World of Speed SCREENSHOTS
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

World of Speed

World of (No need for?) Speed

 

Für wen ist World of Speed eigentlich?

– Für Freunde des Motorsports, die gelegentlich selbst ans Steuer möchten.

Für wen ist World of Speed eher nichts?

– Für Motorsportfans, die eine realistische Rennsimulation suchen.

Was möchte World of Speed sein?

– Ein attraktives Renn-MMO für Fans von Sportautos und Hochgeschwindigkeitsrennen.

Was ist World of Speed geworden?

– Ein einsamer Renn-MMO für Fans von Sportautos und Hochgeschwindigkeitsrennen mit Drift-Elementen.

 

Wer sich nach „The Crew“ die Zeit mit einem anderen Renn-MMO vertreiben möchte, könnte auf „World of Speed“ gestoßen sein. Im Test verraten wir, ob sich der Kaufpreis auch wirklich für ein Spiel lohnt, dass nach Verlassen der Early Access-Phase free to play wird.

 

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– Die Präsentation –

Man sieht recht schnell, dass man sich grafisch hauptsächlich auf die Autos konzentriert hat. Diese kommen mit Original-Lizenzen daher und sind auch recht ansehnlich. Die Umgebung wirkt etwas leblos, auch wenn es einige kleine, schöne Details wie eine Krankamera gibt, die über die Autos herschwenkt und man bekommt kein wirkliches Gefühl für die Geschwindigkeit.

Besonderen Wert hat man hier auf das Schadensmodell gelegt, denn die Beulen und Schrammen sehen bis zu einem gewissen Grad der Zerstörung relativ gut und authentisch aus.

Die Rennen werden zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterbedingungen gefahren, allerdings fährt man in der jetzigen Version nur unter Sonnenschein.
Die Geräuschkulisse beschränkt sich zumeist auf das eigene Gefährt und die Umgebung sowie gegnerische Autos sind selten bis gar nicht zu vernehmen. Der eigene Wagen hört sich allerdings auch nach einem richtigen Wagen an.

Dafür läuft das Spiel alles in allem ziemlich rund und es waren im gesamten Testzeitraum keine Ruckler oder Abstürze festzustellen. Das darf man allerdings auch von einem Early Access-Spiel erwarten, dass schon vor Eintreten in diese Phase einen Entwicklungszeitraum von über drei Jahren hatte.

 

– Das Gameplay –

Das Spiel bietet Controller-Unterstützung. Man sollte diese Steuerung vor dem ersten Rennen anpassen, da die Voreinstellungen etwas ungewöhnlich sind und man im laufenden (Test)-Rennen keine Änderungen vornehmen kann.
Leider muss man zwischen Rennen und Tuning den Controller mit der Maus tauschen und das ist etwas umständlich.

Beim ersten Start haben wir die Wahl zwischen einem Toyota Corolla GT-S (AE86) und einem Volkswagen Golf GTI (A1), zwischen denen wir wunschgemäß wechseln. Insgesamt gibt es momentan 32 original lizensierte Autos, wovon 5 als Premiummodell angeboten werden, die man dann mit Diamanten (Echtgeld) erwerben kann. Zwei weitere Autos sollen demnächst kommen.

Da man derzeit für ein kommendes Free to Play-Spiel zahlen muss, spendiert der Entwickler zusätzlich zu einer geringen Zahl Diamanten Ingame-Credits, die wir in das Tuning und Aussehen unsere Vehikels investieren können.

Man kann sich anfangs auf die optischen Anpassungen konzentrieren, denn die KI im Spiel ist nicht wirklich konkurrenzfähig und die Spielersuche gestaltet sich oft auch schwierig. Hier macht sich schnell ein Hauptproblem des Spiels bemerkbar, da man gerne auch mal mit Spielern zusammengepackt wird, die deutlich bessere Autos und ein höheres Level haben.

Da ist man dann selbst mit Tuning chancenlos und dies führt wiederum zu einigen Frustationsmomenten. Im Durchschnitt mussten wir 1:16 Minuten warten, bis es in den Ladebildschirm ging. Wir spielten dann jedoch nur gegen einen oder zwei echte Spieler, der Rest wurde mit der KI aufgefüllt, leider.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit lassen sich die Autos recht gut fahren, auch wenn sich kleinste Lenkmanöver sehr unsanft und ruckelig anfühlen. Das stört anfangs, aber man gewöhnt sich recht schnell dran. Die Fahrphysik ist in Ordnung, erinnert jedoch zu keinem Zeitpunkt an eine realistische Rennsimulation, sondern mehr an einen Arcade-Racer und das bekommt man auch zu spüren. So gibt es beispielsweise kein wirkliches Feedback, wenn man über Lübecker Hütchen fährt.

Man findet dennoch Freude daran, mit vollem Risiko in die Kurven zu driften und ohne überzogenen Geschwindigkeitsverlust wieder Fahrt aufzunehmen. Erfahrene Rennspieler werden damit keine großen Probleme haben, Genre-Neulinge werden dagegen ein bisschen üben müssen. An manchen Stellen erinnert das Spiel ein wenig an Stock Car. Nicht nur echte Spieler, auch die KI sieht im Rammen, Abdrängen und unnötigem Ausbremsen die einzige Möglichkeit, ein Rennen zu fahren.

Dabei zieht sie sich teilweise auch wie ein Gummiband, wo sie einem erst plötzlich davonfährt, aber dann bewusst abbremst, damit der Spieler wieder aufschließen kann. Hier sollte man dringend nachbessern, weil die KI zum jetzigen Zeitpunkt unabdingbar für das gesamte Spiel ist. Das Spiel bietet ein gutes optisches Schadensmodell, verzichtet dagegen auf technische Auswirkungen bei der Fahrphysik während eines Rennens.

Je nach Fahrweise muss das Auto nach dem Rennen allerdings repariert werden. Das kann man sofort machen, indem man seine Ingame-Credits dafür ausgibt oder eine gewisse Zeit wartet, die Kosten sind jedoch entsprechend hoch angesetzt, wenn man sofort mit reparierten Teilen weiterspielen möchte.

Mit 25 Strecken haben wir eine solide Auswahl im Testmodus. Einige davon gibt es in verkehrter Streckenführung, was das Ganze ein wenig relativiert. Der Rennmodus dagegen wartet derzeit mit wenig verschiedenen Strecken auf, somit wird das ganze Spiel etwas eintönig und fad, da man die Strecken sehr schnell beherrscht und einschätzen kann.

Mit jedem Rennen sammeln wir auch Erfahrungspunkte und können uns so auch weitere Autos freischalten. Auch hier muss man dann wiederum das Auto kaufen, wenn man es benutzen möchte. In unserem Beispiel haben wir einen Abarth 500 freigeschaltet, die anderen beiden Autos sind noch gesperrt. Bei einem MMO ist es üblich, mit Freunden gemeinsam zu spielen. Diese Funktion sucht man vergeblich, der Entwickler verspricht aber eine ähnliche Funktion zu einem späteren Zeitpunkt.

 


 

– Die Besonderheiten –

Toll sind wirklich die Anpassungsmöglichkeiten der originalen Autos. Dadurch fühlt man sich ein wenig an die Need for Speed Underground-Teile erinnert, auch weil man hier auf ähnliche Autos setzt, wie zum Beispiel dem Nissan Skyline GT-R, dem Mazda MX-5 oder dem Toyota Supra mk4. Bleibt abzuwarten, welche Autos noch in das Spiel finden und welche davon nur mit Echtgeld erworben werden können.

Weiterhin legt World of Speed Wert auf auf die relativ umfangreichen TuningmöglichkeitenDabei kann man seinen Wagen optisch wie technisch den eigenen Wünschen anpassen, ohne dass das Spiel ein Expertenwissen voraussetzt. Man findet sich gut zurecht und das Tuning ist sehr übersichtlich gehalten, sodass man hier auch gerne Zeit in die Anpassungen steckt.

 


 

– Der Support –

Nach einigem Hin und Her wurde das Spiel vom Entwickler My.com in die Hände von Saber Interactive gegeben. Aus diesem Grund muss man abwarten, wie die Update-Politik des neuen Entwicklers aussieht, da erst unter ihm der Start in die Early Access-Phase nach über drei Jahren Entwicklungszeit beim alten Entwickler geglückt ist. Wir werden das beobachten und hier entsprechend nachtragen.

 

– Vorläufiges Fazit –

World of Speed punktet mit originalen Autos und einem schnellen Rennablauf, was durchaus Spaß macht und insbesondere Gelegenheitsspielern zugute kommt. Fans von Rennspielsimulationen mit einem echten Realismusgefühl kommen hier bisher (noch) nicht auf ihre Kosten.

Allerdings ist das Buy to Play- Bezahlmodell für ein kommendes Free to Play-Spiel mit zum Teil teuren Mikrotransaktionen, bei denen zumindest theoretisch ein Pay to Win-Verdacht aufkommt, sehr bedenklich. Hier sollte sich der Entwickler entscheiden, ob er das Spiel sofort free to play anbietet oder es gar nicht erst free to play macht. So ist das ein wenig zufriedenstellendes Modell.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter Eure Wertung klicken. Wahnsinn!

Dem Spiel fehlt es derzeit noch an Abwechslung und braucht ganz dringend mehr Strecken im Rennmodus und allgemein weitere Rennmodi. Das Driften ist schon im Spiel enthalten und wird mit Punkten gelohnt, Potenzial ist also da. Ausserdem wären verschiedene Wetterbedingungen, die zumindest minimal Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben, sehr positiv.

Ganz wichtig ist die Möglichkeit, das Menü auch mit dem Controller zu steuern und die Steuerung zumindest im Testmodus anpassen zu können. Der Kaufpreis für ein kommendes Free to Play-Spiel dürfte viele potenzielle Spieler abschrecken und darunter leidet letztendlich das gesamte Spiel.

 


 

 


 

Ary

Über Ary

Als früheres Konsolenkind liebte ich ganz besonders die SNES und den Gameboy. Es folgten die Xbox, die Playstation und die Xbox 360, ehe ich zum PC wechselte und bis heute treugeblieben bin. Mein Spiel der Kindheit: Die blaue Edition von Pokémon. An Early Access-Spielen begeistert mich, die Entwicklung Patch für Patch beobachten zu können, bis ein fertiges Spiel entstanden ist.