Cliff Empire
Potenzial:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

Cliff Empire

Atomare Vernichtung

 

Die Menschheit hat es geschafft, geschafft sich selbst die Lebensgrundlage zu nehmen. Innerhalb von kürzester Zeit wurde der gesamte Planet unbewohnbar. Das alles nur aufgrund einer atomaren Eskalation, doch es gibt noch eine Resthoffnung. Im Orbit befindet sich eine Raumstation, diese hat vielen Menschen das Leben gerettet.

Mutige Pioniere sind auf der Erde zurückgeblieben und haben durch eigene Hand neue Bereiche des Lebens geschaffen, die Klippen. Mit diesen wunderbaren Bereichen der Zuflucht kann eine neue Zivilisation aufgebaut werden. Geschützt von dem verstrahlten Boden werden wir die Geschichte neu schreiben, wir werden alles besser machen.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Cliff Empire ist ein außerordentlich schönes Aufbauspiel. Durch die Zurückhaltung von Farben, beschränkt sich dieses Spiel ganz auf den Sci-Fi Fokus, es wird alles im sauberen und dezenten Look präsentiert. Und doch sind die Gebäude in ihrer Architektur so unterschiedlich, dass alles wunderbar zu erkennen ist.

Die dominate Farbe ist ganz klar Weiß, das komplette Erscheinungsbild wird durch geschickte Lichteffekte gut umschmeichelt. Gerade durch die zurückhaltende Art der Grafik und das Weglassen von knalligen Farben, transportiert ein Gefühl der Kälte und Demut. Dem zugrunde liegt eine schreckliche Katastrophe, welche stattgefunden hat.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, weiß das Interface zu gefallen. Alle wichtigen Daten, welche benötigt werden um eine blühende Stadt aufzubauen, sind auf einen Blick zu finden. Im oberen Bereich werden die finanziellen Reserven der drei Klippen angezeigt. Hingegen, werden rechts die verschiedenen Verfügbarkeiten diverser Rohstoffe aufgezeigt.

Die Grundbedürfnisse und Luxusbedürfnisse werden alle sehr übersichtlich im unteren Bereich angezeigt. Im besten Fall sollten die Balken komplett aufgefüllt sein, denn nur so erreicht die noch wachsende Stadt höhere Bevölkerungszahlen. Die werden auf der linken Seite dargestellt, sowie die Anzahl von Arbeitsplätzen und Wohnraum.

Die musikalische Untermalung ist genau wie die Grafik dezent und futuristisch, zu keinem Zeitpunkt ist diese aufdringlich, vielmehr wird auch hier die Grundprämisse des Spiels transportiert, eine unwirkliche Welt, welche durch eine große Katastrophe gebeutelt ist. Das Designkonzept der Entwickler zieht sich wie ein roter Faden durchs Spiel.

Technisch darf ein stabiles Spiel erwartet werden, Cliff Empire bietet eine Vielzahl an Einstellungen, womit die Grafik an die zur Verfügung stehende Leistung angepasst werden kann. Während des gesamten Tests gab es nicht eine Situation, in der das Spiel abstürzte oder andere Probleme verursachte.

 

– Gameplay –

Bei Cliff Empire handelt es sich um ein Aufbauspiel mit einer großen strategischen Komponente. Hinzu kommt der geringe Platz, welcher zur Verfügung steht. Auf den hohen Klippen ist eine kluge Vorausplanung sinnvoll. Spätestens im Lategame, ist puzzeln angesagt, denn jedes Gebäude bedarf einer unterschiedlichen Grundfläche. Doch zu Beginn einer Partie darf gewählt werden, der Sandboxmodus, das normale Spiel oder doch lieber schwer mit dauerhaften Angriffen?

Für jeden Spielertypen ist etwas dabei, die einzelnen Modi können auch noch etwas individueller angepasst werden. Für erfahrene Spieler im Genre ist der normale Modus im ersten Anlauf empfehlenswert. Nachdem die Entscheidungen bezüglich der Rahmenbedingungen getroffen wurden, startet auch schon die abenteuerliche Reise in eine ungewisse Zukunft. Nach kurzer Ladezeit werden die Klippen präsentiert, dabei ist jedes Spiel Zufallsgeneriert. Die drei Klippen unterscheiden sich erheblich in ihren Grundwerten, wie Rohstoffe oder Windgeschwindigkeit.

Ist die Wahl getroffen, auf welcher der drei Klippen gestartet wird, muss zunächst ein Lagerhaus gebaut werden, selbiges kommt von der Orbitalstation in einem schönen Cinematic angeflogen. Doch es sollte Weise entschieden werden, schon allein welche Energie zukünftig genutzt werden sollte, beeinflusst die Entscheidung erheblich. Windkraftanlagen, Solarkraftwerke und Atomkraftwerke stehen zur Verfügung, letzteres macht aufgrund der hohen Umweltverschmutzung und massiven Überproduktion wenig Sinn.

Die Werte von Wind und Sonne bestimmen mit welcher Effizienz die einzelnen Kraftwerke laufen. Überproduktion werden in Form von Batterien gespeichert, wenn ein entsprechendes Gebäude gebaut wurde. Der Beginn einer kleinen und beschaulichen Stadt ist immer ähnlich, es muss für Energie, Nahrung und Wohnraum gesorgt werden. Außerdem wollen die Bürger arbeiten, Vollbeschäftigung ist hier das Ziel und jene hat direkten Einfluss auf die Produktivität der Fabriken. Wenn nur fünfzig Prozent der Arbeitsplätze besetzt sind, sinkt die Produktivität auf selbiges Niveau.

Neue Einwohner werden durch die Attraktivität einer Stadt angelockt, die Grundbedürfnisse wie Wasser und Nahrung müssen erfüllt sein, zusätzliche Angebote wie Möbel oder Gadgets steigern die Attraktivität erheblich. Zahlreiche Indikatoren verbessern dabei selbige noch weiter, nach und nach kann die Stadt ein Mekka (Mekka) für Menschen werden. Bei Misswirtschaft rauscht die Attraktivität ganz schnell nach unten, sind die Grundbedürfnisse nicht erfüllt, wandern die Einwohner auch wieder ab.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist die Landeplattform. Wenn fünfzehn Einwohner in die Stadt wollen, landet dort ein Raumschiff, sofern genug Treibstoff eingelagert ist. Ohne Treibstoff wird es also ziemlich still dort. Um Gebäude errichten zu können, werden zwei Dinge immer benötigt, Materie und Credits. Materie wird in Minen abgebaut, welche auch verbessert werden können. So kann die Umweltverschmutzung reduziert oder aber auch der Ertrag erhöht werden. Zu Anfang lohnt es sich die Produktivität anzukurbeln.

Credits hingegen sind da schon schwerer zu erlangen, relativ früh empfiehlt es sich ein Handelsportal zu bauen. Dort kann jede Überproduktion veräußert werden, des Weiteren besteht die Möglichkeit Gebäude, wie Büros oder Banken, aus dem Boden zu stampfen. So erhält man eine kontinuierliche Einnahmequelle. Leider sind diese Gebäude sehr teuer im Bau, zudem verlangen sie nach einer hohen Menge an Arbeitern und Energie. Beides ist zu Beginn nicht im Überfluss vorhanden, daher ist es wirklich notwendig weise zu planen.

Der Gerichtsvollzieher steht schneller vor der Tür als einem lieb ist, zahlreiche Neustarts sind vorprogrammiert. Viele Gebäude lassen sich in den Unterschiedlichsten Formen verbessern, ein Wohnhaus kann zum Beispiel mehr Platz für Einwohner bieten oder aber auch mit Solaranlagen ausgestattet werden. So wird am Tag zusätzliche Energie erzeugt. Angepasst an die Situation, können die Gebäude beliebig ausgebaut werden.

Es vergeht eine Weile bis man den Dreh raus hat, dabei spielt die Symbiose der drei Klippen eine große Rolle. Zwischen den Klippen können Güter und Menschen via Brücken oder per U-Bahnen transportiert werden. Dabei hat jedes System ein Limit was den Transport von Einwohner angeht. Güter hingegen werden zwischen den Klippen gehandelt. So kann sich Beispielweise eine Stadt auf hohe Einnahmen durch ein florierendes Geschäftsviertel konzentrieren und eine andere Metropole auf die Erzeugung von reichhaltiger Nahrung.

Die dritte Stadt im Bunde, könnte für die Energie zuständig sein, so hängt jede Stadt von der anderen ab, ein Zusammenarbeiten ist unerlässlich. Die Zusammenarbeit hört aber damit nicht auf, im Gegenteil. Im Bereich der Forschung muss auch gemeinsam agiert werden, im besten Fall steuert jede Klippe ihren Beitrag bei, damit die Forschung rasch voranschreitet. Allein ist dies ein großes Unterfangen und dauert ewig.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Forschung jedoch nur teilweise im Spiel integriert, es können grob fünfzig Prozent der Verbesserungen erforscht werden. Die Forschungsfelder unterteilen sich in vier Hauptkategorien: Landwirtschaft, Allgemeines & Soziales, Energieerzeugung und Schwerindustrie, es gibt also viel zu erforschen. Jede Stadt hat ein eigenes Ökosystem, welches gepflegt werden will. Wird alles vorausschauend geplant, so wird man mit einer gut geölten Maschine belohnt.

Innerhalb einer solchen Stadt wird alles per Drohne transportiert, glücklicherweise kann die Anzahl der Drohnen im Flughafen erhöht werden. Im späteren Spielverlauf ist dies bitter nötig. Ansonsten kommt man an einen Punkt, wo nichts mehr geht, weil die Drohnen einfach nicht mehr mit dem Transport hinterherkommen. Gerade am Anfang einer Partie ist das gesamte System etwas instabil, es muss immer wieder an den verschiedenen Stellschrauben gedreht werden, damit es den Einwohnern an nichts fehlt oder das Bankkonto leer ist.

Im Spiel befindet sich zudem ein kleines Politiksystem, auch hier steht die Zusammenarbeit der einzelnen Klippenstädte zum Teil wieder im Vordergrund. Nur wenn ein Rathaus in einer Stadt steht, kann diese ein Kredit an eine andere Stadt geben. Das Geld kommt aber nicht aus dem nichts, es wird vielmehr an die andere Stadt verliehen. Durch ein Parlament können zudem auf neue Gesetze und Notfallpläne zurückgegriffen werden. Im späteren Spielverlauf werden die Klippen etwas eng, die Übersicht könnte etwas abhanden kommen.

Aus diesem Grund kann man im Parlamentsgebäude der jeweilige Kategorie auf einmal abschalten, um z.B. Strom zu sparen. Gesetze haben immer einen Vor- und Nachteil. Wenn mehr Einnahmen durch Banken generiert werden sollen, ist das vorerst kein Problem. Die fleißigen Bürger hängen einfach Werbetafeln an die Bankentürme, doch leider verschandeln diese massiv die Städtelandschaft. Dadurch sinkt der Prestigewert erheblich, dagegen sollte man gewappnet sein.

Um den Einstieg etwas zu erleichtern gibt es eine Art Tutorial. Dieses ist recht schlicht mit einer Textbox dargestellt. Dort wird angezeigt, welches Gebäude errichtet oder welche Ware produziert werden soll. Ist die Aufgabe erledigt, regnet es ein paar der begehrten Credits. Ein abarbeiten des Tutorials lohnt sich also definitiv. Gesteuert wird Cliff Empire ganz klassisch mit der Maus und der Tastatur, dabei geht die Steuerung sehr intuitiv von der Hand. Wem dieses Genre nicht fremd ist, findet sich sofort zurecht.

 


 

– Besonderheiten –

Es ist vielleicht etwas oberflächlich das gesamte Spiel als Besonders zu bezeichnen, aber im Fall von Cliff Emprie trifft genau das zu. Das Konzept der drei Klippen bringt enorm viel Würze und Tiefgang in dieses Aufbauspiel. Selten war alles in diesem Umfang voneinander abhängig wie hier. Und wer weiß, vielleicht steckt eine versteckte Botschaft dahinter.

Sobald eine der drei Städte Probleme hat, seien es Finanzielle oder Versorgungsengpässe, wirkt sich das umgehend auf die anderen Metropolen aus. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, muss sich jede Stadt auf einen Teilbereich fokussieren, dementsprechend abhängig sind diese voneinander.

Die Symbiose der Klippen begrenzt sich jedoch nicht nur auf finanzielle oder materielle Dinge, sondern aber auch auf Einwohner. Wenn in der einen Stadt mehr Einwohner leben, als Arbeitsplätze vorhanden sind, so können diese per Zug zur anderen Klippe pendeln und dort freie Arbeitsplätze belegen, dadurch ist es einfach die Vollbeschäftigung zu erreichen.

Des Weiteren hat Cliff Empire eine relativ steile Lernkurve, gerade zu Beginn kann es sehr fordernd sein. Es dauert seine Zeit, bis man den Bogen raus hat. In der heutigen Spielelandschaft sind schwere Spiele, doch recht selten. Daher ist das Erfolgserlebnis hier besonders hoch, knobeln und herumprobieren stehen hier ganz klar im Fokus.

 


 

– Support –

Einen Discord Server gibt es nicht, der Support erfolgt schlicht über das Steam Forum. Der Entwickler ist dort sehr aktiv und beantwortet viele Fragen und versucht Probleme zeitig zu lösen. Sollten also Bugs entdeckt werden, können diese einfach dort gemeldet werden, zum Glück sind kaum solche vorhanden.

Inhalt Updates erfolgen recht regelmäßig, dabei werden sie immer ausführlich vorgestellt. Zudem gibt es eine offizielle Roadmap, in dieser wird sehr transparent aufgezeigt, welche Inhalte es noch ins Spiel schaffen werden. Nach jetzigem Stand wird Cliff Empire noch ca. ein halbes Jahr im Early Access bleiben.

 

– Fazit –

An dieser Stelle muss ich das Fazit mit einem kleinem Disclaimer beginnen, im Spiel befinden sich sowohl Naturkatastrophen als auch Angriffe von Raumschiffen. Leider sind beide Ereignisse in der Testphase nicht eingetreten, sodass ich diese nicht bewerten kann, aber eines ist sicher, mit diesen beiden Features wird es noch schwieriger, auch wenn sie selten sind.

Cliff Empire befindet sich im letzten Drittel der Early-Access-Phase und das merkt man auch. Viele Inhalte sind bereits da und funktionieren tadellos, bis auf die Forschung fallen die fehlenden Inhalte auch kaum auf, bzw. nicht ins Gewicht. Die Entwickler sind sehr vorbildlich, da können sich andere eine Scheibe abschneiden.

Hier wird ein Spiel geboten, welches bei Gott nicht einfach ist, auch wenn man so wie ich schon etliche Aufbauspiele gespielt hat. Aber gerade das macht den Reiz aus, es hat seine Zeit gedauert, bis ich den Bogen raus hatte. Gerade der finanzielle Teil des Spiels bietet viele Möglichkeiten den Karren in den Dreck zu fahren.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Durch die interessante Gestaltung, sowie grafisch, als auch spielerisch, wird dieses Ausbauspiel nie langweilig. Das Konzept der Symbiose der einzelnen Klippen ist wirklich grandios. Man braucht es gar nicht zu probieren, sich nur auf eine zu konzentrieren, dass wird sicher schief gehen. Nur zusammen ist man stark.

Wer also eine Herausforderung in diesem Genre sucht, ist hier goldrichtig. Außerdem ist Cliff Empire schon fast lächerlich günstig für den gebotenen Inhalt. Gravierende Kritikpunkte gibt es auch nicht, es ist einfach durch und durch ein solides Spiel, welches zu überzeugen weiß. Nur die Grafik könnte Geschmackssache sein. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung.

 


 

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