Hunt: Showdown
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Hunt: Showdown

Taktik statt wilder Schießerei !

 

Grimmig aussehende Cowboys? Check! Eine große Auswahl an Waffen? Check! Zombies, Höllenhunde und Spinne…Check? Ja richtig gehört. In Hunt: Showdown, dem neusten Projekt des deutschen Studios Crytek, jagen wir allein oder vorzugsweise zu zweit in sumpfigen Landschaften Bosse, um deren Kopfgeld zu kassieren.

Gerade im Koop hat mich das Spiel wirklich begeistern können. Ausgereifte Spielmechaniken und eine großartige Grafik können überzeugen. Doch fehlerfrei ist das Spiel keineswegs  (wäre ja auch langweilig). Ob es trotz typischer Early-Access Probleme den hohen Preis Wert ist, will ich jetzt in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Die Grafik von Hunt: Showdown kann komplett überzeugen. Diese ist, gerade in Anbetracht eines Early Access Spiels, sehr hübsch – dank CryEngine. Texturen sind knackig scharf, Wettereffekte und Explosionen beeindrucken und auch die Waffenmodelle sind detailreich. Genau so sind beide verfügbaren Karten mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und lasse die gesamte sumpfige Umgebung lebendig wirken. Aber auch in die Gestaltung der Charaktere, den bereits erwähnten grimmigen Cowboys und Monstern, wurde spürbar viel Zeit und Liebe gesteckt.

Neben der Grafik weiß auch die Geräuschkulisse des Spiels zu überzeugen. Doch das ist notwendig, denn diese ist, wie wir später feststellen werden, ein wichtiger Bestandteil des Gameplays. Jeder Schritt verursacht je nach Untergrund verschiedene Geräusche, Waffen klingen originalgetreu und die Musik der Menüs untermalt den düsteren Charakter des Spiels. Zusammen mit der Grafik schafft es das Spiel eine absolut atemberaubende Atmosphäre zu erzeugen.

Hunt 6

Doch vor allem die Grafik hat ihren Preis. Performanceprobleme waren schon immer ein Problem von Hunt: Showdown, gerade auf schwächeren PC-Systemen macht das Spiel Probleme. Außerdem treten gerade am Beginn der Runde häufig heftige Ruckler auf. Auch von Bugs ist das Spiel nicht verschont, obwohl sich deren Anzahl bisher in Grenzen hält. Hier wird aber nach Aussage der Entwickler nachgebessert, da diese Probleme bekannt sind.

 

– Gameplay –

Das Spielprinzip von Hunt: Showdown wirkt auf den ersten Blick einfach. Allein oder zu zweit Hinweise auf das Boss-Monster auf der Karte suchen, dieses töten, das Kopfgeld von diesem holen und entkommen. Ganz so simpel ist es dann aber doch nicht.

Dabei gilt als erstes zwischen dem Bounty-Hunt Modus und dem Quickplay zu unterscheiden. Beim Quickplay startet man mit einem zufälligen Charakter und Bewaffnung in eine Runde, müssen vier Hinweise finden und so lange wie möglich beim letzten gefundenen Hinweis ausharren.

Dort bildet sich nämlich eine Zone, je länger unser Charakter in dieser bleibt, umso mehr Punkte bzw. Kopfgeld verdienen wir. Sobald aber die Zone aktiviert wurde, kann der Aufenthaltsort von allen anderen Spielern auf der Karte gesehen werden.

Hier ist also Vorsicht geboten. Wer als letztes nach Ablauf der Zeit in der Zone überlebt, gewinnt. Das Konzept ist ähnlich einem Battle-Royale Modus und auf schnelle Action ausgelegt, statt auf taktisches Vorgehen.

Hunt 2

Der eigentliche, typische Spielmodus von Hunt: Showdown ist aber die sogenannte Bounty-Hunt. Im Gegensatz zum Quickplay wählen wir hier Jäger und Waffe mit Bedacht vor jeder Runde aus. Dabei hat jeder Jäger unterschiedliche Fähigkeiten, mit steigendem Jäger-Level können dann zusätzliche hinzugefügt werden.

Bei den Waffen gilt vor allem die Entscheidung nach der Spielweise – Nahkampf? Möglichst leise? Oder auf große Distanz? Das ist dank verschiedenster Waffen wie Shotguns, Scharfschützengewehren und schallgedämpfter Waffen alles möglich. In Kombination mit Ausrüstung wie Sprengstoff, Verbandszeug und Messern können wir optimal vorbereitet starten.

Starten wir nun, allein oder zu zweit, in eine Runde, gilt es sich als erstes zu orientieren. Neben der normalen Karte hilft hierbei vor allem die sogenannte Schattensicht. Diese zeigt uns nämlich, in welcher Richtung sich die Hinweise auf den Boss befinden. Auf der normalen Karte der Umgebung sind diese nicht verzeichnet.

Die Vorgehensweise hierbei ist entscheidend, denn neben den zahlreichen Zombies und Monstern auf der Karte warten noch einige menschliche Gegner auf uns. Dabei wird jede Runde mit bis zu 10 Spielern gestartet. Diese sind ebenfalls Jäger und genauso auf der Jagd nach dem begehrten Kopfgeld des Boss-Monsters.

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Durch leises Vorgehen ohne Schüsse und Explosionen, bei dem möglichst alle Monster vermieden werden, wird man meist von anderen Jägern in Ruhe gelassen. Doch das kostet wertvolle Zeit. Lautes und schnelles Vorgehen zieht natürlich die Aufmerksamkeit der Gegenspieler auf uns. Doch wer zu langsam ist, hat kaum eine Chance auf das Kopfgeld.

Dabei ist auch immer ein gewisses Risiko abzuwägen. Am Anfang, genau genommen bis Spieler-Level 16, spielt das zwar noch keine Rolle. Aber ab Level 16 gilt dann folgendes: Sollte unser Jäger in einer Runde von anderen Spielern oder Monstern getötet werden, verlieren wir ihn samt der Ausrüstung und des Fortschritts.

Egal wie wir uns entscheiden, fordert das Spiel viel Konzentration vom Spieler, nebenbei spielen ist keine gute Idee. Jede kleine Bewegung könnte ein feindlicher Jäger sein. Doch fast noch wichtiger ist es, auf die Geräuschkulisse des Spiels zu horchen – gute Kopfhörer sind hier dringende Voraussetzung. Diese ist ein fast noch besserer Indikator für Feinde in der Nähe.

Laut zerbrechende Glasscherben, eine aufgescheuchte Schaar Vögel, eine morsche und knarzende Tür die sich öffnet oder ein einfacher Schuss verraten uns viel über die Feinde in der Nähe. Nur muss dabei gut differenziert werden, ob es sich um einen feindlichen Jäger oder nur ein tollpatschiges Monster handelt.

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Dabei ist „nur“ ein Monster im Prinzip eine Untertreibung. Die Monster auf der Karte wirken auf den ersten Blick nur als kleineres Problem, da diese einfach mit einem Messer oder Schuss getötet werden können. Doch ist einmal kurz die Aufmerksamkeit weg und ein Monster wird übersehen, kann es verheerenden Schaden anrichten.

Gerade die großen, speziellen Monster wie der Meathead, der unglaublich viel Schaden aushält und auch aushält, oder die Hive, welche einen giftigen Schwarm aus Insekten loslässt, können den Jäger ziemlich hart treffen. Genauso kann uns ein Rudel Höllenhunde oder der Wasserteufel schwer verletzen oder sogar schnell töten.

Man sollte die Umgebung immer genaustens im Auge haben und zu seinem Vorteil nutzen. Explodierende Fässer, Glocken und Generatoren, um Monster anzulocken oder abzulenken, Tore und selbstgelegte Fallen sind nur eine kleine Auswahl an Hilfsmitteln auf der Map die uns bei der Bekämpfung und Wahrnehmung von Gegnern helfen – egal ob menschlich oder nicht.

Ist alles gut gegangen, grenzt sich der Bereich, in dem das Boss-Monster sein könnte, mit jedem gefunden Hinweis ein, bis wir die genaue Position sehen. Dort angekommen heißt es den Bereich zu sichern und dann – Kämpfen. Ist der Boss mit allen Mitteln besiegt, muss dieser nur noch verbannt werden, um an das Kopfgeld zu kommen. Das dauert einige Zeit.

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Als wäre der Kampf gegen den Boss nicht schon laut genug, sehen spätestens bei der Verbannung des Monsters alle feindlichen Spieler, wo sich der Boss und die Jäger- und werden sich wahrscheinlich so schnell es geht in genau diese Richtung bewegen.

Nach der Verbannung lässt der Boss sein Kopfgeld fallen und es kann von den Jägern aufgenommen werden. Noch ist aber nichts gewonnen, erst muss ein Ausgang erreicht werden. Feinde sehen nun auf der normalen Karte, angedeutet durch eine Art Blitz, wo sich die Jäger mit dem Kopfgeld befinden.

Den einzigen Vorteil jetzt: Sobald das Kopfgeld aufgenommen wurde, kann man insgesamt 10 Sekunden in der Schattensicht Gegner in der Nähe ausmachen. Gekennzeichnet sind diese dann durch orange Schatten. Gerade wenn andere Spieler die Verfolgung aufgenommen haben, ist das praktisch.

Falls wir jedoch nicht schnell genug beim finden der Hinweise oder Erreichen des Bosses waren, ist also noch nicht alles verloren. Werden die Jäger mit dem Kopfgeld getötet, können wir dieses einfach aufnehmen und selbst damit entkommen – nur ohne die ganze Arbeit.

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Die Ausgänge sind zufällig auf der Karte verteilt und erscheinen in Form von Kutschen bzw. Booten. Dort angekommen müssen die Jäger noch 20 Sekunden ohne Feinde in der Nähe überleben, um endgültig zu entkommen. Anschließend winkt eine dicke Belohnung in Form von Erfahrungspunkten für den Spieler und den gespielten Jäger sowie einiges an Geld.

Sind bereits alle Jäger mit Kopfgeld entkommen bleiben uns noch 5 Minuten Zeit, um ebenfalls einen Ausgang zu suchen, um zu verschwinden. Das geht zu jeder Zeit des Matches, so kann man sich auch ohne Kopfgeld entscheiden, die Runde an einem Ausgang einfach wieder zu verlassen – sei es, weil die Aussicht auf ein Kopfgeld hoffnungslos ist oder man den eigenen Jäger schlicht retten möchte.

 


 

– Besonderheiten –

Die Auswahl an Waffen und Ausrüstung ist bereits sehr umfangreich. Anfangs ist diese mit niedrigem Level zwar stark beschränkt, je weiter der Spieler nun im Level aufsteigt, umso mehr Equipment wird spielbar. Dabei kann alles nach dem persönlichen Spielstil angepasst werden, abhängig davon ob leise oder mit lautem Knall vorgegangen werden soll. Sämtliche Gegenstände werden über einen Shop im Spiel gekauft und vor der Mission ausgerüstet.

Bei den Waffen ist von Shotguns über Scharfschützengewehren mit Visierung, Revolvern oder halbautomatischen Repetiergewehren alles dabei. Selbst schallgedämpfte Waffen können später freigeschaltet werden. Die Ausrüstung bietet auch eine Vielzahl an verschiedenen Gegenständen. Sei es ein Medikit, Granaten, Wurfmesser oder Gegengiftspritzen. Dabei ist alles mehr oder weniger originalgetreu den Waffen und Gegenständes des 19. Jahrhunderts nachempfunden.

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Aktuell gibt es zwei Bosse, deren Kopfgeld gejagt werden kann. Das ist einerseits die Spinne und andererseits der Schlächter. Dabei hat jeder besondere, eigene Eigenschaften, die den Kampf abwechslungsreich gestalten. Beispielsweise ist die Spinne gegen Gift immun, nimmt aber viel Schaden durch Feuer. Dem Schlächter dagegen macht Feuer nichts aus. Zufällig wird entschieden ob einer oder beide Bosse gleichzeitig auf der Karte in der Runde zu finden sind.

Wir spielen in Hunt: Showdown einen Jäger, der auf das Kopfgeld der Boss-Monster aus ist. Diese können durch erfolgreiche Runden im Level aufsteigen. Mit steigendem Level schalten wir Skillpunkte frei. Damit können gewisse Perks freigespielt werden, beispielsweise erhöhte Resistenz gegen Feuer oder geminderter Fallschaden. Außerdem ist jeder Jäger besonders, da sich unter anderem die Slots für Waffen unterschieden können.

Außerdem ist die Aufteilung der Gesundheit auf Balken immer etwas anders, so hat ein Jäger viele kleine, ein andere wenige große Health-Bars. Gleichzeitig können sich 5 Jäger im Besitz des Spielers befinden. Erworben werden können diese ebenfalls über einen Shop. Die dort erworbenen Jäger bringen auch direkt, je nach Preis, bessere oder schlechtere Ausrüstung sowie einige Perks mit. Damit können teilweise Waffen oder Gegenstände erworben werden, die sonst unser Level übersteigen würden.

 


 

– Support –

Der Support für Hunt: Showdown ist bisher ziemlich gut. Durch Feedback der Community sind sich die Entwickler über aktuelle Probleme bewusst und arbeiten aktiv an diesen. Beispielsweise wurde erst kürzlich ein umfangreiches Update zur Verbesserung der Performance veröffentlicht. Inhaltliche Updates werden fast zuverlässig einmal im Monat veröffentlicht. Zur Zukunft von Hunt: Showdown hat Crytek auch eine Roadmap erstellt.

 

– Fazit –

Hunt: Showdown macht gerade im Koop unglaublich viel Spaß. Lange konnte mich kein Spiel mehr so fesseln. Sei es das grandiose Map-Design in Verbindung mit dem klasse Sound, welche eine atemberaubende Atmosphäre erzeugen oder intensive Kämpfe mit anderen Jägern – das Spiel macht fast alles richtig.

Doch auch ein paar Kritikpunkte gibt es, wie immer mal wieder auftretende Bugs, Ruckler und teils lange Ladezeiten. Außerdem wünscht man sich ab und an doch ein oder zwei Boss-Monster mehr und vielleicht eine neue Karte – daran wird aber scheinbar auch gearbeitet.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Alles in allem kann ich Hunt: Showdown Spielern empfehlen, die gerne im Koop mit Freunden abends ein paar Runden spielen wollen und Fans von Koop-Shootern sind. Man sollte nur eine etwas steilere Lernkurve zu Beginn nicht scheuen. Einzig und allein der für meinen Geschmack zu hohe Preis von 30 Euro trübt das Gesamtbild noch einmal. Trotzdem vergebe ich absolut verdiente 4.5 Sterne.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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