Big Farm Story
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Big Farm Story

Ernte? Bitte warten!

 

Big Farm Story beginnt klassisch mit dem Erbe einer Farm, die der liebe Großvater vermacht hat, wo er jedoch abgeblieben ist weis keiner. Voller Vorfreude auf den schönen Hof, den man noch aus der Kindheit kennt, ist die Ankunft ein Desaster. Alles ist zerstört und heruntergekommen! Natürlich hat ein 0815 Sturm alles niedergemäht, wie kann es denn auch anders sein. Prompt wird man eingespannt und ist der Erlöser aller Probleme.

Hier und da liegen Schrottteile herum die aufgelesen werden wollen, ein neues Feld muss gepflügt und beackert werden. Der ein oder andere sitzt in der Klemme und benötigt etwas Hilfe. Schwuppdiwupp, ist man auch schon mitten im Geschehen und rennt von A nach B. Klingt monoton? Eventuell. Was das Spiel so alles kann und warum und vor allem für wenn sich ein genauer zweiter Blick lohnt, kläre ich im folgenden Review.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Ohne Frage das Spiel ist ausgesprochen hübsch anzusehen. Die Charaktere und Tiere sind niedlich und bestimmt wollte auch schon jeder ein quiekendes Schwein als Haustier haben, welches hin und wieder im Dreck wühlt und nützliche Sachen ausbuddelt. Nein? Na dann kann vielleicht das Alpaka überzeugen. Wenn man es anspricht, wird man sogar angebrummt und es kümmert sich vorbildlich um die Markt-Lieferungen.

An und für sich ist das Menü hübsch und auch sehr übersichtlich, aber hier und da scheinen manche Dinge sich fast zu verstecken. Zum Beispiel hat man im Interface keine direkte Übersicht über seine Taler oder Erfahrungspunkte. Um das Geld einzusehen muss man sich durch die Menüs klicken oder zu einem Verkaufsstand laufen. Die EP (Erfahrungspunkte) findet man auch nur in den Tiefen des Menü Buches. Es wäre wünschenswert da direktere Einsicht zu haben.

Dennoch steckt das Spiel voller Liebe zum Detail. Im Wasser spiegelt sich sogar die Tageszeit, sodass man bei Nacht den Mond und die Sterne sieht ohne in den Himmel zu blicken. Auch die Animationen können durchweg überzeugen und die musikalische Untermalung lullt zum Verweilen und Entspannen ein. Wären da nur nicht diese…. Darauf gehe ich später noch mal ein, bevor ich jetzt die Idylle zerstöre.

Ach was soll’s, diese … Bugs sind teilweise schon nervig. Hier und da klappt eine Quest nicht ganz und der Dialog hängt sich auf. In meinem eigenen Test hatte ich glücklicherweise nur mit Bugs zu kämpfen die sich leicht umgehen oder beheben ließen, doch mir kamen bei anderen schon Fehler zu Gesicht die das Spiel unspielbar machten. Da muss noch viel geschehen um ein sauberes Spielgefühl aufkommen zu lassen, aber so ist das eben bei frühen Early Access Versionen.

 

– Gameplay –

Das Gameplay birgt ungeahnte Neuerungen. Oder etwa doch nicht? Besser formuliert, für ein kostenpflichtiges Spiel tauchen Spielmechaniken auf die man so eigentlich aus ganz anderen Bereichen kennt. Wer kennt nicht die Facebook Farm Spiele oder all die reizenden Mobile Ableger? Ja, genau immer überaus hübsch und niedlich anzusehen, aber schnell ist man an Punkten angelangt, an denen es nur noch 10 Minuten warten heißt. Dann noch 30 Minuten. Eine Stunde. Und so weiter und sofort.

Erstes Browsergame Feeling tritt bereits bei der Steuerung auf. Per Mausklick wird einfach alles geregelt: Das Laufen, das Pflügen, Sähen, Wässern und Ernten, wie auch alle anderen Aktivitäten. An sich nicht schlecht, dennoch wirkt es unsauber und ruckelig. Denn bevor man sich nach einer Aktivität wieder bewegen kann, muss man erst die volle Animation der Tätigkeit abwarten. Was leider unnötig aufhält und steif wirkt.

Ganz zu Anfang des Spiels erkennt man es vielleicht nicht auf den ersten Augenblick, da man mit dem Wiederaufbau des Hofs voll eingespannt ist, doch die Pflanzen die man sät, brauchen selbst verständlich eine gewisse Zeit zum wachsen. Doch wie das funktioniert ist nach alter Browsergame Manier. Alles in Echtzeit, was bei einer Wildblume nicht groß auffällt, da sie nur zwei Minuten braucht.

Bei einer Karotte sind wir schon bei 5 Minuten, zugegeben das ist alles noch human, aber sobald man bei der Kartoffel mit 25 Minuten angekommen ist, wird schnell klar, die Sprünge werden immer Größer und die Wartezeit umso länger. Ich selber bin im Test noch zu den Sonnenblumen mit einer Stunde und dem Bärlauch mit drei Stunden Wartezeit angelangt. Das wäre auch kein Problem, wenn man ein riesiges Feld zum Beackern hätte, doch zu beginn hat man ein einziges Feld mit vier Anzucht-Plätzen.

Je nachdem für welchen Sticker man sich beim Level Up entscheidet, kommt man auch schnell zu einen zweiten Feld. Somit kann man dann ganze acht Pflanzen sähen…yeah! Das ärgerliche an der Sache ist vor allem, dass verstecken dieses Systems. Die Timer sind nicht direkt ersichtlich, auch in den Beschreibungen der Samen ist nichts zu finden. Erst wenn man die entsprechenden Samen eingepflanzt hat und dann gezielt darauf klickt erhält man die Auskunft, wie lange das Ganze noch dauert und so ist es mit allem, denn überall verstecken sich Timer.

Der Ablauf ist klar: Feld pflügen, sähen, wässern, warten, ernten. Doch das Wasser kann man nicht überall beziehen, nur an dem kleinen Brunnen neben den Feldern erhält man ein paar Tröpfchen. Ja Tröpfchen, denn der Brunnen kann nur alle 5 Minuten ein paar Tropfen erübrigen und wenn das kleine Lager des Brunnens voll ist, dann produziert er auch nicht weiter. Zwar kann man die Anzahl Tropfen pro 5 Minuten verbessern, wie auch die Größe des Lagers, aber die Verbesserungen kosten im Vergleich zum Nutzen zu viel. Viel Material für minimale Verbesserung.

Dann endlich nach einiger Spielzeit, bekommt man sein erstes Tier. Am Anfang noch ein kleines Küken, doch mit etwas Zuneigung wächst das kleine süße Tierchen zu einem ausgewachsenen Huhn heran. Schön ist, dass das Huhn ein eigenes Level besitzt, je höher es ist, desto mehr Geld würde es einbringen, wenn man das süße Tier verhökert. Nicht so schön gelöst, denn auch hier tauchen versteckte Timer auf. Nach jedem knuddeln welches Level-Punkte gibt, muss man eine Zeit waten bis zum nächsten Mal.

Dasselbe nach der Vergabe von Leckerlis und Futter. Wo die Tier Leckerlis einfach Level-Punkte und Spieler Erfahrung bringen, sorgt das reguläre Futter für den Start der Eierproduktion. 30 Minuten dauert es bis man zwei Eier erhält und danach muss man es neu Füttern um die Produktion wieder in Gang zu setzten. Sobald man die teure Mühle in stand gesetzt hat, kann man das Futter auch selber herstellen, alles aber natürlich mit sehr viel Wartezeit.

Wie also kann man diese Wartezeiten Sinnvoll nutzen? Bei jedem Level Up des Charakters erhält man drei Sticker zur Auswahl. Aber nur eines davon kann man jeweils wählen. Dabei kann das Angeln an Flüssen dabei sein oder das Graben an Maulwurfshügeln, Stein hacken, Pflanzen von bestimmten Samen, Angeln am See aber auch Sticker zur Verbesserung von Gebäuden. So muss man sich erst alle Sticker erspielen, um an weitere Tätigkeiten zu gelangen.

Wählt man zum Beispiel das zweite Feld, ist es damit leider nicht getan. Man hat mit diesem Sticker nur den Anspruch auf ein zweites Feld ergattert und nicht das Feld selber, das muss man noch gegen Taler freikaufen. Das selbe mit den Gebäude Stickern, man bekommt nur die Rechte an der Verbesserung nicht das Gebäude selber. Um ein Gebäude dann zu bauen oder zu verbessern muss man Taler und Materialien spenden. Teure Angelegenheit…

Das Spiel ist auf viel Grind und viel Zeit aufgebaut und bringt auch sonst viele Aspekte eines klassischen F2P (Free To Play) Spiels mit. Wenn man sich die Kosten der Taler und der anderen Felder ansieht, wird schnell klar was man von dem Spiel erwarten kann. Tätigkeiten < Wartezeiten. Man kann zwar an verschieden Plätzen auch Dinge sammeln und diese entweder auf dem Markt in der Stadt oder bei sich auf dem Hofshop verkaufen. Doch hat man alle Plätze an einem Ingame-Tag gesammelt, so muss man auf den nächsten Tag warten bis sich die Ressourcen zufällig wieder generieren.

All das wäre auch nicht so dramatisch würde das Bett im eigenen Haus einen nutzen haben. Aber man kann keinen Tag oder Nacht überspringen in dem man schlafen geht. Man ist gezwungen zu warten, bis dass die Nacht wieder zum Tage wird. Nun bei einem Browser-Game würde mich das alles nicht so stören, weil das da nun mal so eingebürgert ist, auch wenn ich diese Wartezeiten noch nie mochte. Aber bei einem Spiel das man für 20 € kauft, ist das fast eine Dreistigkeit.

 


 

– Besonderheiten –

Das Levelsystem mit den Stickern ist ein interessanter Ansatz, durch die Wahl der Tätigkeiten kann man das Spielgefühl an die eigenen Bedürfnis anpassen. Nur für die ein Nachteil die gerne alles auf einmal machen möchten, da man sich nun mal wischen drei Optionen entscheiden muss. Manche Sticker erhält man auch durch das Erfüllen von Quests.

M steht nicht für Map oder Karte sonder für Markt. Dort findet man den Alpaka Mo, der absolut niedlich ist, sobald man ihn freigespielt hat, kann man von überall her Sachen auf dem Markt verkaufen, ohne das man in die Stadt laufen muss. Aber er kann immer nur ein Auftrag auf einmal annehmen, so dass man warten muss bis er wieder bereit ist. Für das Verkaufen auf dem Markt bekommt man nicht nur Taler, sondern auch Materialien oder die Kekse auf die Mo so abfährt und mit dem man das Liefersystem auch upgraden kann.

Nach dem man seine Runde durch die kleinen Gebiete gezogen hat, lernt man den ein oder anderen NPC kenne. Viele sind es noch nicht und außer die ein oder andere Quest mit ihnen zu besprechen, kann man mit ihnen leider nohc nicht viel anstellen. Jedoch soll in der Early Access Phase ein Freundschaftssystem hinzukommen und natürlich generell auch mehr Quests und Story, denn diese endet aktuell recht schnell nach Kapitel zwei.

Verlässt man ein Gebiet, sieht man ganz kurz eine hübsch gezeichnete Karte bevor man im nächsten Gebiet landet. Zum Zeitpunkt des Tests, gibt es aber kaum Gebiete zu erkunden und generell sind diese auch sehr klein gehalten. Neben dem eigenen Hof können aktuell nur vier Gebiete bereist werden, doch in der Stadt sieht man bereits Schilder die zu einem Bahnhof oder einem Gasthaus weisen, nur kommt man da eben noch nicht hin.

Ein wirklich schöner Zusatz ist das Eigenheim, das man betreten und einrichten kann. Durch Ausbauten lassen sich später auch mehr Räume dekorieren. Dabei sind schon einige hübsche Objekte Verfügbar, auch wenn man leider deren Platzierung nur beschränkt wählen kann. Ein freies Einrichten ist nicht vorhanden, jede Gegenstands-Art hat seinen festen Platz. Weiter Möbel können aber beim Schreiner um die Ecke gegen Taler gekauft werden.

Der Entwickler lockt mit einem großen Versprechen. Zukünftig soll Big Farm Story ein richtiges Farm-MMO sein, wie dieser genau aussehen wird, erfährt man im Moment kaum, denn aktuell ist man noch ganz alleine. Nur eine Rangliste im Menü verrät was die anderen Spieler so treiben. Dabei ist der Spielername, der Rang und die gesammelten Charakter-EP zu sehen. Im Steamforum wird aber schon fleißig nachgehakt, wie genau das MMO umgesetzt wird. Laut Entwickler soll man mit anderen Leuten Chatten können und mit Freunden gemeinsame Tätigkeiten unternehmen.

 


 

– Support –

Goodgame Studios ist dem ein oder anderen bereits ein geläufiger Name, größtenteils sind sie durch ihre zahlreichen Browser- und Mobile Games bekannt. Denn es gibt bereits für beide Plattformen Spiele mit dem Namen Big Farm und weitere andere Spiele. Doch der Entwickler hat klargestellt, dass Big Farm Story ein ganz neues anderes Spiel sein soll, das nur im selben Universum spielt. Doch die Mechaniken erinnern sehr schwer an die anderen Spiele die sie bereits haben.

Da ist es kein Wunder, dass so mancher vor diesem Kauf zurück schreckt, zu groß ist die Angst vor einem weiteren Pay-to-Win Game und diese Angst ist leider nicht unbegründet. Der Entwickler ist leider mit seinem Vorhaben nicht ganz Transparent. Aber bereits jetzt ist schon klar, dass das Spiel nach dem Early Access Free to Play wird, was natürlich schwer nach einem Minitransaktionen Spiel schreit.

Zudem fällt auf, das die Entwickler, für so eine große Firma in seinem Social Media Dasein, recht veraltet sind. Es gibt zu Big Farm Story keine Homepage. Auf der Homepage des Entwicklers selber ist das Spiel nicht einmal zu finden, nur deren Browser und Mobile Games. Aktiv sind sie jedoch alle mal im Steamforum und auf Facebook. Es gibt jedoch keinen Discord Server oder die gängigen Social Media Plattformen wie Twitter und Co.

 

– Fazit –

Ich muss zugeben, als ich gelesen habe, dass Big Farm Story ein Farm-MMO werden soll, war ich ziemlich gehyped. Das gab es noch nie! Das muss ich haben! Und so wird es vielen gehen, denn dieses Versprechen ist wirklich verlockend. Doch hier muss ich leider die Vollbremse setzten, Big Farm Story ist durch und durch mit den Systemen eines Browser- oder Mobile Games versetzt und es ist nur eine Frage der Zeit bis eine dicke Pay Wall kommt.

Wir reden hier von einem Computerspiel für dessen Zugriff man im Moment 20€ zahlt und man zahlt um Schlussendlich viel Zeit zu warten. Ein Computerspiel ist für mich ein Spiel in dem man aktiv vorwärts kommt, ohne sich Löcher in den Bauch zu warten. Daher kann ich dieses Spiel wirklich nur sehr eingeschränkt an alle Hartcore Dauerwarter empfehlen. Oder als ein Spiel in dem man gelegentlich jeden Tag mal kurz rein schaut.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Schaut man sich das Preis-Leistungs-Verhältnis mal genauer an, kommt man leider nicht auf einen guten Nenner. Hier wird zu viel Geld für zu wenig Spiel verlangt, dadurch dass die MMO Komponente noch überhaupt nicht implementiert ist und man nach zwei bis drei Stunden am Ende der Quests angelangt ist. Da Big Farm Story nach verlassen des Early Access so wie so kostenlos wird, rate ich jedem wärmstens zu warten. Vielleicht entscheidet man sich schlussendlich doch gegen eine F2P Variante, denn die Meinung der Spieler ist diesbezüglich jetzt schon eindeutig: Keine Ingame Vorteile durch Echtgeld und kein F2P.

Zugegeben das Spiel hat am Anfang durchaus auch Spaß gemacht, bis die meiner Meinung nach absichtlich versteckten Timer auffielen. Doch auf lange Sicht wird damit keiner glücklich, der mit der Erwartung kommt, hier ein Farm-MMO im Sinne von Stardew Valley oder Harvest Moon zu ergattern. Daher muss jedem beim Kauf bewusst sein, dass man in dieses Spiel keine 10, 20, 30 Stunden am Stück versenken kann ohne massig viel Zeit davon einfach nur zu warten.

 


 

 


 

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Über Nurona

Fast 20 Jahre ist es nun her, seit dem ich mit den ersten Computerspielen in Berührung kam und noch heute zählt das zocken zu meinem liebsten Hobby. Ich war dabei als, die ersten Spiele zu Klassikern wurden und trotz alle dem bin ich nicht nur dem Retro hinterher, sondern lasse mich gebannt auf neue Indietitel ein, die mit neuen Mechaniken zu überzeugen wissen. Auf das mein Herz noch weitere 20...30...40 Jahre für Computerspiele schlägt 😀

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