Buoyancy
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Buoyancy

Die endlose Odyssee!

 

Eine schier unendliche Ozeanwelt, heftige Unwetter, toxische Verschmutzungen im Wasser, feindliche Städte und ein stetiger Mangel an so gut wie allen überlebenswichtigen Dingen – mit diesem Ausgangsszenario konfrontiert der Aufbaustrategie-Titel Buoyancy den Spieler. Das Ziel? Eine eigene und langfristig überlebensfähige, schwimmende Stadt zu errichten. Das Setting erinnert zwar zuerst etwas an das Spiel Raft, doch gerade beim Gameplay unterscheiden sich die beiden Titel eindeutig.

Der Fokus liegt hier weniger auf Crafting und Survival, sondern auf klassischen Aufbaustrategie-Mechaniken wie sie bei Titeln wie Endzone oder Kingdoms Reborn zu finden sind. Den ein oder anderen mag das Spiel auch an den Film „Waterworld“ erinnern, ihr wisst schon, diesen Actionfilm aus den 90ern mit Kevin Costner…aber ich schweife ab. Ob und für wen sich dieses Spiel nun lohnt, möchte ich jetzt in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Bei der Optik kann Buoyancy durchaus überzeugen. Die schwimmende Stadt mit den verschiedenen Gebäuden und den geschäftigen Einwohnern ist durchaus detailliert gestaltet. Neben einigen anderen schwimmenden Städten sowie vereinzelten, im Meer treibenden Ressourcen gibt es auf dem weiten Ozean kaum etwas zu bestaunen. Aber auch dieser strahlt dank Wettereffekten und Tag-Nacht-Wechsel eine tolle Atmosphäre aus.

Das UI im Spiel ist leider noch etwas unübersichtlich. Am linken Bildschirmrand sind alle Ressourcen abgebildet, am unteren Rand dann die verschiedenen Menüs zum Bauen und Erlassen unterschiedlicher Regelungen und in der oberen Rechten Ecke noch Statistiken, beispielsweise zu den Einwohnern der Stadt. Insgesamt wirkt das UI eher unfertig und bedarf meiner Meinung nach einer gewissen Überarbeitung zu gunsten der Übersichtlichkeit.

Der Sound und die musikalische Untermalung des Gameplays sind dagegen wieder absolut stimmig gewählt worden – hier passt alles. Ebenso gibt es bei der Performance des Spiels keine nennenswerten Probleme. Abstürze habe ich nicht erlebt, und dank der nicht übertrieben detaillierten Grafik läuft das Spiel auch auf schwächeren Systemen problemlos. Lediglich bei größer werdenden Städten treten hier und da mal kleine Frame-Drops auf.

 


 

– Gameplay –

Vor Beginn des Spiels steht zuerst die wichtigste Entscheidung an – wie soll unsere zukünftige Stadt auf dem Meer heißen? Hier kann man selber kreativ werden, oder einen Stadtnamen vorschlagen lassen. Viel mehr gibt es dann aber nicht einzustellen, so dass das Abenteuer auf dem Meer direkt losgehen kann. Nach etwas Ladezeit begrüßt uns direkt der weite Ozean von Buoyancy.

Zu Beginn besteht die Stadt aus nichts weiter als einem mehr oder weniger kleinen Gebäude, das einsam über das Meer treibt. Das ist das Stadtzentrum, der wichtigste Bestandteil der ganzen Stadt, und zugleich das erste Lagerhaus, inklusive einer gewissen Anzahl Ressourcen für den Start. Im Stadtzentrum befinden sich außerdem eine Handvoll Menschen – die ersten Einwohner der Siedlung.

Das wichtigste zu Beginn ist die Versorgung mit grundlegenden Ressourcen wie Baumaterialien oder verschiedene Nahrungsmittel. Zwar sind zu Beginn schon einige Ressourcen vorhanden, doch vor allem durch den Bau der ersten Gebäude werden diese schnell aufgebraucht. Daher sollte die Konstruktion verschiedener Gebäude zum Sammeln von Ressourcen oberste Priorität haben.

Der Ausbau der schwimmenden Stadt mit neuen Gebäuden gestaltet sich dabei recht intuitiv. Neue Bauten werden einfach direkt oder über einen Steg an die bereits bestehenden Plattformen und Gebäude angebaut. Jedes neue Gebäude steht dann auf einer eigenen, schwimmenden Plattform, die praktischerweise automatisch beim Errichten des Gebäudes mit gebaut wird.

Zum Sammeln spezieller Ressourcen werden nun jeweils eigene Gebäude gebraucht. Der Fischer versorgt die Stadt mit Fisch, der Plünderer fischt Schrott und Holz aus dem Meer und der Tiefseetaucher holt fruchtbare Erde oder Öl vom Grund des Ozeans. Damit die Sammelgebäude effizient arbeiten können, benötigen diese genug Platz und einen möglichst freien Zugang zum Ozean.

Doch woher kommen die Ressourcen überhaupt? Die meisten wichtigen Ressourcen sind an einzelnen Punkten des Ozeans zu finden. Hier und da treiben Ressourcenkisten oder Ansammlungen von Holbrettern auf dem Meer, gelegentlich finden sich beispielsweise kaputte Schiffe, die für Metall-Schrott ausgeschlachtet werden können.

Damit ist klar, dass die Bewegung der Stadt eine wichtige Rolle spielt. Ja, ganz recht, unsere schwimmende Stadt bewegt sich problemlos auf dem Meer umher. Vorausgesetzt, diese ist nicht zu schwer und genügend Arbeiter und Motoren stellen ihre Kraft zum Bewegen der Stadt zur Verfügung. Denn je mehr Gebäude und Gewicht die Stadt hat, umso träger und langsamer wird sie.

Das kann mit Hilfe von Motoren ausgeglichen werden. Diese kleinen Gebäude sorgen für einen deutlich schnellere Fortbewegung auf dem Ozean, selbst bei immer größer oder schwerer werdenden Siedlungen. Einziger Nachteile: Die Motoren verbrauchen ziemlich viel Kraftstoff, eine seltene Ressource, die erst aufwendig in der Raffinerie hergestellt oder teuer gekauft werden muss.

Neben der Raffinerie gibt es noch eine Vielzahl anderer Produktionsgebäude im Spiel. Diese stellen aus Rohmaterialien wie Metall-Schrott brauchbare Metallbarren her, sortieren aus gesammeltem Müll wertvolle Rohstoffe heraus, oder pflanzen mit Hilfe aufgesammelter Erde direkt an Bord Weizen an. Dieser kann dann in der Mühle und anschließend in der Bäckerei zu Brot verarbeitet werden.

Für die Bewohner sind vor allem Nahrung und Wasser die wichtigsten Ressourcen. Nahrung kann, wie bereits erwähnt, in Form von Fisch, Brot oder auch Algen gewonnen werden. Wasser wird durch Abkochen des salzigen Meerwassers hergestellt. Später kann dann sogar eigenes Bier aus Wasser und Getreide gebraut werden – was die Moral aller Einwohner erheblich steigert.

Sind die Bewohner gut verpflegt, glücklich und dank des Bierkonsums angeheitert, wächst auch die Bevölkerung fleißig. Doch es gibt an Bord der schwimmenden Siedlung ebenso oft Probleme. Durch Verschmutzungen im Ozean können Bewohner erkranken und es entwickelt sich im schlimmsten Fall eine Epidemie in der Stadt. Hier hilft es, frühzeitig eine Art Krankenstation zu errichten.

Eine weitere Gefahr stellt Feuer dar. Kein Wunder – die Stadt besteht zu großen Teilen aus Holz, und für einige Gebäude wie den Bäcker ist eine Feuerstelle unabdingbar. Sollte nun doch einmal ein Gebäude brennen, können einzelne Bewohner zum Löschen eingeteilt werden. Das funktionier auch ganz gut, ein separates Feuerwehr-Gebäude ist aber noch nicht vorhanden.

Alle Bewohner sind verschiedenen Positionen zugeteilt. Ein Teil der Einwohner hat einen festen Arbeitsplatz in den unterschiedlichen Gebäuden. Diesen verlassen sie nur in Ausnahmefällen. Die restlichen Bewohner erledigen dagegen verschiedenste Aufgaben, je nachdem was gerade gebraucht wird. Beispielsweise helfen sie beim Transport von Ressourcen, dem Rudern oder beim Feuerlöschen.

Unsere schwimmende Stadt ist aber keinesfalls allein auf dem Ozean unterwegs. Hier und da finden sich kleine Boote mit Schiffbrüchigen, die aufgenommen werden können. Außerdem durchstreifen kleine Schiffe von Händlern die Weiten der Meere. Nährt man sich einem solchen Schiff, können mit Hilfe eines einfachen Handelssystems unterschiedliche Ressourcen getauscht werden.

Doch auch andere Städte sind auf dem Meer unterwegs. Mit diesen kann ebenfalls gehandelt werden oder bei ausreichender militärischen Stärke Forderungen nach Rohstoffen oder Menschen gestellt werden. Doch diese Städte können uns auch feindlich gesinnt sein oder Piraten wollen die Stadt angreifen – das macht den Bau von Verteidigungsanlagen im weiteren Spielverlauf wichtig.

Zur ständigen Verteidigung der eigenen Stadt können Wachposten errichtet werden. Hier sind permanent einige Einwohner eingeteilt und beschützen die Siedlung gegen Angreifer. Unterstützt werden können diese von Verteidigungstürmen. Für den Angriff auf andere Städte müssen Baracken errichtet werden, hier erfolgt dann die Ausbildung von eigenen Kämpfern für den Überfall.

Ein richtiges Ende des Spiels gibt es, wie bei vielen Titeln dieses Genres, nicht. Es kann immer größer und weiter gebaut werden. Dabei ist die Herausforderung, gegen Gefahren durch Krankheit, Feuer, Stürme oder Piraten zu bestehen, und eine sichere Versorgung mit Rohstoffen und Nahrung bei einer immer weiter wachsenden Einwohnerzahl zu gewährleisten.

 


 

– Besonderheiten –

Durch Gesetze kann die Bevölkerung der Stadt bzw. ihr Verhalten geregelt werden. Dazu zählt beispielsweise das Verhalten beim Treffen mit einer anderen Stadt oder was mit kranken sowie toten Bewohnern geschehen soll. Außerdem können drastische Maßnahmen erlassen werden, um die Bevölkerung bei Überbevölkerung zu dezimieren oder Händler anzulocken.

Verschiedene „Relikte“ können während der Reise über den Ozean gefunden werden. Das sind spezielle Gegenstände, welche einmal eingesetzt werden können und dann einen gewissen Bonus für die Stadt geben. Unter anderem geben Fischnetze eine bessere Ausbeute beim Fischen, oder Getränkedosen eine Verbesserung der Moral und Zufriedenheit der Bewohner.

Alle Gebäude können gewisse Upgrades erhalten. Diese Kosten eine bestimmte Menge an Ressourcen, aber geben dauerhafte Vorteile für ein Gebäude. Dazu zählt das Upgrade mit einer gewissen Menge Kunststoff, wodurch das Gewicht der Bauten verringert wird. Aber auch die Produktionsgeschwindigkeit oder Feuerfestigkeit einzelner Anlagen kann deutlich erhöht werden.

 


 

– Support –

Der Support für Buoyancy ist bisher wirklich gut. Der Entwickler ist aktiv am Feedback der gesamten Community interessiert – sei es in den Steam Foren oder auch auf dem eigenen Buyancy Discord-Channel. Kleinere und größere Updates sowie Bugfixes erschienen seit Release regelmäßig im Abstand von einigen Tag, oft mit Informationen über die weiteren Pläne der Entwickler.

 

– Fazit –

Buoyancy ist ein klassischer Vertreter des Aufbau-Strategie Genres, inklusive Survival- und Management-Aspekten beim Bau der eigenen, schwimmenden Siedlung auf dem Meer. Doch das Setting ist eher ungewöhnlichen. Im Gegensatz zu klassischen Titeln des Genres begeben sich nicht beispielsweise die Einwohner der Siedlung auf die Suche nach Ressourcen, sondern die ganze Stadt bewegt sich zu den gerade benötigten Ressourcen hin – das bringt eine neue Dynamik ins Spiel.

Doch leider fühlt sich das Spiel, welches zum Testzeitpunkt bereits seit 1,5 Jahre im Early Access ist, immer noch recht unfertig an. Zu den Problemen zählen zum Beispiel das wirklich rudimentäre UI, welches unübersichtlich und kaum intuitiv daherkommt, die noch recht beschränkte Auswahl an Gebäuden und den damit verbundenen Produktionsketten oder die ziemlich leblose Spielwelt. Eine wirkliche Langzeitmotivation bzw. einen richtiger Wiederspielwert fehlt ebenfalls.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Dennoch ist Buoyancy ein vielversprechender Titel, und bringt bereits zum Testzeitpunkt einige Stunden Spielspaß mit – vorausgesetzt man hat sich einmal in das UI und Spielsystem eingefunden. Außerdem gibt es vom Entwickler eine Roadmap, laut der genau die genannten Probleme angegangen werden sollen. Wirkliche Fans des Genres können getrost jetzt schon zuschlagen, speziell in Anbetracht des fairen Preises von knapp 11 €. Alle anderen sollten das Spiel im Auge behalten und noch ein paar Monate abwarten.

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre fast zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem mit Zukunfts- oder Weltraum-Setting. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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