Mini Metro SCREENSHOTS
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Mini Metro

Der lebendige Fahrplan

 

Für wen ist Mini Metro eigentlich?

– Für Spieler, die ruhiges Management gepaart mit Highscores mögen.

Für wen ist Mini Metro eher nichts?

– Alle, die sich an minimalistischer Präsentation stören,

Was möchte Mini Metro sein?

– Eine U-Bahn Management-Simulation, die mit einfachen Mitteln Großes bewirkt.

Was ist Mini Metro geworden?

– Eine U-Bahn Management-Simulation, die zunehmend fordernder wird und einem schnell aufzeigt, dass es selbst vereinfacht gar nicht so einfach ist, alles zu managen.

 

Mini Metro sieht nach nicht viel aus, doch der Schein trügt: hinter der sehr simplen Optik und dem sehr einfachen Einstieg steckt ein erbarmungsloses Spiel. Es zeigt einem schnell auf, dass selbst auf geometrische Formen vereinfachtes Verkehrsmanagement unglaublich anspruchsvoll sein kann. Wer meint, er könne es besser als die Bahn, kann sich hier austoben, wird aber auch eines Besseren belehrt. Warum das so ist und wie genau Mini Metro das bewerkstelligt, erfahrt ihr jetzt.

 


 

– Die Präsentation –

Optisch hat Mini Metro sich für einen Stil entschieden, der den Plänen einer U-Bahn nachempfunden ist: die Spielfläche ist weiß, höchstens von einem hellblauen Fluss durchzogen, der sich ja nach Stadt unterscheidet – ansonsten gibt es nur die farbigen Routen der Bahnlinien, sowie die darauf fahrenden Züge. Je weiter das Spiel voranschreitet, desto mehr sieht das alles wie ein richtiges Liniennetz aus und verschiedenfarbige Bahnlinien ziehen sich über die gesamte Spielfläche. Das alles sieht stets lebendig aus und der Eindruck, da einen Fahrplan zu managen, entsteht recht früh, allem voran auch durch die Fahrenden Züge. Dabei ist klar gesagt: die Optik ist bewusst minimalistisch gewählt und keineswegs der Schwerpunkt des Spiels, allerdings passt das Gebotene einfach perfekt zum Schema des Spiels, auch da die einzelnen Farben der Linien an die jeweiligen Fahrpläne der echten Städte angelehnt sind.

Klanglich bietet Mini Metro ebenfalls sehr dezente Töne, die das Spielgeschehen untermalen, ohne sich aufzudrängen. Eine sehr sanfte Hintergrundmelodie begleitet das Spielgeschehen. Die dazu stoßenden, fast schon musikalischen Klänge, wenn man Bahnlinien zieht und verschiebt um Punkte zu verbinden, stimmen da gut mit ein. Dazu kommen dann ebenfalls Klänge, sobald Passagiere in die Bahnen einsteigen. So entsteht mit zunehmender Spieldauer eine eigene Melodie, die jedoch nie sonderlich aufdringlich wird, einfach da alle Klänge angenehm gewählt und auch nicht zu laut sind.

Technisch macht Mini Metro keinerlei Probleme.

 

– Das Gameplay –

Mini Metro setzt auf ein sehr einfach zu lernendes und zu steuerndes Gameplay, welches mit der Zeit jedoch immer fordernder wird. Dabei werden Stationen sowie Passagiere und deren Reiseziele als geometrische Formen dargestellt: große, schwarz umrandete, weiße Formen (sprich: Kreise, Dreiecke, Quadrate usw) stehen dabei für Haltestellen, wobei kleine, grau ausgefüllte, geometrische Formen für Passagiere stehen – dabei gibt die Form an, wohin der Passagier will (sprich: ein graues, kleines Dreieck möchte zu einer Dreieck-Haltestelle). Zu Beginn ist das sehr leicht: es entstehen drei Haltestationen, man zieht ganz einfach mit der Maus seine ersten Verbindungen zwischen den Punkten und schaut zu, wie die erste Bahn ihre Runden dreht und dabei die Passagiere da abliefert, wohin sie wollen.

Mit der Zeit nimmt der Druck jedoch zu: nicht nur sprießen mehr Haltestationen aus dem Boden, auch die Anzahl der Passagiere nimmt zu. Entsteht dann eine Haltestelle recht Abseits der gewohnten Linien, kommt man bereits ins Schwitzen und beginnt damit, seine Routen neu zu strukturieren. Diese sind nämlich, einmal gezogen, nicht in Stein gemeißelt. Es dürfen also jederzeit Stationen hinzukommen oder gänzlich verschwinden, sogar die ganze Bahnlinie lässt sich einstampfen und woanders neu aufziehen. Genau das ist später unglaublich wichtig, da man stets darauf schaut, so effizient wie möglich zu sein.

Effizienz hat deshalb Priorität, da dem Spieler keine unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung stehen. Das Spielgeschehen läuft in Tagen ab und jede gemeisterte Woche gibt es neue Werkzeuge: eine neue Lokomotive ist garantiert, dazu kommt dann eine kleine Auswahl bei welcher sich der Spieler bedienen kann. Ein neuer Waggon, damit eine bestehende Bahn mehr als sechs Passagiere transportieren kann? Oder gleich die Möglichkeit, eine komplett neue Bahnlinie eröffnen zu dürfen? Vielleicht soll es aber auch ein Übergangsbahnhof sein, der mehr Passagiere beherbergen kann, ohne dass der Timer losgeht? Gerade letzteres ist manchmal ein Segen, da das Ende in Mini Metro schnell kommen kann: stehen zu viele Passagiere an einer Haltestelle, beginnt ein Timer zu laufen. Erreicht dieser sein volles Pensum, ist das Spiel verloren – kurz und knapp. Mit diesen wöchentlichen Boni lässt sich das Spielgeschehen jedoch gut verwalten, ohne dass man dabei je den Eindruck gewinnt, es zu leicht zu haben.

Stehen die Bahnlinien also und der Fluss funktioniert gut, ist man dabei allerdings noch lange nicht über den Berg. Neben stetig neu erscheinenden Haltestellen, verändern sich mit der Zeit bestehende Haltestellen. Während Kreise, Dreckecke und Quadrate quasi die Grundformen sind, die es wie Sand am Meer gibt, verändern sie sich jedoch zu Kreuzen, Fünfecken und anderen Formen. Jene sind dann eher selten, was für den Verkehrsfluss neue Probleme mit sich bringt. Bildet sich also auf einer Linie eine solche Haltestelle, gestaltet es sich als ziemlich herausfordernd, den Verkehrsfluss so umzulenken, dass nirgends Stau entsteht. Denn: dadurch, dass die betreffende Station nur auf einer Bahnlinie vorkommt, müssen Passagiere von anderen Linien erst den Weg dahin finden, an neuen Stationen warten und es entstehen generell viel mehr Probleme. Grundsätzlich zieht jede Veränderung entsprechende Konsequenzen nach sich und eben jene vorauszusehen stellt eine gelungene Herausforderung dar.

Als Spieler hat man dadurch ständig etwas zu tun und nach der etwas langsamen Anfangsphase ist man ständig gefordert. Mini Metro verlangt also permanentes umdenken und aufpassen, um möglichst effektive Routinen einzubauen, die dabei ständig einem Wandel unterliegen. Lediglich ärgerlich ist dabei, dass die Linienführung manchmal etwas seltsam ist. Entsteht beispielsweise eine neue Haltestelle neben einer funktionierenden Route, kann man durch einfaches ziehen der Bahnlinie die Station mit in die Route aufnehmen. Dabei setzt das Spiel die neue Route dann automatisch zusammen, was manchmal sehr ineffizient ist, denn: muss eine Bahn bei einer Haltestelle wenden oder sehr scharfe Kurven nehmen, kostet das mehr Zeit, als eine recht geradlinige Route. Man muss also recht häufig die halbe Strecke neu verlegen, damit sie effizient genug ist. Auch wenn sich das steuerungstechnisch alles einfach machen und sich das Spiel dabei sogar pausieren lässt, ist es doch auf Dauer etwas ärgerlich, das immer wieder zu tun – wegen einer Haltestelle. Die inzwischen eingefügte Speicher-Funktion erlaubt jederzeit den Ausstieg aus einem Spiel (ohne Verluste), was gerade bei längeren Partien sehr angenehm ist.

 


 

– Besonderheiten: die Relevanz der Details, der Wiederspielwert und die Highscores –

Wie bereits beschrieben, entfaltet sich das Spiel mit der Zeit und ist erstaunlich komplex. Dabei spielen erstaunlich viele Details eine Rolle, ob und wie weit man in Mini Metro vorankommt. Neben den offensichtlichen Mitteln wie zusätzlichen Bahnen, Waggons oder neuen Linien, ist es ebenfalls wichtig, in welche Richtung die entsprechenden Bahnen fahren, ob und wo sich bestimmte Linien überschneiden und wie man die Haltestellen umverteilt. All das bestimmt, wie gut das eigene Verkehrsnetz funktioniert.

Mini Metro hat einen hohen Wiederspielwert, wenn man denn gerne immer noch besser wird. Ein richtiges ‚Ziel‘ hat das Spielkonzept nicht, der Spieler versucht nur so viele Passagiere wie möglich zu befördern. Der Reiz liegt dann letztlich dabei, immer noch besser zu werden und noch ein Stück weiter voran zu kommen. Das Spiel selbst bietet einem dazu wenigstens eine Bandbreite an Städten, die man bespielen kann, durch die einfache Optik unterscheiden diese sich jedoch lediglich durch ihre Flüsse, allerdings gibt es inzwischen auch einige spezielle Bedingungen. So können in einer Stadt etwas langsamere Bahnen unterwegs sein, bei einer anderen ist es dann eher wichtig, seine verfügbaren Tunnel zu managen. Die außerdem vorhandenen Highscore-Listen können einen zusätzlichen Antrieb liefern und sind sehr detailliert. Wem es jedoch nicht reicht, sich um seiner selbst willen zu verbessern, der hat dagegen recht schnell alles gesehen.

 

– Besonderheiten: Statistiken und tägliche Herausforderungen –

Mini Metro bietet nach jeder Partie gezielte Statistiken und auch die Möglichkeit, sich den gesamten Spielverlauf im Zeitraffer anzusehen. Wer also gerne etwas in Daten wühlt, hat hier einen zusätzlichen Spielplatz. Ebenfalls reizvoll sind die täglichen Herausforderungen, die einen zusätzlichen Anreiz bieten, immer wieder zurückzukehren und sich täglich mit anderen via Bestenlisten zu messen.

 

– Der Abschluss –

Mini Metro hat Early Access am 06.11.2015 verlassen und über die gesamte Zeit stets sinnvolle Erweiterungen erhalten. Neue Städte, die Funktion zu Speichern oder angenehme Sounds zählen da ebenso dazu wie umfangreiche Statistiken oder tägliche Herausforderungen. Das Spiel fühlt sich inzwischen viel runder sowie vielfältiger an und obwohl sich das nach wenig anhört, ist der Unterschied enorm. Deshalb bekommt Mini Metro eine verdiente Aufwertung von 4 auf 4.5 Sterne.

 


 

– Das Fazit –

Mit einer sehr simplen Präsentation und ebenso simpel anfangenden Inhalten weiß Mini Metro bestens umzugehen. Einfach zu erlernende Spielmechaniken werden mit der Zeit angenehm fordernd, verschiedene Städte, Highscores sowie tägliche Herausforderungen können für den Spieler einen großen Antrieb darstellen und die vielen, leicht zu bedienenden Gameplay-Elemente zeigen, wie spaßig aber auch schwierig es sein kann, den Bahnverkehr zu managen – trotz der Vereinfachung auf geometrische Formen. Wer gerne ein grundsätzlich ruhiges Management-Spiel mit hohem Verwaltungsanteil spielen mag, findet in Mini Metro ein kleines Juwel. Wer sich jedoch an der simplen Aufmachung stört, sucht sich lieber Alternativen.

 

– Warum 4.5 Sterne? –

Weil Mini Metro etwas schafft, dass vielen Spielen Probleme macht: mit sehr simplen Mitteln erzeugt es ein sehr komplexes Spielerlebnis. Selbst auf so einfache Symbole beschränkt, zeigt Mini Metro wie komplex und schweißtreibend es sein kann, Routen zu planen, Verkehrslinien zu managen und dabei immer noch das eigene Streckennetz zu erweitern. Natürlich ist das eine Geschmacksfrage, doch darüber hinaus lässt sich nichts daran rütteln, dass Mini Metro aus optisch wenig inhaltlich sehr viel gemacht hat.

 


 

 


 

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