Sky Rogue SCREENSHOTS
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Sky Rogue

Arcade-Dogfights

 

Für wen ist Sky Rogue eigentlich?

– Für Fans arcadiger, stylisher Flug-Simulationen mit Fokus auf den Kampf.

Für wen ist Sky Rogue eher nichts?

– Für Spieler, die eher realistischere Simulationen in der Richtung und zudem keinen hohen Schwierigkeitsgrad mögen.

Was möchte Sky Rogue sein?

– Ein entfernter Verwandter der Star Fox Reihe.

Was ist Sky Rogue geworden?

– Ein arcadiger, bunter Luftkampf-Simulator, mit einem Hauch Rogue-lite.

 

Sky Rogue hat mich zurück in ein Genre geholt, welches ich seit gut einem Jahrzehnt nicht mehr betreten habe. Die frenetisch bunten Luftkämpfe, das dumpfe Grollen der Bomben oder hastige Zischen von Raketen: Sky Rogue bietet all das gepaart mit Ausweichmanövern, Zielerfassung und was das Fliegerherz auch sonst verlangen kann. Was trotz dieser Euphorie vielleicht nicht ganz optimal gelungen ist, schauen wir uns jetzt zusammen an.

 


 

– Die Präsentation –

Grafisch zeigen sich bei Sky Rogue schon erste Parallelen zu womöglich dem beliebtesten Raumschiff-Shooter aller Zeiten: Star Fox. Sky Rogue kommt ähnlich kantig, jedoch auch stilvoll daher und das minimalistische Gewand steht dem Spiel ausgesprochen gut. Das betrifft sowohl die windschnittigen Düsenjäger als auch die Inseln unter dem Spieler, die sich nur aus Hexagonen zusammensetzen. Dazu erstrahlt alles in ausgesprochen satten Farben und Effekte, wie beispielsweise Explosionen oder Rauch, kommen sehr gut zur Geltung. Allerdings ist dies hier natürlich eine klare Geschmacksfrage, doch für den Stil, den Sky Rogue gewählt hat, sieht es einfach nur sehr stimmig und stilvoll aus.

Die Soundeffekte hinterlassen ebenfalls einen positiven Eindruck: die Hintergrundmusik passt zum optischen Stil und ist sehr arcadig, ohne dabei lästig oder störend zu werden. Daneben sitzen alle Geräusche da, wo sie sollen. Das beginnt beim eigenen Flugzeug, welches je nach Geschwindigkeit leicht andere Klänge von sich gibt, geht über die Raketen weiter, die unter pfeifendem Gezische loseilen und hört bei den Explosionen auf, die mit saftigen Klängen überzeugen, ohne dabei je die arcadige Spur gänzlich zu verlassen. Zu dieser schönen Palette kommen dann noch sehr stimmige Töne bei der Zielerfassung oder bei Warnmeldungen. Kurzum: hier passiert genau das, was im besten Falle geschehen soll – die Klänge untermalen das Spielgeschehen ausgezeichnet, ohne sich aufzudrängen, lästig zu werden oder fehl am Platz zu sein.

Technisch gibt es aktuell noch ein paar kleinere Probleme, die allerdings in erster Linie die Anzeige betreffen. In bestimmten Situationen verkümmern die Schriftzüge in den Menüs gerne zu unleserlichem Kauderwelsch. Davon abgesehen überzeugt Sky Rogue jedoch mit Stabilität und Funktionalität.

 

– Das Gameplay –

Das grundlegende Spielprinzip hat etwas von einem Rogue-lite: wir beginnen immer auf unserem fliegenden Flugzeugträger, haben klar definierte Missionsziele, die immer anspruchsvoller werden und wählen da nicht nur unseren Flugzeugtypen, sondern auch unsere Bewaffnung. Dabei ist alles freischaltbar und käuflich: mit Tech-Punkten die wir für unseren Spielfortschritt erhalten, schalten wir nach unserem Ableben immer etwas frei – wobei wir die freie Wahl haben. Neue Raketen oder Flugzeuge gehören dabei ebenso zum Repertoire wie bestimmte Gadgets die uns neue Manöver erlauben.

Was die Flugzeuge angeht, haben wir eine ganz gute Auswahl: von kleineren, sehr wendigen Jets hin zu großen, trägen Bombern ist da vieles dabei. Alles hat hierbei auch Vor- wie Nachteile: ein großer Bomber hat in der Regel mehr Gesundheitspunkte und kann mehr Traglast mit sich führen, was mehr Bomben oder Raketen bedeutet. Dafür ist er eher träge und Luftkämpfe sind schon etwas problematischer. Kleine Düsenjäger dagegen sind viel schneller und wendiger, halten dabei jedoch viel weniger aus und sind auch in ihrer Waffenauswahl beschränkter durch die geringere Traglast. Dabei ist positiv anzumerken, dass sich die einzelnen Fliegertypen je nach ihren Werten auch anders spielen, obwohl die Unterschiede hierbei nicht wirklich riesig sind. Dennoch merken wir schnell, mit welchem Jet wir besser und intuitiver umgehen können.

Das eigentliche Spielgeschehen verändert sich auch nach mehreren Stunden nicht grundlegend: wir bekommen festgelegte Missionen, wie die Zerstörung eines Hangars, Kraftwerks oder bestimmten Flugzeugs und je weiter wir vorankommen, desto mehr Ziele gilt es in einem Durchgang zu erfüllen. Hier fehlt noch etwas die Vielfalt, denn weder macht es einen merklichen Unterschied, was man zerstört, noch gibt es aktuell richtig gute Gegner die man in intensiven Luftkämpfen bezwingen müsste. Der Anstieg des Schwierigkeitsgrads geschieht so also weniger durch ebenbürtige Gegner, sondern mehr durch eine Masse an Missionszielen sowie Gegnern und Raketen, die einen dann eben zur selben Zeit verfolgen. Zwar gibt es auch Aufträge, in denen man Frachtflugzeuge zerstören soll – doch diese stellen, langsam und träge wie sie sind, sehr leichte Ziele dar.

Abseits dieser kleinen Schwächen spielt sich Sky Rogue jedoch ausgezeichnet: die Steuerung mit dem Gamepad ist absolut fantastisch, weshalb die eher lästige Steuerung mit Maus und Tastatur verzeihlicher ist. Das Geschwindigkeitsgefühl während eines Fluges ist ganz solide, der ständige Wechsel zwischen vollem Tempo und engen Kurven um sich möglichst hinter die Gegner zu bringen ist ebenfalls sehr unterhaltsam. Unterschiedliche Raketen und Waffentypen liefern dazu noch etwas Variation und es ist schon ein wahnsinniges Gefühl, wenn wir einen gegnerischen Jäger verfolgen und dabei mit einem leichten Ausweichmanöver die Raketen der SAM Turrets in ihre Schranken weisen. Wenn die Zielerfassung uns dann das finale Signal, die endgültige Erlaubnis zur Zerstörung gibt, wir unsere tödliche Langstreckenrakete abfeuern und wenige Sekunden später der lästige Feind in Rauch und Flammen aufgeht, dann ist das spielerisch einfach nur befriedigend. Hier liegen ganz klar die Stärken von Sky Rogue und obwohl die gegnerischen Piloten nur durch ihre Masse ein Problem darstellen und die Dogfights nicht ganz so knackig sind, wie sie es sein könnten, ist das Gameplay dennoch unglaublich zufriedenstellend – auch dank der stimmigen Kulisse.

Munition haben wir während unserer Kämpfe unendlich, ausgenommen sind dabei Dinge wie IR-Täuschkörper (auf englisch: Flares) die uns Raketen vom Leib halten. Alles andere hat jedoch einen fest angegebenen Munitions-Wert. Dieser bestimmt allerdings nur, in welcher Frequenz wir unsere Waffen abfeuern können, da Munition sich über Zeit wiederherstellt. Die Mechanik ist gut gewählt, da so ständige Zwischenlandungen auf unserem Flugzeugträger entfallen, ohne dass uns dabei allerdings unbegrenztes Dauerfeuer zur Verfügung steht.

 


 

– Besonderheiten: die Flugzeuge –

Die Auswahl an Flugzeugen ist sehr ansehnlich. Auch wenn man diese nicht über Mods ausweitet, liefert Sky Rogue eine gute Mischung verschiedener Flugzeugtypen. Da sind die schwerfälligen, trägeren Bomber, die Bodenziele leichter zu Asche verarbeiten können. Da sind ganz kleine, flinke Jäger die mit Geschwindigkeit und Wendigkeit überzeugen. Da finden sich jedoch auch Mittelstrecken oder Langstrecken-Jäger die eine gute Balance zwischen mehreren Werten finden.

Die Informationen zu jedem Flugzeugtypen sind dabei sehr gut: von den Lebenspunkten über Geschwindigkeit oder Beschleunigung ist jeder Wert ersichtlich und gut mit denen anderer Typen vergleichbar. Die mögliche Traglast sowie Flugzeugelektronik sind ebenfalls angegeben und spielen auch eine wichtige Rolle: technisch ‚kompliziertere‘ Raketen verbrauchen meistens weniger Traglast, dafür mehr von der Elektronik, da sie meistens mit ausgeklügelteren Mechaniken ausgerüstet sind – wogegen Bomben wenig bis gar keine elektronischen Komponenten haben, dafür umso schwerer sind. Insgesamt ist das Zusammenspiel aller Werte sehr zufriedenstellend, da man als Spieler grundsätzlich abwägen muss, ob und was man denn spielen mag.

Ein kleiner Wermutstropfen ist hierbei jedoch, dass Bomber grundsätzlich die bessere Wahl zu sein scheinen. Da die meisten Missionen das Zerstören von Gebäuden beinhalten, ist ein Bomber (und sei es nur ein kleiner, wendiger) die beste Wahl. Denn: Gebäude mit einfachen Raketen zu zerstören ist eine Qual und zieht sich sehr lange hin. So gibt es also nur Vorteile, wenn man sich für einen leichten Bomber entscheidet, wobei der reine Fokus auf einen Jäger in den meisten Fällen eher ein Nachteil ist.

 

– Besonderheiten: die Spielmodi – 

Aktuell gibt es den Singleplayer-Modus der einfach nur eine Verkettung von Missionen darstellt und einen lokalen Koop-Modus, in welchem man das selbe macht – nur zu zweit. Ein Multiplayer-Modus täte dem Spiel sehr gut, scheint aktuell jedoch nicht konkret geplant zu sein, ist aber auch nicht ausgeschlossen (laut Entwicklern).

 

– Besonderheiten: die Waffen und Freischaltbares –

Die Waffenauswahl ist vielfältig, definiert sich hierbei allerdings auch hauptsächlich durch kleine Details. Etwas mehr Schaden pro Schuss, dafür weniger Munition? Viele Kurzstreckenraketen oder eine einzige Langstreckenrakete mit mehr Schaden? Ungelenkte Raketen oder welche mit Wärmeerkennung? Wir sind stets eingeladen, zu experimentieren und zu werkeln, um am Ende die perfekte Mischung aus Flugzeug sowie Waffen zu finden und obwohl dabei nie das Gefühl entsteht, dass die Unterschiede sehr groß ausfallen, ist dies allemal ein unterhaltsamer Teil des Spiels.

Eine kleine Besonderheit sind hier dann noch die zwei Währungen und wie das Freischalten grundsätzlich funktioniert: durch Technik-Punkte schalten wir besagte Waffen und Flugzeuge permanent frei, die Waffen jedoch müssen dann zusätzlich mit der zweiten Währung im Spiel, dem Geld, gekauft werden. Dabei gilt aber: sterben wir in einer Mission und haben währenddessen gekaufte Waffen angelegt, gehen selbige verloren und müssen dann erneut gekauft werden. Was anfangs eher ärgerlich ist, macht später durch zu viel Geld keine Probleme mehr.

 

– Der Support –

Geplante Inhalte sind Dinge wie mehr Waffen, Flugzeuge, Gegnertypen sowie ein richtiger Endboss für das Spiel. Patches erfolgen in sehr regelmäßigen Abständen, die Kommunikation der Entwickler ist ebenfalls vorbildlich. Hier zeichnet sich eine klare, zufriedenstellende Linie ab und auch die geplanten Inhalte können Sky Rogue sinnvoll ergänzen.

 


 

– Das Fazit – 

Sky Rogue erinnert vom ersten Eindruck an alte Tage, vergisst dabei allerdings nicht, sich seine eigene Identität zu erhalten. Eine tolle Auswahl an Waffen und Flugzeugen, tolle Werte die zum Ausprobieren einladen und sehr gut spielbare Luftkämpfe überzeugen ebenso wie die farbenfrohe Optik, erstklassige Sounds und eine ansprechende Herausforderung – die dann auch noch mit viel Freischaltbarem lockt. Schade ist nur, dass reine Jagdflugzeuge im Nachteil erscheinen und der knackige Schwierigkeitsgrad nur über Masse statt Klasse erreicht wird, was auch ein wenig auf Kosten der Luftkämpfe geht. Dennoch ist Sky Rogue auf jeden Fall empfehlenswert für alle, die mit ihrem Gamepad bewaffnet in arcadige Luftkämpfe verwickelt werden wollen – auch da hier das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

 

– Warum 3.5 Sterne? –

Die kurze Antwort: weil die ganz knackigen Luftkämpfe fehlen. Das Gefühl, sich vielleicht mehrere Minuten mit dem selben Gegner herumzuschlagen, weil dieser ebenso clever ausweicht oder Tricks einsetzt, wie man selbst, ist aktuell nicht gegeben. Auch beschränken sich die meisten Missionsziele zu sehr auf den Boden, da es meistens nur darum geht, bestimmte Gebäude zu zerstören. Dieses ständige Gefühl, Jagdflugzeuge kämen nicht wirklich zur Geltung bzw seien die offensichtlich schwächere Wahl verhindert hier letztlich eine höhere Wertung, weil sich das wie ein roter Faden durch das Spiel zieht. Hierbei sei gesagt: das ist letztlich eine sehr knappe Entscheidung und ich bin überzeugt davon, dass mit künftigen Inhalten hier die 4 Sterne auf jeden Fall erreicht werden. Momentan geht Sky Rogue allerdings auf der Zielgeraden etwas die Puste aus.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.

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