Killing Floor 2 SCREENSHOTS
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Killing Floor 2

Gegen die Horde!?

 

Für wen ist Killing Floor 2 eigentlich?

– Für Fans des Horde-Survival-Shooter-Genres, die sich an Zombies noch nicht satt gesehen (geschossen?) haben.

Für wen ist Killing Floor 2 eher nichts?

– Wer Zombies nicht mehr sehen kann oder interessantere Missionsziele erwartet, wird mit Killing Floor 2 nicht (ganz) glücklich.

Was möchte Killing Floor 2 sein?

– Ein fetzig aufgemachter Horde-Mode-Shooter mit diversen Zombietypen, Waffen und Klassen.

Was ist Killing Floor 2 geworden?

– Ein fetzig aufgemachter Horde-Mode-Shooter, dem es am Ende womöglich an Abwechslung fehlt.

 

Killing Floor 2 ist kein schlechtes Spiel: verschiedene Charaktere – die mit Klassen frei kombinierbar sind – sowie eine Menge Waffen bieten ein gutes Gerüst, um sich den endlosen Horden der Untoten zu stellen. Unterschiedliche Zombietypen sorgen zusätzlich für etwas mehr Vielfalt auf diversen Karten. Was kann da noch schiefgehen? Einiges! Was genau das ist, wollen wir euch jetzt näherbringen.

 

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– Die Präsentation –

Grafisch ist Killing Floor 2 keineswegs hässlich, jedoch auch nicht ganz auf der Höhe. Obwohl das Spiel auf einer stark modifizierten Version der Unreal Engine 3 läuft, wirken viele Animationen und Bewegungen teilweise noch immer so, als wären sie der Mod Version des Vorgängers entsprungen. Darüber hinaus wirken Lichteffekte ganz ansehnlich und untermalen die Umgebungen ziemlich passend.

Andere Dinge wie das Feuer eines Flammenwerfers oder Explosionen wirken dagegen sehr veraltet und unspektakulär. Insgesamt bleibt ein ausreichender Eindruck bestehen, da Killing Floor 2 optisch nahezu nur das nötigste abliefert.

Killing Floor 2

Der Sound ist dagegen viel, viel besser. Waffengeräusche kommen insgesamt gut rüber und auch die einzelnen Gegnertypen haben, mit ihren charakteristischen Sounds, eine sehr gute Untermalung spendiert bekommen. Dazu kommt der unfassbar gute Soundtrack, der mit seinen schnell dröhnenden Metal/Rock/Electronic-Tracks eine stimmige Hektik aufkommen lässt, die zum schnellen und intensiven Gameplay passt.

Hier sitzt einfach alles auf den Punkt, weshalb die Musik besonders lobend zu erwähnen ist. Technisch läuft Killing Floor 2 stabil, lediglich die Kuriosität, dass der erste Start selbst bei guten Rechnern teilweise sehr lange dauert, fällt hier negativ auf.

 

– Das Gameplay –

Killing Floor 2 spielt sich so, wie Horde-Mode-Shooter sich eben spielen: man selbst startet mit seinem Team auf einer Karte und wird dann, relativ zeitnah, mit Gegnern ‚beworfen‘. Dabei kommen die Gegner, in diesem Falle Untote, in Wellen, die zwischendrin immer wieder Pausen sowie Zeit zum Aufrüsten der Ausrüstung bieten. Das Spielkonzept ist in seinem Kern simpel, bietet jedoch mit verschiedenen Karten, Klassen, Gegnertypen und Waffen genug Tiefe, um nicht nach kurzer Zeit langweilig zu werden.

Insgesamt gibt es aktuell zwei Spielmodi: im Horde-Modus versucht eine Gruppe aus Spielern, ganz klassisch, den anstürmenden Gegnern den Garaus zu machen und so Welle um Welle zu überstehen. Im PvP-Modus nehmen dagegen menschliche Spieler beide Rollen ein, sprich: Menschen und Untote. Dieser Modus macht zwar durchaus Spaß, reicht dabei jedoch nicht an das Konzept aus Vorbildern wie Natural Selection heran. Darüber hinaus lässt Killing Floor 2 jedoch richtig clevere Spielmodi vermissen.

Das Konzept, bestimmte Missionsziele zu erfüllen oder sich Phasenweise durch Level zu kämpfen, wird hier nicht aufgegriffen. Dabei wäre gerade die Mischung aus offensiven und defensiven Spielstilen sehr lohnend gewesen und hätte der Routine im Spiel einen Riegel vorgeschoben. So bleiben im Horde-Modus lediglich die Ausflüge zur Händlerin als nötige Bewegung, da die Spieler darüber hinaus einfach nur an einem Ort verweilen und auf den Ansturm der Gegner warten.

Killing Floor 2

Ähnlich wenig befriedigend sind die Waffen: zwar gibt es eine ganz ansehnliche Auswahl, diese unterscheidet sich jedoch weitestgehend nur optisch und von den Werten her. So mag es durchaus sein, dass eine Pistole besser ist als eine andere, am Ende spielt sich jedoch alles nahezu gleich. Das Waffenaufgebot ist hierbei übrigens recht klassisch gehalten: Pistolen und Sturmgewehre gehören da ebenso dazu wie Flammenwerfer oder Raketenwerfer.

Der einzig durch die Werte und Optik definierte Unterschied sorgt für spielerische Ernüchterung, was gerade dann spürbar ist, wenn sich nach den ersten Spielstunden die anfängliche Euphorie ein wenig legt. Generell geht Killing Floor 2 eher sehr trocken an solche Themen heran: auch beim Charakterfortschritt zählen mehr die blanken Zahlen, doch dazu mehr unter den Besonderheiten – die diesmal besonders lang ausfallen.

Tolle Momente liefert in der chaotischen Schießerei die sogenannte ‚Zed Time‘. Dieser Modus, in welchem sich die Zeit verlangsamt, sorgt für ein paar optisch ausgezeichnete Momente, in welchen alles in Zeitlupe explodiert und die Splattereffekte erst so richtig zur Geltung kommen. Auch hier braucht man anfangs etwas Zeit, bis man sich an die „Unterbrechungen“ durch die ‚Zed Time‘ gewöhnt – doch letztlich ist sie ein stilistisch ziemlich ansprechendes Feature.

Die einzelnen Matches spielen sich unterschiedlich lang, je nachdem wie viele Gegnerwellen man einstellt. Dabei fällt auf, dass Werkzeuge, wie das Verschweißen von Türen, selten genutzt werden, einfach da deren Nutzen sich in Grenzen hält. Darüber hinaus haben die Runden jedoch einen guten Ablauf, der jedoch mehr die Einzelspieler anspricht. Eine Teamkoordination, wie beispielsweise eine Symbiose aus Fähigkeiten verschiedener Klassen, ist nicht gegeben – weshalb am Ende jeder für sich selbst kämpft.

 


 

– Die Besonderheiten –

Das Shooter-Gameplay als solches hat mich direkt an Payday 2 erinnert – es fühlt sich anfangs etwas schwammig und ungenau an, bis man sich etwas rein findet und damit umzugehen weiß. Das liegt an zwei Dingen: zum einen haben alle Waffen kein wirkliches Fadenkreuz (was ich persönlich jedoch gut heiße) und verziehen etwas, zum anderen fühlen sich die Hitboxen der Gegner nicht zu 100% korrekt an. An das Verziehen der Waffen gewöhnt man sich relativ schnell, da man recht schnell merkt, wie man hier und da etwas gegensteuern kann um das beste Ergebnis zu erzielen. Die nicht ganz sauberen Hitboxen sind auch nicht so schlimm, wie sich das im ersten Moment anhört: grundsätzlich trifft man schon das, was man treffen will, doch gelegentlich kommt man nicht umher, kleine Diskrepanzen festzustellen.

Der Charakter-Fortschritt in Killing Floor 2 fühlt sich staubtrocken an. Das hat einen klaren Grund: anstatt mit coolen Fähigkeiten belohnt zu werden, sieht das Spiel meistens einfach nur prozentuale Boni als Belohnungen für das Leveln einer Klasse vor. Das ist spielerisch absolut lohnend, da deswegen bestimmte, an die Klasse angepasste, Waffen mehr Schaden machen oder auch bestimmte Boni haben (so brennen Gegner mal ein wenig länger oder bekommen mehr Feuderschaden), doch dadurch wird der Fortschritt zu einem nicht greifbaren, statistischen Wert – was das Gefühl des Erfolgs etwas abmildert. Zwar gibt es Ausnahmen, die diese Regel bestätigen – diese sind meistens jedoch erst spät zugänglich, was den Weg dahin recht unbefriedigend gestaltet.

Die Vielfalt in Killing Floor 2 ist so eine Sache: zwar gibt es viele Gegnertypen, Waffen und Klassen. Doch da diese sich über weite Teile sehr gleich anfühlen, stellt sich doch verhältnismäßig früh eine gewisse Routine ein. Hier hätte eine gewisse Abwechslung in den Spielmodi gut getan: anstatt den Spieler in eine passive, verteidigende Rolle zu drängen (es lohnt einfach am meisten, gebündelt an einer offenen Fläche auf den Feind zu warten) hätte ein spielerischer Perspektivenwechsel gut getan.

Ähnlich ist es aber auch mit den Karten: diese sehen zwar in ihrem Design vollkommen anders aus, liefern spielerisch jedoch keine Eigenheiten. Objekte in der Umgebung, die eine Interaktion erlauben, wären hier eine sinnvolle Möglichkeit gewesen. Dieses Muster zieht sich so durch das ganze Spiel und auf nahezu jedes Element lässt sich ein begründetes ‚aber‘ anwenden: Es gibt eine Menge Waffen, aber sie unterscheiden sich spielerisch zu wenig voneinander. Es gibt viele verschiedene Gegnertypen, aber sie erfordern keine besonderen Taktiken. Es gibt viele Klassen zum leveln, jedoch liefern diese fast nur statistische Boni.

Killing Floor 2

Gegnertypen gibt es einige: vom einfachen Zombie der auf die Spieler zu läuft hin zu schreienden oder Gift spuckenden Exemplaren ist eine Menge geboten. Dabei ist jedoch schade, dass die meiste Zeit keine besondere Taktik nötig ist – außer natürlich ’schieß auf den Kopf!‘. So können sich manche Gegnertypen durchaus als Störfeuer für die Gruppenordnung erweisen – der Scrake oder Fleshpound schaffen das ganz gut – die meiste Zeit stellen besondere Zombies jedoch keine große Gefahr dar.

Zwar kommt hier durchaus eine Bedrohung zustande, diese ist jedoch lediglich von der Menge der Untoten abhängig, weniger von deren Fähigkeiten. Neben normalen Gegnern erwartet die Spieler nach jeder Runde auch ein Boss. Die bislang kleine Auswahl macht das Feature, dass der Boss zufällig gewählt ist, recht unnötig, da man so oft auf den immer selben Gegner trifft. Davon abgesehen bieten die Bosse eine ganz nette Herausforderung, auch wenn sie zu sehr nach dem selben Schema ablaufen.

Modding ist ein fester Bestandteil von Killing Floor 2: etliche Karten lassen sich im Steam-Workshop ebenso finden wie optische Anpassungen für Charaktere sowie Zombies. Dabei lassen sich Karten und auch bestimmte Waffenskins frei herunterladen und spielen, wogegen andere kosmetische Dinge nur zum Verkauf freigeschaltet werden. Wer Dota spielt wird das Konzept kennen: die Community bastelt Skins und diese werden dann im Spiel über „Truhen“ verkauft. Das unschöne dabei: entgegen anderer Spiele hat man in Killing Floor 2 keine Chance, sich die Inhalte auch zu erspielen. Sprich: wer einen bestimmten Hut oder ein Accessoire haben mag, kommt kaum drum herum, Geld in die Hand zu nehmen.

Der In-Game-Shop im Spiel findet auf mehreren Ebenen statt: die Inhalte aus den „Truhen“ zufällig ausgeworfen werden, ist man als Spieler hier zusätzlich einer gewissen Willkür ausgeliefert. Der Community-Store ist dabei auch kaum eine Alternative, da einige „Sammlerstücke“ hier in astronomische Höhen klettern, was den Preis angeht. So sind bestimmte Accessoires für 50€ nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Zudem sind die Preise auch recht happig: wer Glück hat, findet eine dieser Truhen, darf dann aber nochmal 2.20€ investieren, um selbige zu öffnen – nur um dann etwas zufälliges zu bekommen. In einem Free-to-Play Spiel oder bei einer Chance, die Inhalte auch zu erspielen, ließe sich das verkraften. So hinterlassen Mikrotransaktionen in Killing Floor 2 jedoch einen faden Beigeschmack.

 


 

– Endgültiges Fazit –

Killing Floor 2 überzeugt nicht ganz: für jeden Lichtblick bleibt auch das Gefühl, dass etwas mehr möglich gewesen wäre. Viele Gegnertypen, die jedoch kaum Taktiken erfordern, sind dabei ebenso ein gutes Beispiel wie viele Klassen zum Leveln, die dabei jedoch nur mit passiven Boni locken. Ähnlich steht es um die Vielfalt: die bisherigen Spielmodi bringen nicht genug Abwechslung ins Spielgeschehen, die einzelnen Karten erlauben nicht genug Interaktion mit der Umgebung. Dazu fehlt es grundsätzlich an Besonderheiten, egal ob es nun die Karten oder Waffen betrifft.

So schlimm sich das jedoch auch anhören mag: Killing Floor 2 macht dabei dennoch Spaß, da die frenetische Ballerorgie mit starker, musikalischer Untermalung immer wieder kurzweilige Unterhaltung verspricht. Das Gameplay unterhält nach einer Eingewöhnungsphase gut und gerade auch mit Freunden ist das blutige Gemetzel ein ordentlicher Spaß. Und auch wenn Klassen und Waffen nicht zu 100% überzeugen – gelungen sind sie dennoch!

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Meine Empfehlung: wer ein paar Freunde im Gepäck hat, findet hier einen soliden Koop-Spaß vor, der zumindest einen recht gelungenen Horde-Modus bietet. Wer dagegen mehr von Charakterfortschritt, Spielwelt und Gameplay erwartet, hat weitaus gelungenere Alternativen. Seine Early Access Phase hat Killing Floor 2 am 18.11.2016 hinter sich gelassen und obwohl es durchaus neue Inhalte gab, wurden viele Schwächen einfach übernommen. Welche genau das sind und warum diese eine Aufwertung zum Ende hin verhindert haben, sagt euch unsere News.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.

Release: Killing Floor 2

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Killing Floor 2: KF 1039 Update

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