellung von Waffen erlangt unser Charakter Erfahrung und Skillpunkte beim Levelaufstieg. Diese Punkte können in verschiedenen Kategorien verteilt werden. Beispielsweise bewirkt ein hoher Charismawert höhere Verkaufspreise, durch mehr Punkte im Geschwindigkeitsskill kann unser Charakter schneller über die Map laufen.

Der Abenteurer ist ein Charakter im Spiel, welcher vor unserem Laden wartet. Dieser kann mit geschmiedeten Waffen ausgerüstet werden. Wird ein bestimmtes Ausrüstungslevel erreicht, kann dieser für uns in ein Dungeon aufbrechen. Von dort aus bringt er im Gegenzug seltene Erze und andere Belohnungen mit.

 


 

– Support –

Der Support für das Spiel ist an sich eher durchschnittlich, gelegentlich werden kleiner Updates und Bugfixes veröffentlicht. Außerdem ist der Entwickler stets um Feedback aus der Community bemüht. Doch man muss bedenken: My Little Blacksmith Shop ist das Werk eines einzelnen Entwicklers, welcher lediglich mit Hilfe einzelner Communitymitglieder seit einigen Jahren am Spiel arbeitet.

 

– Fazit –

Die Spielidee von My Little Blacksmith Shop hat mich wirklich fasziniert. Man ist nicht wie üblich der heldenhafte Abenteurer, sondern lediglich der Schmied, welcher tagein tagaus seinem Job nachgeht und die besten Waffen für die Abenteurer der Region anfertigt. Dabei ist das Gameplay in großen Zügen auch schon wirklich gut umgesetzt.

Doch es stören leider noch einige Dinge. Als erstes fehlt dem Spiel aktuell noch Inhalt, speziell was die Langzeitmotivation angeht. Das sollte vor allem ohne harten Grind möglich sein. Ich denke dabei an mehr Waffen, mehr Shops, mehr Materialien oder vielleicht ein eigenes kleines Abenteuer – allgemein mehr Abwechslung. Hier hat der Entwickler aber schon einige Pläne für die Zukunft.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Doch am störendsten sind leider die enorm vielen Bugs, welche das Spiel seit je her plagen und oft für Belustigung aber auch viel Frust sorgen. Doch das Ein-Mann-Entwicklerstudio tut sein Bestes, alle Fehler und Probleme nach und nach zu beheben. Dass das nicht von heute auf morgen möglich ist, sollte selbstverständlich jedem klar sein.

My Little Blacksmith Shop kann trotz alledem Spielspaß für ein paar Stunden bieten und wer über Bugs und Fehler auch mal lachen kann, sich für die Spielidee begeistert und den Entwickler unterstützen will, ist hier vollkommen richtig. Gerade wenn man den fairen Preis von knapp 8 € zum Testzeitpunkt betrachtet.

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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