Fantasy Farming: Orange Season SCREENSHOTS
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Fantasy Farming: Orange Season

Kein Stardew Valley Klon

 

Fantasy Farming: Orange Season bringt zum Early Access Release einigen Wirbel mit sich. Für Aasgeier ein gefundenes Fressen – die sich nun erpicht auf dieses schicke Farmsimulationsspiel stürzen. Der Entwickler wird regelrecht bombardiert mit bodenlosen Anschuldigungen. Dabei geht es darum, dass Fantasy Farming OS dem 2016 erschienen Stardew Valley ähnelt und als schlechter Klon bezichtigt wird. Daraufhin stellte sich der Entwickler den Anschuldigungen in seinem Steamforum und legt die Fakten auf den Tisch.

Die Entwicklung an Stardew Valley startete 2012, die von Fantasy Farming OS im Jahr 2014. Stardew Valley wurde erst zwei Jahre darauf veröffentlicht. Die Ähnlichkeit stammt nun daher, dass beide Spiele sich von Harvest Moon inspirieren ließen. Fantasy Farming OS verdient eine faire Chance, mal schauen wie es sich entwickelt, denn bereits jetzt bietet das Spiel einige Spielstunden Spaß. Wo nun die genauen Unterschiede zwischen Stardew Valley und Fantasy Farming OS bestehen, lest ihr am besten selbst in der folgenden Review.

 

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WICHTIG! Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Testbericht um eine vorläufige Version handelt. Auch unsere Wertung ist noch nicht endgültig und kann sich im Laufe der Entwicklung des Spiels ändern. Dieses Review bietet dir einen ersten Einblick in die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle Version des Spiels (die getestete Spielversion kann in der oberen Box entnommen werden). Über die weitere Entwicklung und nennenswerte Updates zum Spiel informieren wir dich in Form von einem QUICKIE, diese findest du auf unserer Startseite oder direkt im dazu passenden Review. Wichtige Informationen zu unserem Bewertungssystem findest du hier.

 


 

– Die Präsentation –

Fantasy Farming OS zeigt sich im RPG-Maker Stil und bringt damit auch den Retrotouch mit sich. Das Menu im Spiel gestaltet sich sehr einfach und übersichtlich. Am linken oberen Rand befindet sich die Energieanzeige und die Zeit mitsamt Datum. In der gegenüberliegenden Ecke sieht man das jeweils ausgerüstete Werkzeug und am unteren Rand zentriert ist das gesamte Inventar eingeblendet.

Die Musik von Fantasy Farming OS regt an zum Mitwippen, da sie sehr fröhlich und heiter wirkt. Es macht so noch mehr Spaß durch Orange Town zu laufen und mit den Bewohnern zu interagieren und gemütlich seine eigene Farm aufzubauen. Jegliche sonstige realistische Geräusche sind ebenfalls gut vertont, so dass man wirklich das Gefühl hat, man schlägt jetzt Holz ab oder baut Eisen ab.

Zum technischen Aspekt: Gespielt wird aus der Vogelperspektive und man hat die Wahl, ob man mit Tastatur oder Kontroller spielt. Die Maus ist zum jetztigen Stand des Spiels noch nicht implementiert, was die Steuerung mit Tastatur etwas schwerfällig gestaltet. Des weiteren trifft man gelegentlich auf kleine Grafikfehler oder Bugs, die jedoch immer sehr zügig vom Entwickler ausgemerzt werden. Auch nach längerer Spielzeit, kam es zu keinen Unterbrüchen oder Abstürtzen, somit läuft das Spiel sehr stabil.

 

– Das Gameplay –

Was will ich werden, wenn ich einmal groß bin? Manche Kinder möchten Astronaut, Musikstar, President oder Arzt werden. Ich? Ich möchte ein Bauer werden und mein eigenes Land bestellen. Mein Name ist Leo und hier beginnt meine Geschichte. Meine Eltern halfen mir ein kleines Landstück in Orange Town zu kaufen und nun bin ich auf dem Weg in mein neues Zuhause. Am Bahnhof erwartet mich die Bürgermeisterin der Stadt, die mich zu meinem Grundstück führt.

Auf der Farm angekommen, wechseln wir noch ein paar Worte, als ihr Bruder Benjamin vorbeischaut. Er ist ebenfalls ein Bauer hier in Orange Town und bietet mir seine Hilfe an. Bei Bedarf erklärt er mir die ganze Steuerung und alles wichtige über das Landleben. Für den Anfang gibt er mir eine Wasserkanne, eine Feldhacke und ein paar Sätzlinge. Als Dank für die Werkzeuge soll ich ihm fünf Steckrüben meiner ersten Ernte vorbeibringen.

Nun bin ich auf mich allein gestellt. Mein Blick wandert über mein Grundstück, es gibt noch soviel zu tun, denn das Land wurde bestimmt seit Jahren nicht mehr bestellt. Überall liegen Holzstücke oder Baumstümpfe herum und Steine gibt es auch ohne Ende. Neben meinem kleinen Haus ist eine kleine freie Fläche, diese habe ich bereits für die ersten Sätzlinge genutzt. Nun bin ich müde von der Anreise und heute schaffe ich sowieso nicht mehr alles, was es hier zu tun gibt.

Also werfe ich einen Blick in mein kleines Haus. Es sieht sehr gemütlich aus. Im Eingang hübschen zwei Pflanzen den Bereich auf und in der Stube wartet ein weiches Bett auf mich, wie auch ein Fernseher und ein Bücherregal. Morgen schau ich im Fernseher wie das Wetter für den Tag wird. Ich bin etwas aufgeregt wie der morgige Tag wohl wird. Bis dahin wünsche ich jedoch eine gute Nacht.

Am nächsten Morgen begrüßt mich Devin, als ich das Haus verlasse und erklärt mir, dass er jeden Morgen vorbei kommen wird um meine Kiste, mit meinen Waren die ich verkaufen möchte, zu leeren und mir dafür direkt das Geld überweist. Zudem fordert er mich auf ihn und Serge in ihrem Einkaufsmarkt zu besuchen. Dort könnte ich nach belieben noch weitere Sätzlinge kaufen, wie auch bessere Ausrüstung.

Nachdem ich meine frisch gepflanzten Sätzlinge gegossen habe, besuche ich Orange Town um in den Shop von Serge und Devin zu gehen. Siehe da, Verkaufsecken voller diversen Sätzlinge, wie auch ein größerer Rucksack, für den ich aber erst einmal noch etwas arbeiten muss, bevor ich ihn mir leisten kann. Nach dem Shopbesuch erkunde ich weiter die neue Stadt und sehe mich überall etwas um und rede mit den Bewohnern. Manche von ihnen haben kleine Bitten an mich, die ich für sie gegen eine Belohnung erledigen kann.

Ein bisschen abseits der Stadt finde ich einen Höhleneingang, ich kann nicht anders, meine Neugierde drängt mich einen Blick hineinzuwerfen. Nach dem sich meine Augen an die Finsternis gewöhnt haben, gehe ich ein paar Schritte tiefer in die Höhle, da spricht mich ein verzweifelter Mann an. Sein Hund sei ihm entlaufen und er habe die gesamte Höhle abgesucht, ihn jedoch nicht gefunden. Er bittet mich darum in den Bergen nach seinem kleinen Hund zu suchen.

Sogleich mache ich mich auf den Weg in die Berge und suche erpicht nach dem entlaufenen Hund. Schon bald höre ich ein leises Wimmern und gehe diesem nach. In einer kleinen Mulde erblicke ich ihn dann endlich und bewege mich ganz langsam auf ihn zu, ich möchte ihn ja nicht verschrecken. Er blickt mich an und legt den Kopf schief, so als wolle er mich abchecken, ob ich in Ordnung bin. Er regt sich nicht und schreckt auch nicht vor mir zurück, also nehme ich an, ich darf mich ihm weiter nähern. Mit einem letzten Schritt bin ich bei ihm und sinke vor ihm in die Knie, strecke ihm meine Hand entgegen, damit er an ihr schnuppern kann und ich sein zutrauen gewinne.

Als er fertig mit Schnuppern ist, lege ich ihm langsam die Hände um den Bauch und hebe ihn hoch in meine Arme. Ich kraule ihm sanft den Kopf während ich zu seinem Herrchen zurücklaufe. In der Höhle angekommen, rennt der Hund freudig auf sein Herrchen zu und hüpft an seinen Beinen hoch. Voller Freude packt der Mann sein Hündchen und nimmt ihn in seine Arme. Dann hat er es plötzlich eilig und verschwindet aus der Höhle. Ich stehe etwas perplex da und grüble über den plötzlichen Aufbruch des Mannes nach.

Nachdem ich die Höhle verlasse ist es schon dunkel draußen. Ich habe gar nicht bemerkt wie spät es schon geworden ist und begebe mich auf dem Heimweg. Noch immer kommt mir das Geschehene sehr merkwürdig vor, doch es bringt wohl nichts weiter darüber nachzugrübeln. Also lege ich mich, Zuhause angekommen, in mein Bett und schlafe vor Erschöpfung schnell ein.

Am nächsten Morgen verlasse ich gerade das Haus als ich sehe, dass ich Post bekommen habe. Schnell öffne ich den Briefkasten und lese den Brief, den ich erhalten habe. Darin entschuldigt sich der Mann von Gestern, dass er so Hals über Kopf verschwunden ist, ohne Danke zu sagen und verspricht mir als Dank für meine Hilfe ein Geschenk. Jedoch muss ich es selber suchen und sobald ich es gefunden habe, darf ich es behalten.

Es vergehen einige weitere Tage in denen ich nach und nach meine Farm ausbaue und weitere Werkzeuge beim Erkunden der Umgebung finde. Diese helfen mir mein Grundstück auf Vordermann zu bringen. Dazu habe ich mir mitlerweile ein Schaf und ein Huhn gekauft, die jetzt gemütlich in ihren Ställen ihr Futter fressen. Nun kann ich Wolle produzieren und Eier sammeln und diese wunderbar verkaufen.

Es macht mir wirklich Freude all diese harte Arbeit in diese Farm zu stecken und als Dank zu sehen, was ich schon alles selber geschafft habe. Ich bin stolz darauf was ich in den wenigen Tagen schon erreicht habe und bin nun überzeugt, dass ich mein weiteres Leben glücklich hier in Orange Town verbringen und viele kleine Abenteuer mit den Aufgaben der Bewohner der Stadt erleben werde.

 


 

– Die Besonderheiten –

Zukünftigt sollen drei verschiedene Städte in Fantasy Farming OS integriert sein. Jede davon wird von einem Dutzend an unterschiedlichen Charakteren bewohnt, mit eigenen Geschichten. Die Städte sollen sich in Thematik, wie auch dem Aussehen differenzieren.

Fantasy Farming OS bietet Einblicke in die brasilianische Mythologie, denn die in Brasilien bekannte, mysthische Figur Saci und die Gestalt Curupira – der Verteidiger der Natur des Amazonas – spielen darin ein Rolle. Spricht man in Orange Town mit der Wirtin, beklagt sie sich, dass Saci ihre Küche verwüstet und alles Essen gestohlen hat und dann in einem Wirbelwind verschunden ist. Laut Recherche ist Saci ein koboldähnliches Wesen mit schwarzer Hautfarbe und besitzt nur ein Bein. Dazu raucht er an einer Pfeife und trägt eine rote magische Kappe, mit der er überall in einem Staubwirbel auftauchen und wieder verschwinden kann.

Die Gestalt Curupira lebt in Brasilians Amazonas und gilt als Beschützer der Wälder und der wilden Tiere. Er sieht aus wie ein Zwerg mit flammendroten Haaren und hat nach hinten verdrehte Füße. Als Verteidiger der Natur des Amazonas jagt er die Jäger und Waldarbeiter, die die Natur nicht achten. Wenn jemand im Wald verschwindet und nie mehr zurück kehrt, wird gesagt, dass Curupira den Mensch, der die Natur nicht wertschätzt, dafür bestraft. Er ist bis jetzt noch nicht im Spiel integriert, soll jedoch bald einen Platz in Fantasy Farming OS bekommen.

Der Go Home Button wird wohl jeden Spieler erfreuen, denn egal wo man sich auf der Karte befindet, er teleportiert den Charakter jederzeit nach Hause ohne dabei Geld, Zeit oder Leben zu verlieren. Diese Option ist äußerst nützlich, auch wenn man in Fantasy Farming OS keine Strafe dafür erhält, falls man in der Nacht wach bleibt.

Unter den Werkzeugen versteht Fantasy Farming OS nicht nur, eine Gießkanne, eine Feldhacke, Axt, Hammer und Fischerrute, sondern auch eine Schere um die Schafe zu schären. Was jedoch ganz besonders ist, ist das magische Band, dass man beim Erkunden der Gebiete erhalten kann, wenn man mit der richtigen Person spricht. Dieses Band kann in etwa das selbe wie der Go Home Button, jedoch doch noch etwas mehr. Man kann sich von jedem beliebigen Ort in die Stadt zurück teleportieren lassen, oder nach Hause. Zudem lässt es den Spieler im Stehen schlafen, so dass die Zeit sehr rasch vergeht, jedoch regeneriert es dabei kein Leben wieder. Sehr nützlich, sofern man auf eine bestimmte Uhrzeit wartet.

Workshop Support: Sobald Fantasy Farming OS die fertige Version veröffentlicht, wird der Workshop Modus für alle Spieler geöffnet und der Spielcode wird als Open Source freigegeben, so dass jeder nach belieben das Spiel verändern kann.

 


 

– Der Support –

Absolut vorbildlich, zeigt sich der Entwickler von Fantasy Farming OS seit Beginn der Early Access Phase. Im Steamforum antwortet er innert wenigen Stunden auf Fragen oder Fehlermeldungen, welche er meist bei besten Möglichkeiten auch direkt behebt. Man merkt sehr schnell, dass ihm jedes einzelne Feedback sehr wichtig ist, denn er geht sofort auf diese ein und gibt bekannt, was er davon gerne übernehmen möchte und was nicht. Obwohl der Entwickler größtenteils alleine an Fantasy Farming OS arbeitet, bringt er seit Release viele kleine Updates die Bugs beheben oder mehr Kontent liefern.

 

– Vorläufiges Fazit –

Das Fantasy Farming OS ein Herzens Projekt ist, merkt man sehr schnell, wenn man dem Entwickler etwas auf die Finger schaut. Das Spiel ist mit viel Liebe gemacht und bringt – trotz dem noch relativ geringen Inhalt – schon einige Stunden Spielspaß. Um alle derzeitig verfügbaren Quests abzuschließen, benötigt man je nach Spielstil oder Geschwindigkeit rund ca. fünf Stunden Spielzeit.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Hier und da findet man ab und zu kleine Grafikfehler oder kleine Bugs, meldet man diese jedoch, behebt sie der Entwickler meist umgehend, so dass diese dem Spiel überhaupt kein Abbruch tun. Im Ganzen ein Spiel das man zum derzeitigen Stand gewissenhaft weiter empfehlen kann, jedoch muss dabei dem potenziellen Käufer bewusst sein, dass Fantasy Farming OS noch nicht mit dem Umfang von Stardew Valley zu vergleichen ist.

 


 

 


 

Anariel

Über Anariel

Im Grunde spiele ich so ziemlich alles was mir in die Hände fällt, ausgenommen von Horrorspielen. Aufgewachsen bin ich aber mit den legendären Schlachten in Age of Empires 2, den arbeitstüchtigen Orks aus Warcraft 3 „Work, work“, den geheimnisvollen Zerg aus Starcraft und vielen, vielen mehr. Auch heute sprechen mich Strategiespiele und Aufbausimulationen außerordentlich an. Trotzdem versuche ich mich immer wieder gern an Indietitel, bei denen ich keine Ahnung habe, was für ein Spielkonzept dahinter steckt.

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