Embark
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Embark

Nur ein RimWorld-Klon?

 

Beim ersten Anspielen fällt direkt auf, dass das Gameplay und die Mechaniken sehr stark an einen erfolgreichen Vertreter des Base-Buildung und Survival Genres erinnern – RimWorld. Tatsächlich wurden viele Mechaniken übernommen, wie später im Review noch deutlich wird. Einen großen Unterschied gibt es aber auf den ersten Blick – die 3D-Darstellung der Welt.

Embark verspricht als ein komplexes Kolonie-Management-Spiel sehr viel. Die Entwickler schreiben, dass sie sich hierbei unter anderem von der offenen Welt bei Minecraft sowie dem solzialen Aspekt von Sims inspirieren haben lassen. Ob Embark die Versprechen halten kann und auch eigene Wege geht, möchte ich jetzt in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Die Grafik von Embark wird keinen Preis für Schönheit gewinnen, aber erfüllt ihren Zweck. Die Welt ist dabei in Blöcken aufgebaut, ähnlich wie in Minecraft. Dabei sind die Texturen zwar nicht knackig scharf, aber Details, beispielsweise an den unterschiedlichen Crafting-Stationen und Gegenständen, lassen sich problemlos erkennen.

Lediglich die Gestaltung der Charaktere lässt etwas zu wünschen übrig. Neben ziemlich matschigen Texturen könnten die meisten Figuren mit ihrem Aussehen auch einem trashigen Horror-Game entsprungen sein.

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Zur klanglichen Gestaltung kann ich nur wenig sagen. Die Musik der Menüs und im Spiel ist dabei wie immer Geschmackssache. Die Geräuschkulisse im Spiel ist absolut zweckmäßig, aber auch nichts Besonderes.

Bei der Performance gibt es derzeit Probleme. Das zeigt sich einerseits bei starken Rucklern und Frame-Drops, gerade beim Scrollen auf der Karte, sowie den immer wieder auftretenden Bugs. Hier muss definitiv nachgebessert werden.

 

– Gameplay –

Gestrandet auf einem fremden Planeten – so das Ausgangszenario Embark. Doch bevor wir starten, stehen noch einige Entscheidungen an. So wird als erstes das Startgebiet gewählt, hier kommt es vor allem auf die Topografie und das Klima an.

Sind wir damit zufrieden, können die Überlebenden sowie deren Startausrüstung gewählt werden. Dazu zählen neben den Fähigkeiten auch die verschiedenen Charaktereigenschaften – positive als auch negative. Begrenzt wird das alles durch ein Punkte-Limit, gute Eigenschaften oder mehr Ausrüstung kosten hierbei eine gewisse Menge dieser Punkte.

Ist das alles erledigt, kann es nun wirklich los gehen. Ziel des Spiels ist kurz gesagt, eine Kolonie auf dem fremden Planeten zu errichten und das Überleben der Kolonisten zu sichern. Dabei stehen vor allem Crafting, Forschung und das Managen der Aufgaben im Mittelpunkt.

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Das Crafting der Gegenstände wie Waffen, Nahrung oder auch Schmuck erfolgt an den speziellen Crafting-Stationen. Dabei gibt es unter anderem eine Tischler-, Steinmetz- oder Koch-Station. Dort werden dann Aufträge für bestimmte Gegenstände aufgegeben, beispielsweise dass 5 Planken hergestellt werden sollen oder der Nahrungsvorrat konstant bei 10 Rationen gehalten wird.

Alle Rohstoffe für die verschiedenen Gegenstände müssen wir in der Spielwelt finden, sei es Holz, Stein oder Metalle. Letztere können sich sowohl ober- als auch unterirdisch befinden. Hergestellte Werkzeuge erleichtern den Kolonisten den Abbau. Rohstoffe und hergestelltes Equipment werden dann in speziellen Lagern aufbewahrt.

Die Nahrungsversorgung kann klassisch mit dem Anlegen von Feldern sichergestellt werden, an Wasserquellen in der Nähe versorgen sich unsere Kolonisten automatisch mit frischem Wasser. Auch Tiere können gejagt werden – doch Vorsicht! Diese wissen sich oft gut zu verteidigen.

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Um unseren Kolonisten das Leben so angenehm wie möglich zu machen, ist es wichtig, Schlafräume sowie Räume für die Crafting-Stationen zu errichten. Außerdem bringen Betten, Kühlung, Heizungen oder Deko einen Moral-Boost. Das Bauen der Räume passiert entweder rudimentär mit Erde oder später mit Holz- oder Steinwänden, wobei sich die Platzierung der Wände äußerst umständlich gestaltet.

Die Steuerung der Kamera ist noch nicht ausgereift. Neben Rucklern beim Bewegen der Kamera kommt es immer wieder zu ungeplanten Bewegungen, gerade unter Tage. Aber auch beim Bau an der Oberfläche treten Probleme auf, wenn sich zum Beispiel aus einer Perspektive manche Blöcke nicht platzieren lassen.

Um nun zu kontrollieren, welche Aufgaben von den Kolonisten priorisiert erledigt werden, gibt es das Aufgaben-Management System, welches quasi 1 zu 1 von RimWorld übernommen wurde. Jeder Kolonist hat dabei Tätigkeiten, die ihm gut liegen, in denen er schnell lernt und jene die er verweigert. Dabei kann jede Aufgabe die Priorität von 1 (niedrig) bis 5 (hoch) haben.

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Aber auch das funktioniert meist nicht. Die KI der Kolonisten handelt oft so, dass eine Aufgabe begonnen, aber nicht komplett erledigt wird und der Kolonist zur Nächsten weitergeht usw. So dauert es gerade am Anfang mit wenig Kolonisten ewig, bis Gebäude errichtet werden oder Nahrungsmittel zubereitet sind. Oft werden auch unnötig lange Laufwege gewählt.

Genauso ernüchternd ist das angepriesene Sozialsystem, das den Sims nachempfunden sein soll. Es gibt zwar soziale Interaktionen zwischen den Überlebenden, so dass diese sich mögen, hassen oder verlieben, doch bis auf einige simple Entscheidungen kann der Spieler dabei keinen Einfluss nehmen. Außerdem erfolgt dabei nur eine einfache, kleine Einblendung am unteren Bildschirmrand.

Um nun alle vorhergehenden Gegenstände, Crafting-Stationen oder auch Interaktionen mit anderen Kolonien freizuschalten, muss Forschung betrieben werden. Das gestaltet sich simpel, denn es wird eine Technologie gewählt, welche dann an der Forschungsstation von einem Kolonisten nach und nach erforscht wird.

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So läuft das Spiel weiter und falls nicht ein Rudel Wölfe unsere gesamte Kolonie verputzt hat, wächst diese und wird immer größer. So stoßen neue Kolonisten zu uns, die aufgenommen oder abgelehnt werden können oder der eigene Nachwuchs sorgt für Verstärkung. Vorausgesetzt die ziemlich steile Lernkurve hat nicht direkt abgeschreckt.

Gelegentlich kommt es zu Angriffen, seien es wilde Tiere oder feindliche Kolonisten, die es auf Ressourcen abgesehen haben. Hier tritt dann das Kampfsystem in Kraft, dass wie bei RimWorld aktiviert wird. Im Kampfmodus kann den Kolonisten, verteilt in verschieden Squads, befohlen werden, zu welcher Position sie sich bewegen sollen, der Angriff erfolgt dann automatisch.

Besonders viel zu tun oder zu entdecken gibt es bisher nicht, so dass nach ein paar Stunden Spielzeit alles erforscht und entdeckt wurde. Lediglich weiter wachsen kann die Kolonie dann noch. Insgesamt erinnert das Spielprinzip stark an RimWorld, fast zu stark wie ich meine. So sind viele Spielmechaniken quasi exakt übernommen worden, bis auf das Fehlen eines festen Ziels oder Endes.

 


 

– Besonderheiten –

Die Forschung ist in Embark eines der wichtigsten Features, da wir zu Beginn kaum Gebäude errichten und Ausrüstung herstellen können. Wie bereits erwähnt ist der Ablauf dabei simpel. Ein zugewiesener Kolonist erforscht an der zuvor errichteten Forschungsstation eine gewählte Technologie, je nach Komplexität, ausgedrückt in Forschungspunkten, geht das schneller oder langsamer.

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Alle Technologien können in einem Forschungsbaum gefunden werden, so sind manche Technologien Voraussetzung, um fortgeschrittener freizuschalten. Beispielsweise gibt es Zweige die sich verschiedenen Werkzeugen, Schmuck, Kleidung oder auch dem Bau von Gebäuden widmet.

Um mit anderen Fraktionen zu handeln oder diese zu kontaktieren, wurde das Diplomatie-System eingeführt. Voraussetzung dafür ist, dass die Diplomatie erforscht wurde. Dabei wird der Konferenzraum freigeschaltet. Ist dieser errichtet, können wir zu den anderen Kolonien auf dem Planeten Kontakt aufnehmen, um zum Beispiel Ausrüstung oder Rohstoffe zu tauschen.

 


 

– Support –

Der Support von Embark ist bisher wirklich gut. Alle paar Tage bringen die Entwickler einen kleinen Patch mit Bugfixes und inhaltlichen Änderungen. Welche genauen, großen Features in Zukunft den Weg ins Spiel finden sollen, kann der offiziellen Roadmap der Entwickler entnommen werden.

 

– Fazit –

Wenn die Startschwierigkeiten überwunden sind und man ins Spiel gefunden hat, kann Embark durchaus Spaß machen, gerade für Fans von Colony-Sim Spielen. Das Gameplay ist größtenteils stimmig, jedoch stören fehlender Inhalt, die grauenhafte KI, miese Performance sowie die äußerst umständliche Kamerasteuerung. Man muss aber auch bedenken – Embark befindet sich noch in einem frühen Status der Entwicklung. Mit einigen Updates in Zukunft, hat das Spiel durchaus potential auf eine durchweg positive Bewertung.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Aktuell kann ich aber, aufgrund der vielen Baustellen, nicht mehr als 2.5 Sterne vergeben. Empfehlen würde ich es nur absoluten Fans des Genres, die den Entwickler und dessen Vision unterstützen wollen, gerade für den doch hohen Preis von 21 Euro. Zum Ende möchte ich auch erneut die Problematik der Ähnlichkeit zu RimWorld aufgreifen.

Bisher ist Embark nämlich fast ausschließlich ein RimWorld-Klon. Lediglich die Umsetzung in eine 3D-Spielwelt macht den entscheidenden Unterschied, beim Gameplay wurde fast schon zu viel exakt übernommen. Hier würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass der Entwickler mehr eigene Ideen und Features ins Spiel einbringt, um so ein klares Alleinstellungsmerkmal zu haben – allein die Grafik reicht meiner Meinung nach nicht.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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