Dead Realm SCREENSHOTS
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VN:F [1.9.22_1171]

Dead Realm

Multiplayer-Horror-Party

 

Für wen ist Dead Realm eigentlich?

– Für Fans des Horror Genres, die gern Katz und Maus spielen.

Für wen ist Dead Realm eher nichts?

– Spieler, die schnell die Übersicht verlieren, werden hier kaum ihren Spaß haben.

Was möchte Dead Realm sein?

– Ein vom Horror Genre angehauchtes Multiplayer-Versteckspiel zwischen Menschen und Geistern.

Was ist Dead Realm geworden?

– Ein Multiplayer-Versteckspiel, welchem es an Übersicht und Horror fehlt.

 

Kein Freund der vielen Worte? Direkt zum Fazit springen: Klick mich!

 

Dead Realm bringt das gute, alte Versteckspiel auf eine moderne Ebene: in lauter klassischen Horrorsettings und mehreren Spielmodi treten Menschen gegen Geister an, wobei letztere die Jäger sind. Was sich zuerst vielversprechend anhört, verkommt recht schnell zu einem Partyspiel und lässt zudem noch einige andere Dinge vermissen. Welche das sind und warum Dead Realm trotzdem Spaß macht, das erfahrt ihr jetzt!

 


 

– Die Präsentation –

Optisch ist Dead Realm durchaus schön anzusehen, durch seinen teilweise jedoch groben, kantigen Stil allerdings nicht ganz auf der Höhe, was die Technik angeht. Großartiges Zusammenspiel aus Licht- und Schatten sucht man vergebens, verwaschene Texturen sind leicht zu finden und selbst einfache Effekte, wie das Licht der Taschenlampe, wirken durch ihre Aufmachung sehr altbacken. Wo es technisch etwas hapert punktet Dead Realm allerdings mit einer gewissen Liebe zum Detail: die Schauplätze sind allesamt recht abwechslungsreich und stecken voller Horror-typischer Details.

Dead Realm

Klanglich setzt Dead Realm auf eine Mischung aus Stille und klischeehafter Sounds. Die Palette reicht dabei von unheimlichen Radioübertragungen über hastige Schritte der Mitspieler bis hin zu knarzenden Türen. Dabei sind auch öfter unheimliche Stimmen, Dialoge und dergleichen zu vernehmen, die dabei eine zumindest angenehm unheimliche Atmosphäre erzeugen, ohne dabei je verstörend zu werden. Zusätzlich dazu machen auch die, meistens unsichtbaren, Geister entsprechende Störgeräusche, sofern man als menschlicher Spieler sein Smartphone mit Nachtsicht aktiviert hat. Die Sounds wissen also insgesamt zu gefallen, sind dabei allerdings nicht bahnbrechend.

Technisch macht Dead Realm eigentlich keine Probleme, höchstens gelegentliche Verbindungsabbrüche – für die das Spiel allerdings wenig kann – sind manchmal etwas störend.

 


 

– Das Gameplay – 

Dead Realm ist ein Multiplayer-Horrorspiel. Ganz genau genommen bedeutet das, dass bis zu 8 Spieler zusammen spielen, wobei einer von ihnen immer zufällig als Geist startet, der versucht, die anderen Spieler zu töten. Einmal verstorben geht das Spiel allerdings für den menschlichen Spieler weiter, da er fortan sein Dasein als rachsüchtiger Geist fristet und versuchen kann, dem Hauptgeist dabei zu helfen, das Spiel zu gewinnen. Denn: solange auch nur ein Mensch erfolgreich überlebt, zählt das als Sieg für die Menschen.

Die verschiedenen Spielmodi bleiben dabei im Kern sehr ähnlich, liefern aber unterschiedliche Spielverläufe. Hide & Seek erlaubt den Menschen, sich zu verstecken, ehe der Geist sie dann sucht. Seek & Reap dagegen liefert einen aggressiveren Ansatz: die Geister können den Herzschlag der Menschen spüren und sehen, was bloßes Verstecken natürlich nutzlos macht. Partien in dem Spielmodus laufen dementsprechend chaotischer und aktiver ab. In Bounty dagegen suchen die Menschen Taschenuhren um ein Portal zu öffnen, aus welchem sie entkommen können. Der Unterschied zu den anderen Spielmodi besteht hier außerdem dabei, dass verstorbene Menschen als stumme Beobachter weiterspielen dürfen, jedoch keinen größeren Einfluss nehmen können.

Zwar kann jeder Spielmodus Spaß machen, allerdings leiden alle unter bestimmten Problemen. Hide & Seek ist stellenweise etwas unausgeglichen, da die großen, sehr unübersichtlichen Karten eigentlich grundsätzlich zu Gunsten der Menschen ausgelegt sind. Seek & Reap dagegen büßt atmosphärisch sehr viel ein, weil es sich absolut nicht wie Horror spielt. Bounty dagegen zwingt verstorbene Spieler dazu, sehr passiv ihre Zeit abzusitzen – was sehr ermüdend sein kann.

Dead Realm

Prinzipiell spielt Dead Realm sich stets ähnlich: als Mensch sucht man sich das beste Versteck. Das kann in einem Schrank, einem Belüftungsschacht oder hinter irgendwelchen Gegenständen sein. Zwar liefern die Schauplätze stets eine Vielzahl an Verstecken, jedoch wiederholen diese sich recht häufig und es fühlt sich zu oft an, als laufe man durch Räume ohne nennenswerte Optionen. Denn, sehen wir es mal realistisch: wer versteckt sich schon in dem einzigen Schrank im Raum?

Hier fehlen dann letztlich sehr klassische Möglichkeiten, wie das Versteck unter dem Bett oder sonstigen Gegenständen. Problematisch ist hierbei auch, dass die anfänglichen Mitspieler jederzeit als Geister zurückkehren können. Versteckt man sich also und ein Mitspieler sieht das – oder sieht im vorbeilaufen das Namensschild, dass über einem hängt – ist das Versteck eigentlich bereits nutzlos. Als nützliches Werkzeug dagegen erweist sich das Smartphone, welches man bei sich hat. Mit ihm lassen sich diverse Kameras beobachten, die auf der Karte verteilt sind und die unsichtbaren Geister werden als Nebel erkenntlich. Dazu gibt das Gadget noch Störgeräusche von sich, sobald ein geist in der Nähe ist.

Als Geist läuft es natürlich etwas anders ab: man versucht unter Zeitdruck jedes mögliche Versteck zu erfassen und zu überprüfen. Dabei ist man stets zwischen Gründlichkeit und Eile gefangen, da man nur eine bestimmte Zeit hat, um jeden zu finden. Grundsätzlich wird man jedoch den Eindruck nicht los, man befinde sich als Geist klar in der Außenseiter-Rolle. Die sehr weitläufigen, unübersichtlichen Karten sind da schon das erste Hindernis, die Mitspieler sind dabei das nächste. Das Spielprinzip baut darauf auf, dass der Geist mit jeder gefundenen Person eine erhöhte Chance hat, da dann schließlich mehr Leute nach den Menschen suchen. Das funktioniert jedoch meistens nicht wirklich, da viele Spieler einfach afk gehen oder aus sonstigen Gründen nicht daran interessiert sind, zu suchen.

Am unterhaltsamsten ist Dead Realm dann, wenn ein paar Freunde mit von der Partie sind. Entsprechende Dialoge sowie die Suche nach bekannten Gesichtern verleihen dem ganzen einen neuen Charme. Zwar funktioniert das Gameplay auch mit Fremden, doch Freunde sind definitiv ein Gewinn für die Erfahrung mit Dead Realm.

 


 

– Die Besonderheiten –

Was die ersten Partien vielleicht noch für angenehme Gänsehaut sorgt, verkommt am Ende eher zu einem simplen Partyspiel. Zwar gibt es kleine Jump-Scares, wenn man entdeckt wird, diese nutzen sich jedoch schnell ab. Da die Umgebungen selbst keinerlei interaktive Überraschungen bereit halten, hält sich der Schrecken absolut in Grenzen. Auch, da man die unsichtbaren Geister als Nebel über die Nachtsicht-Funktion des Smartphones sehen kann, was jegliche Überraschung dann sowieso vorneweg nimmt, sofern man entdeckt wird. Richtiger Horror kommt also kaum auf und selbst das bisschen weicht dann sehr schnell einer gewissen Routine.

Ich habe sie nun schon mehrfach erwähnt, jetzt schauen wir uns die Balance in Dead Realm nochmal genauer an. So schön die Freiheit auch ist, eine Lobby zu erstellen und alle Parameter wie die Rundenzeit, die Anzahl der Runden usw. einzustellen – es steht der Balance etwas im Weg. Es ist schwer einschätzbar, wie viel Zeit auf welcher Karte fair wäre, damit eine gewisse Verhältnismäßigkeit gegeben ist. Ist die Zeit zu großzügig angesetzt, kann die Waage zugunsten der Geister ausschlagen. Ist die Zeit dagegen zu kurz, hat der geist keine realistische Chance. Hier wären zumindest frei einsehbare Richtwerte nützlich.

Dead Realm

Die Karten wirken derzeit zu groß und unübersichtlich, ohne dabei das Gefühl zu vermitteln, man habe sehr viele Optionen. Selbst nach mehreren Stunden ist es, egal ob als Mensch oder Geist, unfassbar schwer bestimmte Räume zu finden, geschweige denn nicht die Übersicht zu verlieren, damit man nicht im Kreis läuft. Hier wären kompaktere Karten mit mehr Versteckmöglichkeiten die vermutlich bessere Wahl, da so stets eine gute Mischung gegeben wäre. Derzeit reicht es als menschlicher Spieler ein Versteck zu finden und seine Zeit abzusitzen, da man den Geistern oftmals gar nicht begegnet und oftmals die Hoffnung, dass es andere vor einem erwischt, absolut ausreicht.

 


 

– Der Support –

Dead Realm wurde bislang mit Charakteren, Geistern, Karten und Spielmodi sinnvoll erweitert. Genau diese Inhalte sollen das Spiel auch bis zu seinem Release stetig ergänzen. Abseits davon scheinen die Entwickler nicht wirklich auf viele Fragen innerhalb der Community einzugehen, da das Spiel jedoch gut unterstützt wird, muss das nicht viel heißen.

 

– Vorläufiges Fazit –

Dead Realm ist ein spaßiges Erlebnis für zwischendurch und gerade wenn man es mit Freunden zusammen spielt, entfaltet das Katz-und-Maus-Spiel sein Potential. Vor Klischees triefende Jump-Scares und Schauplätze tragen zur Atmosphäre bei, können aber nicht verhindern, dass das Horrorspiel mehr zum Partyspiel wird. Unübersichtliche Karten sowie generell die Frage nach einer gewissen Balance können dabei aber auch jede noch so spaßige Runde mit einem faden Beigeschmack versehen – daran ändern auch mehrere Spielmodi nichts.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter Eure Wertung klicken. Wahnsinn!

Meine Empfehlung: wer ein paar Freunde zusammen bekommt und mit ihnen immer mal wieder ein paar Runden ‚Verstecken‘ spielen mag, der findet hier durchaus ein interessantes Konzept vor. Wer dagegen mehr Schrecken erwartet hat und sich an Unübersichtlichkeit stört, wartet lieber ab.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.