Day of Infamy SCREENSHOTS
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Day of Infamy

Simulation statt immer nur Arcade

 

Für wen ist Day of Infamy eigentlich?

-Für Fans von Shootern, die im 2. Weltkrieg spielen und dabei möglichst viel Wert auf historische Korrektheit und Realismus legen sowie Personen, die gut im Team spielen können.

Für wen ist Day of Infamy eher nichts?

-Für Spieler die eher arcadeartige oder sehr schnelle Shooter wie Call of Duty bevorzugen und ihr eigenes Ding durchziehen wollen.

Was möchte Day of Infamy sein?

-Ein realistischer Shooter im 2. Weltkriegs Setting, der viel Wert auf Teamplay legt, mit dem Vorbild des 2001 erschienenen Mod für Half Life 2: „Day of Defeat“.

Was ist Day of Infamy geworden?

-Eigentlich dass, was es wollte, mit noch einigen Mängeln bei der Grafik aber auch bei der Auswahl an Waffen und Maps

 

Angefangen als Mod für das vom selben Entwickler stammende Spiel „Insurgency“, wurde Day of Infamy Mitte des letzten Jahres als Standalone-Version veröffentlicht. Zum Release ist es ein solider Shooter, der sich gut spielen lässt. Dennoch könnte an der Grafik noch nachgebessert werden und man vermisst Teilweise eine größere Auswahl an Waffen bzw. Ausrüstungsgegenständen. Auch einige Bugs und gelegentliche Abstürze stören das Spielerlebnis noch.

 

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– Die Präsentation –

Die Grafik des Spiels ist, um es so auszudrücken, ausreichend, mehr leider nicht. Diese ist recht einfach gehalten aber erfüllt ihren Zweck vollkommen. Dies mag wahrscheinlich daran liegen, dass das Spiel auf dem bereits 2014 erschienenen Titel „Insurgency“ und der dabei verwendeten Engine beruht. Trotz der simplen Grafik schafft es das Spiel aber ein recht gute Atmosphäre durch verschiedene Effekte wie Rauch und Explosionen auf den Maps zu erzeugen. Wer mehr Wert auf Gameplay legt, wird damit auch kein Problem haben, denn dieses wird durch die Grafik in keiner Weise beeinflusst.

Day of Infamy 5

Der Sound des Spiels unterstützt die Atmosphäre noch zusätzlich. Geräusche von Waffen, Granaten und Artilleriebeschuss haben hohe Qualität und passen perfekt in das Setup des 2. Weltkriegs. Jedoch gibt es, um dieses noch weiter zu unterstützen, Geräusche von „außerhalb“ des Spielfelds, welche nicht von Spielern verursacht sind. Diese sind jedoch teilweise relativ störend, da sie bei der akustischen Ortung der Gegner verwirren können.

Dadurch, dass die Grafik recht simpel ist, ist die Performance im Spiel wiederum sehr gut. Es läuft durchweg flüssig ohne Frame-Drops und Ruckler. Aufgrund der Grafik wird das Spiel auch auf älteren Rechnern noch gut laufen können. Einzig und allein gelegentliche Abstürze müssen noch behoben werden um die Performance abzurunden.

 

– Das Gameplay –

Aktuell sind im Spiel 3 unterschiedliche Spielmodi integriert: Mehrspielermodus, Koop-Modus und ein Übungsmodus. Im letzteren spielen wir ohne andere Mitspieler gegen und mit Bots auf zwei Schwierigkeitsstufen. Dort kann man erst einmal die Grundlagen des Spiels erkunden und trainieren, bevor man sich in den Koop oder Mehrspielermodus wagt. Im Koop-Modus spielen wir mit bis zu 8 menschlichen Spielern gegen eine Reihe von Bots. Doch das Hauptaugenmerk des Spiels liegt klar auf dem Multiplayer, bei dem wir im Team mit 16 Spielern, bestehend aus jeweils einem Angriffs- und einem Unterstützung-Squad, gegen ein gegnerisches Team spielen.

Der Koop-Modus besitzt noch einmal zwei unterschiedliche Spielmodi: „Stronghold“, bei dem wir in feindliches Gebiet vorrücke und dieses sichern müssen, und „Entrenchment“, bei dem wir ein Gebiet verteidigen müssen. Im Multiplayer sind drei verschiedene Spielmodi verfügbar: „Frontline“, bei dem das Team gewinnt, welches mehr Punkte einnimmt, „Liberation“, wo wir alle Punkte der Karte einnehmen müssen um zu siegen, und letztendlich „Offensive“, bei welchem nacheinander Punkte eingenommen werden müssen. Bei den letzten beiden Spielmodi gibt es jeweils ein Team welches verteidigt und eines, welches in die Offensive geht und angreift. Die Einnahme von Punkten erfolgt durch halten einer bestimmten Position und bringt das Team nicht nur einem Sieg näher, sondern gibt dem Team auch Boni wie zusätzliche Zeit oder Verstärkung in Form von Respawns getöteter Teamkameraden.

Sind wir im Spiel können wir, je nachdem ob wir für die U.S. Army, die Wehrmacht oder die Commonwealth Staaten kämpfen, aus verschiedenen Klassen und deren speziellen Waffen sowie Ausrüstungsgegenständen wählen. Jedoch ist von einigen Klassen nur eine bestimmte Anzahl pro Team erlaubt, wie beispielsweise der Scharfschütze. Aktuell hält sich die Auswahl an Waffen und Ausrüstung aber noch in Grenzen, so dass wir meist nur aus 2 verschiedenen Waffen wählen können.

Day of Infamy 3

Dann heißt es mit unserem Team die Punkte auf der Karte schnellstmöglich einzunehmen bzw. zu verteidigen. Dabei nimmt Teamplay eine entscheidende Rolle ein: Ohne dieses kann man im Spiel nicht gewinnen. Wer nur für sich spielt und nur die meisten Abschüsse möchte, wird nicht weit kommen. Das Team muss koordiniert vorrücken, die Punkte einnehmen und vor allem dabei zusammen bleiben. Außerdem erkennt man Freund oder Feind nur an der Uniform sowie am Namen beim Zielen auf diese. Somit ist die Absprache neben einem Blick auf die Karte wichtig, um nicht ausversehen einen Teamkameraden zu töten, da dies hier auch möglich ist.

Dazu dient einerseits der normale Chat sowie vorgefertigte Schnellantworten und andererseits der eingebaute Sprachchat. Durch diese Möglichkeiten kann man sich im Team absprechen, doch dies setzt zwingend Englischkenntnisse voraus! Ein anderer Aspekt des Chats, speziell des Sprachchats ist, dass, falls kein Funkempfänger in der Nähe ist, nur Spieler, Teamkameraden und Gegner, in unmittelbarer Umgebung diesen hören können.

Die Karten sind sehr detailliert gestaltet und bieten viele Wege und Verstecke für den Spieler, um einen Punkt entweder zu attackieren oder zu verteidigen, ohne ungeschützt auf diesen zuzulaufen. Damit wird auch noch einmal die Möglichkeit des taktischen Vorgehens im Spiel verstärkt, denn wer stirbt, respawnt meist nicht direkt, sondern muss warten, bis sich sein Team eine Verstärkung erkämpft hat, bei der tote Teamkameraden wieder ins Spiel einsteigen können.

Die Runde ist zu Ende, wenn ein Team alle Punkte verteidigen bzw. einnehmen konnte, es mehr Punkte als der Gegner kontrolliert oder die Zeit abgelaufen ist. Meist wird danach über die nächste Karte und den nächsten Spielmodus abgestimmt.

 


 

– Die Besonderheiten –

Dass Wert auf Realismus gelegt wurde, merkt man schnell im Spiel: Teilweise reicht eine Kugel um euch zu töten. Es gibt keine Lebensanzeige, sondern der Bildschirm wird nur unscharf und rötlich, wenn ihr wenig Leben besitzt. Dieses füllt sich jedoch recht schnell wieder. Sämtliche Arten von Explosionen lassen das Bild unscharf werden und ihr erholt euch erst nach ein paar Sekunden.

Allgemein ist das HUD sehr übersichtlich, es wird gezeigt wie viel Munition ihr noch bei euch habt, welche Waffe ihr aktuell habt, zeitweise ein Kompass und welche Punkte derzeit eingenommen sind. Die Tatsache, dass man Teammitglieder und Gegner meist nur an der Uniform erkennt und dann in wenigen Sekunden entscheiden muss, ob man schießt, dass Teambeschuss möglich ist und Gegner Konversationen im Sprachchat mithören können, machen das Spiel noch etwas realitätsgetreuer. Aber letztendlich bleibt es natürlich „nur“ ein Spiel, dass sich so gut es geht an der Realität orientiert.

Day of Infamy 2

Realismus wird auch hier Groß geschrieben, denn die Waffen im Spiel sind alle nach historischem Vorbild gestaltet und so korrekt wie möglich gehalten. Wir können im Spiel eine Hauptwaffe, zum Beispiel einen Karabiner oder ein MG, eine Nebenwaffe, zum Beispiel eine Pistole oder Panzerfaust, sowie eine Reihe von Granaten und Nahkampfwaffen ausrüsten. Viele dieser Waffen töten bereits mit einem Schuss, müssen danach aber erst die nächste Patrone laden. Der Rückstoß der Waffen ist teilweise enorm und auch der Abfall von Kugeln und Raketen während des Fluges wurde stark berücksichtigt. Somit muss man ab einer gewissen Distanz diesen Faktor in das Zielen mit einbeziehen.

Wie bereits an einigen anderen Stellen erwähnt, legt das Spiel auf eine korrekte Wiedergabe der Kämpfe des 2. Weltkriegs einen großen Wert. Es werden die gleichen Waffen wie damals verwendet sowie die Uniformen der Soldaten korrekt wiedergegeben. Jedoch fehlen einige Kriegsparteien wie die Sowjetunion oder Japan, welche nicht im Spiel integriert sind. Die Karten sind wiederum historischen Kämpfen während des 2. Weltkriegs nachempfunden und sollen beispielsweise die Landung der Alliierten in der Normandie wiedergeben.

Dazu gibt es bereits einen Workshop, aus dem man sich alle Arten von Modifikationen herunterladen kann. Hauptsächlich sind dort neue, von Spielern gestaltete Karten verfügbar, auf denen auch im Multiplayer gespielt werden kann, vorausgesetzt alle Spieler haben diese Mod installiert. Des Weiteren kann man optische Veränderungen der Uniformen, Waffen etc. downloaden und so das Spiel nach seinen Wünschen anpassen.

 


 

– Der Support –

Der Support seitens der Entwickler ist sehr gut. Es erscheinen regelmäßig Updates zu dem Spiel, die aber eher kleinere Änderungen und Anpassungen enthalten. Über große Features und die weitere Entwicklung kann man im Forum abstimmen und dort seine Meinung äußern, welche vom Entwickler auch berücksichtigt wird. So wurde zuletzt das Fernglas auf Wunsch der Community eingeführt.

 

– Endgültiges Fazit –

Day of Infamy ist ein Spiel, welches zum Release durchaus viel Spaß macht und sich durch den Realismus und das Augenmerk auf das Teamplay von anderen Shootern abzusetzen versucht. Dies gelingt auch gut, nur fehlt ein wenig mehr Abwechslung und Auswahl bezüglich der Ausrüstung der Klassen . Hinzu kommen die etwas überholte Grafik sowie ab und an auftretende Spielabstürze, die bisher nicht behoben wurden. Leider besitzt das Spiel immer noch eine recht kleine Playerbase, so dass man oftmals nur aus einer Handvoll Servern auswählen kann.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in der Review auf die Sterne unter Eure Wertung klicken. Wahnsinn!

Dennoch ist es ein durchweg solides Spiel, welches keineswegs jeden Shooter-Fan anspricht, aber für die Zielgruppe, Liebhaber von realistischen Shootern, definitiv lohnenswert ist. Falls ihr bereits Insurgency besitzt, könnt ihr euch auch kostenlos die Day of Infamy Mod herunterladen, da das Spiel an sich die Standalone-Version dieser Modifikation ist. Die Early-Access Phase hat Day of Infamy am 23.03.2017 mit verlassen und eine Aufwertung von 3.5 auf 4 Sterne verdient. Was genau im letzten Update zum Release verändert wurde und wie sich die Aufwertung begründet, lest ihr in unserem Beitrag dazu.
 


 

 


Johnny

Über Johnny

Angefangen mit dem damals schon in die Jahre gekommenen Sony Mega Drive und meinem Helden der Kindheit - Sonic, habe ich mich über die Jahre zum reinen PC-Spieler entwickelt. Dort spiele ich hauptsächlich Shooter, RPG´s, Strategiespiele aber auch Simulationen verschiedenster Art. Dennoch kann ich mich für fast jedes Game begeistern, vor allem wenn dieses im Weltall oder der Zukunft spielt. Doch ich interessiere mich nicht nur für Gaming sondern auch für Hardware und schraube genauso gerne am eigenen PC.

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