The Bug Butcher SCREENSHOTS
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VN:F [1.9.22_1171]

The Bug Butcher

Who ya gonna call? Bug Butcher!

 

Für wen ist The Bug Butcher eigentlich?

– Für Arcade-Fans die sich gerne immer weiter verbessern sowie an ihrem Highscore arbeiten – und dabei bestenfalls sogar den Klassiker ‚Pang‘ kennen.

Für wen ist The Bug Butcher eher nichts?

– Für Spieler, die eine raffinierte Handlung, besonders viel Inhalt und eher sehr langwierige Spielerlebnisse brauchen.

Was möchte The Bug Butcher sein?

– Die Wiedergeburt des Arcade-Klassikers ‚Pang‘ – mit Käfern.

Was ist The Bug Butcher geworden?

– Die Wiedergeburt des besagten Klassikers, nur sehr Handyspiel-artig.

 

The Bug Butcher setzt auf eine einfache Formel: wie Flummis springende Gegner, ein Held der nur nach oben feuern kann und der stetige Antrieb, noch bessere Highscores zu erreichen. Das simple Konzept wird mit einer stetig wachsenden Herausforderung ergänzt und mit aufrüstbaren Waffen verfeinert. Wer genau mit dem Bug Butcher seine Freude haben wird, wo gerade noch einige Baustellen sind und warum das Ganze am Ende trotzdem ein gutes Spiel ist, schauen wir uns nun ganz genau an.

 


 

– Die Präsentation –

Optisch erinnert The Bug Butcher sofort an ‚Castle Crashers‘: der detaillierte, handgezeichnete Stil, dazu die leichten Gore-Elemente wenn die Bugs zerspringen und zerplatzen. Durch die recht breite Farbpalette, kleine Details sowie vielen Dingen die sich sowohl im Vorder- als auch Hintergrund abspielen, sieht das Spiel sehr lebendig aus. Nimmt man dann noch die vereinzelten Raucheffekte, Explosionen und Laser dazu, kommt man nicht umher, die Optik des Spiels als sehr gelungen zu bezeichnen. Natürlich gilt hier wie immer: wer den Stil grundsätzlich nicht mag, wird hier womöglich seine Probleme haben. Doch rein qualitativ sieht The Bug Butcher für das, was es sein will, absolut gelungen aus.

Klanglich weiß das Spiel ebenfalls zu überzeugen, da es mit eingängigen Hintergrundmelodien und sehr treffenden Sounds punktet. Egal ob es nun das schmatzende Geräusch zerplatzender Käfer ist, das wuchtige Explodieren von Raketen oder das eisige Klirren wenn man seine Gegner allesamt mit der Spezialfähigkeit einfriert. Hier klingt alles wie es soll und wurde mit den entsprechenden Sounds bedacht.

Technisch fällt The Bug Butcher nur durch Zuverlässigkeit auf, da sich hier so gut wie gar keine Mängel zeigen. Nur gelegentlich kollidieren Gamepad und Maus: spielt man mit einem Gamepad (was ich hier an der Stelle zudem empfehlen würde) ist die Menüführung zu umständlich. Wenn man dann mit der Maus versucht, das Ganze zu beschleunigen, passiert es gerne mal, dass sich mit selbiger nichts mehr auswählen lässt – bis man mit dem Gamepad weitermacht.

 

– Das Gameplay –

Insgesamt ist die Ausgangslage sehr einfach: wir spielen Harry, eben den Bug Butcher. Eine Käfer-Plage hat eine Forschungseinrichtung erreicht und nahezu alle darin arbeitenden Wissenschaftler getötet. Nun liegt es an uns, die zumeist Flummi-artigen Monster mithilfe unserer ‚Werkzeuge‘ auszuschalten. Die Bugs selbst kommen in vielen Farben und Formen daher, wobei jede Art dabei andere Gefahren mit sich bringt: während einige viel aushalten und mit explosivem Gel um sich schmeißen, sind andere eher dafür bekannt, regelrechte Brutstätten für kleine Bugs zu sein, sobald wir sie beschießen. Manche fliegen schneller und halten wenig aus, andere sind langsamer unterwegs und dafür aber regelrechte Panzer. Und einige  Käfer dagegen fliegen gar nicht, sondern klettern an der Decke entlang und versuchen die Wissenschaftler zu fressen. Diese kommen nämlich mit uns und bringen uns durch die Einrichtung, weshalb wir sie unbedingt lebend brauchen! Befreien wir sie nicht aus dem Griff eines Käfers, indem wir selbigen abschießen, droht uns bereits da ein schnelles Ende. Apropos Abschießen: wir können nur nach oben feuern, was im Zusammenspiel mit unserer Position und dem stetigen auf und ab der Käfer ziemlich anspruchsvoll sein kann, wenn uns nicht nur Hindernisse der Umgebung im Weg sind, sondern auch noch etliche Käfer um die Ohren fliegen.

Dazu sorgen Upgrades für etwas Wiederspielwert und der stetige Wandel der Levels sowie Gegnertypen macht aus dem Spiel ein frenetisches Spektakel.

Harrys ‚Werkzeuge‘ gegen die Plage sind hierbei Waffen. Ganz klassisch beginnen wir mit einer Einzelschuss-Waffe die wir mit der Zeit aufwerten können. In jeder Runde die wir bestreiten finden wir dann außerdem noch zusätzliche Waffen, die unsere Primärwaffe für kurze Zeit ersetzen. Ein todbringender Laser, hochexplosive Raketen oder eine Minigun stehen zur Auswahl und haben einen leichten Einfluss auf den jeweiligen Spielstil – ebenso wie unsere Spezialfähigkeiten. Diese dürfen wir benutzen, sobald eine bestimmte Anzahl an Käfern unserem Tun zum Opfer gefallen ist und sich ein entsprechender Balken am unteren, rechten Rand unseres HUD gefüllt hat. Auch hier erweitert sich das Repertoire mit zunehmender Spieldauer, haben wir doch mit einem Geschwindigkeitsboost, einem Schwarm Lenkraketen und der Option, alle Gegner einzufrieren, gute Werkzeuge, die – richtig angewandt – den Unterschied ausmachen können.

Warum das Ganze also? Primär um Jagd auf Highscores zu machen. Bislang liefert The Bug Butcher einen von drei geplanten Spielmodi und in selbigem kämpfen wir uns durch Levels, die durch eine sehr lose Handlung miteinander verknüpft sind. 24 dieser Levels (das Tutorial nicht eingerechnet) gibt es aktuell, insgesamt 30 sind geplant. Der Fokus ist hierbei allerdings klar: bislang lässt sich das Spiel auf einem Schwierigkeitsgrad recht schnell ‚durchspielen‘ und mehrere Durchläufe sind angedacht. Wer also nur alles sehen mag, ist recht schnell fertig und findet vermutlich nicht die ganz große Motivation, nochmals neu anzusetzen. Das ist jedoch nicht schlimm, da The Bug Butcher ganz klar das Verlangen der Highscore-Jäger befriedigen will. In jedem Level lassen sich vier Ziele erreichen und eine globale Highscore-Liste gibt es auch. Wer also den Trieb hat, sich immer noch zu verbessern, den perfekten Lauf hinzulegen oder einfach nur alle Ziele für jedes Level zu sammeln, kann hier eine Menge Stunden verbringen. Die zusätzlichen Schwierigkeitsgrade liefern außerdem noch zusätzlichen Ansporn, da auf der höchsten Schwierigkeit schon ein Treffer ausreicht, damit ein Level als gescheitert gilt – und Harry von Käfern zerschmettert wird.

Je weiter wir im Spiel vorankommen, desto erschwerender werden auch die Verhältnisse, die uns die jeweiligen Level bescheren. Da kommen dann plötzlich Trennwände sowie zerstörbare Plattformen hinzu, die teils ein Element der Unberechenbarkeit einbringen, aber eben auch unser Feuer erschweren. Das ist insofern interessant, da wir einen Combo-Zähler haben. Selbiger schießt in die Höhe, sobald wir Käfer vernichten – wobei allerdings nur die Vernichtung zählt. Sprich: einen Käfer nur zu treffen hindert den Zähler nicht daran, weiterhin abzulaufen. Im Zusammenspiel mit Trennwänden und einzusammelndem Gold entsteht so ein ziemlicher Druck, da zu einem guten Lauf am Ende mehr gehört, als nur das erfolgreiche Abschießen und Ausweichen.

 


 

– Besonderheiten: Handy-Charakter und die Steuerung –

Lediglich der leichte Handyspielcharakter und der bislang etwas eindimensionale Spielmodus lassen das Spiel etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Da das Spiel auch für Smartphones geplant ist, sind hier in den Menüs bereits die ersten Zugeständnisse in diese Richtung zu erkennen: teils übergroße Buttons und eine bislang sehr schlecht optimierte Menü-Steuerung für Gamepads. Um das im Detail etwas zu beleuchten: mit einem Gamepad ist es unheimlich schwierig, durch die ganzen Menüs zu navigieren. Es gibt überall Buttons die auf die nächste Seite führen oder eine Auswahl bestätigen. Diese sind allerdings nicht an eine Taste beim Gamepad geknüpft, sprich: man kommt nicht umher, sich durch das Menü zu wuseln, bis man quasi mit der Auswahl auf besagtem Button landet. Das klingt so auch erstmal nicht schwer, ist es in der Praxis dann doch, da bestimmte Buttons höher oder tiefer liegen als die Auswahl, in der man sich befindet und man teils herumprobieren muss. Da die Maus in Kombination mit einem angeschlossenen Gamepad auch ihre Probleme hat, ist das hier schon ein wenig umständlich. Abseits dessen ist die Steuerung aber im Spiel selbst absolut zufriedenstellend, intuitiv sowie reaktiv – mit Gamepad wie auch Tastatur.

 

– Besonderheiten: Upgrades und Gold –

Die Upgrades für Waffen sowie Harry selbst sind soweit recht klassisch gehalten: durch im Spielverlauf verdientes Gold lassen sich Werte wie Schaden und Feuerrate verbessern. Hier erwarten einen keine große Überraschungen, es ist aber eine recht solide Mechanik. Das Gold selbst wird durch abschließen von Missionen verdient, aber auch die Käfer selbst lassen bei ihrem Ableben welches fallen. Das Aufsammeln wird so zu einem zusätzlichen ‚Kraftakt‘, stellt aber auch eine sinnvolle Erweiterung zum restlichen Gameplay dar.

 

– Besonderheiten: Koop –

The Bug Butcher lässt sich sehr angenehm im Koop spielen und liefert dabei die im Endeffekt gleiche Erfahrung – nur zu zweit. Dabei ist das Spielerlebnis allerdings sehr unterhaltsam und funktioniert sehr gut. Insgesamt ist das nichts weltbewegendes, die Option für das Spiel zu zweit ist aber durchaus löblich und bereichernd. Ein Wermutstropfen ist dabei, dass man auf den lokalen Koop beschränkt bleibt.

 


 

– Das Fazit – 

The Bug Butcher ist kurzweilig, knackig sowie schön anzusehen und richtet sich klar an eine Zielgruppe: Highscore-Jäger. Wer sich dazu zählt findet hier ein cleveres Zusammenspiel einzelner Mechaniken, knackige Schwierigkeitsgrade und die Möglichkeiten, sich immer noch ein Stück zu verbessern. Dazu sorgen Upgrades für etwas Wiederspielwert und der stetige Wandel der Levels sowie Gegnertypen macht aus dem Spiel ein frenetisches Spektakel. Lediglich der leichte Handyspielcharakter und der bislang etwas eindimensionale Spielmodus lassen das Spiel etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück. Meine Empfehlung: wer sich gerne nach einiger Zeit nochmal an ein Spiel setzt, nur um sich zu verbessern, alle Ziele zu erreichen oder eine Punktzahl zu steigern, der findet in The Bug Butcher ein ansprechendes Spiel. Wer dagegen nur einmalig durchspielen mag, nicht viel auf die Komplettierung eines Spiels gibt und den auch Highscores kalt lassen, der lässt lieber die Finger davon.

 

– Warum 3.5 Sterne? –

Weil das Spiel sehr stark davon abhängig ist, welche Art von Spieler man ist. Wer den Anspruch hat, immer zu wachsen, kann hier den halben Stern drauflegen. Auch wenn The Bug Butcher grundsätzlich funktioniert, eigenen Charme hat und die Spielmechaniken gut verzahnt sind, so ist die Auswahl an Spielmodi bislang einfach noch zu wenig für eine höhere Wertung. Denn: gerade solche ‚Endlosspiele‘ leben letztlich davon, dass da zusätzlich eine Fülle an Modi und neuen Herausforderungen dabei ist. Sollten der VS.-Modus und der Endlos-Modus überzeugen, sobald sie da sind, steht einer Aufwertung dann auch nichts im Wege.

 

– Der Abschluss –

The Bug Butcher hat Early Access am 19.01.2016 verlassen. In der nicht allzu langen Phase von etwa einem halben Jahr, wurden die versprochenen Inhalte hinzugefügt und das Spiel ist im wesentlichen komplettiert worden. Da die hinzugefügten Inhalte das Spiel nicht wesentlich verändert oder bereichert haben, bleibt The Bug Butcher auf starken 3.5 Sternen stehen.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.

Release: The Bug Butcher

Release: The Bug Butcher

The Bug Butcher ist inzwischen ebenfalls aus dem Early Access heraus und hat seine knapp 6 monatige Reise beendet. Insgesamt war der Entwicklungsverlauf kurz und knackig, da die Entwickler strikt umrahmte Ziele hatten und diese auch effektiv verfolgt haben. So steht mit dem ‚fertigen‘ Bu...