Subnautica SCREENSHOTS
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Subnautica

In ein Tintenfass voll Abenteuer

 

Für wen ist Subnautica eigentlich?

– Spieler, die sich gern der Faszination der Meerestiefe hingeben und zudem das Survival-Crafting-Genre mögen, sind hier gut aufgehoben.

Für wen ist Subnautica eher nichts?

– Wem das Fehlen eines Multiplayers oder zufallsgenerierter Spielwelten zusetzt, ist bei Subnautica eher falsch.

Was möchte Subnautica sein?

– Ein starkes Survival-Crafting-Abenteuer unter Wasser.

Was ist Subnautica geworden?

– Ein starkes Survival-Crafting-Abenteuer unter Wasser – mit einigen, je nach Spielertyp, erwähnenswerten Schwächen.

 

Subnautica nimmt die Formel des Survival-Crafting-Genres und entführt sie dabei unter Wasser. Herausgekommen ist dabei ein Spiel, welches sowohl die Bedürfnisse des Craftings und Basenbaus befriedigt, als auch den Reiz der Entdeckung stimuliert. Dabei ist das Spiel in seinen Kernen sehr tief, liefert dazu jedoch auch kleinere Nebensächlichkeiten, die sich in das Gesamtwerk hervorragend einfügen. Wo bei all diesen Stärken dennoch Schwächen zu finden sind und warum es genau bei jenen darauf ankommt, welche Art von Spieler man ist, erfahrt ihr jetzt.

 

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– Die Präsentation –

Grafisch ist Subnautica ein Leckerbissen, der zwar von kleineren Schwächen durchzogen, dabei jedoch durchweg hochwertig ist. Wer einmal bei Sonnenaufgang knapp unter die Wasseroberfläche taucht und das Einfallen der Sonnenstrahlen beobachtet, kommt nicht umher anzuerkennen, wie hübsch das Spiel ist. Das setzt sich auch bei anderen Dingen fort – so sind nicht nur Lichteffekte schön anzusehen, auch Flora und Fauna unter Wasser überzeugen stilistisch wie auch grafisch.

Dabei schafft Subnautica einen spannenden Kontrast zwischen farbenfroh und finster – denn je tiefer die Reise geht, desto beklemmender und unheimlicher gestaltet sich die Umgebung. Lediglich gelegentliche Treppchenbildung fällt negativ auf, darüber hinaus ist Subnautica jedoch einfach nur ein sehr gut aussehendes Spiel.

Subnautica

Klanglich kann ich auch nur Lob für das Spiel finden. Die im Hintergrund belanglos klingende Titelmelodie fällt schnell weg und wird durch alleinige Umgebungsgeräusche des Spiels abgelöst. Während Subnautica dabei generell kein Bombardement an Klängen entfesselt, sind die Sounds so, wie sie vorhanden sind, absolut stimmig. Lebewesen machen verschiedene Geräusche und es ist erstaunlich, wie atmosphärisch die Klänge das Spielgeschehen gestalten.

Das stetige Blubbern sowie die Schwimmgeräusche sind dabei die stetigen Begleiter, doch sobald in tiefster Dunkelheit noch andere Dinge, wie walähnliche Gesänge, einstimmen, erzeugt das schlichtweg eine sehr starke Kulisse. Insgesamt setzt Subnautica also darauf, dass weniger mehr ist – was hier vollkommen zutrifft. Technisch habe ich am Spiel wenig zu bemängeln.

Die ganz hohen Grafikeinstellungen sind bislang noch als experimentell gekennzeichnet, was jedoch nicht weiter schlimm ist. Subnautica sieht auch so gut aus und läuft flüssig. Lediglich die erstmalig lange Ladezeit ist ein kleiner Dämpfer, der sich angesichts einer sonst stabilen Performance leicht verkraften lässt.

 

– Das Gameplay –

Subnautica fokussiert sich auf den Ort, an dem für andere Spiele in dem Genre Schluss ist: das Meer. Eine kleine Rahmenhandlung gibt uns das Setting vor und klärt uns darüber auf, dass wir mit unserem Raumschiff abstürzen. Auf einem fremden Wasserplaneten ’schiffbrüchig‘ beginnt dann unser Überlebenskampf, der sich recht klassisch aufs Sammeln von Nahrung, Wasser und Rohstoffen konzentriert. Mit unserer Rettungskapsel als Ausgangspunkt, geht es so für uns immer wieder ins kühle Nass um die Ressourcen zu entdecken und sammeln, die uns das Meer bietet. Dabei können wir anfangs entsprechend nur geringe Tiefen aufsuchen, da unser Sauerstofftank noch sehr klein ist.

So sammeln wir zunächst also nahe der Meeresoberfläche die ersten Materialien. Mit Titan, Quarz und Algen im Gepäck geht es dann irgendwann zurück in die Rettungskapsel, in welcher sich eine kleine „Werkbank“ befindet. Das Sci-Fi-Gerät stellt uns aus den gesammelten Rohstoffen weitere Dinge her. Dabei ist die Palette recht breit gefächert: von Tauchanzügen und Flossen hin zu Werkzeugen wie einem Scanner oder einem Messer ist eine Menge geboten, auch da alle Rohstoffe sich zusätzlich ‚veredeln‘ lassen: so gewinnen wir aus Algen beispielsweise schnell die ersten Stoffe mit welchen wir unsere Kleidung aufwerten können.

Hier zeigt sich dann recht schnell, dass das System ein zweischneidiges Schwert sein kann: zwar sind alle Fortschritte im Crafting sinnvoll verknüpft, was eine recht lineare Kette aus Verbesserungsmöglichkeiten bildet. Dafür kann der Fortschritt sich jedoch stellenweise auch recht zäh anfühlen, da der Weg zu den nächsten Gegenständen eben nur über bestimmte Rohstoffe geht. Je nachdem, was wir also bauen wollen, müssen wir teilweise Grinding-Phasen überwinden. Das mag man oder man mag es nicht, ganz optimal gelöst ist dies jedoch nicht.

Subnautica

Die Verkettung unserer Fortschritte bleibt jedoch auf Dauer erhalten. Anfangs verbessern wir unsere Ausrüstung und unsere Werkzeuge, später bauen wir uns dann schon die ersten Unterwasser-Basen. In selbigen können wir beispielsweise Bäume anpflanzen, die uns regelmäßig Früchte liefern oder ganze Fischtanks anlegen, in welchen wir bestimmte Fischarten oder auch Seegras züchten. Durch den Unterschlupf unter Wasser können wir uns etwas von der Rettungskapsel entfernen, was das gründliche Erkunden neuer Gebiete ermöglicht.

Im späten Spielverlauf geht es dann sogar soweit, dass wir eigene Unterwasserfahrzeuge wie einen schnellen Gleiter oder ein ganzes U-Boot haben können – natürlich neben unserer vollgepackten Unterwasserbasis. Subnautica ermöglicht uns so ein immer besseres Vorankommen in seiner Spielwelt – was durchaus lohnend ist, nicht nur für das Crafting. Doch darüber erfahrt ihr in den Besonderheiten mehr.

Damit das Suchen und Finden der Ressourcen nicht in vollkommener Langeweile mündet, hat Subnautica auch einige Hindernisse eingebaut. Die ersten begegnen uns in Form der Bedürfnisse unseres Charakters. Dieser hat natürlich Hunger sowie Durst – und atmen muss er auch noch! Dadurch sind uns bereits die ersten natürlichen Grenzen gesetzt, denn wer viel umher taucht und sucht, der muss auch nach Essen und Trinken ausschau halten. Dabei sammeln wir uns anfangs lediglich ein paar Fische im Vorbeischwimmen ein, die wir entweder kochen oder mit deren Hilfe wir Wasser gewinnen (ein Fisch hat beispielsweise durch seine Körperform gute Qualitäten als ‚Wasserfilter‘). Die zweite Gefahr stellt dann die heimische Fauna des Planeten dar.

subnautica-screen

Während es viele, gerade kleinere, Fische gibt, die uns weitestgehend ignorieren oder meiden, finden sich allerdings auch einige Jäger, die auch vor uns nicht Halt machen. Unsere Überlebenschancen sind dabei anfangs noch recht klein, doch durch ein gutes Messer und/oder eine Stasiskanone können wir das Blatt gut wenden. Die verschiedenen Typen von Jägern sehen allesamt gut aus und erzeugen durch ihre Geräusche auch eine ganz gute, bedrohliche Atmosphäre, insgesamt unterscheiden sie sich jedoch nicht gut genug, um hier ein tieferes Gameplayelement darzustellen.

An Subnautica lässt sich allerdings nur wirklich eines bemängeln: der fehlende Multiplayer. Obwohl Subnautica ehemals als Multiplayertitel angedacht war und auch die Entwickler sehr gerne die Möglichkeit zum Koop liefern würden, steht das absolut in den Sternen. Denn: um das zu realisieren, müsste man nahezu von vorne anfangen am Spiel zu arbeiten – so sagen zumindest die Entwickler. Gerade die Option auf ordentliches Koop hätte Subnautica stark bereichert: zusammen eine Unterwasserbasis aufziehen und sich in die Tiefen der Spielwelt zu stürzen hätte eine Menge Spaßpotential mit sich gebracht. Vielleicht finden die Entwickler eine Lösung für ihr Problem, doch aktuell bleibt das als Wermutstropfen stehen.

 


 

– Die Besonderheiten –

Das Crafting in Subnautica ist die meiste Zeit recht nachvollziehbar. Lediglich die Menüführung ist anfänglich etwas unübersichtlich, da es für einen recht frischen Spieler absolut nicht möglich ist zu wissen, welcher Rohstoff eher in die Kategorie ‚Basic‘ oder ‚Advanced‘ fällt. Das Ergebnis ist oftmals etwas längeres Suchen der Dinge, die man eigentlich haben will. Insgesamt ist das jedoch ein kaum zu beanstandender Punkt, da Subnautica die meiste Zeit übersichtlich bleibt und mit einem gut ausgefüllten Wiki auch Hilfestellung von außerhalb bietet. Darüber hinaus bietet das Crafting eine Vielzahl an herstellbaren Gegenständen und Ausrüstungsteilen, die sich allesamt als nützlich erweisen. Dabei fühlen sich große wie kleine Fortschritte stets gut an.

Mit dem anfänglichen Repertoire an zu craftenden Gegenständen lässt das Spiel uns nicht zurück. Stattdessen gibt es uns die Möglichkeit, durch das scannen bestimmter Bruchstücke neue Technologien für uns zu gewinnen. An bestimmten Stellen im Spiel finden wir nämlich zerstörte Reste anderer Rettungskapseln, Bruchstücke ganzer U-Boote oder gar Trümmer des abgestürzten Raumschiffs. Manche dieser Teile lassen sich entsprechend mit unserem Scanner analysieren, was uns nach und nach neue Gegenstände freischaltet. Dabei greift jedoch kein Zufall, denn die Trümmer finden sich stets an den selben Stellen – was auch an der Spielwelt selbst liegt.

Der Scanner lässt sich jedoch auch dazu benutzen, Flora und Fauna der Unterwasserwelt zu erfassen. Dabei steht zwar kein tieferes Spielelement hinter dieser Option, doch wer sich kleine Randnotizen zu Kreaturen gerne durchliest und gerne auch den ein oder anderen Tipp mitnimmt, bekommt hier solides geboten.

Die Spielwelt in Subnautica ist, entgegen dem aktuellen Trend, nicht vom Zufall generiert, sondern von Hand zusammengesetzt. Das bedeutet natürlich, dass man nach vielen Spielstunden grundsätzlich weiß, welche Dinge einen erwarten. Doch wer jetzt davon ausgeht, nach einigen Stunden schon alles zu kennen, irrt. Subnautica ist groß und weiß mit tollen Kulissen und so manch anderem Ereignis zu überraschen. Letztlich ist diese andere Ausrichtung jedoch auch eine Stärke: viele außergewöhnliche Orte erwarten den Spieler in der Tiefe, allem voran weil hier eben nicht alles einfach vom Zufall diktiert wird.

Subnautica

Mit der Zeit lädt die Spielwelt natürlich auch dazu ein, sich in ihr niederzulassen. Der im Spiel vorhandene Basenbau leistet dabei hervorragende Arbeit, da mit einfachen Mitteln ein komplexes Ergebnis erzielt werden kann. Durch crafting des richtigen Werkzeugs lassen sich so allerlei Räume, Gänge sowie Interieur platzieren und craften. Der Vorteil einer Basis liegt dabei natürlich auf der Hand: die Unabhängigkeit von der Rettungskapsel macht es zum einen schon wesentlich angenehmer, die Spielwelt zu erkunden.

Außerdem dient eine Unterwasserstation als gute Zuchtstätte für Fische und als Anlaufstelle für Nahrung und Trinken, da sich sogar kleine Obstbäume unter Wasser pflanzen lassen. Dabei ist zusätzlich schön, dass wir nicht einfach nur Gebäude und Geräte bauen, sondern uns auch um Stabilität und Energieversorgung kümmern müssen, damit die ganze Konstruktion am Ende auch funktioniert.

Flora und Fauna in Subnautica sind sehr farbenfroh geraten, lassen dabei jedoch nicht an Bedrohlichkeit vermissen. Denn: auch so manch bunter Fisch hat rasiermesserscharfe Zähne, die auch den mutigsten Taucher vor Probleme stellen können. Die Vielfalt der einzelnen Lebewesen ist dabei nicht bahnbrechend riesig, jedoch groß genug um die Spielwelt hervorragend zu unterstreichen. Von kleinen Pflanzen und Fischen, die mit netten Effekten als Dekoration in der Welt fungieren, hin zu riesigen Unterwasserpilzen oder kolossalen Seeungeheuern ist hier eine Menge geboten. Flora und Faune tun dem Setting einen großen Gefallen.

Module führen Upgrademöglichkeiten für bestehende Werkzeuge und Vehikel ein. So bietet Subnautica eine Vielzahl an Verbesserungsmöglichkeiten, die bestehende Tools effizienter machen. Batterien aufladende Flossen? Klar doch! Verteidigungssysteme für unser kleines Unterwasserfahrzeug? Natürlich! Dazu vielleicht ein stets glühendes Messer? Bitte sehr! Derlei Elemente verleihen dem Spiel zusätzlich etwas spielerische Tiefe, da so nach einfachem Crafting nicht einfach das Ende der Verkettung erreicht ist.

 


 

– Der Support –

Subnautica entwickelt sich kontinuierlich weiter, auch da ziemlich regelmäßig neue Updates erscheinen. Darüber hinaus liefern ausführliche FAQs gute Einblicke in die Pläne der Entwickler und auch eine ausführliche Roadmap sorgt für ordentlich Transparenz. Hier lässt sich also nur Positives über das Spiel bzw. dessen Entwicklung sagen.

 

– Bisheriges Fazit –

Subnautica muss sich eigentlich nur den fehlenden Multiplayer ankreiden lassen – denn die Spielidee schreit geradezu ‚Koop‘! Davon abgesehen ist das Spiel jedoch absolut meisterlich in nahezu allen Belangen: das Gameplay liefert mit starkem Crafting, spannender Erkundung und ordentlichen Aufrüstungsmöglichkeiten eine Menge Freiraum, der durch das Erleben der farbenfrohen Unterwasserflora – und Fauna sinnvoll ergänzt wird.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Das Abenteuer in der Tiefe weiß außerdem mit einem soliden Survival-Faktor zu überzeugen, der sich aus Bedürfnissen sowie bedrohlichen Gegnern zusammensetzt. Meine Empfehlung: wer sich mit der Survival-Formel anfreunden kann und vom Setting unter Wasser angetan ist, sollte keine Zeit verschwenden. Wer dagegen zu sehr an einem Multiplayer hängt, könnte höchstens abwarten und hoffen.

 

 


 

 


 

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