Don’t Starve Together SCREENSHOTS
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VN:F [1.9.22_1171]

Don’t Starve Together

Überleben in der Bienenkolonie

 

Für wen ist Don’t Starve Together eigentlich?

– Für alle, die das ‚Original‘ bereits kennen und bei selbigem den Multiplayer vermisst haben. Generell aber für Fans stylisher Survival-Spiele.

Für wen ist Don’t Starve Together eher nichts?

– Spieler, die klare Linien brauchen, könnten sich mit dem Spiel schwer tun.

Was möchte Don’t Starve Together sein?

– Das Multiplayer-Gegenstück zu Don’t Starve.

Was ist Don’t Starve Together geworden?

– Das Multiplayer-Gegenstück zu Don’t Starve, dass nichts an Charme und Inhalt verloren hat.

 

Eigentlich war ich mit Don’t Starve durch. Klar, alles gesehen hatte ich nicht und auch viele der Mysterien, die mit dem Spiel einhergehen, wurden von mir nicht erkundet. Der ganz große Don’t Starve-Spieler war ich also nicht. Als die Aussicht darauf, alles nochmals im Multiplayer zu erleben, auch mich erreicht hatte, war ich dennoch ziemlich froh darüber: die Versuchung, mich nochmals in die Tim Burton’sche Horrorwelt zu stürzen, war am Ende doch zu groß. Warum Don’t Starve Together einfach gut ist und sowohl für Neueinsteiger als auch Veteranen geeignet ist, klären wir jetzt.

 


 

– Die Präsentation –

Was die Optik angeht bleibt Don’t Starve Together seinem Ursprung treu: alles sieht aus, wie einem Tim Burton Film entsprungen. Dabei ist der ganze Stil insgesamt sehr düster, leicht verschroben und dabei doch sehr charmant. Das liegt auch an den vielen Details, die den Grafikstil so prägen. Die Charaktere wirken von Hand gezeichnet, die Umgebungen sowie Rohstoffe und Monster ebenfalls. Dabei strotzt alles vor Details und wandelt an der Grenze zwischen unheimlich und charmant.

Klanglich ist Don’t Starve Together, wie auch sein Vorbild, absolut fantastisch. Die einzelnen Charaktere haben keine richtige Sprachausgabe, sondern nur einzelne Klänge, die ihre Stimmen darstellen. So hört sich ein Charakter an, wie ein sanftes, langgezogenes Pfeifen, der nächste jedoch hat beinahe schon eine kleine Melodie als ‚Stimme‘. Dazu kommen immer passende Umgebungssounds wie das Klopfen auf Steine, das Fällen von Bäumen oder gar die Geräusche bei Tag- und Nachtwechsel. Zuletzt sind da stellenweise sehr nette Hintergrundmelodien, die gelegentlich alles etwas auflockern. Dabei ist festzuhalten: alle Klänge sind qualitativ absolut spitze.

Technisch ist Don’t Starve Together absolut stabil. Keine grafischen Probleme, keine Abstürze, keine Probleme mit Servern oder generell der Internetverbindung. Alles läuft wie es soll ohne irgendwelche Unzulänglichkeiten zu offenbaren.

 

– Das Gameplay –

Das Spielprinzip hat sich prinzipiell nicht geändert: es geht weiterhin darum, Materialien zu sammeln, Werkzeuge aus ihnen zu craften und sich in der recht düsteren Welt zu behaupten. Dabei gelten auch die selben Regeln – nicht den Verstand zu verlieren, nicht verhungern, Lebenspunkte nicht auf 0 sinken lassen. Diese drei Werte entscheiden auch hier über Leben und Tod: isst man zu wenig, verhungert man. Gerät man an zu starke Feinde und verliert zu viele Lebenspunkte, wartet ebenfalls der Tod. Etwas trickreicher ist da der Verstand: sinkt dieser, erscheinen erste schattenhafte Schemen, die für einen sichtbar in der Welt umherwandeln, dabei aber harmlos sind. Schafft man es da nicht, durch beispielsweise Blumen pflücken, den Verstand wieder zu normalisieren, werden diese Schemen bedrohlich. Das reicht von Schattenmonstern, die den Spieler attackieren hin zu Schattenhänden die nach einem greifen. Dabei gilt: ist dieser Punkt erreicht, sehen alle Spieler diese Halluzinationen, selbige sind aber stets primär hinter dem Spieler her, dessen Verstand gelitten hat.

Don’t Starve Together bereichert sein Genre, daran gibt es keine Zweifel, doch am Ende ist es halt das selbe Spiel, nur mit Multiplayer.

Generell ist vieles beim alten geblieben, da die Formel ja funktioniert. Man spawnt mit nichts in der Welt, sammelt Zweige und Steine um sich erste Werkzeuge zu bauen und geht so einem sehr nachvollziehbaren Weg nach, der zu immer besseren Werkzeugen und Gegenständen führt. Das Konzept funktioniert so im Multiplayer vielleicht sogar besser: einer Bienenkolonie gleich geht so jeder Spieler seinen Aufgaben nach und sobald ein Tag sich dem Ende entgegen neigt, treffen sich alle wieder an der (vorläufigen) Basis. Mit zunehmender Spieldauer wird selbige natürlich immer größer und ein permanenter Stützpunkt. Hier läuft das Gameplay genauso ab, wie im Singleplayer-Gegenstück: während man anfangs eher umher reist und plündert, lässt man sich mit zunehmender Spieldauer nieder. Aus anfänglichen Lagerfeuern wird so eine permanente Feuergrube zu der schon bald kleine Gärten, ein eigener Wald und schließlich auch Mauern dazu kommen. Die Entwicklung ist sehr nachvollziehbar, liefert immer einen Anreiz noch einen Schritt weiter zu gehen und sich innerhalb einer Gruppe zu einer kleinen Siedlung hoch zu arbeiten ist unglaublich motivierend aber auch befriedigend.

Zu dieser Survival-Crafting-Mischung kommen dann noch einige andere Elemente, wie die vielen Mysterien, die das Spiel mit sich bringt. Das geht stellenweise schon bei der großen Auswahl spielbarer Charaktere los und zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Selbiges erklärt einem zwar das grundlegende Crafting sehr gut, liefert aber auch eine Menge Dinge, deren Sinn sich dem Spieler erst durch ausprobieren (oder nachlesen im Wiki) erschließt. Dabei ist dieser Sinn fürs Mysteriöse nicht so ausgeprägt, wie in der Singleplayer-Version, da es einfach schon genug Spieler gibt, die ‚alles‘ kennen und so vieles schon mit anderen Spielern direkt vorneweg teilen.

Die Spieler teilen dabei untereinander sehr oft alles und sogar größere Fehler (wie das Abfackeln der ganzen Basis…) werden meistens recht schnell verziehen.

Toll ist, dass im Multiplayer eine andere Dynamik vorherrscht, da jeder Spieler innerhalb einer Gruppe, teils ohne große Kommunikation (obwohl selbige über einen Chat sehr leicht möglich ist), recht schnell eine bestimmte Rolle einnimmt. Einige Spieler gehen los und sammeln Material, erkunden dabei zusätzlich die Welt. Andere Spieler bleiben eher in der Basis und gestalten selbige, konzentrieren sich auf den Gemüseanbau oder fungieren einfach als Kämpfer. Dabei spielt sich jedes Spiel anders, da einfach jedes mal eine andere Gruppendynamik vorherrscht und sich regelrecht von selbst ergibt, was man spielt. Das liefert dem Spiel eine zusätzliche Tiefe, die der Singleplayer so nicht hatte: während man als einzelner Spieler einfach alles machen musste, lässt sich hier eine kleine Spezialisierung vornehmen und jeder kann sich gezielter auf seine Aufgabe und die dafür nötigen Gegenstände konzentrieren.

Um hier aber eine höhere Wertung auszupacken, hat ein frischer Impuls gefehlt – oder das ausmerzen alter Schwächen.

Weiterhin als Schwäche im Spiel enthalten ist die Maussteuerung sowie das Pathfinding: der Charakter lässt sich nur mit der Maus steuern, aber auch mit WASD. Da die linke Maustaste gleichermaßen für Bewegung als auch Interaktion zuständig ist, beißen sich diese Elemente manchmal. Als Beispiel: mit einer Spitzhacke bewaffnet versucht man, einen Stein zu zertrümmern. Mit der linken Maustaste klickt man auf selbigen, der Charakter geht ans Werk. Verrutscht man dabei dann aber um wenige Millimeter mit dem Mauszeiger, passiert es recht oft, dass der Charakter dann um den Stein herum läuft, anstatt selbigen weiter zu bearbeiten. Das klingt erstmal nach einer Kleinigkeit, passiert aber ziemlich oft und wird irgendwann sehr störend. Generell ist das Spiel sehr Klick-intensiv und eine Funktion, mehrere Gegenstände zu markieren und aufsammeln zu können, hätte sehr gut getan, gerade auch weil durch die Zusammenarbeit der Gruppe manchmal unzählige Materialien aufzusammeln sind.

 


 

– Besonderheiten: spielbare Charaktere und Mods –

Die spielbaren Charaktere sind, wie in Don’t Starve auch, die selben die Auswahl ist Klasse: nicht nur, dass jeder Charakter entsprechend anders aussieht, jeder bringt auch andere Grundwerte sowie Eigenschaften mit. Während Wendy ihre tote Zwillingsschwester als Geist beschwören kann und bei Dunkelheit weniger Verstand verliert, ist Willow immun gegen Feuerschaden und regeneriert ihren Verstand, wenn sie Dinge anzündet. So spielt sich jede Runde anders, auch im Hinblick auf die teils sehr speziellen Vor- und Nachteile jedes Charakters.

Mods bereichern besonders die Charakterauswahl sehr: es finden sich hunderte von spielbaren Charakteren im Steamworkshop. Allesamt mit anderem Aussehen, anderen Werten, anderen Eigenschaften – und alles dazu sehr einfach zu implementieren. Der Wiederspielwert ist somit enorm.

 

– Besonderheiten: die Community und der Multiplayer –

Die Community von Don’t Starve Together ist einfach Klasse. In den meisten Fällen sind die Leute einfach nett und auch bereit, sich direkt zusammen zu tun. Warum auch nicht? Immerhin spielen alle gerade deshalb das Spiel. Schnell bilden sich so in jedem Spiel Gruppen: manchmal mehrere kleine, die dann auch untereinander handeln, manchmal aber auch einfach eine große Gemeinschaft. Die Spieler teilen dabei untereinander sehr oft alles und sogar größere Fehler (wie das Abfackeln der ganzen Basis…) werden meistens recht schnell verziehen. Insgesamt hatte ich so während meinen Spielstunden mit fremden Leuten eine Menge Spaß, ohne dass es dabei je beleidigend oder anderweitig unschön wurde.

Dass die Multiplayer-Komponente zudem tadellos funktioniert ist einfach fabelhaft. Server lassen sich schnell finden und nach eigenen Wünschen filtern, auch das Hosten eines Spiels ist problemlos möglich. Klasse ist auch, dass es unterschiedliche Spielmodi gibt: zwar unterscheiden diese sich teils nur in Kleinigkeiten, insgesamt lassen sich aber unterschiedliche Spielertypen bedienen. Sei es, dass man seinen Charakter auf lange Zeit spielen mag, nur das kurzweilige Spielvergnügen sucht oder verschiedene Wiederbelebungs-Regeln möchte. So ist für jeden Spieler was dabei.

 

– Besonderheiten: das Crafting und die Spielwelt –

Hier ist natürlich ein ganz gewichtiger Teil des Spiels, der wie im Singleplayer-Gegenstück auch ausgezeichnet funktioniert. Am linken Spielrand ist eine Auflistung der einzelnen Kategorien an Gegenständen, die man bauen kann. Schaut man sich selbige im Detail an, ist immer klar erkenntlich, welche Materialien man für was braucht. Wie man an besagtes Material kommt, muss man selbst herausfinden (hier liegt natürlich auch der Reiz) aber das Spiel macht es einem so leicht wie möglich in der großen Auswahl eben doch genau zu sehen, wie alles funktioniert.

Gut gelungen ist dazu noch, dass die anfänglich sehr simplen Mechaniken immer sinnvoll erweitert und ‚verkompliziert‘ werden. Während Kochen anfangs nur aus einem Lagerfeuer und Fleisch, welches man darüber hält, besteht, lassen sich später mit einem Gemüsegarten, einem Kochtopf und diversen Zutaten ganz andere Dinge bewerkstelligen.

Die Spielwelt als solche liefert mit verschiedenen Biomen eine gute Abwechslung: Sümpfe und Wüsten, Wälder und Felder. Jedes Areal beherbergt bestimmte Tiere, Pflanzen aber auch Gefahren. Es lassen sich zwar viele Dinge umpflanzen – so kann man Büsche ausgraben um sie in der Nähe der Basis wieder einzupflanzen, dabei unterliegen die einzelnen Dinge den Regeln: Bäume verdorren auf Wüstenboden, gleiches gilt für Büsche und Gräser. Selbige müssen dazu noch mit Dung unterstützt werden, damit sie wachsen und gedeihen.

 

– Besonderheiten: die Langzeitmotivation, der Wiederspielwert und das Überleben –

Generell lässt sich in Don’t Starve Together eine Menge Zeit totschlagen: eine große Auswahl an Charakteren, zufallsgenerierte Welten (die sich zudem nach eigenen Wünschen anpassen lassen) und eine Menge Mods bieten auf dem Papier unendliches Spielpotential. Natürlich stellt sich aber auch hier irgendwann eine Routine ein und gewisse Dinge wiederholen sich, dennoch gibt es grundsätzlich genug Herausforderungen um sehr lange Spaß haben zu können.

Erwähnenswert ist hierbei noch, dass durch die frei erstellbaren Welten (man bestimmt, wie viele Rohstoffe es gibt oder wie lang Tage/Nächte/Jahreszeiten sind) auch beliebige Schwierigkeitsgrade möglich ist. Wer es schwer mag, hat wenige Rohstoffe, startet im Winter und hat sehr lange Nächte.

Ein immer guter Anreiz sind die Überlebens-Mechaniken. Sei es, dass man auf die Körpertemperatur achten muss, die von Wetter und Jahreszeiten beeinflusst wird, die Nahrungsversorgung auf lange Sicht (gerade auch mit einer großen Gruppe) gewährleistet werden muss oder der Zorn der Natur einen in Form eines Baum-Riesen einholt. Es gilt etliche Gefahren zu überwinden, was immer wieder sehr unterhaltsam sein kann.

 


 

– Das Fazit – 

Es ist schwer, etwas Schlechtes an Don’t Starve Together zu finden: für Besitzer der Singleplayer-Version ist es kostenlos, es liefert die selben Inhalte und dazu noch mehr. Der Multiplayer bereichert das Spiel sinnvoll, die Community ist nett sowie hilfsbereit und jedwedes Beitreten oder Hosten von Spielen funktioniert perfekt. Dazu gibt es vielfältigen und reichen Inhalt: frei einstellbare Spielwelten, viele Charaktere und dazu noch unzählige, einfach implementierbare Mods. Lediglich die manchmal etwas hakelige Steuerung mit der Maus fällt da negativ auf sowie die üblichen Verschleißerscheinungen nachdem man das grundlegende System durchschaut hat. Wer also auf Survival-Crafting steht, unabhängig davon ob er Don’t Starve kennt, macht hier eigentlich nichts falsch.

 

– Warum 4 Sterne? –

Generell befinde ich mich etwas im Zwiespalt: das Spiel hat wenige Schwächen, was aber auch einfach daran liegt, dass es das gleiche Spiel ist, dass schon vor über zwei Jahren als Singleplayer-Version auf den Markt kam. Ja, es ist für Besitzer von Don’t Starve kostenlos. Ja, der Multiplayer funktioniert ausgezeichnet. Daran hat aber auch die Community einen großen Anteil, denn eben sie macht es durch ihre nette, aufgeschlossene Art erst zu einem sehr angenehmen Erlebnis. Eine alte Schwäche ist allerdings auch im Spiel geblieben: die manchmal sehr lästige Steuerung. Insgesamt schien mir alles über 4 Sternen zu übertrieben. Don’t Starve Together bereichert sein Genre, daran gibt es keine Zweifel, doch am Ende ist es halt das selbe Spiel, nur mit Multiplayer. Natürlich ist das der Sinn der Sache und so auch gewollt, um hier aber eine höhere Wertung auszupacken, hat ein frischer Impuls gefehlt – oder das ausmerzen alter Schwächen.

 

– Der Abschluss –

Don’t Starve Together hat die Early Access Gefilde am 21.04.2016 hinter sich gelassen und sehr viel hat sich eigentlich nicht getan. Es wurden immer wieder kleinere Probleme behoben oder eben auch Anpassungen am Verhalten bestimmter Mechaniken vorgenommen – doch abseits der kostenlosen Erweiterung auf Reign of the Giants ist die ganze Early Access Phase ruhig geblieben. Warum auch nicht? Schließlich funktioniert das Konzept ‚Don’t Starve‘ ausgezeichnet. So gibt es keine Veränderung an der Wertung von uns, die starken 4 Sterne bleiben bestehen.

 


 

 


 

Early Access Addicts

Über Early Access Addicts

Ob Alpha oder Beta, hauptsache Early Access. Wir von den Early Access Addicts testen und spielen für euch Early Access Titel und zwar ausschließlich.

Release: Don’t Starve Together

Release: Don’t Starve Together

Don’t Starve Together hat den Early Access verlassen und eine insgesamt eher unspektakuläre Erfahrung hinter sich gelassen. Doch genau das ergibt Sinn, schließlich hat das ganze Konzept bereits zuvor fantastisch funktioniert und keine großen Veränderungen nötig gehabt. Grund für eine Aufwertun...