Deck of Ashes
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Deck of Ashes

Craft your Deck

 

Eine Gruppe Geächteter, verstoßen von der Gesellschaft, jeder belastet mit seinem eigenen Schicksal, macht sich auf den Weg, das mächtigste Artefakt der Welt zu finden: Die Ash-Box. Doch durch puren Egoismus, das Artefakt für sich beanspruchen zu wollen, entließen sie die Asche-Wolke in die Welt. Seitdem belagert der Ash Curse alle Regionen und Kontinente und nur die Geächteten sind in der Lage, diesen wieder zu brechen.

Deck of Ashes, das Sammel-Kartenspiel mit dem besonderen Twist. Hier wird nicht nur eine düstere Geschichte erzählt, sondern das Zusammenstellen des eigenen Decks wird durch die Crafting-Komponente ein ganz besonders individuelles Card-Game, das bisher seines gleichen sucht. Doch was hat das Spiel eigentlich zu bieten? Schauen wir mal ein wenig genauer hin.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Deck of Ashes präsentiert sich im düsteren Comic-Look. Bis auf ein paar Zauber-Effekte, sieht alles aus, als wäre es gezeichnet. Die Animationen der Figuren sind minimalistisch und recht simpel gehalten. Trotzdem wirken bspw. Hintergrund und Monster-Design sehr hübsch und kreativ (sofern man das bei Monstern sagen kann). Storybedingt herrscht eine gewisse bräunliche Färbung vor, was die Asche stilisiert, die sich allgegenwärtig über das gesamte Land zieht.

Soundtechnisch wird eine solide Basis an Effekten geboten, die zwar ausreichend, jedoch nicht überragend ist. Doch das ist eher dem Genre des Card-Games geschuldet. Die Musik ist orchestral umgesetzt und fügt sich in das Spiel. Jedoch gibt es hier nur eine handvoll Stücke, die das Geschehen untermalen.

Insgesamt kann man aber sagen, dass der orchestrale Soundtrack die jeweiligen Situationen passend untermalt. Die Sprachausgabe beschränkt sich auf das Intro und die Zwischensequenzen, wirkt aber professionell und vermittelt ebenfalls durch die Wahl der Sprecher eine düstere Atmosphäre.

Die Cut-Scenes selbst bestehen aus stehenden Bildern. Ab und zu, wenn es die Situation erfordert, werden einzelne Elemente der Szene bewegt, doch eine aufwändige Animation sucht man vergebens. Es handelt sich vielmehr um stilisierte Bilder eines Comics, die mit Sprachausgabe und Untertiteln versehen sind. Innerhalb des Spieles sind die Animationen ebenfalls eher minimalistisch und erinnern im Großen und Ganzen eher an ein lebendig gewordenes Brett-Kartenspiel. Allerdings entwickelt eben diese Darstellung auch durch die Story einen ganz eigenen Charme.

 

– Gameplay –

Deck of Ashes gehört nicht unbedingt zu den “leicht zu erlernen, aber schwierig zu meistern”-Spielen. Selbst das recht oberflächlich gehaltene Tutorial gibt nur einen kurzen Blick auf die Basis-Funktionen. Auch die “Basics auf einen Blick”-Anleitung vermittelt eher den “das lerne ich ja nie”- als den “das kriegen wir schon hin”-Eindruck.

Doch eines nach dem anderen: Zu Beginn wählt man aus drei Optionen aus: Tutorial, Campaign, Epilogue. Das Tutorial erklärt grob, wie das Spiel funktioniert und sollte einmal durchgespielt werden. Das hilft enorm und erleichtert den Einstieg in die Spielweise um ein vielfaches. Man spielt ein paar Runden, um zu verstehen, wie das Spiel funktioniert. Wer dies bereits hinter sich hat, kann sich nun auf die Kampagne stürzen.

Hier wählt man aus der Gruppe der Geächteten eine Person aus und erspielt ihre eigene schicksalsgetriebene Geschichte. Derzeit können drei Charaktere ausgewählt werden, wobei weitere noch folgen sollen. Um den Epilog spielen zu können, muss man für jeden spielbaren Charakter die Kampagne erfolgreich abgeschlossen haben.

Entscheidet man sich für die Kampagne, wählt man nun einen der Geächteten aus und kommt zum Schwierigkeitsgrad. Hier kann man auch offizielle Plug-Ins wie beispielsweise Skins oder Kartendecks aktivieren, die es für den jeweiligen Charakter gibt. Einige sind bereits im Spiel enthalten, andere lassen sich als DLC im Steam-Store nachkaufen.

Die Schwierigkeitsgrade Wanderer, Raider, Adventurer und Martyr unterscheiden sich darin, ob man mit mehr Energie beginnt oder auch wo man landet, wenn man stirbt. Wer z.B. gerne Insta-Death spielt, kann sich für Martyr entscheiden, dann darf man, nach vollständigem Verlust der eigenen Energie, komplett von vorne beginnen.

Hat man sich für einen Weg entschieden, wählt man das Save-Game aus. Hier werden für jeden Charakter separate Save-Slots angeboten. Dann geht es auch schon fast los. Es bleibt nur noch die Entscheidung, ob man mit einem vorgefertigtem Kartendeck beginnt oder ob man sich im Draft-Mode selbst eines zusammenstellt.

Da das Spiel darauf aus ist, während des Spielverlaufs Karten zu sammeln und zu erhalten, ist es (fast) unerheblich, ob man ein vorgegebenes Starter-Deck nimmt oder sich ein Starter-Deck selbst zusammenstellt. (Dem erfahrenen Spieler ist es natürlich nicht egal und jede Karte kann über Sieg und Niederlage entscheiden, da die Kartentaktik sehr viel ausmachen kann, doch dem Gelegenheitsspieler ist mit dem Standard-Starter-Deck bereits sehr gut geholfen.)

Deck of Ashes teilt sich in drei Spielabschnitte: Das Camp, die Karte und den Kampf. Im Camp befinden Blacksmith, Herbalist, Merchant und Ash Master. Jede Figur bietet hier unterschiedliche Möglichkeiten an, das Kartendeck zu modifizieren oder seine eigenen Stats zu verbessern. Die einzelnen Personen bieten jeweils einen separaten Skill-Tree mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die allerdings auch nur mit der passenden “Währung” freigeschaltet werden können. Diese wiederum sammelt man auf der Karte.

Diese wird jedes Mal prozedural generiert und ist somit bei jedem Start anders. Hierauf bewegt man sich Feld für Feld vorwärts und entdeckt die Umgebung, quasi wie bei einem Brettspiel. Pro Kapitel befindet man sich an einem anderen Ort in der Geschichte. Auf jedem Feld hat man die Möglichkeit, nach Ressourcen zu suchen, mit denen man dann die einzelnen Punkte auf den Skill-Trees im Camp freischaltet.

Zusätzlich dazu gibt es Felder mit Kisten, die man öffnen oder auch Dungeons die man betreten kann. Portale, um Felder zu überspringen und Asche-Stürme, die zufällige Events triggern. Für kurze Zeit hinterlassen sie bspw. Karten, Gold, Schlüssel für Kisten oder Ressourcen. Apropos Zeit: Jede Bewegung von Feld zu Feld oder auch das abbauen von Ressourcen kostet eine Zeitstunde. Tage schreiten voran und zeitbedingte Events laufen ab. Leider ist es damit aber nicht getan.

Pro Kapitel gibt es einen Boss den man im Kartenduell besiegen muss. Dieser sucht nach dem Protagonisten und je mehr Zeit vergeht, desto mehr Felder werden auf der Suche nach uns zerstört. Ist die vorgegebene Zeit abgelaufen, hat man nur noch die Möglichkeit, sich im Camp auf den Boss-Fight vorzubereiten und dann geht es in den Kampf. Also sollte man möglichst zusehen, mit seinen Schritten gut hauszuhalten.

Keinen Weg sollte man umsonst gehen, damit man möglichst viele Ressourcen sammeln kann, um sich und sein Deck auf des Boss-Fight vorzubereiten. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Innerhalb eines Dungeons läuft die Zeit zwar weiter, verkürzt aber nicht die Zeit zum Boss-Fight und im Dungeon gibt es oft genügend Ressourcen zu sammeln.

Da es sich bei Deck of Ashes um ein Card Game handelt, wird der Kampf natürlich mit dem Kartendeck (dem sog. Battledeck) bestritten. Die Regularien sind nicht ganz so einfach zu lernen, wie in anderen Kartenspielen, aber man findet sich relativ leicht hinein. Gespielt wird rundenweise. Beginnen darf derjenige, der den höheren Speed-Wert in den Stats hat. Man beginnt mit sechs Karten auf der Hand (je nach Skill-Stats). Jede Karte hat einen Mana-Wert, der vom eigenen Mana-Konto pro gespielte Karte abgezogen wird.

Eine gespielte Karte verschwindet im “Deck of Ashes”. Am Ende des Zuges wird das Mana-Konto wieder gefüllt und hat man die Möglichkeit, bis zu drei nicht gespielte Karten wieder zurück in sein Battledeck legen. Danach werden hiervon Karten gezogen, bis man wieder sechs Stück auf der Hand hat. Ist das eigene Kartendeck jedoch leer, muss man einen Asche-Pakt schließen, um Karten aus dem “Deck of Ashes” ins eigene Battledeck zurückzuführen. Dies kostet allerdings 20 Health-Points. Gespielt wird, bis entweder die Gesundheit der Gegner oder die eigene auf null gesunken ist.

Warum sollte man, ausser gegen den Boss, eigentlich kämpfen? Auf der Karte befinden sich Felder, auf denen das kämpfen unvermeidbar ist. Hier werden allerdings nicht nur der Schwierigkeitsgrad, sondern auch der wahrscheinliche Gegnertypus oder auch die Belohnung wie zum Beispiel Gold, Schlüssel oder sogenannte Kartenrezepte angezeigt, die man beim Schmied in vollwertige Karten umwandeln lassen kann. Also kämpft man, um Ressourcen, Gold für weitere Karten oder Skills zu bekommen.

 


 

– Besonderheiten –

Jeder spielbare Charakter hat seine eigene schicksalsbehaftete Geschichte, die im Spielverlauf erzählt wird. Darüber hinaus gibt es pro spielbare Figur mehr als 100 eigene Karten, so dass das Spielerlebnis pro Geächteten ein anderes ist. Jeder Charakter hat andere Eigenschaften, die sich in den Karten widerspiegeln. Somit ist das Spielerlebnis pro Charakter ein anderes.

Wem das noch nicht reicht, der hat die Möglichkeit eigene Kartenkombos zu entwickeln. Prinzipiell ist jede mögliche Kombo möglich, sei sie auch noch so unerwartet. Dazu lassen sich Effekte wie brennen, bluten oder heilen stapeln bzw. addieren. Wendet man bspw. zwei Karten mit dem Effekt brennen an, dann verdoppelt sich der Effekt. So kann man Karten-Kombinationen spielen, die es ermöglichen den Gegnern pro Runde Energie abzuziehen, ohne auch nur eine Karte gespielt zu haben, weil die Effekte einiger Kartem mehrere Runden andauern können.

Die Umgebunskarten, auf denen nach Ressourcen gesucht wird, sind prozedural generiert und somit jedes Mal zufällig zusammengestellt. Das bezieht sich auf Kämpfe, Truhen, Wege, Ressourcen oder auch Portale und Dungeons. Zusätzlich dazu gibt es zufällige Ereignisse wie bspw. Katastrophen, Asche-Stürme oder Überfälle.

Was Deck of Ashes ausmacht, ist wohl das sammeln von Ressourcen, die es ermöglichen, die eigenen Stats zu verbessern. Darüber hinaus findet man auf der Umgebungskarte sogenannte Rezepte für das Kartendeck. Diese müssen beim Schmied gegen richtige Karten eingetauscht bzw. gekauft werden und das mit der Währung „Asche“, die man vorzugsweise in Kämpfen erhält.

 


 

– Support –

Der Support von AYGames kann sich sehen lassen. Patch Notes oder neue Informationen werden in regelmäßigen Abständen in Steam gepostet, die teilweise weniger als eine Woche auseinander sind. Es gibt Community Fixes, Updates, neue Helden, die in das Spiel integriert werden oder auch die Überarbeitung des Kartenbalancing.

Die Community-Fixes sind Fehler oder Anregungen, die direkt von der Community gemeldet werden. Man bekommt hier den Eindruck, das es sich bei AYGames um wirklich ambitionierte Entwickler handelt, die sich nicht nur Mühe geben, sondern denen auch das Feedback der Community wichtig ist. Das gibt einen Daumen nach oben.

 

– Fazit –

Deck of Ashes ist für ein Card Game durch seine Zusätze ein recht komplexes Spiel. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht schwierig scheint alles zu erlernen, ist es während des Spielens doch leichter als zuerst gedacht. Die Motivation, seine Skill-Trees zu verbessern und auf der Map nach neuen Kartenrezepten zu suchen, um das eigene Deck noch stärker zu machen, bleibt auf einem konstanten Niveau.

Durch die zufälligen Ereignisse oder das Erforschen der Dungeons bleibt das Spiel spannend. Zusätzlich dazu möchte man auch den weiteren Verlauf der Story erfahren. Die Boss-Fights können unter Umständen etwas mühselig werden, falls man sein Deck nicht “gut genug” aufgewertet hat. Dann kann so ein Kampf schon knapp oder sogar verloren werden und wer sich dann im roguelike Martyr-Modus befindet, darf munter von vorne anfangen.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

Im Großen und Ganzen macht Deck of Ashes trotz oder gerade wegen der düsteren Geschichte Spaß und erfährt durch das craften der Karten einen besonderen Kniff, den nicht jedes Card Game vorzuweisen hat.

Wenn man nicht aufpasst, verschwindet man schonmal schnell für ein paar Stunden im Game, was letztlich für Deck of Ashes spricht. Lediglich bei der Musik hätte es etwas mehr Abwechlung geben dürfem, doch das soll dem Ganzen kein Abbruch tun.

 


 

 


 

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Über LeKris

Anfang der 80er entsprungen, ist meine erste Konsole ein ATARI 2600 gewesen. Erste Gehversuche am PC waren an einem 386 Geh-zu-Fuß mit Dampfantrieb, ohne Soundkarte. Dort spielte ich Diskettenspiele und Point and Click Adventures wie Monkey Island. Seitdem ziehen sich Pixel-look und Storytelling durch meine Gaming-History. Ich bin aber auch in anderen Genres zu Hause und erfreue mich besonders an Indie-Titeln, die alles ein wenig anders machen, als man es vielleicht erwartet.

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