Folk Tale SCREENSHOTS
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Folk Tale

Die Aufbauspaßbremse

 

Für wen ist Folk Tale eigentlich?

– Für Spieler, die gerne Dörfer und Städte aufbauen und diese auch zu verteidigen wissen, im Fantasiestil.

Für wen ist Folk Tale eher nichts?

– Für Spieler, denen das Aufbauen von Zivilisationen nicht zusagen.

Was möchte Folk Tale sein?

– Ein umfangreiches und spaßbringendes Simulations- und Aufbauspiel mit RPG-Inhalten und Storymodus.

Was ist Folk Tale geworden?

– Eine noch unfertige Aufbausimulation mit RPG-Aspekten, das begrenzte Maps bietet und noch einige Bugs beinhaltet.

 

Folk Tale bietet sehr viele interessante Ideen und Konzepte im Spiel, die es so noch nirgends gab und die neugierig machen. Das Spiel ist eine Paarung aus Aufbausimulation und RPG-Aspekten, was es sehr spannend macht, da man seine Dorfbewohner Leveln, wie auch Ausrüsten kann. Doch das Ganze wirkt noch etwas unfertig, so als hätten sich die Entwickler zu viel vorgenommen, wodurch man überall kleine Baustellen findet. Wieso das Spiel trotzdem einen Blick wert ist, seht ihr im Artikel.

 

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– Die Präsentation –

Die grafische Aufmachung erinnert mich sehr an meine Spielzeiten in Warcraft 3. Das Spiel ist sehr Detailverliebt, wodurch jedes Gebäude und die Landschaft, wie auch Gegner sehr Charmant wirken. Es ist dem Spieler gestattet sehr weit hinein zu zoomen, wodurch man aber bereits kleinste Grafikfehler in den Spielfiguren erkennen kann. Es gibt nur drei verschiedene Mapdesigns, so spielt man entweder in der idyllischen Waldlandschaft, einem modrigen Sumpfgebiet oder umzingelt von Kälte und Schnee.

Entsprechend der Landschaft und der aktuellen Situation gestaltet sich auch der Soundtrack. Bei Kämpfen, zum Beispiel, wird die Musik rasanter und hektischer. Das führt den Spieler ins Geschehen mit ein. In ruhigeren Zeiten, begleitet eine gemütliche und idyllische Musik den Spieler, mit der es sich entspannt ein Dorf aufbauen lässt. Doch die Idylle trügt, denn auch hinter den Wäldern der einfachsten Map, verbergen sich Ungeheuer verschiedenster Art.

Technisch gesehen läuft Folk Tale gut, es kommt zu keinen Abstürtzten oder anderen Problemen, jedoch sind die Ladezeiten in dem Spiel sehr hoch und man trifft immer wieder auf kleine Grafikfehler oder Bugs. Der Editor der in dem Spiel integriert ist um eigene Maps zu kreieren, läuft nicht einwandfrei, zum jetztigen Zeitpunkt ist er sehr unhandlich und damit auch praktisch nutzlos ist.

 

– Das Gameplay –

Folk Tale bietet ein Tutorial, eine Kampange und den Sandbox-Modus. In der Kampange startet die Geschichte mit einem Banditen, der ein kleines Dorf angreift und die Bewohner in Angst und schrecken versetzt. Bevor die Banditen den Bewohnern etwas antun kann, taucht der Held Ser Gregory auf und rettet die Menschen in Not. Mit ihm hilft man den Bewohnern das kleine Dorf auszubauen, damit es nicht in Hungersnot verfällt. Dann geht es auf die Jagd nach den Banditen damit diese das Dorf nicht mehr angreifen und plündern.

Eine nette kleine Geschichte in der man viel hin und her geschickt wird, jedoch auf Dauer kommt es einem vor, als wird man nach Punkt A geschickt um etwas zu töten oder zu sammeln und geht zurück zum Questgeber und der schickt einem wieder zurück zu Punkt A um dieses Mal etwas anderes zu töten oder zu sammeln. Das hin und zurück Gelaufe, wird auch durch die Story nicht wirklich spannender, so spielt sich das Ganze sehr trist und fade.

Nun zum Sandbox-Modus. Wir starten auf einer schönen, grünen Lichtung und um uns herum ragen sich Bäume auf. In der Mitte der Lichtung, zischt ein entfachtes Lagerfeuer und daneben stehen vier Dorfbewohner und zwei Helden – später dazu mehr. Am oberen linken Bildschirmrand befinden sich die Übersichten zu der Bevölkerung, die Kultur, das Gold, Bretter, Stein und Eisen. Zur rechten Seite stehen die Ressourcen: Basiskleider, Brot, Fleischkuchen, gebratener Fisch, Karotten und Alkohol für die Taverne. Zur Mitte hin ist das Interface: das Einstellungsmenü, die Weltkarte, das Baumenü, das Bevölkerungsmenü – mit den Übersichtsanzeigen wie glücklich unsere Bevölkerung ist und zum Schluss noch das Dorfinventar.

Bevor überhaupt irgend etwas gebaut wird, braucht man zuerst ein kleines Grundlager in dem alle Rohstoffe gesammelt werden. Die Dorfbewohner brauchen Nahrung und zum Glück befinden sich in unmittelbarer Nähe ein paar Beerensträucher, zu denen man sogleich die Arbeiter schickt um die Beeren zu pflücken. Sobald dies erledigt ist, stehen die Arbeiter nur noch dumm herum, sie haben noch keinen Ort an dem sie sich ausruhen können, so benötigt man Häuser für sie. Dafür braucht man Holz und Stein, von denen zu Beginn nicht ausreichend an Lager sind. Die Arbeiter sammeln auch diese Rohstoffe per manuellen Befehl.

Schnell fällt auf, das die Arbeiter mit jeder Aufgabe die sie bewältigen, im Level aufsteigen und sich dadurch ihre Verteidigung verbessert. Durch schwere Arbeit werden die Dorfbewohner also stärker und abgehärteter. Interessant ist jedoch auch, das sobald etwas in Bau gegeben wird, alle Arbeiter die zur Zeit nichts tragen oder Arbeitslos herumstehen sofort losrennen um das Gebäude zu bauen. Die Häuser erlauben es mehr Bewohner zu haben und bringen wichtige Steuereinnahmen. Mit jedem neu gebauten Haus, gibt es auch fünf neue Bewohner die darin einziehen.

Steigt die Bevölkerung, so reichen die gesammelten Beeren nicht mehr aus um alle zu ernähren. Darum baut man die Nahrungsproduktion durch Fischerhütten aus. Sobald ein Gebäude fertig ist leuchtet ein Symbol über diesem auf, dass es noch bemannt werden soll. Weist man einen Bewohner den Gebäuden zu, so erlernt er den betreffenden Beruf und beginnt bei Level 1 in dem Bereich und mit steigendem Level verbessert sich seine Arbeit.

Schon bald kommen einige, klassische Gebäude dazu, wie zum Beispiel: eine Mühle und Bäckerei, ein Holzfäller und Jäger, ein Steinmetz und Schmied, und weitere typische Bauten. Zudem kann man auch einen Workshop und ein größeres Lager bauen, sowie Mauern um das Dorf zu schützen. In allen Gebäuden – abgesehen von der Stadtmauer und den Lagern – können immer vier Leute auf der ersten Gebäudestufe arbeiten. Alle Gebäude können ebenfalls gelevelt werden, jedoch braucht es dazu Kultur und diese steigt durch die Anzahl der Bewohner. Auf der zweiten Ausbaustufe können acht Leute darin arbeiten und auf der dritten zwölf. Durch die Level erhöht sich auch die Effizienz der Arbeiter und die Produktion.

Jedes Gebäude kann man unter die Lupe nehmen, wodurch sich ein Fenster mit mehreren Reitern öffnet. Im ersten Reiter, sieht man links die aktuellen Angestellten und rechts freie Bewohner die man direkt einstellen könnte. Im Reiter darunter sieht man die Produktion, die sich durch Boni steigert, welche im Spielverlauf durch Forschung freigeschalten wird. Denn der nächste Reiter enthält die Forschung, mit der man verschiedenste Sachen erforschen kann. Viele Forschungsmöglichkeiten steigern die Effizienz der Mitarbeiter, oder schalten Gegenstände für den Craftingreiter frei, oder vergrößert das Einzugsgebiet des Gebäudes.

Natürlich ist die Forschung nicht kostenlos, dafür braucht man genügend Kulturpunkte und Gold, wie auch Produktionspunkte. Wählt man also eine Forschung aus, so verringert sich im Produktionsreiter die Produktion, denn nun teilt sich das Ganze zwischen Produktion und Forschung auf. Man kann jedoch selber regulieren wie der Schwerpunkt liegen soll. Im Reiter danach, befindet sich das Upgrademenü, in dem man jedes Gebäude höchstens drei Mal leveln kann.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Craften. Gewisse Gebäude haben ein Craftingmenü, jedoch nicht alle. Darunter gehören die Gebäude: Schmied, Schneider, Kräutersammler und Holzfäller, in denen man Ausrüstungen, Werkzeuge oder Waffen manuell herstellen kann. Zum Schluss hat jedes Gebäude noch ein eigenes Inventarfenster, in welchem sich die Werkzeuge der Angestellten tummeln.Jeder Bewohner kann ausgerüstet werden, jedoch gibt es dabei zu beachtende Spezialisierungen. Gewisse Ausrüstungen können nur Soldaten tragen oder bestimmte Arbeiter, es gibt jedoch auch Standardgewänder die alle tragen können, aber sehr schwache Effekte bieten. Zudem können die Bewohner auch Tränke bei sich tragen mit denen sie sich Heilen oder die Gegner vergiften können.

Irgendwann taucht aus dem Nichts ein starker Krieger auf, der verspricht das Dorf zu beschützen, wenn er dafür eine Unterkunft und Lohn bekommt. Der Krieger besitzt spezielle Fähigkeiten und lässt sich beim Levelaufstieg spezifisch leveln. Er ist sowas wie ein Held, weil er stärker als alle anderen Soldaten ist. Mit ihm kann man gut die Umgebung erkunden und entdeckt so schnell die düsteren Seiten der Welt. Aggressive Bären lauern im Verborgenen oder man tappt in eine Goblin-Falle, die den Helden eventuell bereits den Kopf kostet. Stirbt ein Held, so gibt es keine Möglichkeit ihn zurück zu bekommen.

Das sorgt unter Umständen für einen kleinen Nachgeschmack, denn die Welt ist nicht ansatzweise friedlich, auch wenn sie zu Beginn diesen Schein gewahrt hat. Es wimmelt nur so von Spinnen, Goblins, Bären, Wildschweinen und vielen weiteren Monstern. Schnell wird klar, dass die Gegner leider etwas overpowered sind und man keinen Stich gegen sie hat, auch wenn man Soldaten neu rekrutiert, können sie – außer an „Echtgegnern“ mit hoher Sterbensrate – nirgends sonst trainieren um zu leveln. Hier fehlt eindeutig noch die Balance.

Leider bricht der Spielfluss mit der Zeit geschwind ab, denn das Dorf kann unglaublich schnell von Gegnern überrollt werden, ohne das man sich wirklich zur Wehr setzten kann. Zudem fehlen oft gewisse Spielinhalte bei einigen Items, die noch keine Bedeutung oder Effekte haben. Dazu kommt, das man schnell mit dem Bau aller Gebäude durch ist und nichts neues hinzu kommt, außer das Leveln. Des weiteren sind die Gebäude alle sehr groß, dadurch kämpft man schnell ein wenig mit Platzmangel, da auch die Spielkarten nicht sonderlich groß sind. Auch gewisse Forschungen haben immer sehr ähnliche Effekte oder noch gar keine.

 


 

– Die Besonderheiten –

Das Forschungs- und Levelsystem verleiht dem Spiel noch etwas Tiefe und bietet dem Spieler erweiterten Spielinhalt. Die Forschung in Gebäuden kann viele zusätzliche Inhalte bringen. Zum Einen kann die Produktivität der Arbeiter geforscht werden, zum Anderen kann das Craftingmenü durch die entsprechende Forschung freigeschaltet werden, wie auch weiter Crafting Rezepte, mit denen sich Werkzeuge, Waffen und Rüstungen herstellen lassen. Es ist auch möglich durch die entsprechende Forschung das Einzugsgebiet des Gebäudes zu vergrößern. Jedes Gebäude kann auf drei Stufen gelevelt werden, wodurch mehr Arbeiter darin arbeiten können. Zudem levelt jeder Dorfbewohner mit jeder Tätigkeit nach und nach auf, nur können diese mit ihrem Level noch nichts anfangen, im Gegensatz zum Helden.

Die Helden sind das echte Highlight dieses Spiels. Sie sind stärker als alle anderen und haben auch fünf spezielle Fähigkeiten. Einer davon hat zum Beispiel: Die Eisenmaske, der Energieschlag, der Schildschlag, eine Verspottung des Ziels und zuletzt der entscheidenden Schlag mit dem der Gegnern einen Instakill erleidet, wenn das eigene Leben unter 30% fällt. Ein Held braucht jedoch für seine Fähigkeiten immer Energie, das heißt man kann nicht einfach wahllos auf die Tasten hämmern, denn diese ist auf 100 Energiepunkte begrenzt. Zudem kann man pro Level, die der Held aufsteigt, eins der Attribute – Stärke, Beweglichkeit, Leben und Verstand – verbessern.

Folk Tale beinhaltet zwei Editoren: den Map Designer und den Charakter Designer. Leider sind diese noch ein wenig verbuggt und haben leichte Performance Probleme. Um wirklich etwas Anschauliches zu kreieren muss man sich einige Stunden mit den Editoren auseinander setzten. Ist man bereit, diese Zeit zu investieren kann man sich selber Maps erstellen und diese spielen. Auch die selbst erstellten Charaktere kann man im Spiel live erleben.

 


 

– Der Support –

Folk Tale bietet regelmäßig große Updates mit denen viele Bugfixes kommen wie auch neue Gegenstände und sonstige Inhalte. Die Entwickler kommunizieren täglich im Community Forum von Steam, um mit den Spielern um das Spiel zu verbessern und Probleme zu beheben. Dazu bringen die Entwickler sehr viele Experimental Updates die, die Spieler nach belieben testen und ihre Meinungen den Entwicklern kundtun können. Je nach dem, wie ein Experimental Patch ankommt, bauen sie es ins Spiel fest mit ein oder eben nicht.

 

– Vorläufiges Fazit –

Folk Tale ist ein nettes und unterhaltendes Aufbausimulationsspiel, mit interessanten Inhalten wie dem Forschungs- und Levelsystem, den Helden und seinen RPG-Aspekten. Jedoch gibt das Spiel den Eindruck zu viel zu wollen und nicht alles auf einmal bieten zu können. Dazu muss man sagen, dass das Spiel seit fast vier Jahren im Early Access ist und bis jetzt noch kein Ende in Sicht liegt. Den Spielern, die ein unfertiges Spiel nicht stört, dem kann das Spiel schöne Stunden bieten. Wer sich jedoch schnell an wuselnden Dorfbewohner mit Bugs ärgern kann, sollte lieber noch etwas abwarten, denn im Verlauf von 2017 soll das Spiel aus dem Early Access kommen.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Die Entwickler haben noch viele Lücken im Spiel. Einige Dinge fehlen und sind noch nicht implementiert worden. Wenn das Dorf sehr groß wird und viele Einwohner hat, kämpft man mit Performance Problemen und auch die Editoren weisen noch einige Fehler auf. Trotzdem sieht man, dass das Spiel kleine Fortschritte macht und die Entwickler erpicht darauf sind, das Spiel zu einem Ende zu bringen. Nun gleich muss gesagt sein, dass das Spiel gut spielbar ist und für jeden Aufbausimulationsfan – der gerne die Entwicklung miterlebt – sehr interessant sein kann.

 


 

 


 

Anariel

Über Anariel

Im Grunde spiele ich so ziemlich alles was mir in die Hände fällt, ausgenommen von Horrorspielen. Aufgewachsen bin ich aber mit den legendären Schlachten in Age of Empires 2, den arbeitstüchtigen Orks aus Warcraft 3 „Work, work“, den geheimnisvollen Zerg aus Starcraft und vielen, vielen mehr. Auch heute sprechen mich Strategiespiele und Aufbausimulationen außerordentlich an. Trotzdem versuche ich mich immer wieder gern an Indietitel, bei denen ich keine Ahnung habe, was für ein Spielkonzept dahinter steckt.

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