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Rust

Geißel der Community

 

Survival-Crafting Spiele gibt es auf Steam bei weitem mehr als genug, doch Rust hat sich während der Early-Access Phase einen Namen gemacht. Vor allem durch den starken Fokus auf PvP-Elemente will es sich von anderen Spiele absetzen. Nach dem anfangs desaströsen Start ins Early Access ist aus dem ehemals wackeligen Konzept ein solides Spiel geworden.

Neben dem sehr gelungenen Basenbau und starkem Crafting setzt das Spiel in erster Linie auch auf seine Survival-Mechaniken. Dabei vernachlässigt jedoch auch Rust einen ganz bestimmten Punkt. Welcher das ist und ob das Spiel dennoch etwas für euch ist, entnehmt ihr jetzt unserer Review.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine finale Version handelt, da dieses Spiel den Early Access verlassen hat. Unsere Wertung ist ebenfalls endgültig und wird sich nicht mehr ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Über die bisherige Entwicklung und nennenswerte Updates zum Spiel informierten wir in Form von einem QUICKIE, diese findest du auf unserer Startseite oder direkt im dazu passenden Review. Wichtige Informationen zu unserem Bewertungssystem gibt es hier.

 


 

– Präsentation –

Grafisch ist Rust durchaus eine Augenweide. Selbst auf nicht maximalen Einstellungen punktet das Spiel mit schönen Oberflächen, tollen Lichteffekten und generell sehr schön anzusehenden Umgebungen. Ähnlich ist es mit gecrafteten Dingen sowie errichteten Gebäuden – eine kernige Blockhütte mit Steinfundament sieht genau so aus, wie sie aussehen sollte.

Technisch ist Rust immer noch ein ziemlicher Ressourcenfresser der hier und da Kompromisse erfordert. Darüber hinaus macht das Spiel keine großen Probleme.

Rust

Klanglich liefert Rust eine gute Vertonung: Musik ist dabei nur in den Menüs anzutreffen, darüber hinaus gibt es viele Umgebungsgeräusche im Spiel selbst. Vom Holzfällen hin zum Abfeuern einer Waffe klingt eigentlich alles so, wie es soll, und erzeugt dabei eine angenehme Atmosphäre. Dabei ist grundsätzlich eigentlich alles vertont: die eigenen Schritte, das Knistern des Lagerfeuers oder auch ein entfernt vorbeifliegendes Flugzeug.

 

– Gameplay –

Rust startet, wie es in seinem Genre üblich ist, mit nichts. Nur unser nackter Charakter, ein Stein der uns als Grundwerkzeug dient – und das war es. Wie wir es aus Minecraft und Co. kennen, beginnen wir dann natürlich sofort unsere Umgebung zu erkunden um so Ressourcen zu sammeln. Holz und Steine haben dabei anfangs die Priorität, aber auch Hanfpflanzen aus denen wir Stoff gewinnen sind sehr nützlich.

So craften wir uns schnell Werkzeuge und Waffen sowie Kleidung, die uns warm hält. Gerade letzteres ist ziemlich wichtig, wenn wir uns einen guten Ort zum vorläufigen Siedeln suchen wollen. Schließlich kann unsere Reise uns durch Schnee, Flüsse und andere Begebenheiten führen die eines schnell bei uns auslösen: Kälte.

Generell sind die Überlebensmechaniken nicht überzogen an die Realität gekettet, sie liefern jedoch ausgezeichnete Impulse fürs Gameplay, da Hunger, Durst und eben die Körpertemperatur durchaus unser handeln beeinflussen. So sind wir eben gezwungen, auch Pausen zu machen um nach unseren Bedürfnissen zu schauen und gerade in der Anfangszeit ist man so über jeden wild wachsenden Maiskolben froh, der einem noch ein paar Stunden Leben spendet. Mit zunehmender Spieldauer sterben solche Momente jedoch ab, da wir doch sehr schnell die Kontrolle darüber gewinnen.

Rust

Das Besondere an Rust ist, dass unser Avatar im Spiel zurück bleibt – selbst wenn wir uns ausloggen. Der Charakter schläft die Zeit dann einfach, kann währenddessen aber ausgeraubt oder gar umgebracht werden. Um dem entgegen zu wirken versuchen wir natürlich, uns bald eine relativ sichere Behausung zuzulegen. Dabei bietet Rust einige sehr tolle Möglichkeiten, die sich zudem sehr einfach bedienen lassen. Schade ist hierbei jedoch, dass gerade in der Anfangszeit jedwede Behausung eigentlich fast schon einer Zeitverschwendung gleicht. Gebäude lassen sich teilweise sehr schnell aushebeln, besonders wenn mehrere Personen auf Raubzug gehen.

Die größte Gefahr in Rust sind überwiegend die menschlichen Spieler, da der Survival-Aspekt irgendwann keine Hürde mehr ist. Dabei fühlen wir uns, gerade als frischer Spieler, regelrecht hilflos. Die anfänglichen Gebäude lassen sich leicht ‚zerstören‘ was Einbrüche sehr einfach gestaltet, für die Ausgeraubten jedoch bedeutet, dass sie regelrecht von 0 anfangen müssen. Darüber hinaus gibt es wenig, was dagegen getan werden kann. So folgt der Spielverlauf eigentlich einer recht geraden Linie, welche man jedoch immer wieder beschreiten muss, da andere Spieler einen stets zurückwerfen.

 


 

– Besonderheiten –

Hier findet sich das Kernstück des Gameplay, da auch die meiste Zeit hierauf verwendet wird: das Crafting. Die insgesamt recht linear verlaufende Verkettung von Rohstoffen, daraus herstellbaren Gegenständen und den daraus noch weiter zu gewinnenden Rohstoffen funktioniert sehr gut, auch weil alle Menüs hier ihren Job machen. Alle Gegenstände lassen sich filtern und auch wenn eine Suche fehlt – welche Rohstoffe zu welchen Gegenständen führen, ist durchweg klar ersichtlich. Zu keinem Zeitpunkt findet man sich als Spieler in der Situation wieder, nicht so recht zu wissen, worauf man hinarbeiten kann.

Durch das Herstellen eines Bauplans lässt sich im Spiel eine Unterkunft bauen. Ähnlich wie beim Crafting ist diese Spielmechanik leicht verständlich, jedoch keineswegs flach. Aus einer Vielzahl von verschiedenen Konstruktionen (Fundamente, Wände, Dächer, Stützbalken) lässt sich eine Unterkunft zusammen zimmern. Dabei zeigt das Spiel einem leicht an, welches Bauteil sich wo und wie anbringen lässt. Beim eigentlichen Bau hört es dann jedoch nicht auf: mit einem gecrafteten Hammer lässt sich jedes Teil auch noch aufwerten. So werden aus schäbigen Holzwänden zunächst massivere, ehe es weiter in Richtung Stein oder später gar Metall geht. Das geht sehr leicht von der Hand und kostet auch keine Zeit, da schließlich nichts abgerissen werden muss.

Rust

Das Konzept, etliche Spieler auf einen Server zu werfen, überzeugt mich, entgegen dem Rest des Spiels, nicht. Rust weist, wie andere Spiele auch, die Verantwortung von sich, dem Spieler eine Motivation zu geben, eben nicht einfach nur raubend und plündernd durchs Spielgeschehen zu ziehen. Denn genau das ist in Rust der Fall: da eine größere, natürliche Gefahr fehlt und auch sonst keinerlei Mechaniken implementiert sind, die das abmildern würden, lohnt es sich eigentlich nur, raubend und mordend zu spielen.

Hier müsste sich ein Entwickler einfach die Mühe machen und zumindest versuchen, den Spielern eine Option zu geben. Denn auch wenn das durchaus zur Spielerfahrung dazugehört – hier behindert es jedoch durchaus auch den Spielspaß. Mehr als einmal haben meine Mitspieler und ich mich in der Situation wiedergefunden, einfach keine Motivation auf einen weiteren Neustart zu haben, da schlichtweg ausnahmslos jede Spielerbegegnung mit jemand weiter fortgeschrittenes mit dem Tod endet.

Eine weitere Besonderheit sind eingebundene Workshop-Inhalte, die gegen kleines Geld verkauft werden. Dazu gehören ebenso Waffen wie auch Kleidungsstücke mit allerlei Designs. Zwar schaltet der Kauf solcher Items besagte Gegenstände frei – gecraftet werden müssen sie dennoch. Man bewegt sich hier ein Stück weit schon am Pay2Win, weil eine gute, freigekaufte Waffe doch einen Vorteil bringt, im Vergleich dazu, ggf. erst eine Blaupause durch Glück finden zu müssen. Insgesamt liegt das aber noch alles im grünen Bereich.

 


 

– Fazit –

Das Spiel macht in seinen guten Momenten eine Menge Spaß. Da ist das komplexe Crafting, welches nie zu kompliziert wird genauso dafür verantwortlich wie nette Survivalmechaniken oder der tolle Häuserbau. Das Zusammenspiel aller Elemente ergibt eine interessante Grinding-Crafting-Erfahrung die über viele Stunden fesseln kann – auch dank der insgesamt tollen Präsentation.

Da sind aber auch die schattigeren Momente in denen das Zusammenspiel mit anderen zu einer Deathmatch-Arena ausartet. Viele durch Mord und Raub bedingte Neustarts können dazu die Motivation trüben.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Meine Empfehlung: wer mit Survival/Crafting in einer PvP-Arena gut klar kommt, findet hier ein ziemlich starkes Spiel vor an dem konstant gearbeitet wird. Wer dagegen eher eine Abneigung gegen Grinding und wenige Möglichkeiten zum Schutz hat, überlegt es sich lieber zwei Mal.

Rust hat am 08.02.2018 nach etwas mehr als vier Jahren die Early-Access-Phase verlassen. Während dieser Zeit wurden ständig Updates veröffentlicht, teils auch heftig diskutiert, doch blieb das Spiel immer seinem Grundprinzip treu – ein Survival bzw. Crafting-Spiel zu sein welches stark auf PvP fokussiert ist. An der Meinung und Wertung zum Spiel hat sich dementsprechend nichts geändert, 3.5 Sterne sind von unserer Seite absolut angemessen. Mit der Veröffentlichung wurde noch der Preis von ursprünglich knapp 20€ auf 32€ erhöht.

 


 

 


 

Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sega Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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