SugarMill
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SugarMill

Städtesimulation in der Karibik

 

Auf den ersten Blick wirkt SugarMill wie ein weiteres Aufbauspiel unter vielen bekannten Vorreitern. Doch Achtung! Dieser Blick kann trügen, denn das Team hinter dem Spiel kommt mit neuen und frischen Ideen, wie zum Beispiel einem realistischen Bausystem – welches soviel Baumaterial benötigt, wie es weitgehend auch in der Realität der Fall wäre. Das heißt nicht nur Holz und Stein, sondern auch Nägel und Furniere werden benötigt und davon nicht wenig.

Diese und weitere nette Ideen bieten reichlich Potenzial welches nun darauf wartet effektiv genutzt zu werden. Natürlich gibt es zum aktuellen Zeitpunkt noch einiges zu beanstanden und trotzdem verdient das Spiel mehr Aufmerksamkeit als es aktuell bekommt! Was macht SugarMill einzigartig im Genre? Dazu haben die Entwickler einen netten Artikel verfasst, der verdeutlicht was in dieser AufbauSim anders läuft. Aber genug, schnappt euch einen kalten Rum und begleitet mich auf eine mehr oder weniger spannende Reise in die Karibik.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine Early Access Version handelt. Unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Über die weitere Entwicklung und nennenswerte Updates zum Spiel informieren wir in Form von einem QUICKIE, diese findest du auf unserer Startseite oder direkt im dazu passenden Review. Alle Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Präsentation –

SugarMill ereignet sich in der frühen Zeit als die Europäer die Karibik besiedelten und ist von der Optik der Karibik nachempfunden, auch die Gebäude erstrahlen im karibischen Stil. Das Interface hingegen zerstört ein wenig die Ästhetik, da es aktuell sehr überladen wirkt. Hinzu kommt die schlichte Farbwahl im Vergleich zu der schönen Landschaft im Hintergrund, das wirkt doch etwas unpassend.

Am Ende aber alles eine Frage des eigenen Geschmacks. Ich bin mir sicher, dass das Interface im Laufe der Entwicklung noch angepasst bzw. poliert wird und sich optisch sehen lassen kann, denn rein von der Funktionalität gibt es aktuell nichts zu beanstanden. Die Soundkulisse ist jedoch wieder eine wahre Freude, denn selbige ist sehr gut gelungen und lässt den Spieler in das Karibik-Feeling eintauchen. Immer wieder wird man mit abwechselnden Musikstücken im Spielgeschehen begleitet und die Geräuschkulisse der Arbeiter,Tiere und dem rauschenden Meer, sind sehr angenehm.

Im technischen Bereich ist das Spiel auch für weniger starke Computer auf hohen Grafikeinstellungen problemlos zu spielen. Aktuell kämpft das Spiel noch mit einigen Grafikfehlern, die jeweiligen Einstellungen spielen dabei keine Rolle. Beim Ladebildschirm ist stellenweise Geduld gefragt, denn gelegentlich friert unser Bildschirm für einige Minuten ein – Generell fängt sich das Spiel aber wieder und wir können loslegen.

 

– Gameplay –

Startet man ein neues Spiel, ploppt direkt zu Beginn am oberen linken Rand ein kleines Tutorial auf, dass die allgemeine Kamarasteuerung und die Grundlagen erklärt. Zusätzlich bekommt man einen kleinen Einblick in die Gebäude welche uns zum Start zur Verfügung stehen. Schließt man dieses ab, erhält man als Belohnung 10.000 Dollar, die sollte man sich nicht entgehen lassen. Speichert man sein Spiel und lädt es später erneut, ploppt das Tutorial jedes Mal wieder auf. Aber nix da, die 10.000 Dollar gibt es nur einmal!

Je nachdem ob man beim Erstellen des Spiels das freie oder das traditionelle Bauen gewählt hat, richtet sich nun die Weiterentwicklung des Spiels. Denn im freien Modus hat man auf alle Gebäude direkt von Beginn an Zugriff, im traditionellen Modus muss man die Gebäude erst nach und nach freischalten. Dabei spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, wie das Erreichen einer bestimmten Anzahl an Dorfbewohner, ein Minimum an Nahrung oder der Ruf des Hafens. Dieser sollte mindestens über 5 Punkte haben, dazu darf die Bedrohung durch Piraten allerdings nicht über 50 Punkte steigen.

Um die Einwohneranzahl zu erhöhen, werden ganz klassisch mehr Häuser benötigt. In ein leeres Haus zieht immer ein Pärchen ein, dazu müssen beide das Mindestalter von 16 Jahren erreichen. Das Pärchen sorgt dann für Nachwuchs und sobald die Kinder selber 16 Jahre alt werden, ziehen sie aus – sofern freie Häuser zur Verfügung stehen und sorgen so für eine stetig wachsende Gesellschaft. Die Bewohner verfügen über „Zufriedenheit“ die durch das Erbauen von Infrastrukturen wie Strassen und Laternen steigt, aber auch neue Farmen tragen dazu bei, man sollte also immer einen wachsamen Blick über seine Gemeinde haben.

Natürlich brauchen die Bewohner auch Nahrung, wie es in nahezu jedem anderen Aufbauspiel ebenfalls üblich ist. Hungernde Dorfbewohner werden unglücklich, um dem vorzubeugen, stehen momentan zwei verschieden große Farmen und eine Fischerhütte zur Verfügung, es sollen jedoch demnächst auch Tierfarmen ins Spiel integriert werden. Eine etwas vielfältigere Auswahl gibt es hingegen bei den Produktionsgebäuden, denn für den Bau eines Gebäudes braucht es nicht nur die typischen Ressourcen wie z.B. Holz, Stein und Eisen, sondern auch Nägel, Furniere, Dächer, Böden und teilweise sogar Zement.

Das ist jedoch noch lange nicht alles worauf man achten sollte, denn SugarMill ist kein schnelles Aufbausimulationsspiel. Da es mehr oder weniger der Realität nachempfunden ist, dauert der Bau eines Gebäudes auch eine Weile, dazu verstreichen dann auch gerne mal ein paar ingame Monate. Um eine florierende Stadt aufzubauen, braucht man also Geduld, denn auch wenn man die Zeit schneller laufen lässt – was in verschiedenen Stufen möglich ist – wirkt der stetige Wachstum sehr träge und langsam.

Bis jetzt ist es leider nicht möglich nachzuvollziehen was und ob da überhaupt etwas bei unseren Bauaufträgen passiert. Denn sobald man ein Gebäude in Auftrag gibt, sieht man zwar eine Markierung an der Stelle wo das Gebäude platziert wurde, das war es dann aber auch schon. Versucht man dann über das Bauhaus, in dem die Bauarbeiter angestellt sind, an weitere Informationen zu kommen, wird man enttäuscht.

Erst wenn die Arbeiter soweit sind etwas zu bauen, wird im Bauhaus kurz angezeigt, dass ein Gebäude in Planung ist. Sobald diese Meldung sichtbar wird, geht es eigentlich ziemlich flott und das Gebäude steht. Was in der Wartezeit dazwischen passiert, ist völlig unklar. Man wartet einfach darauf, dass irgend wann etwas passiert..

Ein weiterer Punkt macht das Bauen noch komplexer, nämlich die Tatsache, dass das Gebiet nicht frei bebaubar ist, denn man muss sich das Land erst kaufen, bevor man es bebauen darf. Das kostet natürlich ensprechend, zusätzlich sind die Regionen immer in gleich große Quadrate geteilt. Davon ausgenommen sind allerdings Handelshäfen, Angelhütten, Bergwerke, Leuchttürme und einige weitere, diese kann man auch in nicht erworbene Regionen platzieren.

Alles in allem geht es in SugarMill also darum, eine stabile und funktionierende Gemeinde aufzubauen. Der Handelsaspekt spielt dabei natürlich ebenfalls eine große Rolle. Das klappt aktuell allerdings nur bedingt: Da wäre der eigentliche Spielfluss, welcher wirklich sehr langsam ist und gerade ungeduldige Spieler schnell bezwingen wird. Aber auch die Langzeitmotivation ist davon betroffen, hinzu kommen teils wirklich unschöne Grafikfehler und generelle Bugs.

 


 

– Besonderheiten –

Die Quests bringen ein wenig Abwechslung in das sonst eher eintönige Spielgeschehen, denn diese haben unterschiedliche Anforderungen, wie das Herstellen eines bestimmten Rohstoffes, das Handeln mit diversen Materialien, usw. Für das erfüllen der Aufgaben erhält man eine kleine Finanzspritze!

Eine wichtige Bedeutung in SugarMill nimmt folgende Formel: Volumen = Masse / Dichte ein. Aber was bedeutet das genau für den Spieler? Ganz einfach: 1kg an Schiesspulver nimmt nicht gleich viel Platz ein, wie 1kg Holz. Besitzt nun das Lager 1 Kubikmeter Platz so lässt es sich mit 1000kg Schiesspulver füllen, jedoch nur mit 100kg Holz. Die Maßeinheiten sind so getreu wie möglich an unserem wirklichen Leben und sowas in einem Spiel anzutreffen ist wirklich mal etwas neues.

In jedem Aufbauspiel braucht es einen Indikator der Gefahren mit sich bringt, um den Spieler zu fordern. Folglich erfüllt die Piratenbedrohung in SugarMill diese Aufgabe Was passt denn besser in die Karibik als Piraten die nach Schätzen und Rum suchen? Zu Beginn eines Spiels, hat man wohl kaum die Aufmerksamkeit der Seeräuber, doch macht man sich einen Namen durch Handel, gibt es kein entrinnen – nur das Militär hilft an dieser Stelle noch weiter.

Womit wir direkt auch beim nächsten Punkt wären: das Militär. Durch drei verschiedene Militärgebäude lässt sich die Piratenbedrohung verringern. Eines dieser Gebäude birgt jedoch weiter Gefahren, denn dessen Bau alamiert die Piraten und macht sie sehr agressiv. Zudem dauert das Errichten sehr lange, wodurch die Siedlung nur durch eine starke Militärpräsenz zu halten ist. Gelingt dies nicht, so ist das Spiel umgehend zu ende.

 


 

– Support –

Hier macht Aatlantis Code alles richtig, denn sie informieren die Spieler regelmässig über Updates zum Spiel. Dabei verzeichnen sie monatlich gute Fortschritte, denn SugarMill erhält ca. einmal im Monat ein größeres Update zuzüglich einigen kleineren Bugfixes. Dazu sind die Entwickler sehr aktiv in ihrem Steamforum und antworten sehr schnell auf jegliche Fragen. Sie starteten sogar eine eigene Diskussion, in der sie die Spieler nach ihrer Meinung bezüglich eines fairen Preises fragten und richteten sich dann in der Preispolitik nach den Wünschen der Community.

Ebenfalls sehr lobenswert ist die seltene Vorgehensweise von Aatlantis Code, die Spieler beim Verlassen des Spiels nach ihrer persönlichen Meinung zu fragen. Das sieht man nicht oft in Early Access Titeln und zeigt, dass das Spiel den Entwicklern sehr am Herzen liegt und sie die Entwicklung möglichst positiv vorantreiben möchten. Ebenso hat man sehr einfach die Möglichkeit im Spiel direkt einen Bug zu melden.

 

– Fazit –

Auf jeden Fall muss man an dieser Stelle ganz klar sagen, dass SugarMill noch einen langen Weg vor sich hat, um an die grossen Vorreiter heranzukommen. Doch anders wie eben diese, bringt das Spiel einige nette Ideen mit sich, die so in diesem Genre noch nicht anzutreffen sind. Eben genau darum ist das Spiel einen zweiten Blick wert und auch die Tatsache, dass die Entwickler so sehr bemüht sind mit der Community ein vollwertiges Spiel zu fertigen.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Trotz vieler guter Ideen, hakt es aktuell leider dennoch an der Umsetzung, obwohl das Spiel soweit durchaus spielbar ist, fehlt hier ganz klar der Feinschliff. Doch die bisher beispielhafte Weiterentwicklung lässt für den Moment keine Zweifel an einer positiven Entwicklung – wie auch die Preispolitik der Entwickler, denn zu beginn der Early Access Phase kostete das Spiel noch an die ~20€, doch nach dem bereits erwähnten Artikel zum gewünschten Preis, wurde dieser umgehend auf 14.99€ angepasst, ein guter Deal.

 


 

 


 

Anariel

Über Anariel

Im Grunde spiele ich so ziemlich alles was mir in die Hände fällt, ausgenommen von Horrorspielen. Aufgewachsen bin ich aber mit den legendären Schlachten in Age of Empires 2, den arbeitstüchtigen Orks aus Warcraft 3 "Work, work", den geheimnisvollen Zerg aus Starcraft und vielen, vielen mehr. Auch heute sprechen mich Strategiespiele und Aufbausimulationen außerordentlich an. Trotzdem versuche ich mich immer wieder gern an Indietitel, bei denen ich keine Ahnung habe, was für ein Spielkonzept dahinter steckt.

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