Endzone – A World Apart
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.0/5 (1 vote cast)

Endzone – A World Apart

Schon wieder Aufbau-Strategie?

 

Zugegeben, der Titel klingt etwas hart, doch nach wie vor erfreut sich das Survival- und Aufbau-Strategie-Genre großer Beliebtheit auf Steam. Daher ist es also kein Wunder, dass regelmäßig neue Titel zu den unzähligen, bereits existierenden Spielen dieses Genres hinzukommen.

Endzone – A World Apart versetzt die Spieler in eine postapokalyptische, von Dürren und Strahlung geplagte Welt. Das Ziel ist, eine neue Zivilisation aufzubauen und damit das Überleben der Siedler zu sichern. Ob das Spiel mit Gameplay und eigenen Ideen überzeugen kann, oder nur ein weiterer, mittelmäßiger Aufbaustrategie-Titel ist, möchte ich jetzt in meinem Review klären.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Was die Grafik angeht, kann Endzone wirklich überzeugen. Ob nun die notdürftig gebauten Hütten, die Siedler beim Arbeiten oder die Ruinen der alten Welt – das alles ist mit Liebe zum Detail gestaltet und animiert. Zusammen mit der breiten Palette an Wettereffekten schafft das Spiel eine großartige, teils bedrückende, Atmosphäre.

Das UI lässt auf den ersten Blick alles wichtige erkennen – wie viele Rohstoffe und Nahrung sind vorhanden, sind die Siedler glücklich, was gibt es für Probleme und vieles mehr. Nur wenn es um detailliertere Statistiken geht, wird es in den Tiefen der Menüs schnell unübersichtlich.

Die musikalische Untermalung und Soundeffekte tragen ihren Teil zur Atmosphäre des Spiels bei, speziell natürlich das simulierte knacken des Geiger-Müller-Zählrohrs. Vor allem die graphische Qualität fordert ihren Preis. Ruckler treten immer mal wieder auf, gerade bei großen Siedlungen. Wer einen sehr schwachen PC nutzt, wird hier schnell Probleme bekommen.

 

– Gameplay –

Bevor man sich nun ins Spiel stürzt, sollte zum Wohl der Siedler das Tutorial gespielt werden. Hier werden die wichtigsten Grundlagen vermittelt, um eine langfristig lebensfähige Kolonie zu schaffen. Ist das erledigt, kann man zwischen freiem Spiel oder einem der verfügbaren Szenarien wählen.

Wer will, kann vor dem Start des Spiels noch allerhand anpassen. Vom Namen der Siedlung über das Vorkommen von Seen, Bäumen und Wetterkatstrophen bis hin zum allgemeinen Schwierigkeitsgrad. In Ruhe bauen oder doch die extreme Herausforderung? Das alles ist möglich.

Nun kann es aber endlich los gehen: In Endzone wurde die Welt durch die Explosion zahlreicher Atomkraftwerke verwüstet und verstrahlt. Einige Menschen konnten sich in unterirdische Anlagen retten, genannt Endzone. Jetzt, 150 Jahre später, wagen wir uns wieder an die Oberfläche.

Das Ziel ist dabei klar – eine Siedlung errichten, in der unsere Leute langfristig überleben können. Doch das ist alles andere als leicht. Neben Dürren, verseuchtem Wasser und knappen Rohstoffen macht die verbleibende Strahlung den Menschen zu schaffen. Doch eins nach dem anderen.

Am Anfang steht nicht mehr als ein notdürftig reparierter Bus samt etlichen Rohstoffen, etwas Nahrung und Schutzkleidung zur Verfügung. Dieser fungiert auch gleichzeitig als eine Art Hauptquartier für die Siedlung. Das wichtigste ist jetzt, die Nahrungsversorgung zu sichern.

Die Nahrungsbeschaffung in Endzone wird einerseits durch Felder und Plantagen realisiert, welche aber erst nach einer gewissen Zeit Ertrag bringen. Viel schneller bringen dagegen die Jäger-, Sammler- und Fischerhütten Nahrung. Doch noch wichtiger ist die Versorgung mit frischem Wasser.

Wasser kann aus Brunnen oder dem nahegelegenen See entnommen werden. Die Siedler tragen das Wasser anschließend zu einer Zisterne oder einem Wassersilo, wo es gespeichert werden kann. Das Silo kann das Wasser zusätzlich mit Hilfe von Aktivkohle von gefährlicher Strahlung reinigen.

Aufgrund der häufig auftretenden Dürren ist es wichtig, immer ausreichend Wasser auf Vorrat zu haben. Während dieser Zeit trocknet mit dem See eine wichtige Wasser- und Nahrungsquelle aus. Das Wasser brauchen dann nicht nur die Siedler zum Überleben, sondern auch die Pflanzen auf den Feldern.

Neben den Dürreperioden stellt die Strahlung eine große Gefahr dar, speziell durch radioaktiven Regen und Stürme. Neben der Reinigung des Wassers durch Aktivkohle, sollten die Pflanzen mit Planen vor dem radioaktiven Regen geschützt werden. Verstrahlte Nahrung führt zum raschen Tod der Siedler.

Außerdem benötigen die Siedler eine Schutzausrüstung. Das geht von einfachen Stofftüchern über Aktivkohlemasken bis hin zu ganzen Schutzanzügen, wobei letztere viele Ressourcen zur Herstellung benötigen. Ohne entsprechenden Schutz erkranken und sterben die Siedler früher oder später.

Damit die Menschen trotz all der Gefahren zufrieden sind, brauchen sie ein Dach über dem Kopf und Gemeinschafts-Gebäude. Dazu zählt neben einem Krankenhaus, dem Friedhof und der Schule selbstverständlich die Kneipe. Dann sind die Siedler nicht nur angetrunken und glücklich, sondern produzieren auch fleißig Nachwuchs.

Dieser ist enorm wichtig, da jedem Gebäude mindestens ein Siedler zugewiesen werden muss, um zu funktionieren. In manchen Gebäuden kann lediglich ein Siedler arbeiten, in anderen erhöht sich mit der Zahl der arbeitenden Siedler die Produktionsmenge. Das System erinnert dabei stark an das aus dem Spiel Banished.

Sollte es den Siedlern trotzdem an etwas fehlen, oder diese eine Idee haben, bringen sie das als kleine Quest ein. Oft muss dabei eine gewisse Menge produziert oder ein Gebäude errichtet werden. Die Quest kann ignoriert werden, jedoch steigert die Erfüllung die Zufriedenheit der Bewohner, und bringt zusätzlich eine Belohnung in Form von Ressourcen.

Um all diese Gebäude zu errichten, sind einige Rohstoffe nötig. In Endzone gibt es zwei grundlegende Rohstoffarten – Holz und Schrott. Holz produziert die Holzfällerhütte durch Fällen und gleichzeitiges Aufforsten bewaldeter Gebiete. Der Schrottplatz dagegen sammelt Schrott aus rostigen Fahrzeugen oder alten Gebäuden, den Überresten der Zivilisation.

Für die Konstruktion größerer und fortschrittlicherer Gebäude wird aber mehr als nur Schrott und Holz gebraucht – hier kommen Stoff, Metall, Kunststoff und Elektronikkomponenten ins Spiel. Speziell errichtete Recycling-Bauten extrahieren diese Materialien aus dem gefundenen Schrott.

Doch nicht nur für Gebäude, sondern auch für lebenswichtige Gegenstände werden diese Rohstoffe gebraucht. Der Köhler stellt Kohle her, zusammen mit Stoff werden daraus beim Schneider Aktivkohlemasken. Ein anderes Beispiel ist die Werkstatt. Beliefert mit Metall, Schrott und Holz, werden dort Werkzeuge produziert, mit Hilfe derer effektiver gearbeitet wird.

Damit ist auch klar, dass in Endzone Produktionsketten von großer Bedeutung sind. Diese scheinen zwar anfangs wenig komplex, um jedoch bei immer weiterwachsender Bevölkerung und Koloniegröße den Überblick zu bewahren, ist ein durchdachtes Logistiksystem nötig.

Die Logistik wird mit Hilfe von Straßen zwischen den Gebäuden, Lagerhäusern und dem Marktplatz realisiert. Während das Lagerhaus lediglich ausgewählte Rohstoffe speichert, arbeiten am Marktplatz Logistiker, welche im gewählten Bereich alle möglichen Ressourcen sammeln und damit die Arbeit in den Produktionsgebäuden erleichtern.

Soll die Effizienz aller Produktionsgebäude weiter erhöht werden, können diese mit Hilfe von Strommasten an das Stromnetz angeschlossen werden. Der Bau von Solarzellen und Akkus ist zwar kostspielig, belohnt aber mit einer deutlich höheren Effizienz der einzelnen Gebäude.

Nur wer klug und vorausschauend baut, wird langfristig Erfolg mit der Kolonie haben. Heftige Dürrewellen, zerstörerische Stürme, Strahlung und Krankheiten – mit Rückschlägen muss man im Verlauf des Spiels fest rechnen, das kann bis hin zum Untergang der Kolonie führen.

Während meiner Spielzeit habe ich so einige Kolonien in den Untergang geführt. Doch ich habe aus den Fehlern bei der Planung gelernt. Man sollte nicht sofort aufgeben, nach einigen Versuchen ist klar, worauf es ankommt. Somit steht einer florierenden und wachsenden Kolonie nichts mehr im Wege.

 


 

– Besonderheiten –

Die Expeditionen sind ein wichtiges Feature von Endzone. Dazu muss als erstes ein Expeditionsposten errichtet werden. In diesem arbeiten die Scouts, welche Nahrungsrationen herstellen, aber auch Ruinen und Relikte der Umgebung erkunden können. Soll nun eine bestimmte Ruine untersucht werden, kann aus der Bevölkerung ein Trupp von bis zu sechs Siedlern zusammengestellt werden.

Die Siedler werden ausgestattet und begeben sich daraufhin zur gewählten Ruine. Je nachdem wie viele Rationen diese dabeihaben, können mehr oder weniger Aktionen ausgeführt werden. Welche Belohnungen wie Rohstoffe oder neue Pflanzensamen bringen können, aber auch negative Folgen haben. Nach der erfolgreichen Expedition kehren die Siedler samt gefundener Beute zurück.

Ein Spielmodus für Endzone sind die Szenarien. Wie der Name schon sagt, werden dabei vorgefertigte Szenarios gespielt. In dem immer ein konkretes Ziel im Mittelpunkt steht. Beispielsweise soll einer befreundeten Siedlung mit bestimmten Ressourcen geholfen oder eine lebensfähige Siedlung in einer von extremen Dürren geplagten Region errichtet werden.

Für die volle Kontrolle über die Siedlung, dürfen umfangreiche Statistiken nicht fehlen. Mehr oder weniger übersichtlich sind im separaten Statistik-Menü verschiedenste Graphen zu sehen. An ihnen lassen sich beispielsweise die Produktion verschiedener Ressourcen und Produkte, deren Lagerkapazität sowie allerhand Informationen über die Bevölkerung ablesen.

 


 

– Support –

Der Support des deutschen Entwicklerstudios Gentlymad für ihr Spiel ist wirklich vorbildlich. Der Entwickler ist stets um das Feedback der Spieler bemüht, was Bugs und Verbesserungsvorschläge angeht. Außerdem gibt es eine Roadmap auf der Steam-Shopseite, welche über aktuelle und zukünftige Inhalte informiert.

Zusätzlich wird eine Save the World Edition angeboten, mit welcher der Soundtrack des Spiels freigeschaltet werden kann. Doch das ist nicht alles: Ein Teil des Geldes geht an die Non-Profit-Wohltätigkeitsorganisation OneTreePlanted für den Kampf gegen den Klimawandel, je verkaufter Save the World Edition wird ein Baum gepflanzt.

 

– Fazit –

Endzone – A World Apart ist ein wirklich gutes Aufbaustrategie-Spiel. Sowohl mit dem Gameplay als auch der Grafik sowie dem übersichtlichen User-Interface kann der Titel bereits jetzt überzeugen. Alles wirkt gut durchdacht und umgesetzt – speziell für einen Early Access Titel. Ab und an ein Bug oder Ruckler sind dabei leicht zu verkraften.

Natürlich wünscht man sich hier und da noch mehr Gebäude, vor allem ein paar zusätzliche Ausbaustufen. Ebenso dürfen es gerne mehr Szenarien oder Stories für die Expeditionen im Spiel sein – doch das alles steht glücklicherweise auf der veröffentlichten Roadmap des Entwicklerstudios.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Wer von Endzone nun revolutionäre Neuerungen im Aufbaustrategie-Genre erwartet, wird wohl etwas enttäuscht werden. Gameplayfeatures, das postapokalyptische Setting, allgemein das Spielgefühl – für jemand der schon häufiger Titel dieses Genres gespielt hat, fühlt sich das alles mehr oder weniger vertraut an.

Doch im Endeffekt stellt das für mich gar kein großes Problem dar. Endzone ist ein wirklich gutes Aufbaustrategie-Spiel, welches Fans des Genres dank erstaunlich weniger Probleme sehr viele Stunden Spielspaß bringen wird. Das alles kombiniert mit einem großartigen Entwicklerteam, samt konkreten Plänen für die Zukunft und das zu einem angemessenen Preis ergibt ein Spiel, welches ich wärmstens empfehlen kann.

 


 

 


 

Avatar

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

Was sagst Du dazu?

You must be logged in to post a comment.