Rust SCREENSHOTS
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

Rust

Geißel der Community

 

Für wen ist Rust eigentlich?

– Wer dem Open-World-Survival-Genre nicht abgeneigt ist und sich in der Mischung aus Überleben und Crafting wohl fühlt, ist hier zu Hause.

Für wen ist Rust eher nichts?

– Wie üblich in dem Genre sind etwas steilere Lernkurven sowie mehrere Versuche nötig. Wer dafür keinen Nerv hat, ist hier falsch.

Was möchte Rust sein?

– Ein Titel der komplexes Crafting und mehrschichtiges Survival zu bieten versucht.

Was ist Rust geworden?

– Eigentlich das, was es sein will, mit einer gravierenden Schwäche.

 

Rust hat sich inzwischen einen Namen gemacht. Nach dem anfangs desaströsen Start ins Early Access ist aus dem ehemals wackeligen Konzept ein gelungenes Spiel geworden. Neben dem sehr gelungenen Basenbau und starkem Crafting setzt das Spiel in erster Linie auch auf seine Survival-Mechaniken. Dabei vernachlässigt jedoch auch Rust einen ganz bestimmten Punkt. Welcher das ist, entnehmt ihr unserer Review.

 

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– Die Präsentation –

Grafisch ist Rust durchaus eine Augenweide. Selbst auf nicht maximalen Einstellungen punktet das Spiel mit schönen Oberflächen, tollen Lichteffekten und generell sehr schön anzusehenden Umgebungen. Ähnlich ist es mit gecrafteten Dingen sowie errichteten Gebäuden – eine kernige Blockhütte mit Steinfundament sieht genau so aus, wie sie aussehen sollte.

Technisch ist Rust aktuell noch ein ziemlicher Ressourcenfresser der hier und da Kompromisse erfordert. Darüber hinaus macht das Spiel keine großen Probleme.

Rust

Klanglich liefert Rust eine gute Vertonung: Musik ist dabei nur in den Menüs anzutreffen, darüber hinaus gibt es viele Umgebungsgeräusche im Spiel selbst. Vom Holzfällen hin zum Abfeuern einer Waffe klingt eigentlich alles so, wie es soll, und erzeugt dabei eine angenehme Atmosphäre. Dabei ist grundsätzlich eigentlich alles vertont: die eigenen Schritte, das Knistern des Lagerfeuers oder auch ein entfernt vorbeifliegendes Flugzeug.

 

– Das Gameplay –

Rust startet, wie es in seinem Genre üblich ist, mit nichts. Nur unser nackter Charakter, ein Stein der uns als Grundwerkzeug dient – und das war es. Wie wir es aus Minecraft und Co. kennen, beginnen wir dann natürlich sofort unsere Umgebung zu erkunden um so Ressourcen zu sammeln. Holz und Steine haben dabei anfangs die Priorität, aber auch Hanfpflanzen aus denen wir Stoff gewinnen sind sehr nützlich.

So craften wir uns schnell Werkzeuge und Waffen sowie Kleidung, die uns warm hält. Gerade letzteres ist ziemlich wichtig, wenn wir uns einen guten Ort zum vorläufigen Siedeln suchen wollen. Schließlich kann unsere Reise uns durch Schnee, Flüsse und andere Begebenheiten führen die eines schnell bei uns auslösen: Kälte.

Generell sind die Überlebensmechaniken nicht überzogen an die Realität gekettet, sie liefern jedoch ausgezeichnete Impulse fürs Gameplay, da Hunger, Durst und eben die Körpertemperatur durchaus unser handeln beeinflussen. So sind wir eben gezwungen, auch Pausen zu machen um nach unseren Bedürfnissen zu schauen und gerade in der Anfangszeit ist man so über jeden wild wachsenden Maiskolben froh, der einem noch ein paar Stunden Leben spendet. Mit zunehmender Spieldauer sterben solche Momente jedoch ab, da wir doch sehr schnell die Kontrolle darüber gewinnen.

Rust

Das Besondere an Rust ist, dass unser Avatar im Spiel zurück bleibt – selbst wenn wir uns ausloggen. Der Charakter schläft die Zeit dann einfach, kann währenddessen aber ausgeraubt oder gar umgebracht werden. Um dem entgegen zu wirken versuchen wir natürlich, uns bald eine relativ sichere Behausung zuzulegen. Dabei bietet Rust einige sehr tolle Möglichkeiten, die sich zudem sehr einfach bedienen lassen. Schade ist hierbei jedoch, dass gerade in der Anfangszeit jedwede Behausung eigentlich fast schon einer Zeitverschwendung gleicht. Gebäude lassen sich teilweise sehr schnell aushebeln, besonders wenn mehrere Personen auf Raubzug gehen.

Der Spielverlauf folgt dabei nachvollziehbaren Mustern, da wir uns, wie es im Genre üblich ist, von Ressource zu Ressource hangeln und dabei nachvollziehbaren Fortschritt erleben. Zusätzlich dazu gibt es in Rust jedoch auch noch Blaupausen, die sich nur in bestimmten Gebieten finden lassen. So können Notrationen die von Flugzeugen abgeworfen werden ebenso Blaupausen beinhalten wie Müllcontainer in verstrahlten Gebieten – was zwar nicht realistisch ist, dafür jedoch dem Gameplay gut tut. Denn das lockt auch vorsichtige Spieler hervor und lädt zu Risiken ein, da diese sich eben auch lohnen. Auch, da die Blaupausen nicht dem selben Muster wie das Crafting folgen, sondern alles zufällig freischalten.

Die größte Gefahr in Rust sind überwiegend die menschlichen Spieler, da der Survival-Aspekt irgendwann keine Hürde mehr ist. Dabei fühlen wir uns, gerade als frischer Spieler, regelrecht hilflos. Die anfänglichen Gebäude lassen sich leicht ‚zerstören‘ was Einbrüche sehr einfach gestaltet, für die Ausgeraubten jedoch bedeutet, dass sie regelrecht von 0 anfangen müssen. Darüber hinaus gibt es wenig, was dagegen getan werden kann. So folgt der Spielverlauf eigentlich einer recht geraden Linie, welche man jedoch immer wieder beschreiten muss, da andere Spieler einen stets zurückwerfen.

 


 

– Die Besonderheiten –

Hier findet sich das Kernstück des Gameplay, da auch die meiste Zeit hierauf verwendet wird: das Crafting. Die insgesamt recht linear verlaufende Verkettung von Rohstoffen, daraus herstellbaren Gegenständen und den daraus noch weiter zu gewinnenden Rohstoffen funktioniert sehr gut, auch weil alle Menüs hier ihren Job machen. Alle Gegenstände lassen sich filtern und auch wenn eine Suche fehlt – welche Rohstoffe zu welchen Gegenständen führen, ist durchweg klar ersichtlich. Zu keinem Zeitpunkt findet man sich als Spieler in der Situation wieder, nicht so recht zu wissen, worauf man hinarbeiten kann.

Durch das Herstellen eines Bauplans lässt sich im Spiel eine Unterkunft bauen. Ähnlich wie beim Crafting ist diese Spielmechanik leicht verständlich, jedoch keineswegs flach. Aus einer Vielzahl von verschiedenen Konstruktionen (Fundamente, Wände, Dächer, Stützbalken) lässt sich eine Unterkunft zusammen zimmern. Dabei zeigt das Spiel einem leicht an, welches Bauteil sich wo und wie anbringen lässt. Beim eigentlichen Bau hört es dann jedoch nicht auf: mit einem gecrafteten Hammer lässt sich jedes Teil auch noch aufwerten. So werden aus schäbigen Holzwänden zunächst massivere, ehe es weiter in Richtung Stein oder später gar Metall geht. Das geht sehr leicht von der Hand und kostet auch keine Zeit, da schließlich nichts abgerissen werden muss.

Rust

Das Konzept, etliche Spieler auf einen Server zu werfen, überzeugt mich, entgegen dem Rest des Spiels, nicht. Rust weist, wie andere Spiele auch, die Verantwortung von sich, dem Spieler eine Motivation zu geben, eben nicht einfach nur raubend und plündernd durchs Spielgeschehen zu ziehen. Denn genau das ist in Rust der Fall: da eine größere, natürliche Gefahr fehlt und auch sonst keinerlei Mechaniken implementiert sind, die das abmildern würden, lohnt es sich eigentlich nur, raubend und mordend zu spielen.

Hier müsste sich ein Entwickler einfach die Mühe machen und zumindest versuchen, den Spielern eine Option zu geben. Denn auch wenn das durchaus zur Spielerfahrung dazugehört – hier behindert es jedoch durchaus auch den Spielspaß. Mehr als einmal haben meine Mitspieler und ich mich in der Situation wiedergefunden, einfach keine Motivation auf einen weiteren Neustart zu haben, da schlichtweg ausnahmslos jede Spielerbegegnung mit jemand weiter fortgeschrittenes mit dem Tod endet.

Eine weitere Besonderheit sind eingebundene Workshop-Inhalte, die gegen kleines Geld verkauft werden. Dazu gehören ebenso Waffen wie auch Kleidungsstücke mit allerlei Designs. Zwar schaltet der Kauf solcher Items besagte Gegenstände frei – gecraftet werden müssen sie dennoch. Man bewegt sich hier ein Stück weit schon am Pay2Win, weil eine gute, freigekaufte Waffe doch einen Vorteil bringt, im Vergleich dazu, ggf. erst eine Blaupause durch Glück finden zu müssen. Insgesamt liegt das aber noch alles im grünen Bereich.

 


 

– Der Support –

Die Entwickler stecken viel Arbeit in Rust, auch abseits der Spielentwicklung. Hacker werden konsequent gebannt, Patches kommen in regelmäßigen Abständen. In den Community-Foren sind sie nicht ganz so effektiv, die Kommunikation über Patchnotes ist aber recht offen.

 

– Bisheriges Fazit –

Rust macht, in seinen guten Momenten, eine Menge Spaß. Da ist das komplexe Crafting, welches nie zu kompliziert wird genauso dafür verantwortlich wie nette Survivalmechaniken oder der tolle Häuserbau. Das Zusammenspiel aller Elemente ergibt eine interessante Grinding-Crafting-Erfahrung die über viele Stunden fesseln kann – auch dank der insgesamt tollen Präsentation. Da sind aber auch die schattigeren Momente in denen das Zusammenspiel mit anderen zu einer Deathmatch-Arena ausartet. Viele durch Mord und Raub bedingte Neustarts können dazu die Motivation trüben.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Meine Empfehlung: wer mit Survival/Crafting in einer PvP-Arena gut klar kommt, findet hier ein ziemlich starkes Spiel vor an dem konstant gearbeitet wird. Wer dagegen eher eine Abneigung gegen Grinding und wenige Möglichkeiten zum Schutz hat, überlegt es sich lieber zwei Mal.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.