Legend of Keepers
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Rating: 4.0/5 (2 votes cast)

Legend of Keepers

Hey!? Finger weg von meinen Schätzen!

 

Während es in anderen Spielen stets darum geht, dass man als gefeierter Held die Verliese und Höhlen der Monster ausräuchert und plündert, dreht Legend of Keepers den Spieß gekonnt um! Als frisch Angestellter der Dungeon Company ist es deine Aufgabe, die Schätze der finsteren Verliese zu beschützen, die monströsen Mitarbeiter zu trainieren und den üblichen Papierkram zu bearbeiten wie Geschäftsreisen oder der regelmäßige Besuch der durstigen Vampire.

Warum mir diese strategische Dungeon-Simulation mit Rogue Like-Elementen wirklich gut gefällt und wie das Spiel sehr viel richtig macht, ist nun in den folgenden Zeilen zu lesen.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Schon der Startbildschirm von Legend of Keepers punktet mit einigen schönen Artworks und einer sehr sauberen UI. Dazu tönt einem ein episches Orgelspiel entgegen, welches sich mit den düsteren Tönen eines Klaviers abwechselt. Alles in allem leitet das Hauptmenü gut in das Spiel ein und lässt direkt die richtige Stimmung aufkommen.

Wirklich überraschend stark punktet Legend of Keepers aber vor allem in den ingame-Szenen, wenn der hauseigene Pixelartstyle in Erscheinung tritt. Als jemand, der selbst viel in dieser Kunstart arbeitet, kann ich bezeugen, dass selbst simple Animationen im Pixelstil einen gewissen Aufwand und viel Talent erfordern.

Legend of Keepers holt das ganze jedoch bis zum Maximum aus und haut dem Spieler wirklich mächtige und dynamische Animationen um die Ohren. Wenn ein Feuerelementar sein Inferno die linke Bildschirmhälfte in Flammen aufgehen lässt oder der Feuerball eines Skelettmagus sein Ziel trifft, ist durch die smoothe und mächtige Animation ein wirklicher Impact zu spüren.

Das Spiel macht an dieser Front definitiv keine halben Sachen. Als wären die hochqualitativen Animationen nicht genug, so sind die einzelnen Kampftechniken auch durch eine große Auswahl an verschiedenen Soundeffekten unterlegt, welche gut darauf abgestimmt sind, den Impact der Angriffe noch einmal zu verstärken.

Die animierten Hintergründe der Schlachtfelder, sowohl unterirdisch als überirdisch, strotzen wirklich von Herzblut und Engagement und vollenden das hohe visuelle Niveau der Kämpfe. Die für den Spieler wichtigen Informationen sind dennoch stets in den Fokus gerückt und sind sauber auf dem unteren Teil des Bildschirms aufgereiht. Ist der Spieler am Zug und muss einen Angriff auswählen, so erscheinen die Auswahlmöglichkeiten unübersehbar im Zentrum des Bildes.

Auch Audiotechnisch weiß das Spiel absolut zu überzeugen. Die aufbauenden Instrumente während den Handel- und Trainingssequenzen sowie die mächtigen Orchester während den Kämpfen tun ihr übriges, um eine ordentliche Atmosphäre beizubehalten. Auch abseits der Kämpfe sind unter Anderem die gerade erwähnten Handel- oder Trainingsmöglichkeiten stets mit schönen Pixelartworks ausgestattet. Alles in allem kommen Pixelliebhaber bei diesem Gesamtpaket also definitiv auf ihre Kosten.

 

– Gameplay –

Beginnt man das Spiel, landet man in der Charakterauswahl, in welcher einem drei Charaktere angeboten werden. Der ausgewählte Charakter beeinflusst zum Einen die angebotenen Monster und Fallen. Zum Anderen hat man jeweils ein komplett anderes Skillset wie Levelbaum. Ist der Charakter erstmal festgelegt, muss man sich per Variablen für einen Schwierigkeitsgrad entscheiden – wie die eigenen maximalen Lebenspunkte oder die Geldsummen, die man verdient. Je schwieriger man sich den Run konfiguriert, desto mehr Erfahrungspunkte für den Charakter werden verdient.

Bereits zu Beginn verfügbar ist der Sklavenhalter, der selbst nicht allzu mächtig ist, jedoch die stärksten Monster von allen zur Auswahl bekommt. Seine Schergen scheinen mit Abstand am liebsten auf die Heldenbrut einzuprügeln. Spielt man den Sklavenhalter bis auf Level 10 (was etwa zwei bis drei längeren Runs entspricht), schaltet man die Zauberin frei, die vor allem durch ihre eigenen Zauber punkten kann. Außerdem wird es wohl irgendwann den sogenannten Techniker zum Spielen geben – in der aktuellen Version ist er jedoch noch nicht verfügbar.

Bevor es dann endlich los geht, wird der Spieler noch einmal in den Levelbaum seines Charakters geworfen, um mögliche unausgegebenen Punkte aus vorherigen Runs zu investieren. Ist dies geschafft, folgt eine sehr kurze Einführung ins Setting wie der Einstieg in die erste Woche. Die Wochen stellen hierbei den Zeitablauf des Spiels dar. So bekommt man in jeder Woche eine Aufgabe zur Auswahl gestellt. In der ersten Woche sowie alle vier bis acht folgenden Wochen besteht diese darin, in einem Kampf die Dungeons vor den Helden zu schützen.

Hierbei gibt es drei Kategorien an Kämpfen: Zu Beginn eines Runs sind meist nur Abenteurer-Kämpfe zur Auswahl. Das sind dementsprechend die Standard-Gegner. Nach einigen Wochen kommen in den Kampfwochen auch Veterane zur Auswahl hinzu, meistens neben ein oder zwei Abenteurer-Kämpfe, sodass dem Spieler eine Auswahl bleibt. Die höchste Kategorie sind die Champions, die später im Run zur Auswahl hinzustoßen. In der 52. Woche, sprich als Finale eines Jahres, gibt es dann keine Auswahl mehr – Hier wartet stets ein einziger Champions-Kampf, der bezwungen werden muss.

Je nach Schwierigkeitsgrad des Kampfes variiert natürlich die Belohnung im Nachhinein. Nach einem erfolgreichem Jahr gibt es neben einem weiteren Monsterraum für alle folgenden Kämpfe wahrlich hochkarätige Beute. Das Loot in Legend of Keepers setzt sich in erster Linie aus Monster, Fallen und Artefakten zusammen. Alle drei Kategorien sind einem kleinen Levelsystem unterlegt und können über verschiedene Wege jeweils bis auf Level fünf gesteigert werden.

Während Fallen einen stets fixen Effekt haben, variiert die Kampfstärke eines Monsters durch viele Umstände. Beispielsweise gehören Monster jeweils einer Klassifizierung à la Skelett, Goblin oder Elementar an. Je nach dem haben sie verschiedene Elementarressistenzen und -Schwächen, ebenso wie die Helden. Vor allem in den schwierigeren Kämpfen sollte man wirklich auf die Verteilung der Elementarklassen achten und die Mechaniken und Zauber ebenfalls danach richten, um den ankommenden Helden in die schlimmstmöglichen Fallen laufen zu lassen.

Außerdem unterscheiden sich Monster in ihrer Ausdauer von Fallen. Auch wenn sich Fallen ebenfalls einlagern lassen, ist das zu keinem Zeitpunkt wirklich nötig. Monster dagegen verlieren zwei Ausdauerpunkte, wenn sie im Kampf fallen. Ihre maximale Ausdauer variiert je nach Monster und Level. Verliert ein Monster seine gesamte Ausdauer, erleidet es einen Burnout und fällt eine ganze Weile lang aus. Setzt man ein Monster vor einem Kampf auf die Ersatzbank, so kann es in diesem Kampf nicht eingesetzt werden, erhält aber drei Ausdauerpunkte zurück.

Neben den Elementarklassen besteht das wichtigste Feature des rundenbasierten Kampfsystems wohl aus den Positionen der kämpfenden Helden wie Monster. Auf beiden Seiten gibt es stets drei Slots – Front, Mitte, Hinten – die belegt werden können. Dies hat einen Effekt auf die Kampffähigkeiten aller Beteiligten, da sich diese immer auf bestimmte Positionen der gegnerischen Reihen beziehen. Beispielsweise trifft der tödliche Kuss einer Sukkubus den vordersten Kämpfer des Feindes und schadet auch dem sich dahinter befindlichen Menschen ein wenig. Die Giftblätter eines Baumhirten treffen dagegen auf sämtliche Gegner.Abseits von den größtenteils kampffixierten Monstern und Fallen gibt es noch die Artefakte. Diese liefern verschiedene passive Buffs, von denen auch viele außerhalb von Kämpfen relevant sind wie beispielsweise die Kundenkarte, welche auf dem ersten Level einen dauerhaften Preisnachlass von 20% beim Händler garantiert.

Dieser Händler, Trainingsanlagen, Geschäftsreisen oder zufällige Ereignisse bilden stets die zwei bis drei Auswahloptionen in den Wochen, in denen kein Kampf stattfindet. Hierbei gibt es viele Möglichkeiten seine Ressourcen wie Geld oder Heldenblut und -tränen auszugeben, seine Monster für besondere Belohnungen auf mehrere Wochen andauernde, externe Missionen zu schicken oder die Menschensiedlungen der Umgebung zu plündern. Diese abwechslungsreichen Events schützen Legend of Keepers davor, nicht zu schnell eintönig zu werden und liefern genug Möglichkeiten, sich strategisch auf die nächsten Kämpfe vorzubereiten.

 


 

– Besonderheiten –

Was ich bisher noch gar nicht erwähnt habe, ist dass Legend of Keepers wohl ein fantastisches Spiel für zwischendurch ist. Dadurch, dass das Spiel nach jeder vollendeten Woche zwischenspeichert, eignet es sich auch perfekt dazu, einfach auch mal nur für 20 Minuten angeschmissen zu werden. In dieser Zeit schafft man +/- 2 Kämpfe und 5-8 weitere Wochen und kann so seinen Run schnell wieder ein Stück weiter gebracht haben. Man ist sofort drinnen und wenn man es bereits das ein oder andere Mal gespielt hat, braucht man nahezu keine Zeit um sich selbst inmitten eines Spielstands wieder zurechtzufinden und kann sofort wieder starten.

Abseits davon ist die Liebe zum Detail im Sound und vor allem im visuellen Bild wirklich erwähnenswert. Die schon oben angesprochenen Pixelanimationen finden in diesem Spiel in einer Gewalt und einer Größe statt wie sie sonst selten zu bestaunen sind. Statt dem 0815-Retroart-Film, wie ihn viele Pixelstyle-basierte Spiele aktuell fahren, bietet Legend of Keepers hier einzigartige Bilder, welche Liebhaber des Artstyles lange im Kopf bleiben.

 


 

– Support –

Legend of Keepers ist das neue Juwel aus den Reihen von Goblinz Studio. Auch wenn sie bereits in der Vergangenheit die Spiele Dungeon Rushers und Robothorium releasten, ist das Studio vor Legend of Keepers vor allem eher als Publisher für andere Indie-Studios bekannt gewesen. So waren sie an den Veröffentlichungen von Spielen wie A Long Way Down, Snowtopia oder Iris And The Giant beteiligt.

Die Tätigkeiten dieses Studios lassen sich auf Facebook, Twitter, Discord oder ihrem YouTube-Kanal verfolgen. Dort informieren sie regelmäßig über die Neuigkeiten zu Legend of Keepers so wie ihren vielen anderen Projekten. Allein für 2020 sind mittlerweile schon vier weitere Spiele, an dessen Veröffentlichung sie mitbeteiligt sind, angekündigt. Auch wenn ihre Aktivitäten als Entwickler zur Zeit zu 100% auf Legend of Keeper beschränkt sind.

 

– Fazit –

Alles in allem kann ich nur sagen, dass Legend of Keepers für das was es sein will, einen hervorragenden Job macht. Es bedient sich eines wirklich erstklassigen Pixelstils und glänzt in diesem Bereich vor allem mit seinem überaus smoothen und mächtigen Animationen. Auch in der technischen Umsetzung konnte ich keine Mängel geschweige denn Bugs erkennen und dass trotzdessen, dass es sich hierbei um ein wirklich junges Early Access-Spiel handelt.

Einzig und allein im Bereich des Gameplays holt es noch nicht sein gesamtes Potenzial heraus. Wer hier hochtaktische Möglichkeiten erwachtet, um seine Strategie bis ins kleinste Detail selbst anpassen zu können, der wird mit diesem Spiel vermutlich nicht auf seine Kosten kommen.

Dies ist jedoch auch nie das Ziel von Legend of Keepers gewesen. Dafür gibt es mehr als genug andere Videospieltitel. Legend of Keepers punktet dafür im Bereich der raumbasierten Verteidigungsspiele ohne Konkurrenz und bringt Spiele dieser Art auf ein neues Level. Technisch, aber vor allem auch im visuellen Aspekt stellt es sowohl in seinem eigenen Bereich als auch in genreverwandten Spielen ein Unikat dar.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Legend of Keepers eignet sich perfekt dafür, jederzeit und augenblicklich in seinen aktuellen Spielstand einzusteigen und sich sofort zurechtfinden zu können. Außerdem steht es noch am Beginn seiner Reise. Immerhin hat es erst am 19. März 2020 das Licht der Welt erblicken dürfen und dafür bietet es schon mehr als es manche andere Early-Access-Titel nach Jahren tun. Es bleibt anzumerken, dass Legend of Keepers weder das Erstlingsprojekt eines neuen Studios ist noch ein Schnellschuss ohne viel Vorlaufzeit war.

Die Demo, welche schon einen Großteil des Contents beinhaltete, konnte bereits auf der Gamescom 2019 angespielt werden. Goblinz Studio scheinen nun ihren kompletten Fokus auf dieses Projekt zu setzen und es ist nur eine Frage der Zeit bis sich dies vollständig auszahlt. Immerhin ist mindestens ein komplett neuer Charakter samt eigenen Monstern und Levelbaum schon bereits angekündigt. Wer weiß, was dem Goblinz Studio in weiterer Zukunft noch für Ideen für Legend of Keepers in den Sinn kommen…

 


 

 


 

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Über Chesra

Schon in sehr jungen Jahren begann ich mich nicht nur für Videospiele, sondern auch der Kunst und Wissenschaft hinter diesen zu interessieren. An meinem ersten eigenen Spiel begann ich im Alter von 8 Jahren zu arbeiten und richte seitdem meine Hobbys und meine berufliche Zukunft nach dieser Richtung. Auch wenn ich in den Jahren seitdem schon sehr viel dazu gelernt habe, bin ich immer noch wie am ersten Tage an jedem neuen Spielkonzept interessiert und liebe es noch immer in ein völlig neues Spiel einzutauchen!

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