Main Assembly
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Main Assembly

Mach‘ doch was Du willst, denn was Du willst, kannst Du machen

 

Wolltest Du schon immer Deinen eigenen Roboter bauen? Einen Mech, eine Mecha-Spinne oder einfach nur ein selbst konstruiertes Auto? Möchtest Du Deine Ideen selbst ausprobieren und schauen, wie sich die Physik auf Dein Konstrukt auswirkt? Dann lasse Deiner Kreativität freien Lauf. Baue was Du willst, wie Du willst und probiere nach Herzenslust aus, wonach Dir der Sinn steht. Mit Main Assembly kannst Du all das tun und noch viel, viel mehr. Verwirkliche Dein Roboter-Projekt.

Main Assembly ist ein Mix aus Sandbox-Game und Aufbau-Simulation. Eine Story oder Lore, wie man es aus den meisten Spielen kennt, gibt es nicht. Das Spiel konzentriert sich eher auf die „Freedom of Creativity“. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Ausleben und Umsetzen der eigenen Kreativität.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Main Assembly präsentiert sich als helle und freundliche Welt. Die Farbgebung innerhalb des Spieles ist kräftig, jedoch nicht übertrieben. Es tauchen hier und da ein paar Kontraste wie beispielsweise weiß und orange auf. Diese wirken allerdings eher stimmig als störend. Je nach Umgebung sind die Farben ihrer Umwelt angepasst. Es gibt mehrere unterschiedliche Szenarien, die zur optischen Abwechslung beitragen. Hierunter fallen beispielsweise eine Schneelandschaft, ein See mit Bootshütte oder eine geteerte Testfahrtstrecke.

Die Detailtreue ist im Vergleich zu dem, was heutzutage möglich ist, eher schlicht. Realismus ist nur bei der Physik zu spüren. Dafür ist diese allerdings recht gut und nachvollziehbar. Der Rest dient eher einer visuellen Untermalung. Beziehungsweise begrenzt sich die Darstellung überwiegend aus dem was man selbst baut, der Anzeige von Bauteilen und deren Funktionen.

Innerhalb des Spieles gibt es verschiedene Ansichten. Diese gehen allerdings immer vom Protagonisten, der kugelförmigen Drohne aus. Bewegt man sich durch eine Szene, um sich einen Überblick zu verschaffen, geschieht dies in der Third Person Perspektive. Befindet man sich allerdings im Bau-Modus, wird in die First Person Ansicht gewechselt. Beim Steuern des hergestellten Bots, wird allerdings wieder in die Third Person Perspektive umgeschaltet.

Die Bau-Menüs sind links, rechts und oberhalb des Bildschirms zu sehen, sind strukturiert und geordnet. Man findet sich relativ schnell im Aufbau zurecht und kann die Bauteile, die man benötigt über kurze Wege heraussuchen. Die Optik der Menüs selbst ist leicht verspielt. So fühlen sich auch jüngere Spieler angesprochen und können sich relativ schnell zurecht finden. Main Assembly präsentiert sich insgesamt sowohl für Einsteiger, als auch für fortgeschrittene Benutzer sehr entgegenkommend. Es präsentiert sich eher anfängerfreundlich als professionell.

Soundtechnisch bietet das Spiel eine solide Basis. Die Effekte sind qualitativ hochwertig, bieten allerdings keine große Abwechslung. So sind beispielsweise unterschiedliche Motoren mit dem gleichen Sound versehen. Das Tutorial wird mittels Sprachausgabe begleitet. Diese ist allerdings in englischer Sprache. Zwar wird Deutsch auch unterstützt, allerdings nur durch Untertitel. Die Musik ist ein chillig-futuristischer Ambient Soundtrack, der sich angenehm im Hintergrund hält. Es erklingen unaufdringliche Melodien, die das Spiel ganz einfach untermalen und statisch in Schleife gespielt werden.

Cut-Scenes gibt es in Main Assembly so gut wie gar keine. Dies ist wenig überraschend, da es sich um ein Sandbox-Spiel ohne Story-Mode handelt. Zwischensequenzen sind mehr oder weniger überflüssig. Zu Beginn eines Szenarios kann es ab und an eine Kamerafahrt geben. Aber auch dies ist eigentlich eher minimalistisch und geschieht mittels In-Game Engine.

 

– Gameplay –

Main Assembly bietet drei verschiedene Modi: Tutorial, Herausforderung und Sandbox. In jedem Modus steuert man eine kugelförmige Drohne, mit der man sich durch die einzelnen Szenarien bewegt. Dies ist unsere Möglichkeit, mit der Umwelt zu interagieren.

Das Tutorial wird begleitet von einer allgegenwärtigen Stimme. Sie erläutert die einzelnen Funktionen, die zur Verfügung stehen. Innerhalb der einzelnen Level, sind die Möglichkeiten auf das jeweilige Lernziel begrenzt. Dies dient dazu, die Übersicht zu behalten. So kann man sich ganz auf die einzelnen Bauteile und deren Möglichkeiten konzentrieren. Innerhalb des Tutorials werden die Möglichkeiten der Gestaltung erklärt, die daraufhin ausprobiert werden können. Am Ende des Tutorials stehen ein paar Aufgaben an, die man mit einem Zertifikat abschließen kann.

Der Modus ‚Herausforderung‘ ist wie ein erweitertes Tutorial. In einem vorgegebenem Szenario müssen mehrere Aufgaben gelöst werden. Die Möglichkeiten hierfür sind anfangs noch begrenzt. Doch mit dem Voranschreiten innerhalb der Herausforderungen, werden weitere Techniken und Bauteile freigeschaltet. Hinzu kommt, dass man die Möglichkeit hat während einer Herausforderung kleine, optische Gadgets einzusammeln, mit denen man hinterher seine Drohne verschönern kann. (Keine Micro-Transaktionen) Diese haben allerdings nur visuellen Charakter und keine neuen oder verbesserten Funktionen.

Der Sandbox-Modus erklärt sich eigentlich von selbst. Hier sind bereits alle möglichen Bauteile freigeschaltet und es kann nach Herzenslust gebaut werden. Keine Regularien durch Herausforderungen und auch keine Begrenzung. Das Szenario kann frei gewählt werden und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Wer möchte, kann via Knopfdruck Freunde aus Steam einladen, die einen bei der Umsetzung des Projektes unterstützen können. Diese müssen das Spiel allerdings ebenfalls besitzen.

Main Assembly bietet auf relativ einfache Weise die Möglichkeit, sich beim Bau eines Bots völlig frei zu entfalten. Sei es ein Auto, ein Roboter, ein Mech oder was auch immer. Mittels der Drohne kann man sich jederzeit in sein Gefährt setzen und eine Testfahrt in der Umgebung starten. Ist man noch nicht zufrieden, verbessert man seinen Bot und passt zum Beispiel die Optik an. Ein spielerisches 3D-Modelling Kit mit Testmöglichkeit, wenn man es so betrachten möchte.

Der Bau-Modus unterteilt sich in verschiedene Bereiche. Man beginnt üblicherweise mit einem Starter-Bot und fängt an, diesen Schrittweise zu erweiterten. Hierbei hat man die Möglichkeit, Abschnitte zu extrudieren, zu biegen oder Stangen anzubringen. Grundsätzlich passiert dies im sogenannten Symmetrie-Modus. Das bedeutet, dass es eine Spiegelachse gibt, und man nur auf der einen Seite arbeiten braucht, da die Änderungen spiegelverkehrt auf der anderen Seite automatisch umgesetzt werden. Wer sich dabei zu sehr eingeschränkt fühlt, kann diesen auch wieder ausschalten.

Diese ganzen Änderungen werden im Chassis-Modus vorgenommen. Wird dieser verlassen, kann man weitere Funktionen nutzen. So ist es möglich, an seinen Bot Reifen, Turbinen, Waffen oder auch Werkzeuge anzubringen. Diese wählt man aus dem Katalog aus. Sie erscheinen sofort auf dem Bildschirm und können dann nach Lust und Laune gedreht werden. Main Assembly gibt, was das Anbringen angeht, eine Hilfestellung und arbeitet quasi mit einem „Snap to grid“. Das bedeutet, dass die anzubringenden Teile am Raster ausgerichtet werden.

Um den erstellten Bot steuern zu können, benötigt man ein Cockpit, in dem die Drohne Platz nehmen kann. Dies ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt des Gefährts. Von hier aus werden alle Objekte gesteuert. Standardmäßig ist die Bewegung des Objektes so vorgegeben, wie man es in den Optionen eingestellt hat. Dies kann man allerdings in der Logik oder auch in der Schaltzentrale nach belieben pro Bot ändern.

Womit wir ebenfalls zum nächsten Modus gelangen. Jeder Bot hat im Cockpit eine eigene Schaltzentrale, die frei angepasst werden kann. Jedes Objekt, dass an den Bot angebracht wird, kann theoretisch separat mit einer Logik oder einer Steuerung versehen werden. Dabei kommt es ganz darauf an, um welches Objekt es sich handelt. Innerhalb der Schaltzentrale werden alle Objekte aufgelistet, die sich programmieren lassen. Die Programmierung verläuft allerdings nicht in Quelltext oder einer Programmiersprache, sondern in Blöcken.

Man zieht die Blöcke aus dem linken Menü in das Raster und verbindet dann die Ein- und Ausgänge durch rote Kabel miteinander. Dabei sind die Eingänge oft Tasten auf der Tastatur oder dem Controller, die die Betätigung der Taste als Ausgang haben. Diese werden verbunden mit den Eingängen der jeweiligen Funktionen der Objekte, die ebenfalls links gelistet und nach Kategorien eingeteilt sind. Durch weitere Logikbausteine ist es möglich, sogar eigene kleine Programmierungen à la wenn-dann umzusetzen. Man muss nur kreativ sein.

Wer zufrieden mit seinem Bot ist, kann sich dann an das Einfärben machen. Innerhalb des Kataloges finden sich dazu auf der rechten Seite umfassende Möglichkeiten. Pro Oberfläche lassen sich diverse Farben auswählen und zusammenmischen. Wer unter Umständen seinem Bot noch einen gewissen Glanz verleihen will, kann dies mit dem Ändern des Materials tun und so die Eigenschaft der Oberfläche ändern.

Hat man seinen Bot in Szenario X fertiggestellt, kann man ihn problemlos speichern und in einem anderen Szenario ausprobieren. Auf die gleiche Weise, ist es möglich seinen unfertigen Bot zu speichern und mit der Laden-Funktion zu einem anderen Zeitpunkt die Arbeit daran fortzusetzen. Somit ist der gespeicherte Bot in jedem Szenario nutzbar und nicht auf das beschränkt, in dem es gebaut wurde. Ob ein leichter Golfcaddy allerdings auch im Schnee oder einer dunklen Höhle zu gebrauchen ist, das muss der Ersteller selbst herausfinden.

 


 

– Besonderheiten –

Main Assembly bietet einen relativ leichten Einstieg in die 3D-Modellierung. Durch das Konzept der Drohne ist es möglich, sein Bauwerk jeder Zeit einer Testfahrt auszusetzen. Probieren geht über studieren. Darüber hinaus ist es möglich, seinen Bot an den physikalischen Gegebenheiten zu testen. Jedes gebaute Objekt besitzt ein Schadensmodell, dass sich auf die Physik des Bots auswirkt, unabhängig davon, wie simpel es gebaut ist.

Je nachdem, wo man sich mit der Drohne befindet, wird ein dynamisches Raster aufgezogen, an dem sich die zu verbauenden Teile ausrichten. Dies erleichtert die Ausrichtung an vorhandene Teile und unterstützt die Verbindung untereinander. Durch die Programmierung via Baukastenprinzip, wird die Steuerung des Bots ohne Vorwissen zum Kinderspiel. Es werden einzelne Bauteile miteinander über Ein- und Ausgang verbunden.

Die Grenzen von Main Assembly werden ausschließlich durch die vorhandenen Bauteile und die eigene Kreativität definiert. Dadurch, dass es keine Ressourcen in dem Sinne gibt, die man verwalten müsste, kann man so viel oder so wenig verbauen, wie es einem selbst beliebt. Warum also nicht bereits jetzt anfangen und den ersten Bot zusammenbasteln?

 


 

– Support –

Bad Yolk Games gibt sich große Mühe, mit den Spielern in Kontakt zu treten. Hierzu wird hauptsächlich Discord verwendet. Der Hauptkanal bietet die Möglichkeit Vorschläge für das Spiel zu machen, sich über das Spiel oder auch Programmierung zu unterhalten. Es gibt einen sogenannten #poke-a-dev Kanal, in dem es möglich ist, direkt mit den Entwicklern in Kontakt zu treten, wenn es anderweitig keine Lösung für ein Problem gibt.

Zusätzlich dazu gibt es eigene Kanäle, um Fehler zu posten und sogar seine eigenen Kreationen zu zeigen. Prinzipiell ist immer jemand von den Entwicklern im Discord-Server zu erreichen. Diese haben sowohl eigene Farben als auch einen Tag an ihrem Namen. Ebenso durchforsten sie die Kanäle und antworten so schnell es geht.

Updates und Patches erfolgen für Main Assembly in regelmäßigen Abständen. Meistens liegt zwichen den Updates nur eine Woche. Kleinere Fixes werden manchmal sogar dazwischen veröffentlicht. Man kann also von einer stetigen Entwicklung sprechen, was das Spiel angeht. Via Steam werden die Patches und Updates ebenso verkündet, wie auf dem Discord-Server. Darüber hinaus sind Bad Yolk Games via Facebook, Twitter, YouTube und Twitch vertreten. Hier gibt es sogar ab und zu Dev-Streams oder Dev-Blogs. Wenn man möchte, ist man gut informiert.

 

– Fazit –

Main Assembly setzt ganz klar das Hauptaugenmerk darauf, sich selbst frei entfalten zu können. Das Besondere ist hier allerdings, dass es möglich ist, seine Kreation jederzeit zu testen. Außerdem tut sich die Simulation dadurch hervor, dass man unabhängig vom Modell, seinen Bot bis zum Umfallen testen und zerstören kann, da jedes Modell auf die Physik reagiert und entsprechend Schaden nimmt.

Durch die Steuerung, die so unkompliziert wie möglich gestaltet wurde, ist der Einstieg auch für Anfänger sehr einfach. Schon bald erwischt man sich, wie man eine Stunde oder länger an einem Bot baut und sich immer noch nicht so ganz sicher ist, was es werden soll, ABER es bewegt sich und das ist doch die Hauptsache. Dennoch ist die Lenkung noch nicht optimal gelöst, um sein Fahrzeug zu steuern braucht man fast zwingend einen Controller.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

Teilweise ist der Text noch nicht komplett übersetzt und die Einarbeitung in das ganze Prinzip dauert über das Tutorial hinaus, weil wichtige Funktionalitäten selbst erschlossen werden müssen, was der Komplexität geschuldet ist. Vielleicht ist es in Zukunft durch den eingebauten Multiplayer-Modus nicht nur möglich, mit mehreren Leute an einem Bot zu bauen, sondern seine Bots gegeneinander antreten zu lassen. Die Voraussetzungen sind bereits durch kleine Waffen und der Schadensphysik gegeben. Wer weiß, was uns da in Zukunft noch erwarten wird?

Bau Dir Deinen eigenen Roboter, tausche kleine durch große Räder und sieh was sich verändert. Ein bisschen Lernen am eigenen Bot passiert ganz nebenbei. Egal, ob Du eine Boeing, einen LKW oder den größten Mech der je gesehen wurde zusammenbaust, die Zeit vergeht wie im Fluge. Was wird Dein nächstes Projekt in Main Assembly? Baust Du alleine oder mit Deinen Freunden? Fang‘ noch heute an.

 


 

 


 

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Über LeKris

Anfang der 80er entsprungen, ist meine erste Konsole ein ATARI 2600 gewesen. Erste Gehversuche am PC waren an einem 386 Geh-zu-Fuß mit Dampfantrieb, ohne Soundkarte. Dort spielte ich Diskettenspiele und Point and Click Adventures wie Monkey Island. Seitdem ziehen sich Pixel-look und Storytelling durch meine Gaming-History. Ich bin aber auch in anderen Genres zu Hause und erfreue mich besonders an Indie-Titeln, die alles ein wenig anders machen, als man es vielleicht erwartet.

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