Biotope
Potenzial:
Eure Wertung:
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Biotope

Ein Aquarium für den Bildschirm?

Eine ultra-realistische Aquariensimulation für den PC, kann das funktionieren? Ja! Vorausgesetzt man kann sich für diese Thematik begeistern und bringt Vorkenntnisse mit. Aktuell befindet sich Biotope noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung, jedoch hat das kleine Entwicklerstudio MBL Development bereits viele Mechaniken, was zum Beispiel die grundlegenden biologischen Prozesse angeht, implementiert.

Anfangs war ich wahrscheinlich genau so skeptisch wie alle anderen Spieler, doch nach einiger Zeit und einem holprigen Einstieg habe ich meinen Spaß an dem Spiel gefunden. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich jahrelang selbst ein Aquarium hatte. Deshalb will ich jetzt in meinem Review kurz klären, ob und für wen sich diese Simulation lohnt.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Optisch ist Biotope durchaus gelungen. Zwar sind beispielsweise Texturen an manchen Stellen etwas matschig, aber im großem und ganzen sieht das Spiel wirklich gut aus. Ob Pflanzen, Tiere, Equipment oder die Deko, alles ist detailliert gestaltet. Damit erweckt das Spiel den Eindruck eines wirklich lebendigen, realistischen Aquariums auf dem Bildschirm, welches man übrigens auch direkt als Bildschirmschoner bzw. Desktophintergrund benutzen kann.

Biotope 1

Zur musikalischen Gestaltung gibt es eher weniger zu sagen: Die Musik der Menüs ist nett, und der Innenfilter gibt ein beruhigendes Plätschern im Betrieb von sich. Bei der Performance kann Biotope auch voll überzeugen, da es einerseits sehr gut läuft und extrem Ressourcensparend ist. Somit kann man sein eigens Aquarium beruhigt als Hintergrund benutzen, das Spiel braucht nur wenige MB an RAM und Grafikspeicher, und die Auslastung des Prozessors liegt lediglich bei 1 bis 2%.

 

– Gameplay –

Das Ziel des Spiels klingt im ersten Moment ziemlich simpel – ein langfristig stabiles Aquarium gestalten, in dem sich sowohl Fische als auch Pflanzen wohlfühlen. Doch dabei sind jedoch sehr viele Faktoren zu beachten. Wie es sich für eine Simulation gehört, findet der Spieler dieselben natürlichen Mechanismen und Einflüsse wie in der Realität vor.

Bevor man ins Spiel starten kann, muss ausgewählt werden, mit welchem Aquarium gespielt werden soll. Es gibt die Möglichkeit mit einem leeren Aquarium oder einem bereits fertig gefüllten und stabilen Biotop samt Anfangsbudget zu starten. Außerdem wird ein Tutorial angeboten, was leider eher schlecht beim Erklären der Spielmechaniken ist. Egal wie wir uns entscheiden, müssen stets sämtliche Einflüsse und chemische Parameter im Auge behalten werden.

Biotope 3

Zu den wichtigsten Faktoren zählen die Härte des Wassers, der pH-Wert oder auch wie gesättigt das Wasser unter anderem mit Ammoniak oder Sauerstoff ist. Nehmen wir zum Beispiel den Sauerstoff, hier sollte immer ein Gleichgewicht vorliegen aus eingebrachtem und verbrauchtem Sauerstoff. Durch den Innenfilter kann Sauerstoff eingebracht werden, Fische oder Pflanzen verbrauchen diesen dann wieder. Ähnliches gilt auch für CO2 und Ammoniak.

Der pH-Wert und die Härte werden zum Beispiel von der Dekoration beeinfluss. So Sorgen Baum-Wurzeln für eher saures Wasser, während Steine aufgrund der Mineralien den pH-Wert und die Carbonathärte steigern. Somit ergeben sich hier bereits zwei Möglichkeiten, die Eigenschaften des Wassers langfristig zu steuern.

Kurzfristige Anpassungen der Härte, des pH-Wertes oder des Ammoniakgehalts lassen sich mit Hilfe von verschiedenen, kaufbaren Mitteln erreichen. Dazu fügt der Spieler dem Wasser beispielsweise eine extrem verdünnten Salzsäure hinzu, um dieses saurer zu machen. Doch langfristig stellt sich dadurch kein Gleichgewicht ein.

Außerdem benötigt unser Aquarium eine Grundausstattung, sprich einen Filter, Beleuchtung und einen Heizstab. Denn gerade die Temperatur hat einen enorm großen Einfluss auf alle Prozesse im Aquarium. Fühlen sich die Fische nicht wohl, weil ein oder mehrer Faktoren im roten Bereich liegen, stehen diese unter Stress. Ist das Stresslevel dauerhaft zu hoch, sterben diese. Gleiches gilt für die Wasserpflanzen.

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Haben wir vorerst stabile Bedingungen geschaffen, können die ersten Pflanzen einziehen, danach dann die Fische. Hierbei braucht jeder Fisch und jede Pflanze spezielle Bedingungen – was hauptsächlich abhängig von der Herkunftsregion ist. Damit sollte auch klar sein, dass man sich bei den Aquarien immer spezialisieren muss, ein Aquarium für alle Fische und Pflanzenarten ist schlichtweg unmöglich.

So viel zum kleinen Grundkurs in Aquaristik, wobei das erst an der Oberfläche der Thematik gekratzt hat. Wem das also nicht genau genug war, sollte sich das Spiel unbedingt näher ansehen. Wer dann noch Hilfe braucht, kann sich jederzeit im Spiel das Lexikon durchlesen. Dieses erklärt wirklich verständlich die Grundlagen des Spiels und damit zeitgleich wie ein Aquarium in der Realität funktioniert.

 


 

– Besonderheiten –

Die Dekoration im Spiel ermöglicht es dem Spieler, seinem Aquarium eine persönliche Note zu verleihe. Die Auswahl dafür ist bereits jetzt schon groß, von kitschig, bunt und verspielt bis hin zu natürlich ist alles dabei. Hier gibt es auch die Auswahl zwischen Natur-Materialien, die aber im schlimmsten Fall einen negativen Einfluss auf die Wasserqualität haben können, und Dekoration aus Kunststoff, welche keinen Einfluss auf das Wasser hat.

Biotope 2

Alle Gegenstände, Tiere und Pflanzen im Spiel kosten Geld, somit muss bei sämtlichen Entscheidungen immer auf das Budget geschaut werden. Je nach dem wie erfolgreich wir mit unserem Aquarium sind, wird am Ende jeder Woche ein bestimmter Betrag an Geld gutgeschrieben. Außerdem gibt es simple Quests, die nach Erfüllung eine gewisse Menge an Geld bringen.

Fühlen sich die Fische wohl und vermehren sich, erhält die nächste Generation ein höheres DNA-Rating. Je höher diese Wertung, umso besser geht es den Fischen und umso gesünder sind diese. Fische mit hohem Rating können im Gegenzug teurer verkauft werden, was als zusätzlicher Anreiz für die Zucht dient.

 


 

– Support –

Updates für Biotope sind seit Release eher sporadisch erschienen, es bleibt abzuwarten wie häufig der Entwickler Bug-Fixes und mehr Inhalt nachliefert. Hier und da wird auch das Feedback der Community eingeholt, jedoch passiert das eher selten.

 

– Fazit –

Biotope spricht eine sehr kleine Spielergruppe an, doch für Aquaristik-Fans stellt das Spiel einen wirklich schönen Zeitvertreib dar, oder eine Alternative falls das Geld, Platz oder Zeit aktuell nicht für ein richtiges Aquarium reichen. Die liebevolle Gestaltung und der hohe Grad an Realismus machen Biotope bereits jetzt zu einer tollen Aquarien-Simulation. Aber auch Anfänger können hier erste Erfahrungen sammeln und mit Hilfe des Lexikons die Grundlagen der biologischen Mechanismen im Aquarium verstehen.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Am dringendsten brauch Biotope noch mehr Inhalt, Beispielweise eine größere Auswahl an Fischen, Pflanzen oder Aquarien, genau so wie Außenfilter oder ähnliches Equipment. Außerdem sind die Ladezeiten teils lang und auch an der Grafik könnte noch gefeilt werden. Es bleibt einfach abzuwarten, wie der Entwickler jetzt nach Release weiter vorgehen wird, geplant ist unter anderem der Ausbau der Komplexität der biologischen Prozesse im Aquarium.

Zum aktuellen Stand kann ich das Spiel nur absoluten Fans dieses Themas empfehlen, zum Beispiel Spieler, die wie ich, jahrelang selber ein Aquarium besessen haben. Dennoch ist der Preis mit knapp 20 Euro ziemlich hoch für einen Early Access Titel dieses Umfangs , weshalb ich nur bedingt zum Kauf raten kann und solide 3 Sterne vergebe.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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