Farm Together
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

Farm Together

Friede, Freude, Eierkuchen!

 

Dieses Farmspiel unterscheidet sich sehr von all den Vorläufern wie Stardew Valley und Harvest Moon, denn im Vergleich zu seinen großen Brüdern, wartet Farm Together weder mit einer Story, noch mit einem spannenden Abenteuer auf mich. Aktuell gibt es auch nicht viel zu erkunden oder zu erforschen. Zugegeben, klingt erst einmal nicht berauschend, ist aber gar nicht so schlimm wie es vielleicht klingt.

Dafür bietet das Spiel auch jetzt schon eine weitläufige Landfläche zum Bebauen, dazu eine friedliche, gegnerlose Idylle in welcher ich mich ungestört dem Anpflanzen und Ernten meiner Felder, wie auch der Tierzucht widmen kann. Damit es dann jedoch nicht zu eintönig wird, kann ich alle meine Freunde einladen auf meiner Farm mitzuwerkeln.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine finale Version handelt, da dieses Spiel den Early Access verlassen hat. Unsere Wertung ist ebenfalls endgültig und wird sich nicht mehr ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Wichtige Informationen zu unserem Bewertungssystem gibt es hier.

 


 

– Präsentation –

Hier überrascht Farm Together in jeder Hinsicht, denn was die Grafik betrifft, fährt das Spiel auf einer niedlichen und trotzdem sehr ansprechenden Schiene. Die Animationen sind sehr gut gelungen und brachten mich teilweise auch zum Schmunzeln, da man wirklich etwas neues kreatives zu sehen bekommt. Obwohl die Landschaft zum Start noch sehr leer wirkt, ergibt sich später eine liebevoll gestaltete Welt, wenn sie dann bebaut und beackert wird.

Die musikalische Untermalung ist im Gegensatz zur Grafik nicht ganz so pompös, jedoch erfüllt sie seinen Zweck: Sie verbreitet das Gefühl in einer friedvollen Welt einherzugehen und gemütlich ohne Hektik seinen Aufgaben als Landwirt nachzugehen. Technisch gesehen lief das Spiel in meinem gesamten Test absolut einwandfrei, abgesehen von ein bis zwei kleineren Bugs, sind mir keine gravierenden Fehler unterlaufen. Zudem klappt die Steuerung wie geschmiert und es ergibt sich ein sehr geschmeidiges Spielgefühl.

 

– Gameplay –

Ohne großen Umschweif startet man an einer Bushaltestelle und erblickt vor sich eine friedliche Landschaft. Direkt zu beginn wird man vom Tutorial unter die Fittiche genommen und erlernt so die Grundlagen des Spiels. Im Großen und Ganzen ist allerdings nicht viel zu lernen, denn für die meisten Tätigkeiten werden die gleichen Befehle verwendet, sodass wir uns direkt ins Geschehen stürzen können.

So kann man zum Beispiel mit der linken Maustaste ein Feld pflügen, besäen, bewässern und ernten. Das Spiel erkennt selber denn Zustand des betreffenden Feldes, welches man anvisiert und rüstet automatisch das entsprechende Werkzeug aus. Dadurch verschwendet man keine Zeit beim Suchen der Ausrüstung in einem Inventar, denn das gibt es direkt gar nicht.

Im Shop erhält man alles was man für die Farm benötigt, denn wenn man ein Feld erntet erhält man immer etwas Geld, Erfahrung und die Pflanze, jedoch keine Samen um die entsprechende Pflanze auch wieder anzubauen. So muss man sich die Samen im Shop erst wieder kaufen, dabei muss man sich das Ganze etwas anders vorstellen, denn mann kauft nicht auf Vorat in ein Inventar, sondern man bezahlt jede Sache erst, wenn man es auch platziert hat.

Neben den Feldern gibt es auch die Viehzucht und es lassen sich Teiche mit Fischen anlegen. Die Tiere brauchen natürlich Nahrung, damit sie ihre Produkte für uns produzieren und die Fische können immer nur nach einer bestimmten Zeit geangelt werden. Generell läuft das Spiel weiter auch wenn man nicht online ist, so hat man viel zu tun, wenn man die Farm wieder betritt.

Apropos Zeit! Die Zeit in der Farm vergeht genauso schnell oder langsam wie in der realen Welt. Das bedeutet: braucht ein beackertes Feld zum Beispiel zehn Minuten zum Wachsen, dauert das exakt zehn reale Minuten. Nur durch das Bewässern lässt sich die Wachstumszeit verringern. So gibt es auch Pflanzen die über zwei Tage brauchen bis sie Erntereif sind.

Natrülich gibt es auch die vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Doch jede Jahreszeit dauert nur 17 Minuten und je nachdem in welcher man sich gerade befindet, lassen sich verschiedene Pflanzen anbauen oder eben nicht. Ebenso tragen die Bäume nur in den entsprechenden Saison Früchte. Jedoch muss man keine Angst haben, dass die Ernte vergammelt, wenn die Saat schon ausgesät ist und sich die Jahreszeit ändert, die Ernte ist garantiert.

Wichtig ist nur, dass man zur richtigen Zeit die entsprechenden Pflanzen anpflanzt. Ist das erst einmal geschehen, wächst sie weiter, egal in welche Jahreszeit das Spiel wechselt. Nur, wenn zum Beispiel die Bäume geerntet wurden und es ist nicht die entsprechende Saison, fangen sie erst wieder an zu wachsen, wenn die Zeit reif ist. Generell vergammelt aber keine Ernte, egal wie lange man weg bleibt.

Verlässt man das Spiel so wächst und gedeiht alles weiter, bis entweder die Ernte fällig, oder das entsprechende Lager der Gebäude voll ist. Neben all den Pflanzen und Tieren stehen auch diverse Bauten zur Verfügung. Manche vergrößern das Lager der Ernte oder der Früchte, andere Gebäude geben nach bestimmten Zeiten Gold oder man baut sich eine Tankstelle die fortlaufend Benzin für unseren Traktor liefert.

Neben den vielen landwirtschaftlichen Tätigkeiten erhält man fortlaufend Quests, für die man verschiedenste Dinge erledigen muss. Schließt man eine Aufgabe ab, erhält man spezielle Abzeichen mit denen sich besondere Gebäude kaufen und bauen lassen. An dem Platz der alten Quest erscheint nach erfolgreichem Abschluss direkt immer eine neue Herausforderung.

Zusammengefasst besteht unsere Aufgabe daraus, durch Ackerbau, Baumplantagen, Viezucht, Angeln und weitere Produktionen Geld zu verdienen und so im Level zu steigen. Denn alles in Farm Together wird entweder zu Geld, Diamanten oder Erfahrung gemacht, um später das umzäunte Land zu vergrößern und noch mehr Felder, Plantagen, etc. zu platzieren. Dabei gibt es keine Ausdauer die dem Spieler ausgehen kann und es ist auch kein Schlaf notwendig, wie man es aus anderen Farmsimulationen kennt.

 


 

– Besonderheiten –

Mit dem bereits erwähnten Traktor lassen sich die Felder noch viel schneller pflügen, besähen, bewässern und ernten, denn das schicke Gefährt kann direkt neun Felder zugleich umgraben oder beackern. Jedoch verbraucht er auch Benzin, welches man immer wieder an der Tankstelle abholen muss. Mit dem Wachstum des Spielerlevels schaltet man nach und nach neue Traktormodelle frei, die sehr schön anzusehen sind.

Gleich drei verschiedene Level sind in Farm Together zu beachten, denn es gibt das Level der Pflanzen und Bäume, die mit jedem Level-Up mehr Geld und Erfahrung bringen. Dann gibt es noch das Level des Farmers, der für jede Tätigkeit die er ausführt an Erfahrung sammelt und mit diesen Punkten Optimierungsgegenstände für den Charakter und dessen Traktor freischaltet. Abschließend gibt es noch das Level der Farm an sich, dieses zeigt wie weit die Farm schon ist und schaltet damit neue Sachen wie Pflanzen, Tiere oder Gebäude und auch neue Gebiete frei.

Zum Farmerleben darf auf keinen Fall die Behausung fehlen, ob schickes Steinhäuschen oder ein schwindelerregendes Baumhaus. Hier besteht freie Wahl, sofern die Bezahlung stimmt, denn es braucht insgesamt vier Ausbaustufen bis das Haus erst einmal fertig ist und jede weiter Stufe erfordert eine Bezahlung in Form von Bargeld oder Diamanten. Sobald das neue Wohnquartier errichtet ist, kann es betreten und eingerichtet werden. Dazu stehen viele Dekorationen und ein paar spezielle Einrichtungsgegenstände zur Verfügung. An diesen Einrichtungsgegenstände lassen sich Hausarbeiten erledigen und bei Abschluss Tickets verdienen.

Die Gebiete sind durch Mauern unterteilt, zwar kann man ohne Probleme über sie hinweg schauen, jedoch ist es nicht möglich über sie hinüber zu springen, obwohl man über selbst erbaute Zäune springen kann. Nur durch das bereits erwähnte Farmlevel kann man weitere Gebiete freischalten und muss sie dann noch gegen Diamanten freikaufen, sobald das erledigt ist, verschwindet auch die Mauer zu dem neu erworbenen Terrain.

Im Menü gibt es einen extra Reiter für die Optimierung des Charakters und dessen Traktor. Darin lässt sich das Aussehen und die Kleidung wechseln, jedoch ist nicht gleich alles zu beginn erhältlich, vieles muss man sich erst durch Erhöhung des eigenen Spielerlevels freischalten. Nicht nur neue Kleidung und Frisuren schmücken den Charakter, ebenso die Begleitung in Form von Hunden oder Katzen hübschen das Gesamtbild vom friedlichen Farmleben auf.

Ein wenig mehr Spannung in dieses kleine süße Spiel bringt nur der Multiplayer, denn wenn man nicht einstellt, was die fremden Mithelfer alles so anstellen dürfen, können diese unter Umständen alles zerpflücken, was man mühevoll aufgebaut hat. Jedoch lässt sich die Farm nach Wunsch auch nur mit Freunden aufbauen, sodass es ein freudiges und entspanntes Zusammenspiel wird. Dabei können doch einige helfenden Hände hinzugerufen werden.

 


 

– Fazit –

Vorab muss ich wohl anmerken, dass sich Farm Together vom Spielgefühl etwas wie eine App für Handy bzw. Tablet anfühlt. Man wird immer wieder von längeren Wartezeiten geplagt in denen man auf das ein oder andere Gewächs wartet oder das Benzin ist gerade alle und man ist selber zu faul alles von Hand zu machen. Solche Lücken kennt man sonst eher weniger von Computerspielen und so könnte man glauben es wäre tatsächlich für den Mobilen Markt ausgelegt, was jedoch nicht der Fall ist. Im Grunde fehlt nur noch der Shop, in dem wir für echtes Geld diverse Gegenstände kaufen können, um uns den Aufenthalt auf der Farm deutlich zu erleichtern, diesen gibt es aber nicht.

Innerhalb der Early Access Phase hat sich in Bezug auf die Spielinhalte viel getan. Der Shop in dem jegliche Pflanzen, Tiere und Gebäude erstanden werden, ist sehr gewachsen und bringt immer wieder saisonale Events, in denen spezielle Pflanzen innerhalb einer bestimmten Zeit angebaut und geerntet werden müssen. Erfüllt man diese Eventaufgaben schaltet man besondere Gegenstände. Dieses Eventsystem lädt dazu ein immer wieder in Spiel zu schauen und motiviert mehr Zeit zu investieren. Trotzdem besteht Farm Together nach wie vor daraus viel zu grinden.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Nach Release hob sich der Preis um rund 5€ an, bedenkt man aber die neuen Features und die Inhalte, ist der neue Preis durchaus gerechtfertigt. Für 19.99€ erhält man viele Stunden Spielspaß und das Gefühl ein friedliches Farmerleben zu führen und muss sich auch von keinem hetzen oder ärgern lassen, da es in diesem Spiel keine Gegner gibt.

Natürlich ist beim Kauf ebenso zu bedenken, dass wir es hier nicht mit einem Spiel wie Stardew Valley oder Harvest Moon zu tun haben, denn der Schwerpunkt liegt in Farm Together hauptsächlich auf der Wirtschaft und einem friedlichen Farmleben ohne viel drum herum. Wer gelegentlich und kurzweilig den grünen Daumen schwingen möchte, ohne dabei viele Dialoge mit seinen Mitmenschen führen zu müssen, der ist in Farm Together ganz gut aufgehoben.

 


 

 


 

Nurona

Über Nurona

Im Grunde spiele ich so ziemlich alles was mir in die Hände fällt, ausgenommen von Horrorspielen. Aufgewachsen bin ich aber mit den legendären Schlachten in Age of Empires 2, den arbeitstüchtigen Orks aus Warcraft 3 "Work, work", den geheimnisvollen Zerg aus Starcraft und vielen, vielen mehr. Auch heute sprechen mich Strategiespiele und Aufbausimulationen außerordentlich an. Trotzdem versuche ich mich immer wieder gern an Indietitel, bei denen ich keine Ahnung habe, was für ein Spielkonzept dahinter steckt.

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