MMORPG Tycoon 2
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MMORPG Tycoon 2

Mein eigenes World of Warcraft?

 

So oder so ähnlich lässt sich die erste Reaktion auf den Aufbau-Simulator MMORPG Tycoon 2 beschreiben. Ziel des Spiels ist es, wie es sich bei dem Name schon annehmen lässt, sein komplett eigenes MMORPG zu gestalten. Dabei lässt einem das Spiel allerhand Freiheiten und ist überraschend wenig komplex. Bastele dir deine eigene kleine Welt zusammen, belebe sie mit Städten, Quests und Gegnerzonen und erfülle dir so den Traum deines eigenen MMOs!

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Startet man MMORPG Tycoon 2 das erste Mal, ist man vermutlich erst einmal wirklich positiv überrascht, was die Ästhetik des Spieles angeht. Das gesamte Hauptmenü ist in Form eines hochmodernen Desktops gehalten und überzeugt durch eine wirklich hochwertige Synergie an Grafik und Audio. Die einzelnen Menüpunkte sowie alle bisherigen Spielstände sind als Icons auf diesem Desktop abgebildet, lassen sich auch dazu passend umher schieben und öffnen kleine Fenster.

Die grafische Oberhand hält das Spiel auch nach Doppelklick auf das New Game-Icon. Nach einer zum Desktop passenden Sequenz, in welcher die Kamera wortwörtlich in die Daten des Spieles eintaucht, wird einem die Weltkarte des anstehenden MMOs präsentiert.

Das Interface ist sehr simpel gestaltet und jeder, der auch nur jemals ein Aufbau-Spiel in den virtuellen Händen hielt, wird sich sofort zurecht finden können. Für alle anderen gibt es ein ebenfalls sehr schön gestaltetes Tutorial, das einen schnell die Grundlagen des Interfaces verstehen lässt.

Das Interface folgt auch hier dem Stile des futuristischen Desktops. So sind die Schaltflächen wie auch der spieleigene Mauscursor in einem schwarz-neonblauen Muster gehalten während Warnungs- und Meilensteinsanzeigen in grellen Grün-, Gelb- oder Rottönen erfolgen. Auch die Landschaften sowie die 3D-Assets wirken alle eines MMOs authentisch und ästhetisch designed. Bei den Terrains fällt nur schnell auf, dass es da aktuell noch nicht sonderlich viele gibt.

Es stehen zwar schon neun verschiedene Terrains zur Auswahl, aber da jedes Gebiet bereits vier Terrains erfordert, ist man spätestens beim dritten Gebiet zum Wiederholen gezwungen. Die 3D-Models der Häuser, Pflanzen und NPCs wirken alle wie aus der Anfangsphase von World of Warcraft und sind in einem einfachen Low-Poly-Look gehalten. Sie sind stimmig, aber wirklich simpel gehalten. Das ist aber auch nicht verwunderlich.

Zum einen muss MMORPG Tycoon 2 wie auch echte MMOs zu einer späteren Phase mehrere hundert Spieler-, NPC- und Gegnercharaktere gleichzeitig abbilden, was bei zu detailreichen Modellen definitiv auf Kosten der Performance gehen würde. Zum anderen ist es möglich die Spieler-, NPC- und Gegnercharaktere selbst zu gestalten.

Dabei wählt man zwischen vielen verschiedenen Körperteilen wie Köpfen, Körpern, Gliedmaßen oder Hinterteilen aus und konfiguriert diese noch detailreich in Dingen wie Farbe, Größe oder Position. Um den Spielern so ein System zu ermöglichen, müssen eben auch alle Charaktermodels diesem Kategorie-System unterliegen.

In Sachen Audio leidet das Spiel bisher an einem großen Manko. Es bietet zwar eine große Palette an Soundeffekten und auch das Ambiente ingame wird stets von passenden Geräuschen unterstrichen, jedoch handelt es sich dabei auch nur um Soundeffekte. Es gibt zwar auch einige längere Fanfaren bei gewissen Events, beispielsweise wenn das Tutorial abgeschlossen oder das MMO selbst einen weiteren Meilenstein erreicht, aber über diese geht die musikalische Unterstreichung bisher nicht hinaus.

Egal ob im Hauptmenü oder ingame – Dem Spiel fehlt es aktuell leider an jeglicher Musik. Und das obwohl sich das „Music Volume“ im Menü konfigurieren lässt. Nur hat das selbst auf 100% bisher noch keinen Nutzen. Es bleibt nur zu hoffen, dass bald passende Musikstücke nachgereicht werden, da das Spiel aktuell trotz den Ambiente-Sounds unangenehm ruhig wird und man dazu veranlasst wird, selbst eine weitere Hintergrundbeschallung anzumachen.

 

– Gameplay –

Dem geübten Aufbau-Spieler fällt sofort auf, dass MMORPG Tycoon 2 genreuntypisch nicht auf präzise Regulierungen und knifflige Verwaltungsaufgaben setzt, sondern vor allem versucht durch verschiedene Gestaltungs- und Unterhaltungsmethoden zu punkten, denn das Spielprinzip ist relativ simpel.

Als Spieler bastelt man sich eine eigene MMO-Welt zusammen, in welcher man auch gleich auf der Welt selbst Elemente wie das online-Netzwerk in Form von Uplinks, Servern und Kabeln oder weitere Management-Aufgaben wie Werbeaktionen oder Preismodelle behandelt.

Die Kreation des eigenen MMOs beginnt aber erst einmal bei der Wahl des Namen und des Logos. Es folgt die Auswahl des Spieltyps. Dabei lässt sich zwischen Typen wie Combat, Casual, Free-To-Play oder Player vs Player auswählen. Der Spieltyp entscheidet zum einen die Grundwerte der gleich folgenden Statistiken und gibt zum anderen ein Startfeature vor – Auch wenn in der aktuellen Version noch nicht jeder Spieltyp ein Startfeature besitzt.

Anschließend lassen sich noch vier weitere Punkte beliebig auf die Statistiken verteilen. Die Statistiken bestehen aus Astroturf (+4% Werbung), Fluff (+20% Erkundungen), Hugs (+4% Sozialisierungen), Bling (+4% Achievements/Loots) und Gibs (+4% auf Kämpfe). Jenachdem wie man seinen Spieltyp wählt und die Punkte verteilt, lässt sich ein individueller Schwerpunkt festlegen. Ist all dies getan, kann man direkt in sein eigenes MMO eintauchen.

Dabei gibt es hauptsächlich zwei Ressourcen, auf welche es zu achten gilt. Zum einen ist das in so ziemlich jeder Aufbau-Simulation benötigte Geld natürlich stets relevant. Hier gelten die üblichen Regeln – Laufende Kosten sollten zu keinem Zeitpunkt die laufenden Einnahmen übersteigen und es sollte stets auf einen kleinen Puffer geachtet werden, sollte das aktuelle System einmal abstürzen.

Die zweite hochrelevante Ressource stellen in diesem Spiel die Abonnenten dar. Zum einen stellen sie natürlich eine sehr stabile, regelmäßige Geldeinnahmequelle dar, solange man das MMO nicht im f2p-Modell betreibt. Außerdem levelt bei steigender Abonnentenanzahl das Spiel auf, was sich in einer neuen Versionsnummer ausdrückt.

Bei jeder vollständigen neuen Version darf man ein neues Feature für sein MMO wählen. Auch wenn deutlich mehr zur Auswahl stehen, sind aktuell bisher nur wenige wirklich implementiert. Dazu gehören PVP-Duelle und ein Schnellreisesystem. Die anderen Features bringen aktuell nur einen Punkte-Bonus auf der entsprechenden Statistik, werden aber sicher noch mit weiteren Updates konkrete Funktionen erhalten.

Die Weltkarte setzt sich aus verschiedenen Regionen zusammen. Bei einem neuen Spiel startet man mit einer Region und kann sich weitere Regionen für je 5000$ hinzukaufen. Die Welt an sich lässt sich kostenlos beliebig anpassen, da nicht-gekaufte Regionen auf Wunsch zwischen Meer und Land gewechselt werden können.

Für jede Region lässt sich ein empfohlenes Level festlegen. Aktuell ist man da noch auf ein spezifisches Level pro Region angewiesen, aber schon bald sollen Levelgruppen für Regionen möglich sein. Dann könnte man beispielsweise eine Region für Charaktere der Level 4-7 kreieren was eine wirklich dynamischere Kontrolle über den Spielerfluss zulassen würde.

Innerhalb der Regionen lässt sich nun die Infrastruktur des Spieles aufbauen. Dazu gehört in der ersten Region der Spawnpunkt für neue Spieler. Auch benötigt jede Region einen Friedhof, in der die Spieler, die in dieser Region sterben, respawnen. Ebenso wird ein Inn benötigt, in welchem sich die Spieler ausloggen können. Mehr benötigt eine Region nicht, um zu funktionieren, aber natürlich empfiehlt sich, Regionen ordentlich mit Shops, Questgebern, Aussichtspunkten und Gegnern auszustatten.

Das dann auch noch ästhetisch und authentisch umsetzen, erfordert zwar eine Menge Zeit, zahlt sich am Ende aber auch dank der Optik des Spieles aus. Nichts tut so gut wie zu beobachten wie die Spielermassen die neue Region einrennen, in welche man zuvor eine Menge Zeit gesteckt hat.

Auch das Netzwerk-System ist mehr als einfach. Man platziert Uplinks und legt von diesen Kabeln aus, um das Gebiet um die Kabel herum zu aktivieren. Sämtlicher Spielinhalt, egal ob Gegnerzone, Gebäude oder NPC, muss sich in solchem aktiviertem Gebiet befinden, um zu funktionieren. Dazu gibt es noch kleine Variationen bei den Uplinks und den Verbindungen sowie Server, welche mehr Abonnenten zulassen, aber alles in allem ist auch dieses Netzwerk-System absolut selbsterklärend und keinem Zeitpunkt anspruchsvoll.

Wie bereits erwähnt, lassen sich die Charaktermodelle in einem Editor selbst gestalten. Genutzt werden können diese Modelle dann für die Charakterklassen, Gegner und NPCs. Die Charakterklassen stellen eben die Spielercharaktere dar und lassen sich neben ihrem Aussehen anhand ihrer einzelnen Stats wie Health, Mana oder Speed und ihren einzelnen Angriffen konfigurieren. Für die fauleren Spieler gibt es aber auch „Auto-Buff“ und „Auto-Nerf“-Knöpfe, die einem diese Arbeit abnehmen.

Gegner lassen sich annähernd gleich konfigurieren. Auf der Karte lassen sich die Gegner in zwei Arten platzieren. Entweder in Form von einfachen Gegnerzonen, in welchem der entsprechende Gegner in Massen auftaucht. Außerdem ist es möglich von jedem Gegner einzelne Elite-Versionen zu platzieren, welche deutlich stärker sind als die normalen Formen. Sowohl von den Charakterklassen als auch Gegnern hat man zu Beginn drei zur Auswahl und schaltet mehr frei mit steigender Abonnentenzahl.

Die bisherigen NPCs kann man in drei Kategorien auftauchen. Zum einen gibt es einfache Wachen, welche man in Städten und Ähnlichem platzieren kann. Wachen greifen einfach Gegner an, welche in ihre Nähe geraten, beispielsweise während sie einen Spielercharakter verfolgen. Eine weitere Art der NPCs sind die Questgeber.

Die Quests lassen sich insofern konfigurieren, dass man das örtliche Ziel auswählt und eine passende Quest generiert wird, beispielsweise töte 6 Skelette bei einer Skelett-Gegnerzone. Außerdem gibt es seit dem letzten Update Klassen-Trainer. Das sind NPCs, die jeweils Spielercharaktere einer bestimmten Klasse beim aufleveln helfen können.

Wirklich negativ fällt bisher nur das Buzz-System aus. Mit positiven und negativen Buzzes wird das angesammelte Feedback der Spieler dargestellt. Abseits der Gesamtzahlen der Buzzes lassen sich die Feedback-Nachrichten entweder bei den einzelnen Spielern selbst nachlesen oder die fünf meistgetätigten Aussagen im Überblicksbericht nachlesen. Und genau hier liegt das Problem. Im Laufe meines bisher längsten Spielstandes erhielt ich ab einem gewissen Punkt plötzlich eine größere Menge an negatives Buzzes.

Ab diesem Moment bemerkte ich, dass das bisherige Feedback-System in längeren Spielständen noch nicht sonderlich sinnvoll ist. Denn in den fünf meistgetätigten Aussagen im Überblick waren logischerweise nur generische Aussagen wie „The scenery is really nice here.“ oder „I like this town.“ zu lesen. Da solche Aussagen zu diesem Zeitpunkt bereits über 30.000 Mal getätigt worden, blockierten sie diese fünf Slots auf ewig. Bis die Probleme, die scheinbar neuerdings herrschten, dort auftauchen würden, wäre es schon viel zu spät.

Dementsprechend blieb mir nichts anders übrig als die einzelnen Spielercharaktere anzuklicken und deren Historien durchzusuchen, um herauszufinden was aktuell so unbeliebt sei. Hier wäre es eine einfache Lösung, wenn sich die fünf Slots für die meistgetätigten Aussagen auf zeitliche Phasen begrenzen lässt oder auf die fünf meistgetätigten negativen Aussagen umschalten lassen würden. Doch abseits davon macht MMORPG Tycoon 2 sehr vieles richtig und ist definitiv auf dem richtigen Weg, um ein wirklich gutes Spiel zu werden!

 


 

– Besonderheiten –

MMORPG Tycoon 2 hat aktuell einen unglaublichen Vorteil, den nur wirklich wenige andere Spiele haben: Es hat keine wirkliche Konkurrenz. Während in den letzten Jahren die Gamestudio-Simulationen wie Game Dev Tycoon, Game Dev Studio oder GamersGoMakers wie Gras aus dem Boden schossen oder neuerdings auch die Freizeitpark-Simulationen wie Planet Coaster oder RollerCoaster Tycoon World im Trend sind, steht MMORPG Tycoon 2 bisher noch wirklich alleine im Raum.

Abseits davon setzt es im Vergleich zu den meisten anderen Aufbau-Simulationen auf deutlich weniger komplexere Spielvorgänge und fokussiert stattdessen eher die ästhetischen Aspekte. Einerseits schlägt es so einen erfrischenden neuen Weg ein, andererseits könnte es so aber auch Genreliebhaber vergraulen.

 


 

– Support –

Hinter MMORPG Tycoon 2 steckt das sonst unbekannte Team von Vector Storm. Neben einer Reihe von kleinen Game Jam-Spielen stammt bisher nur der direkte Vorgänger aus ihrer Feder. Aber selbst dieser ist in keinem Punkt mit seinem Nachfolger zu vergleichen und ist wirklich simpel gehalten MMORPG Tycoon steht kostenlos auf ihrer Homepage zur Verfügung.

Auf Feedback reagieren sie bisher wirklich schnell und effektiv. Gerade auf ihrem Discord-Server gehen sie auf direkte Fragen und Feedback-Punkte ein. Schon lange vor Release wie auch aktuell sind sie sehr kommunikativ und halten ihre Community stets über den aktuellen Stand informiert. Auch ihre Updates bringen jedes Mal ein gutes Stück an neuen Content in das Spiel. Dafür erscheinen die Updates im Vergleich zu anderen Early Access-Titeln eher unregelmäßig.

 

– Fazit –

Wer schon immer sein eigenes kleines MMO zusammenbasteln wollte, liegt mit MMORPG Tycoon 2 genau richtig. Das Spiel lädt einfach zu einem gemütlichen Abend ein, in welchem man seiner Kreativität einfach mal freien Lauf lassen kann.

Es wird zu keinem Zeitpunkt wirklich komplex und wenn man sich auch nur ansatzweise logisch verhält, ist es auch nahezu unmöglich, ins Minus zu geraten. Immerhin ist das Spiel mit seinem Konzept bisher absolut einzigartig und setzt die Messlatte für Nachfolger auf diesem Gebiet auch direkt weit oben an.

In Kombination mit seiner angenehmen Grafik und vielen Optionen zur Gestaltung schlägt es sowieso einen anderen Weg als viele andere Aufbau-Simulatoren ein. Auch wenn aktuell noch die passende Musikuntermalung fehlt.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

MMORPG Tycoon 2 schlägt sowohl in der Genrekategorie als auch vom Spielkonzept her einen erfrischenden Weg ein. Es macht vieles von dem, was es will, goldrichtig und funktioniert nahezu tadellos. Einige Spielinhalte sind noch nicht ausgearbeitet und an vielen Ecken ist zu merken, dass der Spielgehalt noch ordentlich aufgestockt werden kann.

Es befindet sich aber auch noch in einer wirklich frühen Early Access-Phase und wenn in den nächsten Monaten auf die bisherige Struktur weiter aufgebaut und auf die wenigen Kritikpunkt passend eingegangen wird, steht dem Spiel gewiss noch eine goldene Zeit bevor.

 


 

 


 

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Über Chesra

Schon in sehr jungen Jahren begann ich mich nicht nur für Videospiele, sondern auch der Kunst und Wissenschaft hinter diesen zu interessieren. An meinem ersten eigenen Spiel begann ich im Alter von 8 Jahren zu arbeiten und richte seitdem meine Hobbys und meine berufliche Zukunft nach dieser Richtung. Auch wenn ich in den Jahren seitdem schon sehr viel dazu gelernt habe, bin ich immer noch wie am ersten Tage an jedem neuen Spielkonzept interessiert und liebe es noch immer in ein völlig neues Spiel einzutauchen!

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