Oxygen Not Included SCREENSHOTS
Unsere Wertung:
Eure Wertung:
VN:F [1.9.22_1171]

Oxygen Not Included

Die Suche nach dem unsichtbaren Gold

 

Für wen ist Oxygen Not Included eigentlich?

– Fans des ebenfalls von Klei stammenden ‚Don’t Starve‘ werden sich auf jeden Fall wohlfühlen!

Für wen ist Oxygen Not Included eher nichts?

– Wem Survival-Crafting grundsätzlich nicht zusagt, wird hier keine Überraschung erleben.

Was möchte Oxygen Not Included sein?

– Ein ‚Don’t Starve‘ im Weltall – mit mehr Mikromanagement.

Was ist Oxygen Not Included geworden?

– Ein ‚Don’t Starve‘ im Weltall, welches bislang das ganze Potential noch nicht ausschöpft.

 

Wer ‚Don’t Starve‘ kennt, weiß direkt in welche Richtung sich Klei’s neues Spiel bewegt. Doch anstatt nur einen einzigen Charakter zu steuern und sich vor Monstern zu fürchten, die aus der Feder Tim Burton’s stammen könnten, findet der Spieler sich diesmal im innersten eines Asteroiden wieder und bekämpft die Wechselwirkungen verschiedenster Flüssigkeiten und Gase. Dabei verändert sich auch der spielerische Fokus, da nun eine wachsende Gruppe von sogenannten ‚Duplikanten‘ zu verwalten ist. Ob das Konzept überzeugt und wie es sich auf Dauer spielt, verrät euch unsere Review.

 

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– Die Präsentation –

Oxygen Not Included sieht auf den ersten Blick aus wie ein Cousin von Don’t Starve, bei welchem die Gene von Tim Burton nicht ganz stark ausgeprägt sind. Im Klartext heißt das, dass den Spieler hier ein handgezeichneter, leicht cartoonischer Stil erwartet. Entsprechend sind auch einige Animationen mit einem Augenzwinkern gestaltet, angefangen beim Treudoofen Blick aller Asteroid-Bewohner.

Ein schönes Detail ist hier der namen gebende Sauerstoff: dieser ist leicht bläulich sichtbar und es hat beinahe schon etwas hypnotisches, wenn sich durch das Ausheben eines neuen Raumes der Sauerstoff bewegt. Selbiges gilt da übrigens auch für andere, weniger gesunde Gase.

Klanglich habe ich das Spiel als solide, jedoch nicht sehr herausragend empfunden. Die Sci-Fi inspirierte Musik wird überraschend schnell monoton und obwohl die restlichen Sounds zur jeweiligen Begebenheit passen, ist das stete Pingen und Surren doch irgendwann ein Störfaktor. Das Level an Charme und Atmosphäre, welches dazu im Vergleich in Don’t Starve erreicht werden, kratzt Oxygen Not Included hier leider nicht einmal an.

Vom technischen Standpunkt aus hingegen, gibt es an Oxygen Not Included nichts zu bemängeln. Das Spiel läuft sauber und flüssig, kritische Fehler sind mir keine begegnet.

 

– Das Gameplay –

Das Spiel legt den Fokus auf ein strategischeres Konzept, anders als es noch bei Don’t Starve der Fall war. So werden Duplikanten (unsere Bewohner) nicht aktiv gesteuert, sondern übernehmen Aufgaben automatisch – je nachdem wie sie eingeteilt werden. Der Großteil des eigentlichen Spiels besteht also aus einem großen Management-Anteil durchdrungen von Menüs, Statistiken und Einstellungsmöglichkeiten. Einfach unbedacht darauf los bauen und schier endlos expandieren ist bei Oxygen Not Included also nicht möglich.

Das liegt an zwei Dingen: zum einen werden neue Duplikanten erst nach einer Weile erzeugt. So legt das Spiel von Anfang an ein gewisses Tempo vor. Zum anderen, und das ist der wichtigere Aspekt, liegt es am namensgebenden Sauerstoff. Dieser entsteht nicht aus dem Nichts und die Gliederung neuer Räume, sowie das clevere Expandieren sind hier vonnöten, damit nicht zu viel von der kostbaren Luft verpufft. Zum Glück bietet das Spiel einem jedoch genügend Werkzeuge, um Herr der Lage zu werden.

Die simpelsten Mittel stellen hierbei Wände und Drucklufttüren dar. Diese halten in Räumen einen bestimmten Druck aufrecht und verhindern, dass der kostbare Sauerstoff einfach in die Leere des Alls entweicht. Warum der Druck wichtig ist? Viele Pflanzen gedeihen andernfalls nicht und deren Erzeugnisse (entweder ebenfalls Sauerstoff oder gar Nahrung) können nicht gewonnen werden. Generell wird schnell klar, dass Oxygen Not Included sehr verschachtelt und keineswegs leicht durchschaubar ist.

Dazu trägt auch das fehlende Tutorial bei, weshalb die ersten Schritte streng nach dem Schema ‚Learning by Doing‘ ablaufen. So kann es schon einmal die Tode vieler Duplikanten bedeuten, ehe einem die Relevanz von Gasen, Temperaturen und guter Konstruktion klar sind. So habe ich beispielsweise auf die harte Tour lernen müssen, dass wahlloses Horten jedweder Ressourcen nichts bringt. Wieso? Manche Dinge verfaulen, wenn sie nicht gekühlt werden.

Das wiederum erzeugt teils giftige Gase, welche die Luft verpesten – und ehe man sich versieht ist man mit einem Problem konfrontiert, welches man so leicht nicht löst, weil einfach jeder vollgestopfte Schrank zu einer giftigen Bombe mutiert ist.

Zum Glück gibt das Spiel einem jedoch genau die richtigen Werkzeuge mit den auf den Weg, um solche Dinge in den Griff zu bekommen. Durch Forschung lässt sich der Werkzeugkasten erweitern und das erlaubt später einige geniale Kniffe. So dürfen wir Gase durch Rohre pumpen und durch bestimmte Generatoren nehmen wir die Abwärme der Gase und leiten sie in unsere Kolonie – die zumeist giftigen Gase selbst leiten wir an anderer Stelle einfach wieder hinaus. Damit lassen sich Räume erwärmen und abkühlen, je nachdem wie wir es brauchen.

Diese Spielereien haben jedoch auch einen Preis: sie kosten Energie. Und wie erzeugt man selbige? Richtig, man baut riesige Hamsterräder und lässt Duplikanten darin herumrennen! Dabei kommen einem die Eigenschaften *EAA* der Duplikanten zugute. Jeder von ihnen hat nämlich eine Profession und Statuswerte. Ein Minenarbeiter buddelt sich besser durch die Erde, wogegen ein Läufer eben…der perfekte Hamster ist!

Zwar funktioniert die Kolonie auch ‚irgendwie‘, wenn man sich nicht zu sehr darum kümmert – doch wer gezielt Aufgaben einteilt, kann die Leistung seiner Bewohner maximieren. Doch keine Bange: später lässt sich auch auf anderem Weg Strom erzeugen, Flüssigkeiten und Gase lassen auch hier grüßen.

Trotz dieser Möglichkeiten im Bereich der Optimierung, gibt es dennoch einige Phasen, in denen eigentlich wenig bis gar nichts passiert und man auf der schnellsten Geschwindigkeit nur Zeit überbrückt. Warum? Nun, manchmal wartet man auf einen technologischen Fortschritt oder einfach auf das Erscheinen des nächsten Duplikanten. Letzteres geschieht in zeitlich festgelegten Abständen. In diesen Momenten ist die Freude an der selbstgebauten Sci-Fi-Ameisenkolonie etwas getrübt, es lässt sich jedoch verkraften.

 


 

– Die Besonderheiten –

Die Duplikanten sind in unterschiedliche Klassen eingeteilt und haben damit eigene Vor- und Nachteile. Dabei hat man allerdings bei der Fülle an Männlein, die auf dem Bildschirm herumwuseln, irgendwann nicht mehr so ganz den Durchblick, was besagte Schwächen angeht.

So sind die Stärken bzw. Schwächen meistens nicht so deutlich spürbar, als dass es eine Notwendigkeit wäre, die Arbeiter gezielt einzusetzen. Zwar neigt man als Spieler dazu, das dennoch so zu handhaben – spürbare Effekte sind aber höchstens minimal vorhanden.

Ähnlich steht es aktuell um den Stress. Dieser reduziert die Produktivität eines Duplikanten drastisch, allerdings lässt er sich aktuell sehr leicht niedrig halten. Eine Toilette, ein paar Pflanzen und ein Bett – schon sind die Stresswerte sehr niedrig, auch wenn es in der Kolonie zu kalt ist oder es überall stinkt. Hier stimmen zwar schon die Effekte des Stresses selbst, doch er lässt sich zu leicht eindämmen.

Die Vernetzung und Statsitik im Spiel ist sehr zufriedenstellend. Durch Wasser oder Gase betriebene Generatoren, deren Abwärme dann unter anderem auch zur Erwärmung/Abkühlung der Kolonie genutzt werden kann, sind hier die gängigen Beispiele. Es ist aber schön, wenn eben jenes funktioniert und man endlich den Durchblick bezüglich der Systeme hat.

Die detaillierten Infotafeln, die sich zu jedem Punkt aufrufen lassen, sind dabei ebenfalls sehr befriedigend. Zu jeder Kleinigkeit gibt es ausführliche Informationen – egal ob es um den Status der Duplikanten, deren Tätigkeiten oder den Nahrungskonsum geht.

Die Forschung ist insgesamt recht klassisch gehalten: ein bzw. zwei Terminals, an denen geforscht werden kann. Dabei werden neue Technologien entwickelt, die daraufhin die oben erwähnte Nutzung von mehr Gasen und Flüssigkeiten erlauben, die Stromerzeugung vereinfachen oder einfach für mehr Komfort sorgen.

Damit werden anfängliche Hindernisse etwas abgemildert, was dem Spielfluss durchaus dienlich ist. Durch die Langwierigkeit des Ganzen, trägt die Forschung jedoch massiv zu längeren, ereignislosen Pausen im Spielfluss bei, da man sich oft an dem Punkt wiederfindet, alles sinnvolle gebaut zu haben.

 


 

– Der Support –

Erste, kleine Patches und Hotfixes hat Oxygen Not Included bereits erhalten und über künftige Updates wird vereinzelt schon geredet bzw. seitens des Entwicklers etwas erzählt. Darüber hinaus hat Klei eine Geschichte, was Early Access Titel angeht. Don’t Starve Together und Invisible Inc zeugen davon, wie positiv eine Early Access Zeit verlaufen kann. Von dem Standpunkt aus, gibt es keine Sorgen die man sich bezüglich der weiteren Entwicklung machen sollte – wenn jemand eine Early Access Phase gut begleitet, dann Klei.

 

– Vorläufiges Fazit –

ONI ist sehr charmant und lässt schon nach wenigen Spielstunden keine Zweifel daran, dass es ebenso komplex ist. Das Gründen und Expandieren einer Weltraumkolonie inmitten eines Asteroiden ist ziemlich anspruchsvoll, auch weil das Zusammenspiel aus Gasen, Flüssigkeiten und der Erzeugung von Energie – sowie deren Wechselwirkungen untereinander – ziemlich ausgeklügelt ist. Leider machen keine oder mangelnde Tutorials die Einarbeitung in diese Systeme recht schwer und unübersichtlich.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter Eure Wertung klicken. Wahnsinn!

Die sinnvolle Forschung sowie die Fähigkeiten der einzelnen Bewohner helfen dem Spiel dabei, auch auf etwas längere Sicht zu unterhalten – schlichtweg weil neue Werkzeuge und das sinnvolle Ausnutzen der Fertigkeiten eines jeden Einzelnen einen guten Optimierungsprozess erlauben. Über längere Phasen, in denen jedoch wenig bis gar nichts geschieht, weil man auf den nächsten Duplikanten oder Durchbruch wartet, täuscht das dennoch nicht hinweg. Am Ende ist Oxygen Not Included trotzdem ein ziemlich gutes Spiel, welches durchaus sein Geld wert ist.

 


 

 


 

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Ob Alpha oder Beta, hauptsache Early Access. Wir von den Early Access Addicts testen und spielen für euch Early Access Titel und zwar ausschließlich.

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