Chernobylite
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Chernobylite

Das neue S.T.A.L.K.E.R. ?!

 

Zugegeben, das neue S.T.A.L.K.E.R. wird Chernobylite wohl nicht. Das Spiel erinnert zwar mit der Sperrzone um Tschernobyl als Schauplatz stark an die S.T.A.L.K.E.R.-Reihe, doch das ist nur im ersten Augenblick so. Mit vielen eigenen Ideen und Konzepten will Chernobylite den fast schon erloschenen Hype um Horror-Survival-Games auffrischen, dabei dürfen etwas Crafting, jede Menge Sci-Fi und eine gesunde Prise Verschwörungstheorien nicht fehlen.

Beeindruckt hat mich vor allem im Vorhinein, dass allerhand Schauplätzen dank 3D-Scans der echten Sperrzone um Tschernobyl gestaltet worden sind. Ob Chernobylite sowohl mit strahlend schöner Grafik (Ja, der musste sein) als auch Story und Gameplay im hart umkämpften Survival-Genre punkten kann, erfahrt ihr jetzt in meinem Review

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Grafisch konnte mich Chernobylite direkt Überzeugen. Dank Unreal Engine 4 sieht das Spiel wirklich gut aus. Scharfe Texturen und hervorragende Tag und Nacht sowie Wettereffekte erzeugen eine ausgesprochen gute, oder eher düstere, Stimmung beim Erkunden der Gebiete in und um Tschernobyl. Sämtliche Karten sind dank der oben erwähnten 3D-Scans detailreich gestaltet, hier merkt man wie viel Arbeit in die Gestaltung der Spielwelt geflossen ist.

Aber auch was die Geräuschkulisse angeht, weiß Chernobylite zu begeistern. Wind und Wettereffekte schaffen zusammen mit dem allgegenwärtigen Klicken des Geigerzählers eine bedrückende Atmosphäre. Zusätzlich ist das Spiel auch komplett in Russisch vertont, wer also die komplette Tschernobyl Erfahrung möchte, muss hier keine abstriche machen. Was die musikalische Untermalung angeht, erwartet uns nach dem Bau des Radios im Unterschlupf feinster russischer Hardbass.

Die Performance macht zum Testzeitpunkt in guter Early Access-Manier noch die üblichen Probleme. Neben Bugs hier und da treten öfter Frame-Drops und Ruckler auf, gerade bei höheren Auflösungen oder den höchsten grafischen Einstellungen. Jedoch wird der Entwickler hier mit Sicherheit im Verlauf der Early Access-Phase mit Updates nachbessern.

 

– Gameplay –

Der Einstieg in das Spiel erfolgt direkt und ohne Umschweife: Zusammen mit zwei Begleitern sollen wir auf der Suche nach unserer Frau die Sperrzone und das Kraftwerk Tschernobyl 30 Jahre nach der Katastrophe betreten. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von Igor, einem Physiker, der die Katastrophe vor Ort miterlebt hat. Tatyana, seine Frau, ist seit dem Vorfall verschwunden, doch hört Igor immer wieder ihre Stimme und hat merkwürdige Flashbacks an den Vorfall vor vielen Jahren.

Am Kraftwerk angekommen fällt direkt auf, dass etwas nicht stimmt. Ungewöhnlich viele Soldaten patrouillieren beim Kraftwerk. Mit Hilfe der zwei bestens ausgebildeten Begleiter schaffen wir es ins Innere des Kraftwerks und stoßen auf eine seltsame Anomalie. Im Reaktorraum hat sich ein grün schimmernder Kristall ausgebreitet – genannt Chernobylite. Doch bevor die Kristalle genau untersucht werden können, stürmt ein ganzer Trupp Soldaten den Reaktorraum.

Mit Hilfe eines Stücks Kristall und einer selbst gebauten Portal-Gun gelingt es Igor und einem Begleiter durch ein Portal in der Raum-Zeit zu fliehen. Hinter dem Portal öffnet sich eine merkwürdige Parallelwelt, in welcher überall Streben aus grünem Kristall sind. Durch ein weiteres Portal gelangt Igor aus der Parallelwelt zurück in die Wirklichkeit. Wir landen irgendwo im Wald in der Sperrzone um Tschernobyl, umgeben von unheilvollen, grünen Blitzen.

Die erste Aufgabe ist die Suche nach unserem Begleiter, der auf einem anderen „Pfad“ die mysteriöse Parallelwelt durchquert hat. Dabei wird auch das Crafting-System kurz erläutert. Die erste „Mission“ dient als kleine Tutorial für die Welt von Chernobylite. Nach kurzer Zeit stößt Igor auf seinen Begleiter Olivier, der bereits eine Basis gefunden und gesichert hat. Und von hier an geht das richtige Gameplay von Chernobylite los.

Die Basis dient als Operationszentrale für alle Missionen. Neben dem persönlichen Zimmer von Igor, in dem alle bereits aufgespürten Hinweise über Tatyana zu finden sind, gibt es große freie Flächen für Einrichtungsgegenstände. Neben den üblichen Crafting-Werkbänken zur Verbesserung von Waffen und Herstellung von Munition oder Equipment können verschiedenste Möbel hergestellt werden. Diese deinen hauptsächlich dazu, dass sich Igor und seine Begleiter wohler fühlen.

Am wichtigsten ist die Zuweisung von Missionen. Denn Hinweise zu Tatyana sind zwar wichtig, aber ohne Vorräten ist die Suche auf Dauer unmöglich. Olivier, unser Begleiter, kann jeden Morgen auf eine Mission geschickt werden, um Nahrung und andere Materialien zu sammeln. Igor wird dabei auch für eine Mission eingeteilt. Ob lediglich Vorräte gesammelt oder Hinweisen nachgegangen werden soll, können wir frei entscheiden. Nur ohne genug Nahrung setzt schnell Erschöpfung und Frustration ein.

Sind die Missionen verteilt und genug Ausrüstung eingepackt, reisen wir mit Hilfe der Portal-Gun in eines der verfügbaren Gebiete. Dort angekommen hilft die Minimap und eine Art Kompass am oberen Bildschirmrand zur Orientierung, wo eventuelle Hinweise versteckt sein könnten. Außerdem werden interessante Orte wie Vorratslieferungen angezeigt.

Immer dabei ist die Portal-Gun für die Rückkehr und das Strahlungsmessgerät. Mit diesem kann die Umgebung nach bestimmten Ressourcen-Typen oder Gegnern gescannt werden. Das ist besonders wichtig, da ein leises Vorgehen von Vorteil ist. Zur Erinnerung: Wir sind Physiker, kein Soldat. Auch wenn sich Igor vom Begleiter trainieren lässt, ein Soldat oder ein Mutant machen kurzen Prozess mit uns.

Leider ist die KI der Gegner zum Testzeitpunkt aber noch eher simpel, so dass diese kaum eine unserer Bewegungen wahrnimmt. So kann man sich problemlos an diesen vorbeischleichen und einen Hinweis aufspüren. Dabei treffen wir oft auf andere Stalker, die rekrutiert werden können, oder mysteriöse Gestalten, welche freundlicherweise für einen kleinen Gefallen bei der Suche nach Tatyana helfen.

Hinweise können außerdem bei einem Ausflug in die Parallelwelt gefunden werden. Dazu nimmt Igor etwas das aussieht wie eine VR-Brille und reist samt Waffen in die Welt des Chernobylite. Dort werden wir bereits von einigen Gegnern erwartet. Als Belohnung winken jedoch Hinweise aus der Vergangenheit, die so nicht in der normalen Welt zu finden wären.

Ziel des Spiels ist es, neben der puren Erkundung, dem Überleben und Craften, genug Hinweise zum Aufspüren unserer verschollenen Frau zu finden. Zum Zeitpunkt des Tests lässt sich jedoch nur eine Handvoll Hinweise sammeln und die finale Mission, die alles aufklären soll, ist noch nicht im Spiel implementiert. Doch das bisher gesehene macht definitiv Lust auf mehr!

 


 

– Besonderheiten –

Das Crafting-System von Chernobylite ist recht simpel gehalten. Es gibt eine Hand voll grundlegende Ressourcen wie Pilze und Kräuter, Chemikalien, Kraftstoff und mechanische sowie elektronische Bauteile. Aus diesen Grundzutaten wird dann an der Werkbank verschiedenes Equipment produziert, Munition hergestellt oder sämtliche Werkbänke und Möbel für die Basis konstruiert. Außerdem können Upgrades für die drei verfügbaren Waffen angebracht werden, so dass diese mehr Schaden anrichten oder ein Visier das Zielen erleichtert.

Die Basis ist die Ausgangsstation für alle Operationen. Dort steht eine große freie Fläche zur Verfügung. Diese kann nach Lust und Laune, und verfügbaren Ressourcen, bebaut werden. Wichtig sind vor allem die bereist genannten Werkbänke für Upgrades und Ausrüstung Aber auch ein Bett oder Fernseher für die Moral in der Basis sind nötig. Im späteren Verlauf erleichtern kleine Beete das Leben, da so eigene Nahrung, Kräuter und Pilze angebaut werden. Somit kann der Suche nach Tatjana die volle Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die Nähe zur Realität ist ein prägender und viel beworbener Punkt bei Chernobylite. Zwar kann ich nicht aus direkter, persönlicher Erfahrung sprechen, doch wirkt die Spielwelt realistisch. Gut, bis auf die grün leuchtenden Kristalle und Mutanten. Die 3D-Scans der Umgebung stammen dabei wohl aus dem Chernobyl VR Project. Diese Software soll die Umgebung mit Hilfe von Umgebungsdaten aus Tschernobyl realitätsgetreu in VR wiedergeben und an das schreckliche Ereignis von 1986 erinnern.

 


 

– Support –

Mit Chernobylite bringt Entwickler The Farm 51 den zweiten Early Access Titel raus. Im Oktober 2018 kam nämlich World War 3 ein taktischer Multiplayer Shooter, ebenfalls in den Early Access (hier geht’s zu unserem Review). Generell zwar eher untypisch, trotzdem scheinen die Entwickler den Spagat zwischen beiden Spielen gut hinzubekommen, das zeigt sich auch beim Support.

Neben regelmäßigen Infos zum Stand der Entwicklung wurde bereits eine Roadmap auf der Homepage mit geplanten Inhalten veröffentlicht. Bugfixes und kleine Updates kommen alle paar Wochen. Patches mit mehr Inhalt werden nur alle paar Monate veröffentlich, aber dafür mit umso mehr Content.

 

– Fazit –

Was das Gameplay angeht ist Chernobylite sicherlich keine Revolution im Survival-Crafting-Genre. Das Crafting- oder Base-Building-System hat das Rad zwar nicht neu erfunden, machen aber dennoch Spaß. Und gerade das aktuell selten genutzte Setting rund um das Kraftwerk Tschernobyl mit allen Mysterien hat es geschafft, mich nach langer Zeit wieder für ein Spiel dieses Genres zu begeistern.

Zusammen mit der großartigen Grafik, den Wettereffekten und dem allgegenwärtigen Klicken unseres Geigerzählers schafft Chernobylite eine wirkliche gute Atmosphäre zu schaffen. Aber auch die Suche nach Hinweisen zu unserer vermissten Frau oder das Aufdecken von Geheimnissen rund um das mysteriöse Mineral Chernobylite, die Portale in der Raum Zeit und die Mutanten in der Zone fesseln schon nach kurzer Zeit

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Early Access typisch gibt es noch einige Probleme mit Bugs, der Gegner-KI und der Performance, was sich aber im Laufe der Early Access Phase hoffentlich verbessern sollte. Außerdem sind bisher nur eine Hand voll Hinweise im Spiel implementiert, ebenso fehlt die Finale Mission zum Testzeitpunkt, dadurch bekommt man natürlich Lust auf mehr. Dennoch hat Chernobylite wirklich großes Potenzial frischen Wind in dieses, seit Jahren hart umkämpfte Genre zu bringen.

Zwar ist der Preis für einen Early Access Titel nicht ganz ohne, dennoch denke ich, dass die Entwickler jetzt auf ein mehr als solides Grundgerüst aufbauen können. Ich bin wirklich gespannt, wie es mit dem Abenteuer in Tschernobyl storytechnisch weiter geht.

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre fast zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem mit Zukunfts- oder Weltraum-Setting. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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