DwarfHeim
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DwarfHeim

Starcraft meets Factorio!

 

Inspiriert von Strategie-Klassikern wie Starcraft, Age of Empires, Factorio oder Command & Conquer, Angepriesen als die nächste Generation von kooperativen Echtzeitstrategie-Spielen – so beschreiben die Entwickler DwarfHeim. Der Early-Access Titel bringt ein frisches, kooperatives Spielkonzept mit und hofft, ähnlich erfolgreich wie die großen Vorbilder zu sein.

Koop ist in DwarfHeim nämlich großgeschrieben, egal ob nun im PvE- oder PvP-Modus. Das Kämpfen, die Zwergenstadt errichten und Ressourcen beschaffen –jeweils ein Spieler übernimmt eine dieser Aufgaben im Team. Kommunikation und Zusammenarbeit haben also oberste Priorität. Ob DwarfHeim mit diesem Spielkonzept wirklich punkten kann, möchte ich in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Bei der Optik kann DwarfHeim durchaus überzeugen. Von den Gebäuden, über die verschiedenen Karten bis hin zu den unterschiedlichen Einheiten ist alles schön und mit Liebe zum Detail gestaltet. Die Grafik ist dabei für einen Titel dieses Genres absolut ausreichend, so dass in hübscher Natur eine ansehnliche Zwergenstadt gebaut und verteidigt werden kann.

Das UI ist dabei recht aufgeräumt. Alle wichtigen Infos zu Ressourcen und die Mini-Map befinden sich am oberen Rand des Bildschirms, Informationen zur aktuell gewählten Einheit, den Bau- oder Upgrademöglichkeiten finden sich am unteren Rand. Bei der Vertonung des Geschehens und der musikalischen Untermalung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen.

Die Performance des Spiels ist bereits jetzt sehr gut – klar, hier muss keine enorme Grafikpracht befeuert werden. Daher läuft das Spiel selbst bei vielen kämpfenden Einheiten auf dem Bildschirm stabil, ohne spürbar große Einbrüche der Framerate sowie Ruckler. Abstürze konnte ich während meiner Spielzeit auch nicht verzeichnen, was für Early-Access Titel nicht selbstverständlich ist.

 


 

– Gameplay –

Bevor wir uns in eine Runde stürzen können, erklärt das Spiel in einem recht umfangreichen Tutorial das Gameplay der drei wählbaren Klassen. Dort wird jeweils eine Runde als Baumeister, Krieger oder Bergarbeiter absolviert. Danach kann direkt mit einem der drei verschiedenen Spielmodi begonnen werden, wahlweise mit der oder gegen die KI, und das auch im Trainingsmodus.

Neben dem Schwierigkeitsgrad kann auch die Map ausgewählt werden. Derzeit gibt es drei spielbare Karten, wovon zwei erst noch freigespielt werden müssen. Hauptsächlich unterscheiden diese sich im Biom, in welchem sie spielen, sowie einem etwas veränderten Layout. Die Starter-Map ist dabei in einem bewaldeten Tal angesiedelt, die beiden anderen in der Wüste bzw. in einer verschneiten Berglandschaft.

Die wichtigste Entscheidung ist jedoch die Wahl der Klasse für die anstehende Runde, da man außer im Spiel gegen die KI immer nur eine bestimmte Rolle im Team übernehmen kann. Ein Wechsel der Rollen und die damit verbundenen Aufgaben sowie die Auswahl an Gebäude während der Runde ist nicht möglich. Dann kann es aber auch endlich los gehen!

Das Ziel des Spiels ist dabei im ersten Augenblick simpel – die eigene Zwergenstadt ober- sowie unterirdisch ausbauen, Ressourcen sammeln und Einheiten erschaffen, um gegen feindliche Monster zu kämpfen sowie den rivalisierenden Zwergenclan zu bezwingen. Gewonnen hat das Team, welches als erstes das Hauptgebäude der Gegenseite zerstören kann.

Als erstes zum Baumeister – zuständig für die Infrastruktur und den Bau der gesamten oberirdischen Zwergenstadt. Dieser muss auch die Versorgung mit grundlegenden Rohstoffen sicherstellen – dazu zählen vor allem Holz und Nahrung. Ebenso errichtet er Häuser, um das Einheitenlimit für alle drei Spieler im Team zu erhöhen.

Doch zum Bauen und zur Rohstoffgewinnung braucht es zuerst Einheiten. Neben unserem Helden können im Hauptquartier Arbeiter erschaffen werden, welche diese Aufgaben übernehmen können. Holz wird im naheliegenden Wald gehackt, Nahrung und Brauzutaten wie Weizen oder Roggen können auf vorher dafür errichteten Feldern angebaut werden.

Das angebaute Getreide vermengt mit anderen Feldfrüchten kann nicht nur zum Bauen von Einheiten, sondern auch zwergentypisch vom Baumeister zum Brauen verschiedener Biere eingesetzt werden. Im Alehouse eingesetzt, bringen die verschiedenen Brauspezialitäten neben Heilung dann Vorteile wie erhöhte Verteidigungswerte oder höhere Ressourcenausbeute für die Einheiten.

Neben der Versorgung mit Bier steht auch der Bau von verschiedenen Verteidigungsanlagen um die eigene Basis im Fokus des Baumeisters. Dazu zählen typische Verteidigungsgebäude wie Mauern, Tore oder Geschütztürme – wahlweise aus Holz oder stabilerem Stein gebaut. Die helfen vor allem, um anfänglichen feindlichen Überfällen entgegen zu wirken.

Die letzte Wichtige Aufgabe ist der Bau von Gebäuden, vornehmlich für die beiden anderen Mitspieler bzw. Klassen im Team. So dient beispielsweise der Bau der Baracken dem Krieger, da dieser dort Kampfeinheiten ausbilden kann. Aber auch Gebäude wie das Geologie-Zentrum oder der Schmied sind wichtig, um neue Technologien für Bergarbeiter und Krieger zu erforschen.

Leider gibt’s es speziell beim Baumeister (aber auch den anderen Klassen) ziemlich starke Probleme mit der Wegfindung der Einheiten. Oft wandern diese wahllos vor den in Auftrag gegebenen Gebäuden hin und her oder finden den Weg zu Ressource oder Lager nicht. Die einzige Lösung ist hier leider nur der Abbruch des aktuellen Auftrags und das Erstellen eines neuen Bauauftrags.

Kommen wir zur nächsten Klasse, dem Bergarbeiter. Dieser ist vorrangig für die Beschaffung und Weiterverarbeitung von Ressourcen unter Tage zuständig. Dabei operiert der Bergarbeiter in den kargen, steinigen Tiefen der Minen eine Ebene unter der gesamten Karte. Das Hauptgebäude stellt dabei das Lager dar, in dem alle Ressourcen ankommen. Dieses ist jedoch mehrfach baubar.

Hier wird nun die angesprochene Inspiration von Factorio deutlich. Mit Hilfe des Helden sowie im Lager ausgebildeter Bergarbeiter werden Stein, Minerale und Erze abgebaut. Die direkt abgebauten Ressourcen an sich bringen leider noch nichts. Bevor diese Rohmaterialien nutzbar sind, müssen sie erst mit einer Reihe von Maschinen weiterverarbeitet werden.

Dazu werden Fließbänder, Öfen und allerlei Sortieranlagen errichtet, so dass lange und effiziente Produktionsketten entstehen. Manche Produkte sind dabei einfach zu verarbeiten, wie Kohle oder Stein, welche direkt aus den zerkleinerten, rohen Erz- und Steinklumpen entstehen. Anderen Materialien wie Stahl benötigen da schon eine längere Produktionskette.

Für Stahl müssen zuerst Kohle- sowie Eisenerz-Klumpen zerkleinert werden, welche dann in einer speziellen Anlage miteinander kombiniert werden, um anschließend im Ofen zu Stahl zusammen geschmolzen zu werden. Zugegeben, ganz so komplex wie Factorio ist das System nicht, doch auch hier ist etwas Übung und Planungsfähigkeit für eine stabile Ressourcenversorgung nötig.

Der Bergarbeiter bringt auch noch einen weiteren Vorteil. Dieser kennt sich mit Sprengstoff aus, und gibt das Wissen in der Sprengstoff Hütte quasi an den Krieger weiter. Dieser kann dort Sprengstoffexperten ausbilden, welche besonders effektiv gegen die Verteidigungsanlagen und Gebäude des feindlichen Zwergenclans sind, und damit einen Überfall deutlich erleichtern.

Kommen wir also zu guter Letzt zum Krieger. Dieser ist für die Ausbildung von sämtlichen Kampfeinheiten zuständig, und damit auch für die Verteidigung des Lagers sowie den Angriff auf den feindlichen Zwergenclan. Neben der Verteidigung des oberirdischen Lagers ist auch die Verteidigung der unterirdischen Produktion des Bergarbeiters nicht zu vernachlässigen.

Somit kämpft der Krieger immer an verschiedenen Fronten, oder muss diese zumindest im Auge haben. Eine weitere Aufgabe ist die Bekämpfung von Monstern auf der Map, das bringt Gold für die Forschung sowie Erfahrung zum Upgraden der Helden. Außerdem können ober- und unterirdisch eine Art Schreine für einen Bonus in Angriff oder Verteidigung vom Kreiger und seinen Einheiten eingenommen werden.

Damit wird deutlich, dass das Zusammenspiel der drei Spieler und damit auch der drei Klassen im Team höchste Priorität hat. Der Baumeister liefert wichtige Infrastruktur zur Einheitenausbildung für den Krieger und Ressourcen sowie Forschungsgebäude für die beiden anderen Spieler. Der Bergarbeiter liefert ebenfalls essenzielle Ressourcen für Krieger und Baumeister, und ohne guten Schutz durch den Krieger kann kein Team langfristig bestehen.

 


 

– Besonderheiten –

Aus zwei klassenspezifischen Helden kann jeder Spieler vor der Runde auswählen. Das sind besonders starke Einheiten, welche neben dem klassenabhängigen Bau von gewissen Gebäuden weitere Vorteile bringen. Beispielsweise werden gegnerische Einheiten vom Angriff des Helden verlangsamt, oder Bier wird mit der Hilfe des Helden schneller gebraut und bringt stärkere Vorteile.

Eine wichtige Rolle spielen Forschung und Upgrades in DwarfHeim. Diese können in de verschiedenen errichteten Gebäuden für eine gewisse Anzahl an Gold und Ressourcen freigeschaltet werden. Der Baumeister kann einen effizienteren Getreideanbau freischalten, der Bergarbeiter die schnellere Verarbeitung von Erzen oder der Krieger mehr Lebenspunkte oder Schaden für seine Einheiten.

Klar im Fokus seht der PvP-Modus in DwarfHeim. Es gibt zwar die Möglichkeit im PvE-Modus mit der und gegen die KI zu spielen, jedoch ist diese teilweise wenig intelligent. Für eine Richtige Herausforderung kommt man also nicht am Multiplayer-Modus vorbei. Daher macht das Spiel meiner Meinung nach mit zwei oder besser noch fünf anderen menschlichen Mitspielern am meisten Spaß.

Doch dabei treten Early-Access typische Probleme von Multiplayerspielen auf – die eher geringe Anzahl an aktiven Spielern. Oft sucht man 5-10 min nach genügend Mitspielern, manchmal sogar bis zu einer halben Stunde. Holt am besten vor dem Kauf noch zwei Freunde mit ins Boot, damit ihr ein ordentliches Team habt, und sich die Zeit der Spielersuche deutlich verkürzt.

 


 

– Support –

Der Support für DwarfHeim ist bisher absolut vorbildlich. Der Entwickler Pineleaf legt großen Wert auf das Feedback der Community in den Steam-Foren oder dem Discord-Server, um dringende Probleme (Beispiel Wegfindung) zeitnah aus der Welt zu schaffen. Außerdem wurde vor kurzem eine Roadmap für die nächsten Monate im Jahr 2021 veröffentlicht, die die anstehenden Neuerungen zeigt.

Um den geringen Spielerzahlen entgegenzuwirken, hat das Entwicklerstudio eine kostenlos herunterladbare „Friend Pass“-Version des Spiels veröffentlicht. Im Spiel kann dann ein Käufer von DwarfHeim zwei Freunde mit Hilfe seines „Friend-Codes“ einladen, so dass diese beitreten und gratis mitspielen können. Leider ist diese Version dann aber auf das Spiel gegen die KI beschränkt.

 

– Fazit –

DwarfHeim macht als Echtzeitstrategie-Spiel vieles richtig, und brachte mir persönlich so einige Stunden Spaß. Gerade die Aufteilung der verschiedenen Rollen im Team sowie der Karte in zwei Ebenen bringt frischen Wind in dieses Genre. Doch bis zu den großen Vorbildern wie Starcraft und Co. ist es noch ein langer Weg. Dazu gibt es aktuell noch zu viele Baustellen im Spiel.

Vor allem würde ich mir mehr Auswahl bei den Gebäuden, den Maps und insbesondere bei den Einheiten wünschen. Auch die (noch) problematische Wegfindung der Einheiten verdirbt gerade in so einem Titel schnell den Spaß. Und wäre da dann nicht noch das Problem mit den Spielerzahlen, so dass die Suche nach Spielern teils bis zu einer halben Stunde beansprucht.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Doch alles in allem ist DwarfHeim absolut kein schlechtes Spiel, im Gegenteil, hier wird vieles richtig gemacht. Das Entwicklerteam ist sich der eben genannten Probleme bewusst und arbeitet an diesen, was die kürzlich veröffentlichte Roadmap deutlich zeigt. Daher bin ich zuversichtlich, dass meine derzeitigen Kritikpunkte bald der Vergangenheit angehören.

Für Fans des Genres, die optimalerweise noch mindestens zwei Mitstreiter oder Freunde mitbringen, kann ich das Spiel schon jetzt unter Beachtung der genannten Kritikpunkte empfehlen. Der Preis von knapp 25€ ist dabei leider auch nicht gerade günstig für einen Early-Access Titel. Allen anderen rate ich noch ein paar Monate abzuwarten, bis die gröbsten Probleme behoben worden.

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre fast zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem mit Zukunfts- oder Weltraum-Setting. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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