10 Miles To Safety
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10 Miles To Safety

Zombie roads, take me home.

 

Wer morgens den Bus verpasst, die Bahn verfehlt oder stundenlang im Stau steht, kennt das unangenehme Gefühl innerer Unruhe. Man kommt zu spät, fällt negativ auf und möglicherweise verpasst man den Flieger in den Urlaub. Erst von langer Hand geplant und nun? Unerreichbar fern. Sollten bereits Schweißperlen über die Stirn einiger Leser rollen, spreche ich eine kurze Warnung vor dem nächsten Absatz aus. Achtung, Warnung!

Nicht Geld, sondern euer Leben steht auf dem Spiel, sollte besagter Flieger nicht binnen kurzer Zeit erreicht werden. Zwischen euch und dem Flughafen liegen zwar „nur“ lächerliche 10 Meilen, aber diese sind gefüllt mit panisch schreienden Menschen, blutrünstigen Zombies und wahnsinnig gewordenen Soldaten. Wem die Gefahren des Tages bereits hart zusetzen, sollte sicher besser beeilen. Vielleicht lauern in der Dunkelheit der Nacht noch größere Schrecken? Mein Vorschlag? Lest unser Review und bewaffnet euch mit Wissen.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

Bevor wir uns in dem Mix aus Top-Down-Shooter, Zombie Survival und Tower Defense im Gameplay widmen, ein paar kurze Worte zur Story. Minimal elaboriert entfaltet sich die Hauptgeschichte von 10 Miles to Safety. Sobald es um die Themen Zombies, Massenpanik und Apokalypse dank bevorstehender Epidemie geht, ist dies allerdings nichts Neues. Gerade erst erwacht, erfahrt ihr über das Radio von einer Massenpanik, ausgelöst durch die – nun bestätigten – Gerüchte über eine schreckliche, ansteckende Krankheit, die Menschen zu willenlosen Monstern mutieren lässt.

Beendet wird die Übertragung mit einem Hoffnungsschimmer. Auf einem Flugplatz, etwa 10 Meilen vom aktuellen Standpunkt entfernt, wartet eine Militärmaschine, um mögliche Überlebende in eine Art Auffanglager und somit in Sicherheit zu bringen. Während ihr noch dabei seid, das soeben Gehörte zu verarbeiten, schlurfen bereits einige merkwürdig klingende Gestalten auf euch zu. Dass ihre erhobenen Arme weniger für den praktischen Muskelaufbau für zwischendurch sondern den raschen Griff an euer Gehirn gedacht sind, ist selbsterklärend.

Mehr Story bedarf es nicht, um 10 Miles To Safety einzuleiten. Keine Vorgeschichte zu eurem Charakter, kein wieso, weshalb, warum. Es geht direkt los, hinein in den urbanen Vorstadtdschungel mit all seinen Gefahren. Ein kurzer Tipp weist darauf hin, dass euch bei Nacht stärkere Gegner und größere Gefahren erwarten, aber dazu später mehr. Zuerst machen wir uns mit der Umgebung vertraut.

Grafisch ist 10 Miles To Safety eher simpel gehalten. Low-Poly-Optik, gepaart mit einem recht bunten, comicartigen Look, verleiht dem Spiel einen gewissen Wiedererkennungswert und bleibt auch auf Dauer interessant. Die Modelle einzelner Monster wiederholen sich häufiger, was bei der Masse an Gegnern allerdings leicht zu verzeihen ist. Ihre Gestaltung weiß allerdings zu gefallen, zumindest was die tagaktiven Vertreter betrifft.

Nachts scheint ein plötzlicher Hang zur Lykanthropie ausgebrochen zu sein, da diese besonders gefährlichen Untoten eher wie Werwölfe klingen und aussehen. Dies bleibt hier allerdings mein einziger Kritikpunkt, da ich Sound und Design ansonsten sehr gelungen finde. Die Musik könnte einige weitere Titel vertragen, aber das UI ist klar gestaltet und selbsterklärend für Anfänger.

 

– Gameplay –

10 Miles to Safety bietet einen erstaunlich großen Mix aus Genres. Gespielt wird in Top-Down, wofür ihr natürlich auch den Controller nutzen könnt. Dies hat in meinen Tests, vor allem seit dem letzten Update, sehr gut funktioniert. Zu Top-Down gesellt sich ein gewisser Survival Aspekt. Es gibt bisher weder Durst noch Hunger, allerdings ist das Durchsuchen und Plündern von unzähligen Autos, Wohnungen samt aller Schränke und Truhen sowie versteckten Kisten Pflicht.

Nur so kommt ihr an alles, was zum Überleben notwendig ist: Waffen aller Art, wie Pistolen, Schrotflinten, Sturmgewehre, Baseballschläger, Katanas und viele weitere, Munition, Medikits und schließlich Materialien, die einen weiteren Aspekt des Spiels ausmachen: Crafting. Vieles von dem Unrat, den ihr einsammelt, kann für überaus nützliche Dinge wie Bandagen, Molotow-Cocktails oder Nagelbomben verwendet werden, um eure Überlebenschancen zu sichern. Zudem findet ihr manchmal Blueprints, mit denen sich z.B. bessere Barrikaden errichten lassen.

Denn wenn die Nacht hereinbricht, kommt der nächste Aspekt von 10 Miles To Safety zum Tragen: verbarrikadiert euch, wo immer ihr euch sicher fühlt. Baut Barrikaden und nagelt die Fenster zu, denn in der Dunkelheit sind deutlich stärkere Monster unterwegs, die euch zum Fressen gern haben. Da hilft nur Holz und Stacheldraht sammeln, daraus etwas Nützliches zimmern und immer darauf achten, wie der Zustand eurer Schutzmauern ist.

Ihr wechselt dafür in den Baumodus, damit bei gleichen Tasten andere Kommandos ausgeführt werden. Gerade mit dem Controller ist das Bauen zu Beginn noch Gewöhnungssache. Je nach Charakter baut ihr dann mehr oder minder schnell Holzkreuze, Draht und später auch Fallen, um euch vor dem nächtlichen Ansturm der Horden zu schützen. Bricht der Morgen herein, müsst ihr euch nur noch mit den deutlich harmlosere Gehirngourmets herumstreiten.

Und so läuft alles in Kombination ab. Zuerst wählt ihr einen von aktuell fünf unterschiedlichen Charakteren. Das Spielprinzip bleibt gleich, allerdings unterscheiden sich passive Vor- und Nachteile. Einer macht mehr Schaden im Nahkampf, ein anderer hat eine erhöhte Quote für Kopfschüsse. Der Techniker baut schneller und verleiht seinen Befestigungen dabei auch mehr Leben, während der Sammler mehr Dinge findet und dabei weniger Lärm verursacht.

Euer Ziel ist der Flughafen in 10 Meilen Entfernung. Dafür lauft ihr in seine Richtung und bekommt dabei die Entfernung eingeblendet. Die Welt ist riesig, also wundert euch nicht, dass ihr immer wieder Halt macht, Häuser durchsucht und im Laufe eines Tages nur weniger 100 Meter vorwärts gekommen seid. Eine Leiste hält euch über die aktuelle Uhrzeit auf dem Laufenden, damit ihr nicht in offener, weiter Flur steht, sobald die Dunkelheit einsetzt.

Je näher ihr eurem Ziel kommt, desto stärker werden die Monster. Ein Hinweis auf dem Schirm informiert darüber, wie stark der Ausbruch der Krankheit voran geschritten ist. Die hängt allerdings nicht von der Zeit ab, also gibt es keine Hektik beim Durchforsten von bestimmten Gebieten. Die Auswahl an Waffen und Gegenständen ist allerdings etwas beschränkt. Hinzu kommt, dass euer Rucksack nur eine begrenzte Anzahl an Dingen fassen kann.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Anzahl der Gegner steigt, nicht zwangsläufig die Stärke einzelner Monster bzw. wenn dem so ist, sollte das Design angepasst werden. Selbst einfache Zombies vertragen plötzlich eine große Anzahl an Schüssen. Natürlich soll der Spieler so dazu animiert werden, nach besseren Waffen zu suchen. Dennoch führt dies irgendwann dazu, Kämpfe lieber zu umgehen. Im Hinblick auf das Erreichen dies Ziels ist dies aber vielleicht sogar ein Pluspunkt.

Um die Abwechslung weiter zu steigern, gibt es vereinzelt besondere Events. So müsst ihr Verletzte beschützen, bis ein Krankenwagen sie abtransportiert oder eine Nachschubkiste vor der Zerstörung bewahren. Besonders gelungen finde ich das Verteidigen eines weiteren Überlebenden, da dieser sich euch zum Dank anschließt. Eure Reise wird dadurch deutlich leichter und macht auch etwas mehr Spaß. Tod ist temporär, daher startet ihr nach eurem Ableben wieder am Anfang des letzten Tages.

So rennt ihr von Gebiet zu Gebiet, sucht nach Waffen, Rüstungen und Munition, um den immer größer werdenden Gefahren gewachsen zu sein und hofft am Ende schließlich, das rettende Flugzeug zu erreichen. Der anfangs großzügige Schwierigkeitsgrad zieht dabei spürbar an und bietet einige echte Herausforderungen. Neben den Monstern kämpft ihr leider auch gegen ein paar störende Bugs, deren Lebensspanne aber ebenfalls sehr kurz zu sein scheint.

 


 

– Besonderheiten –

10 Miles to Safety macht nicht nur allein Spaß, sondern auch im Online Co-op! So könnt ihr vor Beginn festlegen, ob euer Spiel offline, nur mit Freunden oder offen online spielbar sein soll. Allerdings gilt hier wie bei so vielen anderen Titeln, dass die Menge an Spielern auch die Stärke der Monster festlegt. Macht euch darauf gefasst, dass ihr nun bereits nach wenigen Treffern zu Boden geht, aber auch deutlich bessere Beute findet.

Die Spielerschaft ist bisweilen noch etwas klein, darum wird wohl eher der eigene Freundeskreis für einen weiteren Versuch herhalten müssen. Der geringe Anschaffungspreis und die häufigen Updates werden daran aber sicher bald etwas ändern.

Um Spielern auch dann noch einen Anreiz zu bieten, wenn die 10 Meilen erstmal überwunden wurden, haben die Entwickler von Trickjump Games einen Nightmare Mode spendiert. In diesem ist euer rettendes Flugzeug abgestürzt und eine weitere, deutlich anstrengendere Reise erwartet euch. Mit von der Partie: stärkere und gänzlich neue Monster, aber auch mehr Waffen, Rüstungen und andere Gegenstände und Materialien.

 


 

– Support –

Trickjump Games mögen manchen nicht ganz unbekannt sein, erschien doch 2018 bereits der Battle Royal Trainer. Dass 10 Miles To Safety erst der zweite Release ist, merkt man dem kleinen Team nicht an. Aktiv wird auf Social Media und Twitter geantwortet und im Discord Hilfe angeboten, wenn Spieler nach Partnern suchen.

Feedback von Spielern wird aktiv eingeholt und umgesetzt. So wurde ein relativ nerviger Abschnitt im Spiel deutlich verkleinert, um das Gesamterlebnis zu verbessern. Ich habe selbst einen eher frustrierenden Bug gemeldet, worauf rasch eine Antwort folgte. Nun ist besagter Fehler bereits gefixt und ich guter Dinge, dass 10 Miles to Safety ein gutes Team hinter sich hat.

 

– Fazit –

Ohne große Umwege findet man in 10 Miles to Safety zwar nicht ans Ziel, dank simpler UI und selbsterklärenden Systemen wohl aber direkt ins Spiel. Vielleicht könnte die Geschichte ein wenig ausgefeilter geschrieben sein, aber letztendlich tut dies dem Spaß keinen Abbruch. Die simple Grafik ist für manche eine Frage des Geschmacks, eröffnet so aber auch die Möglichkeit für Spieler mit schwächeren Maschinen, einen Blick zu riskieren.

Umso besser ist es, dass mit dem eingebauten Multiplayer bis zu 4 Spieler, Freund oder fremd, gemeinsam darum kämpfen, die beschwerlichen 10 Meilen mit allerhand Waffengewalt und Köpfchen meistern zu können. Sollte die Flucht gelungen sein, darf jeder im anschließenden Nightmare Mode beweisen, ob er das Zeug hat, noch größere Gefahren zu überwinden, bessere Beute inklusive.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung“ klicken. Wahnsinn!

Kleinere Bugs mögen das Gesamtbild aktuell noch trüben, aber ein aktives Entwicklerteam mit Gehör für die Community steht hinter dem Projekt. Der kurzweilige Mix aus Plündern, Kämpfen und Tower Defense kann, vor allem auch gemessen am gefragten Preis, sehr überzeugen und wird mit kommenden Updates nur noch interessanter werden.

 


 

 


 

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Über Faust

Angefangen mit Master System, SNES und Playstation, fand irgendwann auch der PC Einzug in mein Wohnzimmer und ist seitdem mein Favorit wenn es um Videospiele geht. Ich liebe Klassiker wie Suikoden, Vandal Hearts und Final Fantasy, bin aber auch immer an neuen Titeln interessiert. Multiplayer sind nicht meine Stärke, daher spiele ich lieber RPGs, Aufbaustrategie und generell alles mit einer guten Story. Indie Games und Pixel Art haben einen besonderen Platz in meinem Herzen und Kickstarter kann man getrost als mein zweites Zuhause bezeichnen.

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