TOXIKK SCREENSHOTS
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TOXIKK

Ein Shooter der alten Schule

 

Für wen ist TOXIKK eigentlich?

– Für Spieler, die einen schnellen und actiongeladenen First-Person-Shooter wollen, der nicht sehr viel Wert auf taktische Herangehensweise legt, ist das Spiel bestens geeignet.

Für wen ist TOXIKK eher nichts?

– Wer sich lieber taktisch und gut überlegt ins Gefecht stürzt sowie langsame Shooter bevorzugt, wird weniger Spaß an dem Spiel finden.

Was möchte TOXIKK sein?

– Ein schneller Shooter, der vor allem die Zeiten von Quake und Unreal Tournament wiederbeleben möchte und neue, eigene Ideen einbringen will.

Was ist TOXIKK geworden?

– Ein Shooter im Stil der späten 90er und frühen 2000er, mit neuer Grafik aber noch einigen Problemen.

 

Das Spiel ist, obwohl es bereits Anfang 2015 erschienen ist, noch eher unbekannt für die meisten Spieler. Dabei macht der actionreiche Shooter vieles richtig und kann sich im Vergleich mit den guten alten First-Person-Shootern wie Quake und Unreal Tournament durchaus sehen lassen. Doch viele Spieler sind eher an heutige Militärshooter gewöhnt, so dass das Spiel nicht für jeden geeignet ist. Dazu kommen, trotz der einjährigen Early-Access Phase, noch einige wenige aber dennoch gravierende Probleme, die behoben werden müssen.

 

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– Die Präsentation –

Optisch ist TOXIKK klar im Vorteil im Vergleich zu den Vorbildern, das mag auch daran liegen, dass diese inzwischen schon in die Jahre gekommen sind. Die Maps reichen von Dschungel-Ruinen über Burgen und verschneiten Wäldern bis hin zu futuristischen Hochhäusern, welche alle samt sehr nett anzusehen sind und die Stimmung der Plätze jeweils sehr gut wiedergeben.

Die Karten sind außerdem alle sehr detailliert und hübsch gestaltet. Somit ist die Grafik mehr als angemessen für das Jahr 2016, auch wenn man diese natürlich nicht mit aktuellen AAA-Titeln vergleichen kann. Doch vor allem für einen schnellen Shooter, bei dem im Gefecht oft nicht auf Kleinigkeiten geachtet wird, ist diese mehr als ausreichend.

TOXIKK 2

Der Sound und die Musik sind in sehr guter Qualität passend zum Spiel gewählt. Die Waffen und Fahrzeuge bringen genau den Sound, den man nun mal von einem futuristischen Plasmagewehr oder einem klassischen Jeep erwartet. Unterlegt wird das ganze Match mit unterschiedlicher Techno- bzw. Electro-Musik, die meiner Meinung nach hervorragend zu dem Spiel passt.

Zur Performance kann ich nur meine eigene Erfahrung an meinem PC wiedergeben: Dort lief das Spiel unter einem i7 4790K Prozessor und einer AMD R9 390 Grafikkarte auf höchsten Details durchgehend mit 60 FPS ohne jegliche größere Frame-Drops, was wahrscheinlich für eine gute Optimierung spricht. Außerdem wurde die Grafikkarte und der Prozessor wenig gefordert. Jedoch kann es natürlich sein, dass auf schwächeren Systemen die Performance abweicht, daher möchte ich hier nicht verallgemeinern, dass das Spiel überall in dieser Weise läuft.

 

– Das Gameplay –

Nachdem wir unseren Charakter im Editor optisch und farblich unseren Wünschen entsprechend aus einer Hand voll vorgegebenen Designs angepasst haben, können wir uns dann entscheiden, ob wir eine Multiplayer-Runde beginnen (näheres dazu später) oder doch erst einmal im Singleplayer bleiben.

Doch zuvor zum Hintergrund des Spiels: Dieses spielt Ende des 22. Jahrhunderts inmitten der Energiekrise. Nicht mehr Regierungen sondern riesige, globale Konzerne und Kartelle beherrschen die Welt. Diese bekämpfen sich um an ein neu entdecktes, energiereiches Element zu kommen – Edenium. Im Spiel bekämpfen sich die beiden größten Kartelle namens Exocom, welches aus dem Zusammenschluss nordamerikanischer und europäischer Firmen besteht, und Drayos, welches aus russischen und chinesischen Firmen besteht.

Somit ist das Szenario kurz gefasst wieder einmal der klischeehafte Kampf USA und Europa gegen Russland, Westen gegen Osten, wie er aus vielen Spielen und Filmen bekannt ist. Wir nun sind ein Söldner, der beiden Seiten seine Dienste im Kampf um das heiß begehrte Element anbietet und dabei im Rang und der Skill-Klasse, je nachdem wie gut wir sind, aufsteigt. Doch diese Geschichte wird im Spiel kaum bis gar nicht deutlich, auch wenn die Story in so einem Shooter nicht zwingend das wichtigste ist. Um Hintergrundinfos zu bekommen muss man erst im Internet auf der Seite der Entwickler nachlesen.

Mit dem Release von TOXIKK kamen auch die sogenannten Contracts hinzu, welche versuchen die Hintergrundgeschichte der Welt von TOXIKK zu vermitteln. Diese bestehen aber leider nur aus etwas Text zu Beginn und dann folgenden normalen Bot-Games auf den Standart-Karten des Spiels. Diese Missionen machen zwar Spaß, aber man darf hier keine tiefgreifende Story oder ähnliches erwarten.

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Doch genug zu Story, jetzt wollen wir uns ins Gefecht stürzen. Wir können dazu aus verschiedenen Spielmodi wählen. Zur Auswahl steht das klassische Deathmatch, Team-Deathmatch, ein Capture-the-Flag Modus in dem wir die gegnerische Energiezelle stehlen müssen und in unser Lager bringen sollen und ein Modus in dem wir möglichst lange ein Gebiet halten müssen um Punkte zu bekommen. Zusätzlich zu den Spielmodi gibt es noch unterschiedliche Einstellungen, sogenannte Mutators, wo zusätzlich bestimmt werden kann, dass z.b. alle Spieler mit einer Waffe starten, es One-Hit-Kills gibt oder die Spielgeschwindigkeit noch erhöht wird.

Nachdem wir dies alles ausgewählt haben geht es endlich los. Wir starten mit nur einer einfachen Pistole und einem Nahkampf- und gleichzeitig Repair-Tool. Wir können jetzt auf dem Schlachtfeld unterschiedliche Waffen auf speziellen Feldern aufsammeln und dann benutzen. Derzeit gibt es im Spiel neben den beiden Start-Waffen noch 7 andere, die wir auf dem Spielfeld sammeln können.

Diese setzen sich zusammen aus einer Shotgun, einem Sturmgewehr, einem Scharfschützengewehr, einem Plasmagewehr, einem Flammenwerfer, einem Raketenwerfer und zu guter Letzt dem sogenannten „Hellraiser“, welcher ein einziges Projektil feuert welches eine riesige Explosion verursacht und alles im Umkreis tötet. Alle Waffen besitzen zudem einen primären Feuermodus, in dem sie ganz normal feuern und einen sekundären Feuermodus, bei dem sich beispielsweise der Flammenwerfer auflädt zu einem starken Feuerstoß oder das Sturmgewehr eine Granate abfeuert.

Wir können uns natürlich auch in eins der 4 verschiedenen Fahrzeuge setzen und auf das Spielfeld stürmen. Zur Auswahl stehen eine Art Flugzeug bzw. Bomber, ein Mech, ein Jeep und eine Art Hover-Jet. Auch diese besitzen unterschiedliche Feuermodi, so dass diese unter anderem einmal Raketen und dann mit einer Minigun feuern können. Diese Fahrzeuge stehen an bestimmten Stellen der Map und man kann immer nur die Fahrzeuge benutzen, die der eigenen Fraktion gehören. Jedoch verfügen nur die größeren Maps über Fahrzeuge.

TOXIKK 4

Sollte kein Fahrzeug verfügbar sein, können wir uns auch selbst ein unbewaffnetes Hoverbike auf Kosten unserer Anzug-Energie spawnen. Auf dem Schlachtfeld können wir außer Fahrzeugen und Munition noch verschiedene andere Dinge einsammeln. Dazu zählt ein Jetpack für höhere und längere Sprünge, Rüstungs- und Lebens-PickUps sowie Munition für die Waffen. Jeder Charakter verfügt weiterhin über eine gewisse Energie, welche wir nutzen können, um uns wie bereits erwähnt ein Hoverbike zu spawnen oder um uns zu tarnen. Diese lädt sich auch über die Zeit wieder auf.

Falls wir doch nur zu Fuß unterwegs sind können wir mit dem alt bekannten Doppelsprung in höhere Bereiche kommen und auch den Angriffen von Gegnern geschickt ausweichen. Ein lustiger und hilfreicher Befehl ist auch der, bei dem man sich tot stellen kann. Dann fällt unser Charakter genauso um, als wenn er getötet worden wäre und wenn die Gefahr vorbei ist, können wir wieder aufstehen. Doch während dieses Manövers sind wir immer noch anfällig für Treffer und sind im schlimmsten Fall dann richtig tot.

Die Runde endet nun damit, dass entweder ein Team genügend Punkte gesammelt hat, genügend Abschüsse hat oder einfach die Zeit abgelaufen ist. Danach können wir direkt eine neue Runde wählen oder das Spiel verlassen.

 


 

– Die Besonderheiten –

Ein besonderer Aspekt des Spiels sind die Waffen und Ausrüstung. Das Spiel setzt darauf, dass alle Spieler mit denselben Voraussetzungen in ein Match starten, deshalb gibt es keine vorgefertigten Loadouts sondern jeder Spieler spawnt zu Beginn einer Runde mit denselben Waffen. Neue und bessere Waffen werden dann auf der Karte gesammelt.

Eine weitere Besonderheit der Waffen ist, dass diese zwar Munition besitzen jedoch kein Nachladen nötig ist (außer der Raketenwerfer mit minimaler Nachladezeit), man kann also einfach feuern bis die Munition alle ist. Dieses Feature ist vor allem den alten Zeiten von Unreal Tournament nachempfunden. Dadurch will sich das Spiel auch von anderen aktuellen Shootern wie Battlefield, Call of Duty, etc. abgrenzen.

Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt deutlich auf dem Multiplayer. Doch die Server haben aktuell immer noch ein grundlegendes Problem – sie sind mehr oder weniger leer! Zu jeder Zeit in der ich das Spiel nun während seiner Early-Access Phase gespielt habe, waren auf allen Servern wenig menschliche Gegner zu finden.

Es gibt immer einige wenige Server mit menschlichen Spielern, aber ein Großteil ist immer noch leer. Meiner Meinung nach ist das Schade, denn mir persönlich ist bei einem Shooter der Multiplayer wichtig, denn nur gegen Bots zu kämpfen wird mit der Dauer langweilig. Man kann zwar selber Server hosten um mit Freunden zu spielen, jedoch müssen dazu auch logischerweise die Freunde das Spiel besitzen, um wirklich im Multiplayer zu spielen.

TOXIKK 7

Aber es gibt noch andere Alternativen: man kann sich über die Steam-Diskussionen, das TOXIKK-Forum oder auch mit Hilfe des Programms Discord (eine Art Sprachchat-/Chat-Programm) mit anderen Spielern zu einer Runde verabreden. Dies ist jedoch teilweise relativ umständlich und erfordert, da man mit Spielern weltweit spielt, auch gewisse Englisch-Kenntnisse um sich für eine Partie TOXIKK zu finden.

Da wir nicht immer gegen echte Gegner kämpfen können, müssen oft die Bots ran. Diese gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen zur Auswahl, je nachdem wie gut wir sind. Jedoch gibt es immer noch einige gravierende Probleme mit der KI dieser Bots: einerseits erkennen sie beispielsweise wenn man sich tot stellt, womit dieses Feature sinnlos ist. Dahingegen sind die Bots in anderen Situationen nutzlos, wenn sie in den Mech steigen und einfach regungslos herum stehen und nichts tun, gegen Wände laufen bzw. fahren oder einfach mal Selbstmord begehen, in dem sie ohne jeden Grund von der Map springen. Dort erfolgte bis zum Release noch keine nennenswerte Nachbesserung.

Es gibt auch einen Workshop für das Spiel in dem man neue, von Spielern erstellte Karten downloaden und dann im Spiel benutzen kann. Außerdem ist es möglich das Aussehen des eigenen bzw. aller Charaktere mit Mods aus dem Workshop zu verändern. Doch das Angebot hält sich derzeit noch in Grenzen und es ist nur eine Handvoll Karten und Mods verfügbar. Die Verwendung dieser Inhalte ist aber auch ausdrücklich von den Entwicklern gewollt, da diese einen Editor direkt mitliefern.

Mit Release von TOXIKK hat der Entwickler eine Free-to-play Version des Spiels auf Steam veröffentlicht. Diese soll zum Ausprobieren des Spiels dienen. Im Anschluss kann man, wenn einem das Spiel gefällt, die Vollversion kaufen. Der Hauptunterschied der Free-to-play Version zur normalen Version ist, dass bei der kostenlosen Variante nicht alle Maps und Fahrzeuge enthalten sind und Features wie der Server-Browser, Charakteranpassung und der Steam-Workshop fehlen.

 


 

– Endgültiges Fazit –

Alles in allem ist TOXIKK ein gelungener, geistiger Nachfolger damaliger Genregrößen wie Unreal Tournament, Quake etc. obwohl es immer noch einige Probleme hat. Natürlich kann es nicht mit den Vorbildern mithalten, doch das wollen die Entwickler auch gar nicht. Das Spiel soll eine Anlehnung sein, keine aufgehübschte Kopie! Das Spiel macht dennoch vieles richtig, bringt immer wieder Spaß und man denkt beim Spielen automatisch an die guten alten Zeiten zurück. Die actionreichen Kämpfe auf den hübschen Maps sind fesselnd, so dass man immer noch eine Runde mehr spielen möchte.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Und auch für zwischendurch ist der Shooter geeignet, denn man kann auch einfach schnell eine Runde Team-Deathmatch spielen, die oft nur wenige Minuten dauert, wenn einmal die Zeit knapp ist. Doch einerseits die immer noch recht leeren Server, aber auch die noch nicht ausgereifte KI der Bots und etliche noch vorhandene Bugs im Spiel können den Spielspaß trüben. TOXIKK hat seine Early Access Phase am 09.09.2016 verlassen und dabei höchstens mit einem überraschend schnellen Release sowie den selben Problemen wie zuvor Reden von sich gemacht. Welche das genau sind, entnehmt ihr unserem Artikel.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sony Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

Release: TOXIKK

Release: TOXIKK

TOXIKK wurde nun nach über 1 ½ Jahren Early-Access-Phase am 09.09.2016 veröffentlicht. Angefangen als Geheimtipp und noch sehr unbekannt, wurden immer mehr Spieler, vor allem Fans von Arena-Shootern, auf dieses Spiel aufmerksam. Seit damals ist einiges geschehen: Es wurden mehr Maps und Fahrzeuge so...