Paladins SCREENSHOTS
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VN:F [1.9.22_1171]

Paladins

Overw. . . . Paladins!

 

Für wen ist Paladins eigentlich?

– Gelegenheitsspieler, Shooter Freunde und alle die ein schnelles und rasantes Gameplay mögen.

Für wen ist Paladins eher nichts?

– Wer eine tiefgründige Story, gemütliches und langsames Gameplay erwartet, wird hier nicht fündig.

Was möchte Paladins sein?

– Ein clever verpackter Team Shooter mit Fokus auf schnelle und intensive Action.

Was ist Paladins geworden?

– Zwar ein weiterer Shooter im Genre, welcher sich allerdings keineswegs hinter seinen großen Brüdern verstecken braucht.

 

Bevor es mit der eigentlichen Review los geht möchte ich ein paar Dinge gerade rücken. Natürlich sieht das Spiel auf dem ersten Blick Overwatch sehr ähnlich, dem kann niemand widersprechen. Allerdings sollte man hier nicht zu schnell urteilen, denn hat Entwicklerstudio Hi-Rez bereits 2005 begonnen an einem PVP-Shooter Namens Global Agenda zu arbeiten, welcher nicht nur den Grundstein für Paladins legte, sondern auch starken Einfluss auf weitere Titel aus dem Hause hatte. Dazu zählen unter anderem Tribes: Ascend und SMITE.

Viele Mechaniken und Eigenschaften der Helden aus Paladins sind in den Gameplay Videos aus Global Agenda deutlich zu erkennen. Das entsprechende Video Material findet ihr auf dem offiziellen YouTube Kanal. Zu diesem Zeitpunkt gab es weder Overwatch noch wurde es vorgestellt bzw. angekündigt. Wem das nicht reicht, der findet auf Reddit eine offizielle Stellungnahme der Entwickler, den vollständigen Artikel gibt es hier.

Lediglich das kürzlich hinzugefügte Feature „Play of the Game“ ist eine 1:1 Kopie von Overwatch und hat mich persönlich ein wenig verärgert, denn finde ich diese Einblendung generell absolut überflüssig und unnötig.

Warum Paladins für mich dennoch viel mehr als ein einfaches „Ripoff“ von Overwatch ist und mir stellenweise sogar mehr Spaß macht, als der große Bruder, das erfahrt ihr in dieser Review.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 


 

– Die Präsentation –

Bunt, abgedreht und wild. Paladins erzielt damit ein absolut stimmiges und passendes Setting. Grafisch spielt es zwar nicht ganz oben mit, muss es aber auch gar nicht, denn der leicht comichafte Stil passt wunderbar und dank Unreal Engine 3 kann man auch auf älteren Geräten ordentlich spielen. Das Menü ist grundsätzlich übersichtlich gehalten, mit wenigen Klicks ist man mitten im Geschehen, im Shop oder in der Champion Übersicht, verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht.

Die Musik ist angenehm und durchaus passend. So hat das Spiel die ein oder andere epische musikalische Untermalung in passenden Momenten der Schlacht. Auch die Champs verfügen über teils lustige Sprüche die automatisch oder durch einen „Taunt“ ausgelöst werden können.

Technisch läuft Paladins absolut rund und bietet ausreichende Einstellungsmöglichkeiten zur individuellen Anpassung an das jeweilige System. Spieler mit älteren Geräten können sich mit konstanten FPS ebenfalls in die Schlacht stürzen.

 

– Das Gameplay –

Wie das bei FPS im Allgemeinen nun mal ist, muss die Steuerung einfach passen. Paladins bietet die Möglichkeit den Champ entweder per Maus und Tastatur oder mit einem Controller zu steuern. Ich habe beide Varianten getestet und komme persönlich mit der Maus und Tastatur besser klar, da ich mit dem Controller einfach nicht schnell genug reagieren kann, die Steuerung ist bei beiden aber leicht zu handhaben und durchdacht. Erfahrene Spieler aber auch Einsteiger werden schnell damit klar kommen, denn neu oder speziell ist hier nichts.

Paladins ist ein sehr auf Zusammenspiel ausgelegter Shooter. Egoisten oder Einzelgänger werden hier nur sehr wenige Erfolge feiern, zumindest langfristig. Einnehmen, verteidigen, zurück erobern und anschließend pushen, „Objective“, darum geht es. Ab geht’s! 5 vs 5, wahlweise gemeinsam mit Freunden oder zufällig gefundenen Spielern. Dank der konstant großen Spielerzahl wartet man im Durchschnitt nur wenige Sekunden auf eine Partie.

Gespielt wird im Siege Modus auf insgesamt 9 Karten die sich optisch teilweise allerdings sehr ähnlich sind. Im Payload Modus haben stehen aktuell nur 3 Karten zur Auswahl . Dies ist allerdings nicht schlimm, im Gegenteil. Das Spiel wird durch die Wahl der Helden und die Eigenschaften der jeweiligen Spieler bestimmt, selbst wenn immer die gleiche Karte gespielt wird, jeder Runde ist einzigartig, ähnlich wie bei Dota und LoL.

Paladins 3

Wurde ein Spiel gefunden bestätigen wir ganz klassisch den Beitritt und warten auf den Rest der Spieler. Wurde ein Champ gewählt, kann dieser visuell angepasst werden, dazu stehen einige Skins zur Auswahl. Aktuell allerdings noch ein recht kleines Angebot, meist ändert sich lediglich die Farbe der Ausrüstung, hier gibt es definitiv noch Nachholbedarf.

Im Spiel selbst haben wir die Möglichkeit über den Teamchat und diverse Befehle mit unseren Leuten zu kommunizieren. Einen eingebauten Voice Chat gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht, ob dies allerdings wirklich ein Nachteil ist, sei dahin gestellt. Generell empfiehlt es sich, gemeinsam mit Freunden zu spielen, denn hier ist ein funktionierendes Team bzw. Zusammenspiel der Schlüssel zum Erfolg.

Entwicklerstudio Hi-Rez erfindet das Genre nicht neu, dennoch ist das Gameplay äußerst erfrischend und äußerst einsteigerfreundlich. Die Champs lassen sich geschmeidig steuern und auch die Kollisionen sowie Hitboxen passen soweit, machen stellenweise aber noch ein paar Probleme. So blieb ich bei meinem Test öfter an Ecken und Steinen hängen, was ich in stressigen Situationen durchaus als sehr störend empfand.

 


 

– Die Besonderheiten –

Aktuell stehen insgesamt 4 Spielmodi zur Verfügung. Dabei haben wir die Wahl zwischen Siege, Survival, Payload und Test Maps. Im Siege Modus geht es darum Punkte einzunehmen, zu halten und die erlangte Fracht im Anschluss ans Ziel zu bringen. Survival heißt überleben, das letzte Team mit einem lebenden Spieler oder mehr gewinnt die Runde (wen es erwischt hat, der darf bis zum Ende der Runde warten). Im Payload Modus muss die Fracht von Beginn an möglichst Weit geschoben werden, dazu haben die Spieler 7 Minuten Zeit. Im Anschluss werden die Seiten gewechselt. Gewonnen hat das Team, welches nach Ablauf der Zeit die Fracht weiter schieben konnte.

Der letzte Spielmodus ist eine Art Test Zone, denn hier können die aktuell in Entwicklung stehenden Karten angespielt werden und gleichzeitig die Meinung dazu offen auf den Tisch gelegt werden! Wer gewertete Matches spielen will, der muss zunächst 12 Helden auf mindestens Stufe 4 bringen.

Das Kartensystem bietet Spielen die Möglichkeit, den gewählten Helden dem eigenen Spielstil anzupassen. Wurde z.B. ein Tank ( Klasse die viel Schaden einstecken kann ) gewählt, so bietet es sich an, ihn mit Karten zu versorgen, die noch mehr Schaden einstecken lassen. Bei Helden die auf Schaden ausgelegt sind, lässt sich mit Karten dieser weiter erhöhen aber auch hier machen Karten die den Schaden reduzieren in manchen Situationen durchaus Sinn. Zusätzlich lassen sich zu Beginn und während dem gesamten Spiel Items kaufen. Diese bezahlt man mit im Spiel verdienten Punkten. Unterteilt wird in: Attack, Defense, Healing und Utility. Mit diesen Items könnt ihr noch gezielter gegen eure Gegner vorgehen.

Paladins ist ein reiner Multiplayer Titel und benötigt somit zwingend Mitspieler. Allerdings wird man nicht gleich ins kalte Wasser geworfen, denn auf Wunsch können die Waffen erst einmal auf Bots gerichtet werden. Für Neueinsteiger im Genre gibt es dazu ein sehr ausführliches Tutorial sowie Übungslager, welches alle relevanten Grundlagen in kurzer Zeit vermittelt. Bevor man sich jedoch in die Schlacht stürzt muss ein Champion gewählt werden. Hier hat man die Qual der Wahl, denn jeder der momentan 26 spielbaren Champs (neue Spieler starten mit 8 freigeschalteten Champions, weitere müssen für jeweils 5000 Gold freigekauft werden, nur der aktuellste kostet 7500 Gold) hat einen komplett eigenen Spielstil sowie einzigartige Ultimate Attacke. Unterschieden wird in 4 Kategorien: Front Line, Damage, Support und Flank. Sowohl für passive als auch offensive Spieler hat Paladins also einiges im Gepäck.

Kommen wir zum wohl wichtigsten Punkt: Free 2 Play. Bei dem Wort bin ich meist auch schon wieder raus, denn habe ich in der Vergangenheit wenig Spiele gefunden die ein F2P Model nutzen, welches mich anspricht oder mir nicht das Gefühl gibt, man wolle mich melken wie eine Kuh. Wem es da ähnlich geht, den kann ich beruhigen. Hier haben wir ein absolut faires F2P Model, welches sich auch schon in SMITE bewährt hat.

Alle Champs lassen sich mit relativ wenig Aufwand freispielen. Besonders Spieler die regelmäßig bei Paladins vorbei schauen, profitieren richtig. Loggt man sich täglich ein bekommt man Gold geschenkt, die Summe steigt mit jedem weiteren Tag, sodass an den letzten beiden Tagen der Woche sogar Kristalle abgestaubt werden können (exklusiv Währung). Aber auch wer nicht täglich dabei ist, kann durch einfaches spielen Gold verdienen. Mit jedem Lvl Up eurer Helden sowie dem Account, bekommt ihr ebenfalls Gold geschenkt. Hinzu kommen Quests sowie Events von Hi-Rez, die ebenfalls mit Leichtigkeit und wenig Aufwand Gold / Kristalle verdienen lassen.

Wem das zuviel Aufwand ist, der kann sich für einmalig 19,99 € das Paladins Founder’s Pack kaufen. Mit diesem Paket bekommt man sofortigen Zugriff auf alle Champions und auf die, die noch kommen! Zusätzlich erhält man sofort 20 Truhen (beinhalten Karten, Skins und Gold), sowie ein exklusiv Reittier und Skin für Fernando. Habt ihr im Vorfeld Champs für Gold freigekauft, so erhaltet ihr die komplette Summe zurück, solltet ihr das Founder’s Pack kaufen. Eine sehr faire und feine Sache! Wer echtes Geld investieren will, der kann dieses in XP Booster sowie Truhen und diverse Skins stecken, das wars.

Gerade bei Spielen die eine große Auswahl an Helden bieten, stellen sich schnell Fragen zur Balance. Aktuell ist das Spiel bzw. die jeweiligen Champions zum größten Teil ausgeglichen. Hier und da stellt sich die Frage ob der Autohit zu stark, zu schwach oder generelle Fähigkeiten unausgeglichen sind. Am Ende speilt dann aber auch das eigene Können sowie Zusammenspiel im Team eine entschiedene Rolle, denn ohne Teamplay geht hier nichts. Wie sich das ganze in Zukunft entwickelt muss genau beobachtet werden, doch haben die Entwickler bereits mit SMITE bewiesen, dass sie durchaus ein fähiges Händchen für ausgeglichene Multiplayerspiele haben.

 


 

– Der Support –

Die Entwickler sind sehr an dem Feedback der Community interessiert. Im Spiel kann jeder an einer Umfrage zum Spiel teilnehmen ( Welcher Held ist zu stark, welcher zu Schwach etc. ). Zusätzlich kann man in der offiziellen Steamgruppe eine Reihe an Antworten zu den wichtigsten Fragen finden. Außerdem gibt es bereits ein sehr detailliertes Wiki. Weiteres gilt abzuwarten, aktuell fahren die Dev’s auf einer sehr transparenten und ordentlichen Schiene mit ihrem Fantasy Team Shooter. Hinzu kommen regelmäßige Streams auf dem offiziellen Paladins Account, wo die neuesten Helden sowie weitere Änderungen vorgestellt werden.

 

– Bisheriges Fazit –

Wir haben hier einen verdammt guten, funktionierenden und vor allem fairen F2P Multiplayershooter, der vielleicht nicht zum cleversten Zeitpunkt oder vielleicht doch veröffentlicht wurde. Muss sich Paladins aktuell viele Vorwürfe des Ideendiebstahls von Overwatch gefallen lassen , welche allerdings nicht gerechtfertigt sind (einzig das „Play of the Match“ Feature ist da meiner Meinung nach kritisch zu sehen), so ist schlechte Werbung bekanntlich ja die beste Werbung und es scheint zu funktionieren. Verdient!

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter Eure Wertung klicken. Wahnsinn!

Paladins funktioniert, sieht gut aus, macht verdammt viel Spaß und ist auch noch kostenlos. Hinzu kommt eine sehr gute Performance auch auf alten Rechnern. Wer eine Pause von Overwatch braucht oder generell einfach auf der Suche nach einem neuen Teamshooter ist, der lädt sich Paladins runter, ich wünsche viel Spaß!

 


 

 


 

Larrix

Über Larrix

Baujahr 1988, Mario mein bester Freund und Link mein größter Held. Mit den Jahren entwickelte ich dann doch ein ordentliches Interesse an Strategie Spielen. Wenn ich aber die ganzen Jahre einmal Revue passieren lasse, so war ich doch eigentlich in fast jedem Genre zu Hause, mal länger und mal hab ich nur kurz vorbei geschaut. Das ist im Grunde auch heute noch so, allerdings wähle ich die Spiele mittlerweile etwas bewusster aus und verfalle nicht mehr jedem Hype.

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