Starship Theory SCREENSHOTS
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Starship Theory

Faster Than Light trifft RimWorld

 

Für wen ist Starship Theory eigentlich?

– Für Spieler, die gerne ihr eigenes Raumschiff bauen, sämtliche Aspekte von diesem verwalten und eine knackige Herausforderung nicht scheuen.

Für wen ist Starship Theory eher nichts?

– Wer nach einigen Rückschlägen schnell aufgibt oder wen eine gewisse Einarbeitungszeit in das komplexe Spiel abschreckt, wird wenig Spaß haben.

Was möchte Starship Theory sein?

– Ein Survival-Game, in dem wir unser Raumschiff von Grund auf aufbauen müssen und mit den Gefahren des Weltalls konfrontiert werden.

Was ist Starship Theory geworden?

– Bisher leider nur ein Grundgerüst von dem, was es eigentlich sein will, mit jedoch viel Potential.

 

Ein Hybrid aus Faster Than Light und RimWorld, das beschreibt Starship Theory meiner Meinung nach am besten. Mir persönlich macht es durchaus Spaß, obwohl das Spiel den Einstieg nicht gerade leicht macht. Auch die allgemeine Schwierigkeit ist sehr hoch, sodass es oft mehrere Anläufe braucht, um die ersten Gefahren zu überwinden. Leider hat man nach einigen Stunden schon alles gesehen, was derzeit inhaltlich vorhanden ist. Ob es sich trotzdem lohnt, das Spiel zum aktuellen Zeitpunkt zu kaufen, erfahrt ihr jetzt in meinem Review.

 

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– Die Präsentation –

Optisch erinnert mich die Grafik stark an RimWorld, das ist natürlich nichts schlechtes, denn diese ist vollkommen ausreichend und passend. Vor allem der Hintergrund mit Planeten und Sonnen, die wir während des Fluges bestaunen können, sind sehr schön gestaltet. Einzig bei den Asteroidenfeldern fehlt noch etwas abwechslung, denn immer nur dieselben, grauen Brocken zu sehen, ist auf Dauer eintönig.

Das Schiff, die Crew und auch sämtliche Objekte sind zwar einfach gehalten, besitzen aber dennoch einige wichtige Details, so dass man beispielsweise an der Mimik der Crew-Mitglieder ablesen kann, ob es diesen gut geht. Ein ziemlich cooles Feature!

Starship Theory 5

Der Sound im Spiel ist in Ordnung, eine wirklich große Auswahl an Geräuschen beim abfeuern unterschiedlicher Waffen gibt es aber noch nicht. Insgesamt sind diese aber durchaus stimmig gewählt. Unser Weltraum-Abenteuer wird ebenfalls musikalisch untermalt, wobei hier jeder selber entscheiden muss, ob er sich mit der Musik anfreunden kann.

An der Performance gibt es nichts auszusetzen, das liegt natürlich auch an der einfach gehaltenen Grafik. Selbst bei intensiveren Kämpfen in Asteroidenfeldern habe ich keinerlei Frame-Drops erlebt. Spieler mit älteren Systemen können sich also ruhigen Gewissens in die Schlacht stürzen.

 

– Das Gameplay –

Bevor wir in unser Weltraumabenteuer starten, müssen wir unsere Crew auswählen. Zu Beginn haben wir immer vier Crew-Mitglieder, deren Fähigkeiten per Zufallsgenerator festgelegt werden. Gefallen uns die Fähigkeiten nicht, können wir einfach eine andere Crew vorschlagen lassen, bis die für uns passende gefunden wurde. Die Anfangsfähigkeiten der Mitglieder können jedoch im weiteren Spiel ausgebaut werden, je nachdem wo diese eingesetzt werden sollen.

Am Anfang haben wir ein winziges Schiff, in dem unsere Crewmitglieder gerade so Platz finden. Wie das eben so ist, hat unsere Crew Bedürfnisse, diese gilt es selbstverständlich zu befriedigen. Zum Ausbau des Raumschiffs benutzen wir die Ressourcen Eisen, Gold sowie Silizium. Neben diesen drei Ressourcen sind noch Wasser sowie Nahrung wichtig, da ohne diese logischerweise unsere Crewmitglieder schnell sterben.

An Bord des Raumschiffes übernimmt unsere Crew dann verschiedene Aufgaben aus Teilgebieten wie Wissenschaft und Konstruktion. Dazu müssen wir diese vorher den Rollen zuweisen, ihrer Arbeit gehen sie dann automatisch nach. Außer guter Versorgung braucht unsere Besatzung jetzt noch Komfort, denn wer immer nur auf dem Boden des Raumschiffs schläft, ist selbstverständlich schnell demotiviert. Durch den Bau von Betten können wir die Moral unserer Crew erhöhen, was sie schneller arbeiten lässt.

Starship Theory 3

Wollen wir den Platz im Raumschiff erweitern, müssen wir das Block für Block tun, ähnlich dem Bausystem in RimWorld. Dazu brauchen wir nur Ressourcen wie Eisen, für neue Geräte benötigen wir neben Silizium und Gold noch Energie und Rechenleistung, denn haben wir davon zu wenig, können diese nicht arbeiten. Beim Betrieb von Waffen sowie dem Bergbaulaser entsteht zusätzlich Wärme, die nach außen abgeführt werden muss, was eine Belüftung des Schiffs zwingend nötig macht. Alle diese Statistiken und Daten zu unserem Schiff finden wir im übersichtlichen HUD des Spiels, in welchem wir beliebig Elemente anzeigen oder verbergen können.

Während des gesamten Spiels fliegen wir nur geradeaus, das heißt wir haben keinen Einfluss auf den Kurs des Schiffs und können nicht aktiv steuern, schade. Es folgen immer verschiedene Ereignisse und Zonen, mit welchen wir zurechtkommen müssen. Doch hier liegt ein großes Problem des Spiels – der fehlende Inhalt. Bisher gibt es nur 2, sich abwechselnde Gebiete. Das erste ist ein Asteroidenfeld, wo wir Ressourcen mit dem Bergbaulaser sammeln und aufpassen müssen, nicht mit den großen Steinbrocken zu kollidieren, um Schaden an Crewmitglieder oder Ausrüstung zu vermeiden. An dieses Gebiet schließt sich immer ein Gebiet ohne Gestein an, um in Ruhe zu bauen sowie unser Schiff zu managen.

Diese beiden großen Gebiete werden von 2 wiederkehrenden Ereignissen begleitet – Der Vorbeiflug an einer Sonne hört sich gefährlicher an als er ist, da mit einer Belüftung dem Schiff sowie der Crew nichts passiert. Viel wichtiger dagegen ist die Begegnung mit anderen Schiffen. Sind diese freundlich gesinnt, können wir Handeln, also für Credits Ressourcen sowie Besatzung sowohl verkaufen als auch kaufen. Gefährlich wird es, wenn ein feindlich gesinntes Schiff sich nähert, denn dann heißt es den Feind bestechen oder kämpfen – was gerade am Anfang sehr schnell tödlich enden kann.

Starship Theory 4

Kämpfe laufen im Spiel immer ähnlich ab, wir visieren mit unseren Waffen Teile des gegnerischen Schiffes an, gefeuert und nachgeladen wird automatisch. Dabei sollten wir die Anzeige der Hitze im Auge behalten, da sonst Feuer an Bord ausbricht. Nach einiger Zeit im Spiel ist unser Warp-Kern geladen, mit dem wir einen Sprung wagen können. Da man aber weder Ziel wählen kann, noch in andere Gebiete kommt, dient dieser zurzeit lediglich als Fluchtmöglichkeit aus dem Kampf, doch auch hier gibt es noch einige Probleme.

Während der Schlacht sieht man die Gesundheit einzelner Komponenten des Gegnerschiffs, jedoch nicht wie viel Gesundheit dieses insgesamt noch hat, bis es zerstört wird. Außerdem wirken die KI-Gegner oft viel zu stark, denn wenn wir deren Lager für Ressourcen zerstören, können sie immer wieder Objekte neu bauen, als wenn unendlich Ressourcen vorhanden wären. Das sollte der Entwickler auf jeden Fall noch anpassen.

Ziel des Spiels ist es bisher nur, ein möglichst großes Raumschiff zu errichten, auf dem unsere Crew lange überlebt und sich gut gegen feindliche Schiffe behaupten kann. Gerade am Anfang ist das Spiel noch sehr schwer, denn die ersten, grundlegenden Strukturen zu bauen und seine Crew dahingehend zu versorgen, dass sie einige Zeit überleben, gelingt nicht immer.

Beim ersten Start wurde meine Crew direkt durch ein Asteroidenfeld oder ein feindliches, besser ausgerüstetes Schiff besiegt. Hat man die Anfangsschwierigkeiten überwunden, läuft es meist durchaus besser – von Rückschlägen sollte man sich also keinesfalls demotivieren lassen, denn diese gehören wie im echten Leben einfach dazu.

 


 

– Die Besonderheiten –

Bisher gibt es nur eine Hand voll verschiedene Waffen im Spiel. Dazu zählen Plasmakanonen und Chain-Guns als grundlegende Waffen, welche schnell feuern aber wenig Schaden verursachen. Hat der Gegner Schilde, sind EMP-Geschütze am effektivsten. Mit dem Fortschreiten der Forschung schalten wir größere Waffen wie die Railgun frei, welche langsam schießt aber punktuell enormen Schaden verursacht. Raketen sind derzeit am effektivsten, da diese hohen Flächenschaden verursachen, wer hätte das gedacht.

Je stärker und größer die Waffe, umso mehr Leistung braucht sie und umso mehr Wärme wird von ihr produziert, diesen Fakt sollte man beim Design des Schiffes immer im Hinterkopf behalten. Ein Feature was derzeit nicht im Spiel ist, ist Munition. Alle Waffen benötigen lediglich Energie, Rechenleistung und eine gewisse Nachladezeit, extra Munition für diese müssen wir nicht bereitstellen.

Die Fähigkeiten unserer Crew entscheiden über den Einsatz im Schiff. Besonders wichtig ist dabei die Militär-, Konstruktions- und Forschungs-Fähigkeit, wobei die letzten beiden eigentlich selbstklärend sind. Die Militär-Fähigkeit macht das Crewmitglied besonders geschickt im Umgang mit Waffenkonsolen oder beim Manövrieren des Schiffs. Je länger ein Besatzungsmitglied an einer bestimmten Station arbeitet, desto besser werden auch seine Fähigkeiten in diesem speziellen Bereich.

Starship Theory 1

Zusätzlich besitzen die Mitglieder unserer Besatzung noch 2 weitere Attribute – Gesundheit und höhere Geschwindigkeit bei der Fortbewegung. Wie man vermuten kann, halten Mitglieder mit höherer Gesundheit mehr Treffer aus, bevor sie ins Gras beißen und jene mit höheren Geschwindigkeitswerten sind schneller an Ort und Stelle, um beispielsweise eine beschädigte Komponente zu reparieren.

Forschung ist im Starship Theory nach der Grundversorgung unserer Crew das aller wichtigste. Hierzu muss ein Labortisch gebaut und mit einem Crewmitglied besetzt werden. Jetzt muss nur noch ausgewählt werden, in welche Richtung geforscht werden soll: Ingenieurswesen, Werkzeuge, Möbel, Verteidigung oder Waffen. In jeder dieser Richtungen haben wir zu Beginn nur einige grundlegende Objekte freigeschaltet, die wir zum Überleben brauchen.

Wollen wir größere Treibwerke, stärkere Waffen oder mehr Stauraum, müssen wir in diese Richtung forschen um Forschungspunkte dafür zu erhalten. Wir generieren je nach Fähigkeitsstufe des Besatzungsmitglieds an der Forschungsstation nach einer gewissen Zeit Forschungspunkte. Diese Punkte können dann ausgegeben werden, um verschiedenste Objekte in den unterschiedlichen Bereichen freizuschalten.

 


 

– Der Support –

Der Support für das Spiel war zu Release des Spiels sehr gut – regelmäßig kamen Updates, Bug-Fixes und es wurde viel auf die Community gehört. Doch seit über einem Monat kam nichts mehr Neues für das Spiel, laut einer Meldung auf Reddit wohl aus familiären Gründen des Entwicklers. Da es sich hierbei um ein Ein-Mann-Projekt handelt, ist das natürlich verständlich. Doch abgeschrieben hat der Entwickler das Spiel nicht, er will so schnell es geht daran weiter arbeiten. Es bleibt also nichts weiter übrig als zu hoffen, dass die Arbeit am Spiel bald wieder aufgenommen wird.

 

– Vorläufiges Fazit –

Starship Theory ist gerade am Anfang für Neulinge gnadenlos schwer, doch umso mehr Spaß macht es wenn die ersten Probleme überwunden wurden und man zusehen kann, wie sein Schiff weiter wächst. Die komplexen Menüs und Übersichten ermöglichen eine detaillierte Verwaltung des Raumschiffs samt Crew. Doch leider fehlt es dem Spiel aktuell einfach an Inhalt, das grundlegende Gerüst mit dem Bausystem für das Schiff und Handel, Mining sowie Kampf ist da und ist äußerst gut gelungen, doch leider fliegen wir momentan durch eine fast leere Galaxie.

Hier muss dringend nachgeliefert werden und das ist zum Glück auch geplant. Zusätzlich würde ich mir gerade für neue Spieler einen einfachen Modus zum Kennenlernen des Spiels sowie ein Tutorial wünschen, da man zu Beginn einfach in das Spiel hineingeworfen wird.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Auch wenn mir die Stunden in Starship Theory durchaus Spaß gebracht haben, kann ich nicht mehr als 2.5 Sterne vergeben, unter anderem weil seit über einem Monat kein neuer Inhalt geliefert wurde, der hier so dringend gebraucht wird. Nichtsdestotrotz hat das Spiel verdammt viel Potential, gerade für Fans von Spielen wie Faster Than Light, doch bisher ist es eher ein Grundgerüst, aus dem so viel mehr werden kann, daher auch unter Vorbehalt die etwas niedrigere Wertung mit optimistischem Blick nach oben.

Wer den Entwickler unterstützen will und verdient hat er es, kann bedenkenlos die 11.99 Euro investieren, etliche Stunden Spaß bringt das Spiel allemal. Jetzt heißt es aber erst einmal abwarten, wann die nächsten Updates erscheinen und wie der Entwickler weiter machen möchte.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.