The Flame in the Flood SCREENSHOTS
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

The Flame in the Flood

Flussabwärts

 

Für wen ist The Flame in the Flood eigentlich?

– Für Spieler, die sich gern gegen Witterung sowie Wildtiere behaupten und dabei ziemlich cleveres Crafting mögen.

Für wen ist The Flame in the Flood eher nichts?

– Spieler, die sich durch leblose Welten gestört fühlen, werden hier weniger ihren Spaß haben.

Was möchte The Flame in the Flood sein?

– Eine wilde Flussfahrt durch teils schöne aber auch düstere Schauplätze – voller Gefahren.

Was ist The Flame in the Flood geworden?

– Eine wilde Flussfahrt, die recht bald die Motivation vermissen lässt.

 

The Flame in the Flood zeichnet das Bild einer schönen wenngleich schrecklichen, überfluteten Landschaft voller verwahrloster Orte und wilder Tiere. Zwischen Adventure und Rogue-like liefert es ein recht abwechslungsreiches Gameplay voller Überlebenskampf, Crafting und einer Reise mit dem Floß. Wo es jedoch hapert, sehen wir uns jetzt in der Review an.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

– Die Präsentation –

The Flame in the Flood ist auf den ersten Blick sehr altbacken. Der Spielbare Hauptcharakter sowie dessen Hund sehen sehr kantig aus, auch einige der Symbole auf dem HUD wirken noch etwas ‚unpoliert‘. Abseits davon ist die eigentliche Spielwelt jedoch optisch ansprechend, auch wenn durch den leichten Comic-Einschlag alles etwas kantiger ist. Der Fluss sieht ordentlich aus, egal ob er nun still oder reißend ist, Licht- und Schatteneffekte hübschen das Gesamtbild gut auf. Insgesamt ist das Zusammenspiel der Farben ganz gelungen, da sowohl die Tageszeit als auch bestimmte Lichtquellen wie Lagerfeuer eine sehr wohlige Stimmung erzeugen. Im Umkehrschluss wirken Gewitter dann allerdings auch unangenehmer, da die Sicht durch starken Regen sowie immer wieder auftauchende Lichtblitze eingeschränkt ist.

 

Klanglich überzeugt The Flame in the Flood absolut: die manchmal rasante, oft jedoch sehr gemächliche Country Musik passt einfach vollkommen zum Thema der ‚river journey‘ und weiß sowohl ruhigere als auch stürmischere Passagen gut zu untermalen. Auch die Sounds im allgemeinen sind Klasse: Wölfe jaulen verheißungsvoll, reißende Flusspassagen klingen laut und aufbrausend, Stürme überzeugen mit lauthals peitschendem Regen und grollendem Donner. Die Klänge schaffen es so gut das jeweilige Spielgeschehen zu unterstützen, was eine sehr ansprechende Atmosphäre erzeugt.

Technisch macht The Flame in the Flood kaum mehr Probleme, die gröbsten Schwierigkeiten wurden behoben.

 


 

– Das Gameplay – 

The Flame in the Flood ist in seinem innersten allem voran ein Rogue-lite. Wir starten jedes mal vom selben Lager aus, finden immer die selbe Grundausrüstung: etwas zu Essen, ein Behälter um zB Wasser darin zu füllen sowie ein paar andere Kleinigkeiten stellen dieses Grundgerüst. Dabei erläutern lesbare Tutorials sehr gut, welche Möglichkeiten wir haben. Danach geht es direkt auf unser Floß, auf welchem wir etwa die Hälfte unserer Spielzeit verbringen. Denn mit unserem Wassergefährt kämpfen wir uns durch die von Überschwemmungen und reißenden Flüssen geprägte Spielwelt. In erster Linie bedeutet das, dass wir auf Strömungen achten und mit unserem Paddel versuchen Hindernissen wie Steinen, Geäst oder gar mitgespülten Häusern auszuweichen. Hier zeigen sich aber schon die ersten Schwierigkeiten: oftmals verdecken Dekorationen im Vordergrund (meistens Bäume) die Sicht auf das Geschehen, besonders wenn wir am rechten Bildschirmrand unterwegs sind. So kassiert das Floß öfter unnötig Schaden oder wir landen gar im Wasser, was den Status der Nässe nach sich zieht. Welche Probleme die Nässe bereitet, dazu später mehr. Die Steuerung mit dem Gamepad fühlt sich hier angenehm an, die Tastatur wirkt eher etwas schwammig.

Das Crafting hat eine Menge Tiefgang, wird dabei jedoch nie zu kompliziert.

Unterwegs finden sich dann Etappenweise immer wieder kleine Inseln mit Überbleibseln der Zivilisation. Das können alte Camps, Farmen, Wälder oder gar Städte sein. Da spielt sich dann die zweite Hälfte von The Flame in the Flood ab: hier sammeln wir allerlei Nützliches, beschäftigen uns mit dem weitreichenden Crafting oder suchen uns einen Platz zum Schlafen. Das Sammeln von Material hat hierbei grundsätzlich Priorität: in verwahrlosten Autos, alten Hütten oder der Natur selbst finden wir alles mögliche. Egal ob es nun Pflanzen sind, Handwerksmaterial oder Nahrung. Toll ist hierbei die Verzahnung aller Gegenstände, da viele Pflanzen zum Beispiel einfach gegessen werden, aber auch als Medizin verwendet werden können. Mit dem Handwerksmaterial sieht es ähnlich aus, da man es teilweise nochmal zerlegen, aufwerten oder einfach als Reparatur-Material verwenden kann.

Doch neben den Problemen des Überlebens gibt es natürlich auch noch andere Gefahren, die unser Leben bedrohen – wilde Tiere wie beispielsweise Wölfe. Die Tiere haben sich ihre Lebensräume inmitten der verlassenen Gegenden geschaffen und sind gar nicht gut auf uns zu sprechen. Wildschweine sind dabei etwas Territorialer eingestellt und lassen sich in der Regel abhängen, wenn man nur weit genug davonläuft. Wölfe dagegen sind aggressiv und verfolgen uns hartnäckig, sehr oft auch im Rudel. Zwar haben wir unseren treuen Stock, mit dem wir die Tiere kurzerhand verscheuchen können, doch meistens ist Flucht die bessere Alternative. Warum? Nun, ganz einfach: weil wir uns sonst Brüche oder Blutungen einfangen, die uns am Ende womöglich das Leben kosten können.

Das Öffnen des Inventars hält das Spielgeschehen um uns herum nicht an. Wenn wir also meinen, wir müssen inmitten eines Kampfes mit einem Wildtier etwas plündern oder etwas aus unserem Inventar heraussuchen, kann uns das schnell das Leben kosten. Generell ist die Inventarverwaltung mit dem Gamepad sehr mühsam, mit Maus und Tastatur dagegen deutlich präziser sowie schneller. Dabei ist das richtige Management alles: Platz ist begrenzt und wir müssen stets richtig überlegen und verwalten, was wir denn wohin legen können. Wir können nämlich jedes Item entweder bei uns tragen, unserem treuen Hund geben oder im Floß abladen. Letzteres geht aber nur, wenn wir an der Anlegestelle stehen wogegen wir die Gegenstände, die unser Hund mit sich trägt, zumindest jederzeit zu uns ins Inventar verschieben können, um sie dort dann zu benutzen. So entstehen schnell bestimmte Prioritäten die recht deutlich bestimmen, welcher Gegenstand wo gelagert wird.

Hier zeigen sich aber schon die ersten Schwierigkeiten: oftmals verdecken Dekorationen im Vordergrund (meistens Bäume) die Sicht auf das Geschehen, besonders wenn wir am rechten Bildschirmrand unterwegs sind.

Die Balance in The Flame in the Flood ist gegeben. Während es noch recht nahe am Launch massig Probleme gab – von zu häufig spawnenden Wölfen über schwer zu findende Gegenstände hin zu viel zu schnell abnehmenden Bedürfnissen – ist inzwischen alles etwas runder. Bedürfnisse wie Hunger und Durst verschlechtern sich nicht mehr rapide schnell, Wölfe sind nicht mehr zu oft anzutreffen, stellen jedoch weiterhin eine große Gefahr dar und auch andere Dinge, wie zu großer Schaden, den das Floß bei selbst leichten Kollisionen genommen hat, wurden ausgebessert. Dazu gibt es inzwischen auch kurze Hinweistexte, die deutlich machen, an welchem Ort sich welche Beute finden lässt. Auch wenn vielleicht noch nicht alles perfekt ist, so ist The Flame in the Flood inzwischen durchaus ausbalanciert – ohne dabei zuviel an Schwierigkeit einzubüßen.

Der Endlos-Modus liefert, wie der Name schon sagt, ein nicht begrenztes Spielerlebnis, welches in erster Linie dazu motivieren soll, so weit zu kommen wie möglich. Der Story-Modus ist nur sehr sporadisch einer, einfach da er sich exakt wie der Endlos-Modus spielt – mit Ausnahme einer kleinen Handlung, einem möglichen Ende und einigen eher zu vernachlässigenden Quests. Schade ist ebenfalls, dass die Spielwelt insgesamt zu leblos wirkt, da man die meiste Zeit einfach nur allein unterwegs ist und verlassene, sich wiederholende Gebiete plündert.

 


 

– Besonderheiten: Crafting –

Das Crafting hat eine Menge Tiefgang, wird dabei jedoch nie zu kompliziert. Das liegt in erster Linie daran, dass einem jeder neue Gegenstand den man herstellen kann direkt angezeigt wird und man generell ein sehr übersichtliches Buch hat, in welchem man sich alles im Detail ansehen kann. Die Vielfalt und Zusammenhänge zwischen den Gegenständen sind dabei auch nachvollziehbar sowie gut gelöst: einige Pflanzen können den Hunger stillen, auf die Haut aufgetragen werden um beispielsweise Juckreiz zu unterbinden oder als Tee gegen Magenprobleme helfen. Andere Materialien dagegen dienen zur Reparatur des Floßes oder können in kleinere Komponenten zerlegt werden um Fallen zu bauen. Daneben lassen sich das Floß sowie die eigene Kleidung auch noch aufwerten, was ebenfalls einen Mehrwert bietet.

 

– Besonderheiten: Statuseffekte –

Toll ist hierbei die Verzahnung aller Gegenstände, da viele Pflanzen zum Beispiel einfach gegessen werden, aber auch als Medizin verwendet werden können.

Ich habe sie schon zuvor erwähnt, jetzt schauen wir uns sie etwas genauer an – die Statuseffekte Hunger, Durst, Temperatur und Müdigkeit. Grundsätzlich sind das Zustände, wie jeder von uns sie im realen Leben kennt. Egal ob man hungrig ist, einem kalt wird oder der Magen etwas verstimmt ist. The Flame in the Flood orientiert sich hierbei an der Realität, ohne dabei zu einer Simulation zu verkommen. Wildschein-Attacken können uns Knochen brechen, was uns verlangsamt, jedoch mit der Zeit von alleine heilt – außer wir basteln eine Schiene, die das beschleunigt. Unsauberes Wasser trinken kann uns einen Magen-Darm-Infekt bescheren, nicht verbundene Blutungen entzünden sich und wenn wir klatschnass unterwegs sind, werden wir krank oder erfrieren. Dabei sind die Heilungen für alles in unserem Logbuch angegeben: den Infekt behandeln wir mit lindernden Tees, Blutungen verbinden wir oder nehmen Penizillin falls sie sich doch entzünden und gegen die Kälte bzw Nässe hilft natürlich ein Feuer. Das System funktioniert sehr gut, auch da es sich nahtlos ins Spielkonzept einfügt.

 

– Besonderheiten: Wildtiere –

Hier möchte ich nur kurz im Detail darauf eingehen, wo die Probleme mit Wildtieren liegen. Das wichtigste ist vermutlich, dass man sehr wenig gegen sie machen kann. Zwar lassen sich tödliche Fallen basteln und auch platzieren, doch allein das Aufstellen der Falle kostet eine Menge Zeit, sodass man eigentlich nur dann eine Chance hat, wenn man auf seinen Gegner vorbereitet ist. Ist man allerdings mal bei einem Sturm unterwegs, sucht eine Unterkunft und sieht bei schlechter Witterung ein Wolfsrudel einfach zu spät, ist man meistens bereits verloren. Zwar lassen sich alle Tiere kurz abschrecken, wenn man mit seinem Stab um sich schlägt, dieser Effekt ist aber zu schwach um eine wirkliche Hilfe zu sein. Der neu implementierte Bogen schafft da etwas Abhilfe und mindert diese Probleme ab, richtig gut gelöst fühlt es sich bislang dennoch nicht an.

 


 

– Bisheriges Fazit –

The Flame in the Flood hat durchaus seine Probleme: Wildtiere erscheinen sehr stark, ohne große Möglichkeiten zurückzuschlagen und die Spielwelt wirkt eher leblos – auch da viele optische Muster sich zu oft wiederholen. Doch abseits davon ist es ein ausgezeichnetes Spiel: das Crafting ist komplex ohne kompliziert zu werden, die Flussfahrt mit all ihren Zwischenstopps sowie dem ausgefeilten Survival macht außerordentlich Spaß und die ausgezeichnete musikalische Untermalung sowie die grundsätzlich tolle Optik machen The Flame in the Flood allemal zu einem lohnenswerten Titel. Meine Empfehlung: wer ein Abenteuer voller Flüsse, Wölfe und knackigem Überlebenskampf mag, der investiert sein Geld hier gut. Wer sich eine lebendigere, abwechslungsreichere Welt wünscht, der überlegt es sich lieber nochmals.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

 

– Warum 3.5 Sterne? –

Weil es das genau trifft: da sind viele gute bis sehr gute Elemente, die das fantastische Potential des Spiels aufblitzen lassen. Aber da sind genauso viele Momente, die bislang einfach schwach gelöst sind und an den Stärken des Spiels nagen. Ich kann The Flame in the Flood allemal empfehlen, zu einer klaren Bereicherung fehlt aber einfach eine lebendigere, motivierendere Spielwelt.

 

– Der Abschluss –

The Flame in the Flood hat die Early Access Gewässer nach fast einem halben Jahr am 24.02.2016 hinter sich gelassen. Im wesentlichen hat sich am Spielgefühl selbst eigentlich nichts verändert, lediglich eine gründliche Politur bestehender Inhalte ist bemerkbar gewesen. Zwar gab es auch den ein oder anderen neuen Inhalt – insgesamt steht hier das selbe Spiel wie damals zu seiner Aufwertung vor uns. Dementsprechend verändern wir nichts an unserer Wertung.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.

Release: The Flame in the Flood

Release: The Flame in the Flood

The Flame in the Flood hat seine Early Access Phase verlassen und hat nun seinen Launch hinter sich. In knapp sechs Monaten ist aus dem Spiel ein wesentlich abgerundeteres Erlebnis geworden, allem voran da das Spiel sich in vielen Kleinen Dingen gebessert hat. Da sind besser aufpolierte Menüs und da...

Aufwertung: The Flame in the Flood

Aufwertung: The Flame in the Flood

The Flame in the Flood hat erst kürzlich ein riesiges Update erhalten, jedoch auch davor haben die Entwickler bereits einigen Feinschliff am Spiel vorgenommen. Heute entlohnen wir die Mühe mit einer Aufwertung von 3 auf 3.5 Sterne. Warum das angebracht ist, lässt sich dabei leicht erklären: The Flam...

The Flame in the Flood: v 0.3.008

The Flame in the Flood: v 0.3.008

The Flame in the Flood hat das erste, große Inhalts-Update bekommen. Das Spiel wurde um grundlegende Crafting-Inhalte erweitert, wie Pfeil und Bogen, selbst aufstellbare Lagerfeuer sowie die Werkbank, die nun den vollständigen Crafting-Baum ins Spiel einbaut. Daneben gibt es zusätzlich noch ein neue...