Good Company
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Good Company

Firmenchef im Home-Office!

 

Ihr wolltet schon immer mal eine eigene Firma leiten? Am besten ohne viel Aufwand von zu Hause inklusive ordentlichem Startkapital? Dann ist Good Company das perfekte Spiel! In Good Company übernehmt ihr die Kontrolle über eine kleine, aufstrebende Firma, die sich gegen jede Menge Konkurrenz durchsetzen will.

Vom Layout der Produktion über die einzelnen Logistikketten bis hin zum Design der Produkte – so ziemlich alles kann in Good Company gesteuert oder angepasst werden. Dabei werden immer komplexere Produkte hergestellt, vom einfachen Taschenrechner bis hin zum fertigen Roboter. Ob mich die Management-Simulation jetzt schon überzeugen kann, klären wir jetzt!

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Good Company kann mit einem eigenen, hübschen Grafikstil überzeugen. Dabei geht es nicht um eine ultra-realistische Darstellung – Personen, Maschinen und Geräte sind einfach aber mit einem eigenen Charme gestaltet. Vor allem konnte mich die witzige Gestaltung des eigenen Charakters sowie der Mitarbeiter begeistern.

Alles ist in Bewegung, Mitarbeiter bringen und holen Produkte, basteln an ihren Arbeitsplätzen herum oder wundern sich wo die fehlenden Materialien bleiben. Dabei schafft es das Spiel mit Hilfe von Grafik und Geräuschkulisse in der eigenen Firma eine Art Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die gelegentlich auch von Chaos geprägt ist.

Die Performance des Spiels ist aktuell wirklich gut, weder Frame-Drops noch Abstürze traten auf. Dank der Grafik sollte das Spiel auch auf schwächeren Rechnern laufen. Hier und da trat zwar der ein oder andere Bug auf, aber das ist für einen Early-Access Titel ja vollkommen normal.

 

– Gameplay –

Good Company besitzt aktuell zwei Spielmodi: den Karriere-Modus und das freie Spiel. Im freien Spiel kann man nach Lust und Laune die eigene Firma von Grund auf aufbauen. Keine Ziele, Vorgaben oder ähnliches – hier sind der Fantasie und unserem Spielstil keinerlei Grenzen gesetzt.

Für neue Spieler eignet sich zu Beginn aber eher der Karrieremodus. Dieser führt in verschiedenen Kampagnen-Levels an die Mechaniken des Spiels innerhalb der Firma heran. Zusätzlich gibt es noch Herausforderungen, welche das bisher gelernte wie auf den Kampagne Karten mit drei Zielen auf die Probe stellen.

Doch bevor es wirklich los gehen kann, fehlt noch das aller wichtigste – das Aussehen unseres Charakters. Im überraschend umfangreichen Charakter-Editor kann die Optik des Firmenchefs nach belieben angepasst werden. Dann fehlt nur noch Firmen-Name und -Logo, damit die ersten Produkte vom Band rollen können.

Der Kern einer erfolgreichen Firma ist ein gut durchdachtes Produkt, welches am Ende der Produktionskette steht. Zu Beginn mag das lediglich ein wenig eindrucksvoller Taschenrechner sein. Doch nach und nach entwerfen wir immer ausgeklügeltere Produkte – vom Smartphone über die Konsole bis hin zum Roboter.

Bis zum fertigen Produkt ist es jedoch ein langer Weg – das einzige was in der Firma ankommt sind Rohstoffe wie Kunststoff, Metall, Elektronikbauteile oder Chemikalien. Diese erreichen das Fabrikgebäude in einer täglichen Lieferung im Wareneingang. Dort kann je nach aktuellem Bedarf angepasst werden, was und wie viel geliefert wird.

Die Steuerung im Spiel ist etwas gewöhnungsbedürftig. Zwar kann die gesamte Fabrik von oben überblickt werden, doch Änderungen an Werkbänken sind nur vor Ort möglich. Das heißt, dass sich unser Charakter zu den einzelnen Stationen bewegen muss, um die Produktion umzustellen. Dort kann dieser sich notfalls auch die Hände schmutzig machen in dem er selber Teile herstellt.

Um einzelne Komponenten zu produzieren, dienen Werkbänke. Dort arbeitet ein Angestellter und baut das vorgegebene Produkt aus den gelieferten Rohstoffen. Aus Kunststoff und Metall entstehen Leiterplatten, aus Holz werden Gehäuse gezimmert oder Batterien aus Chemikalien gefertigt, um nur einige Beispiele zu nennen.

Diese Grundkomponenten müssen oftmals noch weiterverarbeitet werden, bevor sie in das finale Produkt eingebaut werden können. Auch hier werden wieder verschiedenste Komponenten benötigt. Leiterplatten, Kunststoffteile und elektronische Bauteile werden beispielsweise zu einfachen Schaltungen zusammengesetzt.

Alle Komponenten können an einfachen Werkbänken hergestellt werden, das braucht jedoch viel Zeit. Hier kommen die spezialisierten Werkbänke ins Spiel. Am Chemie-Arbeitstisch lassen sich unter anderem Knopfzellen in einem Bruchteil der Zeit fertigen. Der Nachteil dabei ist, dass sich die Produktion weniger leicht umstellen lässt, da diese Tische nur wenige, spezielle Komponenten herstellen können.

Um nun die Rohstoffe vom Wareneingang zu den Werkbänken zu schaffen, die fertigen Grundkomponenten zur weiteren Verarbeitung umzulagern oder die finalen Komponenten zur Montage zu bringen, können Logistikmitarbeiter eingesetzt werden. Würde das jeder Arbeiter an der Werkbank selbst erledigen, wäre das alles andere als effizient.

Die Mitarbeiter in der Logistik werden an einzelnen Logistikpunkten eingesetzt und bedienen alle Werkbänke und Regale in ihrer Reichweit, indem sie Komponenten oder Rohstoffe durch die Firma tragen und verteilen. Damit das funktioniert, muss vorher ein ausgeklügeltes System angelegt werden, das den Fluss von allen Waren in der Firma bestimmt.

Im Logistik Modus können die einzelnen Wege der Rohstoffe und Komponenten in der Firma festgelegt werden. Für einzelne Werkbänke oder Regale kann bestimmt werden, welche Ressourcen dorthin gebracht oder abgeholt werden. Dabei ist die Verwendung von Lagern an den Werkbänken oder Zwischenlagern für einzelne Komponenten fast unabdingbar.

Die fertigen Komponenten landen dann aus den einzelnen Lagern an den Montage-Tischen, wo das finale Produkt zusammengesetzt wird. Von da aus geht es direkt zum Warenausgang wo einmal wöchentlich die Abholung der Produkte stattfindet, inklusive der lang erwartete Bezahlung, um die Firma am laufen zu halten.

Ein wichtiger Faktor sind, wie in jeder Firma, die Menschen die wir beschäftigen. Ohne die fleißigen Mitarbeiter läuft nichts. Diese können nach belieben eingestellt und universell Arbeiten zugewiesen werden. Zum Testzeitpunkt gibt es noch keine Spezialisierung oder Fähigkeiten bei einzelnen Angestellten, jeder Arbeitet also gleich gut.

Genau wie in der Realität ist die Welt der Technik in Good Company sehr schnelllebig. Nach einiger Zeit veraltet das entworfene Produkt und wird kaum noch gekauft, der Marktanreiz sinkt. Kurzfristig hilft hier zwar ein kleiner Rabatt auf das Produkt, doch auch das kann die alte Technik nicht langfristig retten.

Hier kommen Forschung und Entwicklung ins Spiel. Mit Hilfe dieser werden neue, moderne Komponenten freigeschaltet. Diese müssen zwar oftmals aufwändiger produziert werden, bringen unseren Produkten auf dem Markt einen klaren Vorteil. Technologisch überlegene Produkte können teurer und in höherer Stückzahl verkauft werden.

Nach einigen Stunden Spielzeit ist zum Testzeitpunkt zwar schon alles gesehen und gebaut, inklusive der gemeisterten Kampagnen-Level. Doch bereits jetzt bieten die teilweise knackig schweren Herausforderungs-Level Beschäftigung für viele Stunden. Und wer immer noch nicht genug hat, kann zusätzlich viele Stunden im freien Spiel mit der Gestaltung der Firma seiner Träume verbringen.

 


 

– Besonderheiten –

Jedes unserer entwickelten Produkte muss sich am Markt behaupten. Sowohl der Preis als auch die Technik in den Produkten entscheiden über den Erfolg am Markt. Ist der Preis zu hoch, kann mit einer kleinen Rabattaktion nachgeholfen werden, um beispielsweise ein älteres Produkt aus den Regalen zu bekommen.

Der Marktanreiz wird durch technische Finessen bestimmt, ein brillantes Display, viel Speicher oder enorme Rechenleistung locken mehr Käufer. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass unser Roboter oder Smartphone durch die Verwendung vieler Komponenten nicht zu warm oder zu schwer werden – das schreckt Käufer ab!

Durch Forschung werden in Good Company neue Komponenten freigeschaltet. Dazu werden zuerst am Analysetisch bekannte und produzierte Komponenten wieder zerlegt. Das gibt je Teil eine gewisse Menge Forschungspunkte. Diese können dann am Forschungstisch eingesetzt werden, um fortgeschrittenere Technologien zu erforschen. Statt simplen Knopfzellen können Batteriepacks gebaut werden, einfache LED-Anzeigen werden durch Displays ersetzt.

Die freigeschalteten Komponenten können am Zeichenbrett genutzt werden, um sie in einen Entwurf eines neuen Produkts zu verbauen. Zwar sind die Produktarten wie Taschenrechner oder Konsolen vorgegeben, aber alle internen Komponenten und die Erscheinung kann im Designprozess nach Belieben verändert werden.

Zuerst wird die Art des Gehäuses gewählt. Reicht simpler Kunststoff? Oder doch lieber edles Holz? Im Anschluss sind die internen Komponenten an der Reihe. Wie viel Speicher ist nötig? Reichen Batterien oder ein Akku? Hat das Gerät genug Rechenleistung? High-Tech-Komponenten erhöhen zwar den Marktanreiz, erfordern jedoch oft deutlich umfangreichere Produktionsstraßen. Hier ist meist ein Kompromiss gefragt.

 


 

– Support –

Der Support für Good Company ist hervorragend. Entwickler Chasing Carrots veröffentlichte seit Release regelmäßig Updates, welche mehr Inhalt brachten und Fehler behoben. Gleichzeitig ist das Entwicklerstudio auf Discord oder in den Steam-Foren um das Feedback der Community bemüht. Für alle Interessierten wurde außerdem eine Roadmap auf der Homepage veröffentlicht.

 

– Fazit –

Good Company ist ein wirklich tolles Management-Spiel, das zum Testzeitpunkt für einen angemessenen Preis viel Inhalt samt gut durchdachter Spielmechaniken bietet. Wer alle Level der Kampagne und alle Herausforderungen meistern will, wird viele Stunden im Spiel in die Planung der Produktionsstraßen sowie Entwicklung der ausgereiftesten Geräte stecken.

Aktuell wünsche ich mir vor allem noch ein wenig mehr Tiefgang, was zum Beispiel die Spezialisierung von Angestellten oder das Wirtschaftssystem betrifft. Außerdem dürfen es gerne noch ein paar mehr Produkte und Komponenten sein. Doch alle diese Punkte stehen glücklicherweise bereits auf der offiziellen Roadmap des Entwicklers Chasing Carrots!

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Wer gerne seine eigene (virtuelle) Firma im Home-Office führen will, samt akribischer Planung von Produktion, Logistik und der produzierten Computer oder Roboter– der ist bei Good Company genau richtig. Nur Geduld sollte man mitbringen, oft muss für ein neues Produkt das mühsam strukturierte Logistiksystem von Grund auf neugestaltet werden. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre fast zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem mit Zukunfts- oder Weltraum-Setting. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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