Becastled
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Becastled

Mit Licht gegen die Dunkelheit!

 

Der ewige Kampf von Licht gegen Dunkelheit, Sonne gegen Mond oder Gut gegen Böse – dieser Kampf wird im Aufbaustrategie-Spiel Becastled als Ausgangsszenario genutzt. Tagsüber wird die eigene Burg samt ausgeklügelter Verteidigungsanlagen ausgebaut und neue Sonnenkrieger rekrutiert, nachts gilt es dann, die Festung gegen die feindlichen Truppen des Mondes zu verteidigen.

Mit diesem Mix aus reiner Aufbau-Strategie am Tag und reinen Echtzeit-Strategie Kämpfe in der Nacht will der Titel auf Steam im ziemlich umkämpften Genre punkten. Dabei liefert das Game neben frischen Gameplayideen auch hübsche Comic-Grafik und ein Aufbau der Welt in Hexagone, ähnlich dem von Civilization. Ob der Genremix überzeugen kann, möchte ich jetzt in meinem Review klären.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Optisch weiß Becastled bereits jetzt zu überzeugen, denn die unterschiedlichen Gebäude, aus denen sich unsere Festung zusammensetzt, die verschiedenen Einheiten aber auch die gesamte Spielwelt, seien es Berge, weite Täler oder Küstenzüge – alles ist wirklich sehr hübsch anzusehen und dennoch in recht einfacher aber liebevoller Comic-Optik gestaltet.

Dabei schafft es das Spiel sowohl am Tag als auch in der Nacht eine tolle Atmosphäre zu erzeugen. Ebenso ist der Wechsel von Tag zu Nacht und umgekehrt ein optisches Highlight. Untermalt wird alles von passender Musik. Die Sounds wie beispielsweise beim Kampf erfüllen dabei vollkommen ihren Zweck – hier gibt es nichts zu beanstanden.

Bei den technischen Aspekten konnte ich während meines Tests kaum Probleme feststellen. Klar, Bugs gab es hier und da. Aber dank der einfacheren Grafik läuft das Spiel in höchsten Einstellungen und Auflösungen selbst bei vielen Einheiten im Late-Game flüssig. Hier und da trat höchstens mal ein kleiner Ruckler auf. Abstürze oder wirklich gravierende Bugs habe ich nicht erleben müssen.

 


 

– Gameplay –

Bevor der Bau der eigenen Burganlage beginnen kann, können noch einige Parameter für das Spiel sowie die Spielwelt eingestellt werden. Das wichtigste ist dabei die Schwierigkeitsstufe und die Länge der Partie. Mit zunehmender Spiellänge müssen immer stärkere Gegnergruppen besiegt werden. Außerdem kann die Topografie der Spielwelt, seien es große Berge oder Flachland, bestimmt werden.

Angekommen in der Spielwelt steht die erste wichtige Entscheidung an: Wo soll das Hauptgebäude platziert werden? Hierbei ist wichtig zu wissen, dass die Spielwelt in Becastled in Sechsecke unterteilt ist, wobei jedes davon gewisse Ressourcenvorkommen wie Stein, Nutztiere oder Holz enthält. Zur Platzierung des Hauptgebäudes stehen dabei anfangs nur ein paar Felder zur Auswahl.

Es muss also abgewogen werden, welche Position am besten geeignet ist, sowohl hinsichtlich der jetzt und auch in Zukunft benötigten Ressourcen. Gerade zu Beginn ist die wichtigste Ressource Holz. Doch später werden Stein und Sonnenstein ebenso wichtig. Neue Felder können im weiteren Verlauf mit Holz freigeschaltet werden, sofern diese an in Besitz befindliche Felder angrenzen.

Wie bereits erwähnt, ist Holt die wichtigste Ressource zu Beginn. Neben dem Freischalten von neuen Feldern auf der Spielwelt, werden so gut wie alle Gebäude mit Holz errichtet. Der Holzfäller fällt Bäume und transportiert das gewonnen Holz zurück zum Lager. Der Holzfäller kann jedoch nur Bäume fällen, die sich auf Feldern in unserem Besitz befinden.

Eine weitere unabdingbare Ressource ist die Nahrung: Jeder Bewohner und jede Kampfeinheit verbraucht eine gewisse Menge pro Zeit. Ist nicht genug vorhanden, sterben unsere Einwohner nach einer Weile. Daher ist es wichtig, den Nahrungsverbrauch im Auge zu behalten. Nahrung kann beispielsweise durch Weizenanbau, durch die Fischerei oder einen Bauernhof gewonnen werden.

Im weiteren Spielverlauf werden ebenso Stein und Sonnenstein wichtig. Letzteres ist die Währung des Königreichs, ähnlich wie Gold, und wird vor allem für den Bau und Unterhalt der eigenen Truppen benötigt. Aus Stein können stärkere und bessere Verteidigungsanlagen gebaut werden. Beide Rohstoffe werden in speziell dafür errichteten Minen direkt am Vorkommen abgebaut.

Natürlich brauchen die verschiedenen Rohstoffe auch eigene Lager. Diese können an beliebigen Stellen unseres Königsreichs gebaut werden, wodurch die maximale Lagerkapazität der jeweiligen Rohstoffe deutlich erhöht wird. Für jede Ressource gibt es dabei eigene Lagergebäude. Die Scheune speichert beispielsweise Nahrung, das Lagerhaus Holz und Stein.

Für alle errichteten Gebäude und zur Ausbildung von neuen Einheiten werden Arbeiter benötigt. Diese spawnen nach einer gewissen Zeit automatisch am Hauptgebäude der Festung. Die benötigte Zeit ist dabei abhängig von der Zufriedenheit des Volkes, und ob noch freie Bevölkerungsplätze vorhanden sind. Dieses Bevölkerungslimit kann durch den Bau von Häusern erhöht werden.

Die Zufriedenheit der Bevölkerung unserer Festung spielt also ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese kann durch vielfältige Möglichkeiten erhöht werden. Durch kleine Deko-Elemente wird die Schönheit einzelner Felder im Spiel erhöht, das sorgt für einen Moralschub. Ebenso hilft das Errichten von Tavernen oder eines Marktes, auf welchem besondere Rohstoffe angeboten werden.

Die Zuweisung der Arbeiter zu einzelnen Gebäuden funktioniert entweder direkt über das jeweilige Gebäude oder über die Gebäudeübersicht. Prinzipiell können so gut wie allen Gebäuden zwei Arbeiter zugewiesen werden. Für einen gewissen Betrag an Stein kann aber ein dritter Slot geschaffen werden, so dass ein zusätzlicher Arbeiter eingeteilt werden kann, was die Produktion abermals erhöht.

Doch nicht nur die Wirtschaft am Tag ist wichtig, sondern auch die Vorbereitung auf die Nacht. Nach einigen Minuten Spielzeit endet nämlich der Tag, die Nacht kommt und mit ihr der Angriff der feindlichen Mondkrieger, ausgehend von einzelnen Feldern. Diese sind bereits tagsüber gekennzeichnet, so dass man sich mit Verteidigungsanlagen an dieser Stelle auf das Eintreffen des Feindes vorbereiten kann.

Als Verteidigung können hauptsächlich Mauern und Türme errichtet werden. Ja nach Material und Kosten sind diese aus Holz oder Stein, und mehr oder weniger gut gegen feindliche Angriffe gewappnet. Auf größeren Mauern und auf Türmen ist es möglich, Bogenschützen zu platzieren, auf Türmen können stattdessen sogar noch Verteidigungsanlagen wie eine Balliste gestellt werden.

Einheiten werden in eigens dafür errichteten Gebäuden wie der Kaserne ausgebildet. Die Auswahl an Einheiten ist bisher aber noch überschaubar. Neben den bereits erwähnten Bogenschützen gibt es noch drei Nahkampfeinheiten, unter anderem normale Krieger und Ritter. Diese Einheiten können, im Gegensatz zu normalen Arbeitern oder Gebäuden, auch während der Nacht direkt kontrolliert werden.

Ist der nächtliche Angriff der Mondkrieger überstanden, beginnt auch schon der nächste Tag. Die Burg kann jetzt weiter ausgebaut, mehr Rohstoffe gesammelt sowie Vorbereitungen für den nächsten Angriff getroffen werden. Mit jedem Tag nimmt dabei die Schwierigkeit bei der Verteidigung der Angriffe zu, so dass immer mehr Einheiten oder Verteidigungsanlagen benötigt werden.

Die feindlichen Einheiten werden beispielsweise von Nacht zu Nacht mehr, oder wir bekommen es mit speziellen Belagerungstruppen zu tun. Sind nun endlich alle Tage der Belagerung überstanden, ohne dass das Hauptgebäude zerstört wurde, endet das Spiel mit einem Sieg. Dann kann es schon mit der nächsten, eventuell schwierigeren Runde los gehen!

 


 

– Besonderheiten –

Der Gegner – die Krieger des Mondes – greifen anfangs vor allem mit ähnlichen Einheiten wie den eigenen an. Dazu zählen Schwertkämpfer, Bogenschützen oder Ritter. Im weiteren Verlauf des Spiels kommen aber auch Truppen zum Einsatz, die speziell auf die Zerstörung oder das Überwinden unserer Mauern und Türme abzielen. Dazu zählen unter anderem Katapulte, Leiternträger oder Trolle.

Ein besonderes Gebäude ist die Kirche. Dort können bis zu drei Priester arbeiten, welche damit beschäftigt sind, unsere gefallenen Truppen wiederzubeleben. Jeder Priester benötigt für jede einzelne Einheit für die Wiederbelebung eine gewisse Menge an Zeit. Doch das ist deutlich ressourcensparender, als jedes Mal aus neuen Einwohnern neue Truppen auszubilden.

 


 

– Support –

Der Support seit Release vor zwei Monaten war vor allem durch die Veröffentlichung vieler Hotfixes geprägt. Außerdem wird großer Wert auf das Feedback der Community in den Steam Foren oder auf Discord gelegt. Gleichzeitig hat der Entwickler eine Roadmap veröffentlich, die einen Überblick über drei kommende, große Updates enthält. Im Fokus steht dabei ein Tech Tree, der Ausbau der eigenen Festungsanlage sowie Magie und gegnerische Bosse.

 

– Fazit –

Becastled macht bereits jetzt, kurz nach Early Access Release, wirklich viel Spaß. Und das nicht nur beim ersten Durchlauf, sondern auch beim zweiten und dritten Mal. Gerade bei längeren Partien und höheren Schwierigkeitsgraden bietet das Spiel zusätzlich zum Spaßfaktor beim Aufbau der eigenen Burg selbst für erfahrenere Echtzeitstrategie-Spieler eine ordentliche Herausforderung. Ist es also der perfekte Early-Access Titel?

Keinesfalls! Auch Becastled hat noch genügend Probleme. Die AI der Gegner, die Wegfindung der eigenen Truppen und Bewohner sowie hier und da ein Bug – Baustellen gibt es noch einige. Auch typisch für Early Access Titel fehlt es etwas an Inhalt und Tiefgang. Mehr Auswahl bei den eigenen Truppen, mehr ausgeklügelte Verteidigungsanlagen und Gebäude – hier gäbe es noch einige wünschenswerte Verbesserungen.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Doch die veröffentlichte Roadmap des Entwicklers lässt auf eine rosige Zukunft für den Titel hoffen. Und den Spielspaß mindern die eben genannten Punkte auch nur geringfügig. Fans des Genres kann ich den Titel bereits jetzt wärmsten Empfehlen – mit äußerst fairen 13 € macht man mit dem Kauf von Becastled nichts falsch. Wer dennoch skeptisch ist, sollte aber definitiv in ein zwei Monaten nochmal vorbeischauen.

 


 

 


 

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Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre fast zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem mit Zukunfts- oder Weltraum-Setting. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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