Hardspace: Shipbreaker
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Hardspace: Shipbreaker

Regelrechtes Raumschiff-Recycling

 

Unter mehr als einer Million Bewerbern hast ausgerechnet Du die Qualifikation für den heiß ersehnten Job der LYNX Corporation. Es ist jetzt Deine Aufgabe, Deinem Können Taten folgen zu lassen. Du wirst in den Weltraum geschickt und darfst den umkämpften Job des Abwrackers ausführen. Kleine Raumschiffe, große Frachter und Du darfst sie in Rohstoffe aufteilen und bergen.

Ist das nicht eine tolle Aufgabe? Raumgleiter zerschneiden nach Herzenslust und wichtige Ressourcen daraus gewinnen. Ein Job, von dem jeder träumt und Du bist einer von Wenigen, die diese Arbeit ergreifen dürfen…Schade nur, dass Du täglich Miete für alle Gegenstände zahlen musst und somit mit einem riesigen Berg an Schulden in den ersten Arbeitstag startest.

Hardspace: Shipbreaker erfindet im weitesten Sinne ein Genre mehr oder weniger neu. Zwar sind Sandbox, Wirtschaft und Sci-Fi-Simulation das was das Spiel ausmacht, jedoch bildet das Recycling/Cutting einen nicht geringen Anteil. Genau das ist der Punkt, der hier dafür sorgt, dass sich Hardspace: Shipbreaker in den Genres von den anderen „Kollegen“ abgrenzt. Hinzu kommt, das man im Karriere-Modus die Aufgabe hat, die Schulden zu tilgen, die quasi als Beschaffungskosten im Raum stehen.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Der Hauptteil des Spieles bietet einen realistischen Look innerhalb des Weltraums. Entsprechend sind Farben wie dunkelblau und schwarz in der Umgebung vorherrschend. Kontrast schaffen die Gegenstände des Arbeitgebers LYNX Corp. Diese sind in intensivem gelb gehalten. Hardspace: Shipbreaker bemüht sich, die Farben und Darstellungen realistisch und nicht übertrieben zu gestalten. Entsprechend sehen die Raumschiffe zum Teil recht unspektakulär aus, da sie beispielsweise einfache Frachter darstellen.

Die Arbeitsgeräte machen einen ungewöhnlichen, aber nicht übertriebenen Eindruck. Entsprechend präsentieren sich der Laser-Wurfhaken in grellem weiß-blau und der sogenannte Split-R beim Schneiden in leuchtendem orange, was an ein Schweißgerät erinnert.

Der zweite Abschnitt des Spiels, der wirtschaftliche Teil, ist recht schlicht dargestellt. In simpler Pixel-Optik präsentiert sich die tägliche Abrechnung, sowie die weiteren Menüs innerhalb der Game-Session. Die Farben sind passend zur Optik reduziert, bieten aber eine kontrastreiche Darstellung. Weitere Menüs, die während der Arbeitsschicht angezeigt werden, heben sich farblich ab und sind somit leicht lesbar. Trotzdem bieten sie ein recht einfaches Design und eine gute Übersicht über die einzelnen Optionen.

Hardspace: Shipbreaker wird in der Ego-Perspektive gespielt. Wie erwähnt, ist der Protagonist des Spieles ein Mensch, der sich in einem Raumanzug von A nach B bewegt und dabei Frachter, und weitere Schiffe auseinander nimmt. Die Helm-Ansicht wirkt anfangs leicht überfrachtet, da man mit Informationen im HUD zugeschüttet wird. Im Laufe der Zeit ergeben allerdings alle Informationen einen Sinn. Für weitere Analysen kann man die Darstellung umschalten. Diese unterscheidet sich deutlich von der Standard-Sicht. Sie weist durch klare farbige Abgrenzungen und Hervorhebungen auf Schneidepunkte und Gerüst des jeweiligen Raumschiffes hin. Alles Weitere zeigt sich transparent.

Ein interessanter Hingucker sind die Effekte. Auch wenn es nicht viele sind oder sie sich zum Teil wenig spektakulär in Szene setzen, tragen sie nicht unerheblich zur Atmosphäre bei. Beim Luftdruckausgleich innerhalb eines Raumschiffes, kann man förmlich sehen, wie die Luft abgesaugt wird. Der Schneidestrahl des Split-R blendet leicht die Sicht und Stromstöße oder der Aufprall eines Raumschiffteils sorgen für Interferenzen im Helm, die durch mehrmaliges schlagen auf das Helmglas wieder behoben werden (Dies geschieht allerdings automatisch). Ebenso haben Explosionen Einfluss auf den eigenen Raumanzug. Dies ist sowohl visuell als auch auditiv in Szene gesetzt.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings. Gerade wenn man sich in einem Raumschiff bewegt, kommt es vor, dass das aktuell ausgewählte Werkzeug in eine Wand clipped, was allerdings spielerisch gar keinen Unterschied macht. Darüber hinaus kann man zwar anhand des eigenen Schattens erkennen, wie groß man ist, doch wenn man auf dem Boden vor der Wohneinheit landet, bekommt man das Gefühl, eine Körperhöhe von weniger als einen Meter zu haben. Zum Glück haben wir Schubdüsen.

Der Sound in Hardspace: Shipbreaker bietet eine sehr solide Basis an Geräuschen. Schubdüsen, Schneidbrenner, Wurfhaken, Airlock, Explosion, so ziemlich alles hat einen eigenen Sound, der auch qualitativ auf einem guten Niveau ist. Das Spiel wird begleitet von zwei Stimmen, die in englischer Sprache auftreten. Zum Einen gibt es Weaver, der durch das Tutorial führt und ein paar Background Informationen ab und zu einstreut, zum Anderen gibt es den Computer, der für Statusmeldungen zuständig ist. Beide Sprecher haben hier eine solide Leistung abgeliefert. Allerdings ist der Anspruch an die Texte auch nicht wirklich hoch. Ein kleiner Nachteil: Die Sprecher und die deutschen Untertitel sind leider nicht synchron. Der Text hinkt etwas hinterher.

Die Musik wird hauptsächlich im eigenen Raumhelm abgespielt. Hierbei handelt es sich um Gitarrenklänge, die ein gewisses Weltraum-Cowboy Feeling aufkommen lassen. Wenn man genau hinhört, kann man sogar kurze Passagen aus dem Song Cats in the craddle erkennen. Ob dies per Zufall oder absichtlich geschehen ist, weiß wohl nur der Komponist selbst. Der Soundtrack kommt größtenteils ohne Drums aus und wird mit Ambient-Synthies untermalt.

Wird beispielsweise der Sauerstoff knapp oder die Situation gefährlich, schleichen sich dramatische Synthie-Strings in den Vordergrund. Bekommt man versehentlich einen Schlag oder Stromstoß, verändert sich das Helmradio und man hört kurzfristig erheiternde Banjo-Musik.

Der Karriere-Modus besteht fast ausschließlich daraus, von Auftrag zu Auftrag zu gehen und dadurch Ränge nach oben zu steigen. Zusätzliche Informationen werden durch Weavers Stimme  vermittelt. Entsprechend hat Hardspace: Shipbreaker weder eine tiefgreifende Story, noch ist es auf Cut-Scenes angewiesen. Von daher gibt es keine Szenen, die man unbedingt einblenden müsste. Das Spiel kommt sehr gut ohne aus.

 

– Gameplay –

Zu Beginn des Spiels wählt man eine aus vier sogenannten Lizenzen aus. Diese sind stellvertretend für die Schwierigkeitsgrade: Offene Schicht, Standard, Begrenzt, Keine Wiederbelebung. Bei der offenen Schicht gibt es weder einen Timer, noch begrenzten Sauerstoff. Es soll eine entspannte Spielerfahrung darstellen. Keine Wiederbelebung ist genau das, was es sagt, inklusive sämtlicher Begrenzungen, die mit Standard und Begrenzt Einzug erhalten. Pro Lizenz lässt sich allerdings nur ein Profil anlegen. Ein zweites Standard-Profil ist zum Beispiel nicht möglich.

Hat man sich für eine Lizenz entschieden, wählt man zwischen Karriere oder Freies Spiel. Die Optionen Herausforderung und Rangliste werden „in Kürze“ erscheinen. Das freie Spiel bietet eine Auswahl an sechs verschiedenen Raumschiffen, die nach Herzenslust ohne Limitierung an Schubdüsen, Sauerstoff oder Schichtzeit auseinander genommen werden können. Folgende Beschreibungen beziehen sich auf den Karriere-Modus.

Hier dreht sich alles darum, den Beruf als Abwracker / Cutter immer effizienter auszubauen und die eigenen Schulden von einer Milliarde Dollar zu tilgen. Dazu bekommt man pro Schiff bestimmte Arbeitsaufträge, die nicht nur viel Geld einbringen sondern bei Beendigung auch LMs. Diese benötigt man, um die eigene Ausrüstung mit Upgrades zu versehen, die dafür sorgen, dass man mit der Zeit produktiver und effizienter Arbeiten kann. Anfangs ist man allerdings soweit limitiert, dass man eher mehr Schulden auf-  als abbaut.

Doch eines nach dem anderen. Das Tutorial, welches Weaver begleitet, erklärt relativ genau die Basics. Das bedeutet, dass man sich in der Raumstation schwebend fortbewegen, den Wurfhaken nutzen und den Split-R zum Schneiden verwenden kann. Weitere Schritte erläutern an Beispielen, wie die Upgrades der einzelnen Teile funktionieren und das man mit den Arbeitsaufträgen viel Geld verdient. Dann wird man auch schon allein gelassen.

Eine Anzeige oben rechts in der Ecke weist darauf hin, dass man pro Arbeitsschicht fünfzehn Echtzeit-Minuten hat. Zugegeben, sobald man nur noch zwei Minuten Schichtzeit hat, wird man von Weaver darauf hingewiesen, dass die Schicht gleich endet. Anfangs beendet man die Schicht allerdings viel früher, nämlich dann, sobald der Sauerstoff knapp wird. Pro Arbeitsschicht bekommt man nämlich neuen Sauerstoff. Da man die Raumschiffe aber nicht beliebig oft aufsuchen kann, um alles zu bergen, fällt viel ungenutzte Zeit hinten runter. Dies ist darin begründet, dass im Tutorial nicht erwähnt wird, dass man die Konsole auf der Plattform vor der Wohneinheit dazu nutzen kann, um Ressourcen wie Treib- und Sauerstoff zu kaufen.

Ebenso muss man selbst ermitteln, welche Stoffe wo platziert werden müssen. Nanocarbon gehört zum Beispiel in den sogenannten Processor, wohingegen Aluminium in den Schmelzofen transportiert werden muss, um verwertbare Stoffe zu erhalten. Andere Gegenstände, wie ein Energiekern, eine Gondel oder ein Cockpit-Sitz gehören in die „Barge“ / den Kahn, der sich unterhalb der Schmelzöfen und Processors befindet. Dies findet man allerdings relativ schnell heraus, da das HUD anzeigt, wo das entsprechende Objekt zu deponieren ist, sobald man es entweder an den Wurfhaken oder den Tether / den Wurfhaken mit Verkettungsfunktion gebunden hat. Hier fehlt auch wieder die Information, dass man nur begrenzt Tether zur Verfügung hat.

Doch schauen wir uns erst einmal die Werkzeuge an. Diese werden genügend ausführlich im Tutorial erläutert. Der Wurfhaken dient dazu, Objekte des Raumschiffes in den Processor, den Schmelzofen oder die Barge zu befördern. Dieser hat allerdings eine begrenzte Belastung. Sind die Objekte zu schwer, kommt man nicht von der Stelle oder der Wurfhaken reisst. Dies ist weniger tragisch, da man davon beliebig viele besitzt.

Das gilt allerdings nicht für den Tether. Diesen bekommt man nur in begrenzter Anzahl und muss immer wieder via Konsole auf der Plattform aufgefüllt werden. Dabei ist diese Funktion des Wurfhakens am praktischsten. Hiermit kann man schwere und größere Objekte aneinanderketten und ganz einfach an die Barge, den Processor oder den Schmelzofen binden und dann werden die Teile automatisch dorthin gezogen. Letztlich zieht der Tether die verketteten Objekte zusammen und da Processor, Schmelzofen und Barge unveränderlich, fest im Raum stehen, wird alles, was damit verbunden ist, dorthin gezogen. Praktisch.

Der sogenannte Split-R (Splitter) ist zum großen Teil das Werkzeug der Wahl. Mit diesem werden Teile der Raumschiffe regelrecht abgeschnitten. Man kann wählen zwischen Längs- oder Querschnitt. Das klingt erstmal ein wenig limitierend, doch durch die Fähigkeit des Rollens, kann man sich frei im Raum bewegen und jeden beliebigen Winkel des Schiffes zerschneiden. Zero-G sei Dank. Doch damit ist noch nicht genug. Der Split-R kann darüber hinaus auch Schweißnähte entfernen, wodurch sich die einzelnen Teile des Raumgleiters besser abspalten lassen. Natürlich ist die Leistung des Split-Rs eingeschränkt, da nur bestimmte Metalle oder Zusammensetzungen überhaupt nachgeben. Hier ist man dann wieder auf die Upgrades angewiesen.

Hat man sich einigermaßen mit den Funktionalitäten der Werkzeuge vertraut gemacht, ist es an der Zeit das ausgewählte Raumschiff zu zerteilen und wiederzuverwerten. Pro Raumschiff gibt es vorgegebene Aufgaben, die entsprechend viel Geld erzielen. Was auch während des Tutorials nicht erwähnt wird, ist, dass man während seiner Schichtzeit auch alle anderen Teile verwerten kann und soll, um nebenher noch mehr Geld zu verdienen.

Einige Raumschiffe beherbergen zusätzliche Gegenstände, wie bspw. einen Antriebskern. Dieser muss in kurzer Zeit in die Barge verfrachtet werden, da es sonst zu einer riesigen Explosion kommt, die nicht nur verwertbare Einzelteile zerstört, sondern auch das Raumschiff quasi in alle „Winde“ zerstreut und -teilt.

Also ganz so einfach scheint die Unternehmung nicht zu sein. Darüber hinaus haben einige Raumschiffe noch ein sogenanntes AirLock-System. Es muss zu einem Druckausgleich kommen, sonst gibt es unschöne Nebeneffekte. Hat man sich dem angenommen, kann man sich im Innenbereich umsehen und einzelne Teile, wie Log-Files, Werkzeuge, Verbandkästen usw. sammeln. Damit kann man dann je nachdem etwas über die Crew erfahren oder Werkzeuge für sich verwenden. Das bietet sich vor allem dann an, wenn die Leistung der eignen Werkzeuge nachlässt und diese repariert werden müssen.

 


 

– Besonderheiten –

Hardspace Shipbreaker bietet in gewissem Sinne ein komplett neues Genre. Mir ist bis dato nicht bekannt, dass es ein Spiel gibt, das Raumschiff recycling thematisiert. Darüber hinaus lässt sich so ziemlich alles in jeder Größe zerschneiden. Die Effekte sind nicht viel, aber hübsch und passend. Die eigene Ausrüstung lässt sich via Upgrades ausbessern, um noch effizienter innerhalb der vorgegebenen Zeit arbeiten zu können.

Die Raumschiffe sind begehbar und lassen sich sowohl von innen als auch von außen zerteilen. Der Freiheit, Objekte abzutrennen, sind keine Grenzen gesetzt. Alles kostet Geld (wie im echten Leben). Sogar der Sauer- und Treibstoff, die man zum Arbeiten benötigt, werden nicht vom Arbeitgeber gestellt. Ob das nun eine positive Eigenschaft hinsichtlich des Realismus ist oder eine negative Eigenschaft, liegt im Auge des Spielers.

 


 

– Support –

Es hat sich über die Zeit fast schon eingebürgert, dass Entwicklerfirmen, die Kontakt zu ihren Spielern haben wollen, einen eigenen Discord-Server betreiben. Auf diesem können sich Entwickler, Spieler, die Community in den verschiedensten Gebieten austauschen. Dies gilt auch für Blackbird Interactive. Eigens für Hardspace: Shipbreaker gibt es einen eigenen Discord-Server. Hier dreht sich alles um das Spiel. Wie viel Mühe sich die Entwickler geben, sieht man unter anderem an der Kanalvielfalt: Fragen, Problembehebung, Fehler-Report, Vorschläge, Fan-Fiction, Fan-Creations, Self-Promotion

Auf dem Server befinden sich regelmäßig Leute von Blackbird Interactive. Diese sind nicht nur mit einer besonderen Farbe gekennzeichnet, sondern man kann auch ihre Funktion im Team erkennen. Das macht es einfacher, gleich die richtige Person zu adressieren, sofern dies notwendig sein sollte. Zusätzlich dazu befinden sich sogar ein paar Leute vom Publisher Focus Home auf dem Server. Die vorherrschende Sprache, um sich zu verständigen ist Englisch.

Wer sich nicht auf Discord herumtummeln möchte, der kann sich auch sehr gut über die Steam-Seite informieren. Dort werden Updates angekündigt, veröffentlicht, beschrieben und auch neue Funktionen geteasered. Kürzlich kam erst das R.A.C.E (Rapid Acquisition Competence Exercise) hinzu. Es gibt immer wieder große Updates mit ausführlichen Bug-Fix- und Patch-Notes-Listen. Aber auch kleine Hotfixes werden soweit möglich beschrieben. Zwischendurch ist es ebenfalls möglich, sich auch die DEV-Logs durchzulesen, um das Geschehen der Entstehung verfolgen zu können.

Im Großen und Ganzen kann man sich über den Support nicht beschweren. Sogar an Guards wird weiterhin gearbeitet, die das Spielen / Schneiden vereinfachen sollen. Generell erscheinen Updates oder Fixes in kurzen Abständen von ca. einer Woche oder etwas mehr. Man hat den Eindruck, dass sich die Entwickler aktiv kümmern und das Projekt voran treiben wollen.

 

– Fazit –

Hardspace: Shipbreaker macht viele Dinge anders und neu. Obwohl man einzelne Elemente bereits aus anderen Genres kennt, werden diese dazu verwendet, etwas zu erschaffen, das so in der Form noch nicht dagewesen ist. Geld verdienen mit Raumschiff recycling. Eine ökologisch wertvolle Idee. Zwar gibt es keine große Story, doch das braucht dieses Spiel auch nicht. Es macht Spaß, seine Schicht zu optimieren, Raumschiffe zu zerlegen und möglichst viel Profit dabei zu erzielen. Kommt man an eine Stelle nicht heran, kann man sich hindurch schneiden.

Auch wenn bereits viel möglich ist, so stellt sich die Anzahl der Raumschiffe derzeit als noch sehr übersichtlich dar. Auch das Tutorial verschweigt wichtige Funktionalitäten, die für den weiteren Verlauf des Spieles relevant sind. Die Kollisionsabfrage lässt den rechten Arbeitsarm mit dem Schneidgerät hin und wieder in der Hülle des Raumschiffes verschwinden, was zwar keine Auswirkung auf das Spiel selbst hat, aber nicht schön aussieht. Obwohl die Grafik viel zu bieten hat und gerade durch die Unity-Engine auch auf schwächeren Rechnern laufen sollte, lässt bei so manchen Konfigurationen auf 1080p die Performance stark nach.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

Die Bildschirmtexte sind in mehreren Sprachen verfügbar. Die deutsche Variante ist allerdings nicht korrekt skaliert, wird bei längeren Texten abgeschnitten und ist somit nicht vollständig lesbar. Außerdem sind Untertitel und gesprochene Sprache nicht synchron. Teilweise wird der Text zu spät eingeblendet, während der Sprecher bereits beim nächsten Satz ist. Das klingt vernachlässigbar, fällt allerdings mehr auf als man es sich zugestehen möchte.

Trotz des aktuellen Zustandes, ist bereits sehr viel möglich, die Partikel-Effekte sind dort, wo sie sein müssen, das Spielprinzip funktioniert und es ist bereits möglich mehrere Stunden Spielzeit in Hardspace: Shipbreaker zu versenken. Viele Kleinigkeiten sind bereits vorhanden und es gibt nur sehr wenige Abstürze. Blackbird Interactive hat bis jetzt gute Arbeit abgeliefert und sorgt bereits jetzt schon für lang anhaltenden Spielspaß.

Beginne als einer von wenigen Auserwählten bei der Lynx Corporation und flieg ins Weltall. Dort kannst Du verlassene Raumschiffe nach Herzenslust zerteilen und die Einzelteile wiederverwerten. Finde in verwaisten Raumschiffen Log-Files und finde etwas über die Crew heraus. Optimiere Dein Equipment und steigere Deine eigene Effizienz, um während Deiner Schicht noch mehr recyclebare Stoffe zu fördern. Begib Dich auf eine spannende, entspannende Reise in die Station von Lynx und cutte Dich durch die Bauteile. Wer weiß? Vielleicht findet sich das große Geld beim bergen eines Antriebs oder einer Versorgungsheinheit?

 


 

 


 

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Über LeKris

Anfang der 80er entsprungen, ist meine erste Konsole ein ATARI 2600 gewesen. Erste Gehversuche am PC waren an einem 386 Geh-zu-Fuß mit Dampfantrieb, ohne Soundkarte. Dort spielte ich Diskettenspiele und Point and Click Adventures wie Monkey Island. Seitdem ziehen sich Pixel-look und Storytelling durch meine Gaming-History. Ich bin aber auch in anderen Genres zu Hause und erfreue mich besonders an Indie-Titeln, die alles ein wenig anders machen, als man es vielleicht erwartet.

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