Meeple Station
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Meeple Station

Mein eigener Todesstern!

 

„Kapitän…Kapitän in Sektor D ist die Luftversorgung ausgefallen, wenn wir das nicht schleunigst reparieren, wird die Luft für uns alle knapp! Ich schicke einen Ingenieur zur Behebung des Problems.“ Einige Zeit später. „Brücke bitte kommen. Diese ungeschickten Meeple sind wieder einmal über die Kabel gestolpert und haben eines der Kabel dabei abgerissen. Ich habe jedoch kein Ersatzkabel dabei, wir brauchen erst das richtige Material. Schick den Raffineur und beeilt euch, es wird langsam stickig!“

So oder schlimmer könnte es auf deiner neuen Raumstation aussehen. Meeple können über Kabel stolpern und sie dabei kaputt machen, also baue die Station so, das ungeschickte Meeple erst gar nicht durch das Kabelchaos laufen müssen um von A nach B zu kommen. Es gibt zu dem eine Menge Wege, wie Meeple zu Tode kommen können, da reicht ein Sprung aus der Luftschleuse ohne Raumanzug, sehr beliebte Methode bei den depressiven Bewohnern. Also ist es deine Aufgabe, gut acht zu geben, wie es den Leuten geht.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Meeple Station spielt sich hauptsächlich aus der isometrischen Perspektive, dadurch bekommt man einen guten Überblick über die gesamt Situation, der einfach gehaltene Pixelstil hilft dabei. Die Menüs sind übersichtlich und aufgeräumt. Es gibt im Spiel unter dem Fragezeichen ein kleines Nachschlagewerk, das alle Bauten und Objekte erklärt so wie auch das Berufssystem und die Bewohner selber. Im Großen und Ganzem kann man sagen eine solide Grundlage, die praktisch geschaffen ist für den Mod Support.

Im Hintergrund hört man eine angenehme futuristische Begleitung, die nicht zu aufdringlich aber auch nicht zu langweilig ist. Dennoch kann es nach einer längeren Spielzeit zur Monotonie neigen. Neben der Hintergrundmusik hört man hier und da mal einen Meeple brabbeln, dabei handelt es ich aber um keine verständliche Unterhaltung oder Sprache. Im technischen Bereich hatte ich während dem gesamten Test keine Abstürze und keine Ruckler oder Lags. Zwar bin ich auf ein paar kleine Bugs gestoßen, diese haben mich allerdings nicht wirklich am weiter spielen gehindert.

 

– Gameplay –

Beim Start von Meeple Station fällt schnell auf, dass zwar ein Multiplayer geplant, momentan im Menü aber noch ausgegraut ist. So beginnt der Test mit einem Einzelspiel im klassischen Modus, die Kampagne kommt ebenfalls erst später dazu. Danach steht der Schwierigkeitsgrad zur Auswahl, wählt man friedlich, startet man mit 11500 Credits, im Masochisten Modus beträgt die Summe gerade einmal 3850 Credits. Diese Wahl ist wichtig für den Aufbau der Raumstation.

Denn noch gibt es keine Bewohner, erst muss auf einem leeren Baufeld die Station errichtet werden. Dabei hat man eine kleine Checkliste mit allen lebensnotwendigen Bauelementen. Geht man strickt nach der Liste, wird man schnell auf Probleme stoßen, sobald die Bewohner – auch Meeple genannt – erst einmal einziehen. Zum Beispiel deckt die Checkliste keine Schlafgelegenheiten für die Meeple ab, sowie keine Raffinerie, die für das Weiterkommen essenziell ist.

Für den Bau jeglicher Teile werden nun die Credits benötigt. Erst einmal braucht es einen Eingang mit Luftschleuse und einer weiteren Tür um nicht zu viel Luft beim Betreten und Verlassen zu verlieren. Des Weiteren brauchen die Meeple, Raumanzüge, dafür gibt es extra einen Schrank, nicht zu verwechseln mit den normalen Kleiderschränken. Wie eben erwähnt kann man Luft verlieren, also muss auch Luft produziert werden, dazu braucht es Generatoren zur Lebenserhaltung.

Diese müssen mit Strom versorgt werden, daher braucht es außerhalb der Station Solarmodule die mit der Station verbunden werden. Um dabei keinen Strom zu verlieren, gibt es Energiezellen die den produzierten Strom speichern und nach Bedarf zur Verfügung stellen. Im späteren Spielverlauf kann man weitere Möglichkeiten erforschen, um das ganze Stromsystem zu verbessern und leistungsstärkere Maschinen zu beliefern.

Zu den lebensnotwendigen Dingen gehört natürlich auch eine Nahrungsquelle, für den Anfang reicht ein simpler Fischtank, der wider erwarten keine Stromzufuhr benötigt. Jeden Tag nur Fisch ist auf Dauer aber auch keine Lösung, um den Botanikgarten freizuschalten, braucht man mehr Meeple, mehr Anführer und eine Forschungsstation inklusive eines Forschers. Eines nach dem Anderen. Sobald man mit der gesamten Station zufrieden ist und alle wichtigen Elemente verbaut hat, betätigt man den Start Knopf.

Nun befindet man sich auf der Karte und wählt den ersten Standort, dabei sollte man beachten, dass man möglichst alle vier Standardressourcen im Umkreis hat. Fährt man mit der Maus über die Bereiche wird direkt angezeigt welche Rohstoffe in dem Gebiet zu finden sind. Neben den Ressourcen gibt es auf der Karte aber auch Gebiete die von Piraten besetzt sind oder von Händlern rege genutzt werden. Für den Anfang sollte man den Piraten aus dem Weg gehen, bis man die Raumstation ausreichend ausgebaut und einige Wachen ausgebildet hat.

Die vier Grundressourcen bestehen aus Brotium, Dilitium, Morilium und Stahlium. Aus diesen Grundrohstoffen können weitere Rohstoffe hergestellt werden. Für die normalen Raumstation Elemente braucht es vor allem Stahlium das zu Stahlit weiterverarbeitet wird. Für einige Möbelstücke braucht es hingegen vorwiegend Morilium und für pflanzliche Gegenstände braucht es am meisten Brotit das aus Brotium gewonnen wird. So hat jeder Rohstoff sein eigenes Verwendungsgebiet. Für den Start kann man so am ehesten auf Dilitium verzichten.

Allerdings wird es in der späteren Spielphase immer wichtiger, denn schon alleine die Forschungsstation braucht Produkte die nur aus allen vier Rohstoffen produziert werden können. Sobald man sich also für einen Standort entschieden hat, geht es eigentlich erst richtig los. Nun kann nichts mehr mit Credits gebaut werden, alles braucht nun Rohstoffe, dazu wollen auch die vier Meeple die angekommen sind versorgt werden. Denn diese besitzen ein Wohlbefinden und möchten gerne ihre eigenen Quartiere haben, wie auch Sitzgelegenheiten um nicht im Stehen essen zu müssen.

Zu aller erst sollte man sich jetzt die Bewohner genauer anschauen, jeder einzelne hat verschiedenen Eigenschaften die aus Stärken und Schwächen bestehen. Dabei gibt es wieder vier Grundeigenschaften, welche aus Sozialbefinden, Arbeitsverhalten, psychisches Wesen und Statur bestehen. Diese Eigenschaften können positiv wie auch negativ ausfallen. Zum Beispiel kann ein Meeple sehr gesellig, aber auch ein fauler Arbeiter sein, gleichzeitig ein souveränes Wesen und eine fitte Statur haben.

Hinzu kommen dann noch die weiteren Eigenschaften. Einige sind sehr hilfreich andere hingegen überhaupt nicht. Zum Beispiel kann ein Meeple astrophobisch, gewalttätig oder ungeschickt sein. Im Gegenzug aber auch genial, magersüchtig und ordentlich. Ungeschickte Meeple können zum Beispiel über Stromkabel stolpern und diese dabei zerstören, was eventuell eine kleinen Katastrophe verursacht, wenn das Kabel für die Luftversorgung zuständig war. Magersüchtige Bewohner essen weniger und unordentliche Meeple machen mehr Dreck.

Aus den vier Startbewohner muss nun ein Kapitän festgelegt werden. Für diesen Job gibt es keine genaue Jobbeschreibung, aber es macht Sinn, jemanden zu wählen der ein gutes Sozialverhalten aufweist. Nach dem der Kapitän festgelegt wurde, können die restlichen Meeple anderen Berufen zugewiesen werden. Der Miner zum Beispiel, ist für die Rohstoff Gewinnung zuständig und steigt in einen Raumanzug um zu den Rohstoffblöcken zu fliegen die außerhalb der Station liegen.

In der Auswahl der Berufe sieht man schon im Vorhinein welche Eigenschaften vom Vorteil sind und welche man vermeiden sollte. Es muss nicht immer perfekt passen, damit der Beruf ausgeführt wird, aber die Eigenschaften die unter „Vermeide:“ gelistet sind, sollte man auf alle Fälle berücksichtigen, ansonsten könnte der Meeple depressiv werden und im schlimmsten Fall Suizid begehen, in dem er ohne Raumanzug aus der Luftschleuse springt und für immer leblos durchs Weltall reist.

Unter dem Affinitäten Reiter findet man auch die Übersicht der Meeple, in welchem Beruf sie am besten aufgehoben sind und in welchen eher weniger. Neben den Berufen gibt es aber auch Beziehungen die sich zwischen den Meeple entwickeln können, gibt es einmal Zoff erscheint ein negativer Eintrag in der Freundschaftssektion und in der Übersicht. Streitereien können die Bewohner ebenfalls herunterziehen und man sollte Streithähne wenn möglich beruflich trennen, damit sie nicht ständig aneinander geraten.

Um nun vorwärts zu kommen, braucht es einen Raffineur der die Rohstoffe die der Miner abbaut weiter verarbeitet. Er stellt an der Raffinerie die Produkte her die man als Spieler in Auftrag gibt. Dabei kann man entweder eine bestimmte Anzahl eine Produkts festlegen oder den Unendlichkeit Button drücken, damit das Produkt unentwegt hergestellt wird. Der Ingenieur ist für alle Bauten zuständig, er erweitert die Raumstation nach belieben, sofern die richtigen Materialien vorhanden sind und platziert alle Möbel und Module.

Es kann auch Handel betrieben werden, dafür braucht es eine Dockstation, an der Handelsschiffe andocken können. Sobald ein Raumschiff anlegt kann man es anwählen und Ressourcen handeln. Um Güter zu kaufen verbraucht man Credits, für das Verkaufen erhält man Credits zurück. Das Handeln, wie auch Erweitern der Station geben Ruhmpunkte. Erreicht man einen gewisse Anzahl an Ruhmpunkte kommen neue Meeple mit dem Handelsschiff. Jedoch müssen genug freie Betten vorhanden sein, dass sie auch auf der Station einziehen.

Je mehr Meeple an Bord sind, desto mehr Dreck wird gemacht und niemand fühlt sich in einer dreckigen Umgebung wohl, daher braucht es auch Hausmeister, die sich um die Säuberung jeglicher Verschmutzung kümmern. Mit jedem weiteren Bewohner, wird es immer wichtiger ein Forschungslabor aufzustellen und einen Forscher festzulegen, denn die Fischtanks für die Nahrungsversorgung ist mit der Zeit nicht mehr effizient, wie auch die Strom und Luftversorgung.

Damit man einen Forscher einstellen darf, braucht es einen neuen Offizier und zwar den Managementvorstand. Danach kann man endlich einen Wissenschaftler festlegen und neue Technologien erforschen. Ebenso die Wachen können nicht von Anfang an eingestellt werden, dazu braucht es den Verwaltungsvorstand. Für diese beiden Offiziere muss man das silberne Abzeichen durch Ruhmpunkte erreicht haben. Später können dann noch weitere Offiziere freigespielt werden.

Nun schon bald gehen die Ressourcen auch zu ende und man muss sich einen neuen Standort auf der Karte auswählen. Um sich fortbewegen zu können, braucht es zum einen Treibstoff der durch einen Treibstoffprozessor hergestellt wird, verbraucht Energie und rohes Dilitium und zum anderen muss ein Quantentriebwerk bestehend aus einem Triebwerkskern, Zünder und Injektor gebaut werden. Je mehr Kerne und Komponenten verbaut sind, desto längere Reisen können gemacht werden.

Reisen bringen auch Gefahren mit sich, unterwegs kann man von Piraten angegriffen werden, sofern man kein Schutzschild oder Wachen hat, können Piraten einem die gesamte Station zerstören, neben den Piraten gibt es auch Meteoriten die in die Station krachen können, auch da schützt ein Schutzschild, hat man keines, kann der Meteorit massiven Schaden an der Station anrichten, dabei muss man schnell sein und die Station so schnell wie möglich reparieren, damit so wenig Luft wie möglich entweicht.

 


 

– Besonderheiten –

Hinter Vox Games als Entwickler steht der Publisher Modularity, sie sind dafür bekannt Spiele zu unterstützen, die vom Mod Support leben. Meeple Station ist das erste Spiel bei dem sie als Publisher dahinter stehen. Die Erfahrung die sie aus ModDB, IndieDB und mod.io mitbringen, kommt daher ganz recht. So bringt das Spiel schon seit beginn der Early Access Phase den Mod Support mit sich.

Seit Release gibt es im Menüreiter Mods bereits spielbare Erweiterungen und es werden von Tag zu Tag mehr. Einige davon erweitern die Auswahl an Mobiliar oder verändern das generelle Aussehen der Station. Wer selber Interesse daran hat Mods für Meeple Ststion zu entwickeln, kann diese HIER hochladen und die bereits bestehenden durchstöbern ohne das Spiel zu starten. Frohes modden!

In Meeple Station gibt es einige verschiedene Offiziere. Zu Beginn steht der Kapitän zur Verfügung, er schaltet generell die ersten Berufe frei. Mit steigendem Ruhm kann man nach und nach noch weitere Offiziersplätze vergeben. Diese schalten entweder neue Berufe frei oder verbessern die Arbeits- oder Forschungsgeschwindigkeit. Manche dienen auch zur Verbesserung der Sicherheit und erhöhen den Schaden, welche die Wachen austeilen.

 


 

– Support –

Für Vox Games ist Meeple Station bereits das zweite Spiel das auf Steam in den Early Access geht. 2018 verließ Region of Ruin erfolgreich den Early Access. Seit dem Start im Januar hat sich bereits einiges im Spiel getan, wöchentlich folgen neue Updates mit Bug fixes und neuen Inhalten. Ebenso das Layout von Meeple Station hat sich schon verändert und das zum Positiven. Wo die Auswahl an Mobiliar zu Anfang noch etwas karg war, gibt es jetzt bereits mehr Abwechslung.

Die Entwickler sind im Steamforum sehr aktiv und rege unterwegs, wer etwas direkter mit ihnen in Kontakt treten möchte, kann ihrem Discord Server beitreten. Für diejenigen, welche noch etwas mehr Informationen über das Spielprinzip und den Spielverlauf benötigen, es ist ebenso ein Spielwiki vorhanden, indem man alles wichtige nachlesen kann. Ansonsten bleibt es abzuwarten wohin die Entwickler das Spiel bringen und wie groß die Mod Community wird.

 

– Fazit –

Meeple Station ist an sich ein solider Early Access Titel und es baut darauf durch viele Mods erweitert zu werden. Schon allein das Design ist von Grund auf sehr neutral gehalten, so dass man es mit Leichtigkeit komplexer erweitern kann ohne einen Stilbruch zu haben. Im Gegensatz zu der Ausstattung sind die Bewohner der Station etwas komplexer und erfordern mehr Aufmerksamkeit, als zunächst gedacht. Es kann immer schnell etwas passieren und das bringt die Abwechslung ins Spiel.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Gäbe es keine Mods wäre der Preis des Spiels kaum im Verhältnis zum Inhalt, jedoch steht das Spiel auch ganz am Anfang der Early Access Phase und bekam in den vergangenen Wochen bereits mehr Mobiliar. Mit dem Wissen, dass das Spiel von den Mods lebt, ist das Spiel bedenkenlos zu empfehlen. Wer trotzdem unsicher ist, kann einen Blicke in die Roadmap wagen. Insgesamt ist Meeple Station ein schönes kleines Gelegenheitsspiel mit Potenzial und vielen Möglichkeiten zur Erweiterung.

 


 

 


 

Nurona

Über Nurona

Im Grunde spiele ich so ziemlich alles was mir in die Hände fällt, ausgenommen von Horrorspielen. Aufgewachsen bin ich aber mit den legendären Schlachten in Age of Empires 2, den arbeitstüchtigen Orks aus Warcraft 3 "Work, work", den geheimnisvollen Zerg aus Starcraft und vielen, vielen mehr. Auch heute sprechen mich Strategiespiele und Aufbausimulationen außerordentlich an. Trotzdem versuche ich mich immer wieder gern an Indietitel, bei denen ich keine Ahnung habe, was für ein Spielkonzept dahinter steckt.

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